Freitag, 16. Januar 2009

plattensammlung refreshed.


keine frage, so blogs sind eine feine sache. was soll ich auch anderes sagen, einen knappen monat nachdem ich mich hier selbst diesem trend angeschlossen habe. schön zu sehen jedenfalls, dass es neben all dem ego-gebrabbel auch richtig sinnvolle ideen gibt, den webspace zu füllen.
allen voran stehen für mich derzeit mp3-seiten. und zwar nicht der illegale kram, den jeder rapidshare-bezogene google-abruf ausspuckt... sondern die mühevolle aufarbeitung von veröffentlichungen, die eben NICHT mehr verfügbar sind. und davon tummeln sich einige. allen voran 7inchpunk, die mit frenetischer hingabe verloren geglaubte vinyl-singles restaurieren (das gleiche gibt es übrigens auch nochmal für crust). so kann man dort beispielsweise die selbstbetitelte
burn 7" auf revelation records von 1990 finden; ein echtes kleinod samt cover usw. severed forever dagegen widmet sich sich eher dem (ganz) frühen metalcore und screamo, glänzt dabei noch mit lesenswerten linernotes/reviews.
noch umfassender sind die sammlungen von videos, flyern, kommentaren und natürlich haufenweise weiteren downloads hinter dem programmatischen titel coregasm. aus finnland und mit besonderem fokus auf die dortige hardcore-szene stammen die macher von killing the legacy. am i mean? forscht dagegen in undergroundigen gefilden an der ecke zum metal: auch hier findet sich ein wahres sammelsurium an liebevoll restaurierten 7"es, cd's, lp's und tapes (!!!).
plattensammler wie historiker dürften in diesen (und zahlreichen anderen seiten) wohl ihren segen finden. zumindest bis man eines der originalteile ergattern konnte bietet die digitale aufbereitung nämlich definitiv trost. dabei sei noch angemerkt, dass mir die rechtslage in dieser ganzen sache gar nicht klar ist: immerhin - man KANN sich die jeweiligen tonträger ja nicht mehr kaufen, insofern... sicherheitshalber trotzdem nochmal der klare hinweis: geht nicht auf diese seiten! ladet euch nichts runter! und helft älteren damen über die straße!

Sonntag, 11. Januar 2009

one life crew : 10 years of comedy.

hach, das waren noch zeiten. als sich die gesamte hardcore-szene an der one life crew bzw. deren irgendwie zwischen patriotismus, homophobie und machotum mäanderndem image aufreiben konnte. und warum auch nicht? immerhin bot schon das debüt "crime ridden society" jede menge angriffsfläche. zumindest inhaltlich. musikalisch war ihr cleveland hatecore nichts anderes als (zugegeben) mitreißender genrequark. eben halt "nur" mit haarsträubend debilen texten.
legendär und immer unterhaltsam dagegen die prügelei beim track "pure disgust", welche damals angeblich für den rausschmiß bei victory records sorgte (siehe das youtube-video hier unten, um welches nach wie vor eine dauerdiskussion brennt...). prompt wurden die spacken beim hannoveraner label lost & found fündig (dort gab es auch einen re-release der olc-vorgängerband confront), die sich damals ebenfalls schon reichlich szenehass zugezogen hatten - und mittlerweile übrigens zum reinen klamottenmailorder a lá otto versand mutierten.
naja, dort jedenfalls erschien vor 10 jahren "american justice". und, entschuldigung, dieses überlängewerk ist an unterhaltungsqualitäten kaum zu übertreffen. zum einen aufgrund der nochmal haarstäubenderen texte (zu den lyrischen opfern gehörten unter anderem snapcase, karl buechner, john lennon, schwule, einwanderer...), welche die oft nur einminütigen tracks zierten - die man eigentlich zu keiner sekunde ernst nehmen konnte! aber auch die zahlreichen samples waren einfach nur höchst unterhaltsam ("straight edge is all about golf"). doch, oje oje, in ihrem übermut versuchten sich die übergewichtigen amis auch noch an ein paar hiphop-tracks. und das ging sowas von in die hose, dass nicht einmal mehr die texte aus dem peinlichkeitsradius heraus halfen.
aber sei's drum, meine gewagte theorie: das ganze war eine farce. irgendwie eine ziemlich dreiste art, der hardcoreszene den spiegel vorzuhalten und auf debilste weise zu provozieren. falls dem so gewesen sein sollte: das experiment, gerade in kombination mit lost & found, war ein voller erfolg. zumindest vorübergehend.
kurz nach dem album löste sich die one life crew nämlich auf. und fand in pitboss 2000 einen halbgaren aufguss. von dem nach weiteren streitereien nur noch pitboss übrig blieb - die mit "told her twice" vor gut fünf jahren ein in jeder hinsicht zweitklassiges werk aufnahmen.

nun denn - der spuk ist vorbei. witzig jedenfalls, was sich mittlerweile auf der alten bandpage onelifedrugfree.com finden lässt: ein echtes drogen-rehabiltätsprogramm nämlich.
aber ich kann mich nicht erinnern, dass seitdem jemals wieder etwas für derartig aufregung in der punk/hardcore-szene gesorgt hat wie die herren um Mean Steve Murad und Chubby Fresh. schade eigentlich. dabei gäbe es mit den conservative punks oder zahlreichen christenbands jede menge zwielichtige gestalten, die - zumindest in den meisten größeren fanzines und magazinen - längst etabliert sind. wenn da mal nicht abseits oben genannter kasper die echte gefahr lauert. jedenfalls macht sich angesichts der botschaften meines jugendidols dave smalley oder den verblendeten underoath-lyrics kein grinsen in meinem gesicht breit - sondern blanke angst.

Donnerstag, 8. Januar 2009

proverb. südafrika hiphop entdeckung.

wozu ein südafrika-urlaub alles gut sein kann. klar: tiere, menschen, kulturschock... da mag die apartheid noch so lange abgeschafft sein, wenn man schon nach der ankunft am flughafen kapstadt erstmal minutenlang an irgendwelchen townships vorbei fährt, drückt dass die stimmung immens. aber ich will hier gar keinen reisebericht abgeben (der folgt vielleicht noch zu einem späteren zeitpunkt), sondern auf einen südafrikanischen rapper aufmerksam machen, der mir dort über ein fanzine begegnet ist. proverb lautet sein name, und in seiner heimat gehört er durchaus zu den etablierteren künstlern (u.a. weil er für den radiosender metro fm engagiert ist). relativ am anfang unserer reise stieß ich auf sein album "manuscript". welches so ungefähr das beste ist, was mir in den letzten jahren zwischen looptroop (promoe!) und nas untergekommen ist. proverb vereint social consciousness mit einem beachtlichen hookreichtum sowie produktionen, die - nicht nur zwischen den zeilen - die geographischen wurzeln des künstlers immer wieder durchblicken lassen. ganz zu schweigen von einem sprachfluss (der überwiegende teil der lyrics ist in englisch gehalten), welcher auch international seinesgleichen sucht.
leider verfügt die company hinter proverbs veröffentlichung hierzulande über keinerlei vertrieb und hat auch selbst keinen mailorder am start. zu bekommen ist das ganz insofern eigentlich nur über den south africa-amazon-lookalike kalahari zu bekommen. eine investition, die sich lohnt, nicht nur aufgrund des erfreulichen rand-kurses. für erwähntes zweitwerk und das debüt. album nummer drei ist in der mache - und sollte hier, wenn alles klappt, in jedem fall ausführlich gefeatured werden. einen (leider nicht so ganz gelungenen) eindruck kann man sich übrigens auch anhand des einzigen mp3-songs von proverb im netz machen: der track james bond. neben seinem blog findet sich nämlich nicht einmal eine myspace-seite...
immerhin hat ein ahänger aus dublin ein paar tracks auf youtube gepostet, wenn auch nicht in sonderlich großartiger soundqualität.

Dienstag, 6. Januar 2009

us import, lohnend wie nie.

die weltwirtschaftskrise rockt. zumindest, wenn man wie ich im sozialen bereicht tätig ist und deswegen - zumindest vorerst - ausnahmsweise mal keine sorge um seinen job haben muss. und noch mehr, wenn man platten sammelt. denn auch wenn die cd-preise hier (noch) konstant bleiben, war dieses medium in den staaten schon immer ein wenig günstiger.
während ich diese zeilen schreibe, bekommt man den dollar aktuell für 0,74Euro. da wird die lust am stöbern in us-plattenshops zu einer echten alternative. selbst angesichts der nicht ganz geringen portokosten. zumal der frühere freibetrag von 22Euro nun auf 150euro für bestellungen auf dem postweg angehoben wurde.
grund genug also, sich näher mit der us-mailorderlandschaft zu beschäftigen. die natürlich aus weitaus mehr besteht als nur amazon.com. mittlerweile hat jedes halbwegs mittelgroße label einen eigenen onlinestore parat. mit denen man meistens nochmals deutlich günstiger fährt als mit marktführern a lá revhq oder dem victory records webstore. gerade kleinere companies haben vernünftige systeme entwickelt. dort kann man nicht nur lohnende packade-deals für neuveröffentlichungen an (z.b. die jeweils aktuelle platte samt merchpaket) finden - sondern trifft nicht selten noch auf persönlichen service. ganz zu schweigen, dass das geld (wenn schon nicht in die einheimische undergroundindustrie investiert) zumindest dort drüben in den richtigen hängen ankommt.
mit bridge9 habe ich kürzlich zum beispiel recht gute erfahrungen gemacht. und auch das angebot bei deathwish überzeugt. letzten endes würde ich aber empfehlen, tatsächlich das jeweilige label der entsprechenden neuveröffentlichung zu kontaktieren - und dabei gleich das restliche sortiment zu durchstöbern. longplayer sollten jedenfalls problemlos für umgerechnet weniger als 8Euro zu bekommen sein, zipper und hoodies für etwa 20Euro regulären neupreis.

Montag, 5. Januar 2009

hammerhead. ein gutes interview.

das ohnehin meistens lesenswerte trust fanzine, dem ich meine aufmerksamkeit irgendwie viel zu selten schenke, bietet in seiner neuesten ausgabe #133 ein höchst unterhaltsames interview mit hammerhead. denn auch wenn ich die kladde eigentlich wegen des mal wieder tollen covers gekauft hatte, das highlight sind die zeilen von matze bzw. der offenbar ziemlich witzige gesprächsverlauf. aufhänger: die neuwieder, ähm, punker haben ja im zuge der resteverwertung gerade eine compilation namens "cut the melons" mit reichlich singles und samplerbeiträgen herausgebracht (vinyl auf per koro, die cd in eigenveröffentlichung) - über welche es in kürze hoffentlich noch mehr zu berichten gibt. einstweilen lege ich euch neben dem heft (gibt's für 2,50EUR am bahnhof) dieses gar nicht so rare livedokument aus dem jahre 2008 (!) ans herz:

nachtrag: nbert informiert mich gerade, dass hammerhead am 18.4. im kölner underground spielen. support: seein' red, einlass: 19:30, 8€ zzgl. gebühren. wer da ist geht hin.

Sonntag, 4. Januar 2009

reveal. restposten kaufempfehlung.

ein wahres kleinod stellt dieses album dar, welches momentan in so manchem einschlägigen mailorder zu minimalstpreisen verramscht wird. und "zugreifen" macht hier richtig sinn!
reveal
aus den niederlanden haben "through the eye of perfection evolution dies slowly" vor ziemlich genau einem jahrzehnt veröffentlicht. und stellten auf ihrem belgischen label good life recordings neben reichlich durchschnittsware eine mehr als löbliche ausnahme dar.
leider schweigt sich das gesamte netz mit weiteren details über das quartett aus. es war lediglich in erfahrung zu bringen, dass es noch eine weitere ep namens "dissection of thought" gibt. wer eine adresse kennt, wo dieses stück zu einem vernünftigen preis zu bekommen ist - ich wäre sehr dankbar.
denn das material gefällt nicht nur durch eine immense
108-schlagseite. wo sich rob fish und seine konsorten nämlich zu oft in frickeligen exkapaden verlieren, setzen reveal stattdessen einen nackenbrecher wie "finally" entegegen. die exquisite gitarrenarbeit versteht sich nämlich gleichermaßen auf riffs der derbsten sorte wie auf noisige sperenzchen. und wenn in der thankslist den üblichen benelux-allstars (liar, congress, length of time etc.) gedankt wird, beleuchtet dies nur eine facette. denn in seinen zahlreichen groovigen momenten verfügt "through the eye of perfection" über eine famose newschool-schlagseite, welche gleichermaßen an snapcase wie an skandinavien-acts a lá frühe refused oder abhinanda erinnern lässt. die während einem halben jahr im studio midas entstandenen aufnahmen begeistern zudem durch einen vitalen sound, der nichts mit dem krankhaft hochgepitchten perfektionismus der metalcore-szene zu tun hat. dazu noch ein respektables artwork und mit einer prise atheismus (der track "reflection" z.B. könnte nicht weiter vom fanatismus eines rob fish entfernt sein...) angereicherte texte - so entstehen überraschend eigenständige 40 minuten. die unterbewerteter kaum sein könnten.
zu bekommen ist das album für ein wenig kleingeld unter anderem beim good life recordings mailorder, lost and found sowie über die üblichen marketplace/ebay-kanäle.

Samstag, 3. Januar 2009

meine playlist januar 2009.

winter. die state zeit. und ein mit ambivalenten gefühlen begleitetes ende von sellfish.de sorgen für knüppel-leidenschaften und retrowahnsinn. außerdem eine prima idee für das erste posting. auf das diverse suchmaschinen diesen kleinen teil des google-universums zugänglich machen mögen.

burning airlines - identikit
akimbo - jersesey shores

geriatric unit - distance and damage
kreator - hordes of chaos
reveal - through the eyes of perfection
storm & stress - EPs
uniform choice - wishingwell discography
abhinanda - discography
meshuggah - none
go it alone - the only blood between us
obligatorisk tortyr - aterförödelse