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Sonntag, 22. August 2010

mark olson: many colored kite. neues album

eine kleine legende kehrt (mal wieder) zurück: Mark Olson, jayhawks-gründer, creekdippers-kompagnon und alternative-country urgestein will es wieder wissen. keine ahnung, zum wievielten mal insgesamt, aber sein folklastiger sound weiß einmal mehr zu überzeugen. diesmal ganz ohne festen kooperationspartner bleiben ein duett mit jolie holland, vashti bunyan sowie eine zusammenarbeit mit neil casal die nennenswerten überraschungen. ansonsten bekommen anhänger eben das, was sie erwarten. was nur positiv gemeint ist. dieser alte herr nämlich braucht, nein: soll sich stilistisch nicht mehr viel bewegen. gab es doch mit den creekdippers und ihrem "political manifest" in der vergangenheit bereits die obligatorische verweigerungsplatte, welche den dixie chicks-skandal mühelos in den schatten stellte. "Many Colored Kite" (ryko) nunmehr klingt nach americana 2010. ohne hype, ohne viel aufmerksamkeit, dafür mit hingabe.
und weil es vom neuen album noch kein videomaterial gibt, hier ein eindruck vom vorgängerwerk, mit welch minimalistischen mitteln olson zu überzeugen vermag:

Mittwoch, 3. Juni 2009

placebo. die krux mit dem namen

nach gefühlten dekaden jenseits der veröffentlichungsfront sowie einem markanten besetzungswechsel scheinen Placebo eines ganz gehörig vermisst zu haben: ihren fans die großen hymnen darzubieten. und so klingt "Battle For The Sun" (pias germany) direkter, eingängiger und... tja... irgendwie auch etwas gesetzter als sämtliche bisherigen alben. da darf schonmal mitgeklatscht geklatscht werden, wenn die engländer ihre 13 tracks (übrigens auf neuem label) präsentieren. doch selbst wenn die stimme von brian molko charakteristisch wie kaum eine andere vibriert: die stets so besondere atmosphäre der vorgängerwerke wird diesmal einfach nicht erreicht. vielleicht auch deswegen, weil sich die musik ähnlich dem coverartwork zunächst so gar nicht düster zeigen will: "for what it's worth" beispielsweise zeugt vielmehr von ungetrübter lebensfreude. sicherlich kein schlechtes zeichen; aber irgendwie nicht das, was die einzigartigkeit von platten wie "black market music" ausmachte. von der chronischen melancholie spürt der hörer erst in der zweiten hälfte von "battle of the sun" wieder. bis dahin allerdings gilt es so manche offensive singleauskopplung zu überwinden, welche die fans von placebo spalten dürften. verstehen wir uns nicht falsch: dies markiert beileibe kein schlechtes album. dafür sind einfach zu viele ohrwürmer und wirklich gute songs enthalten. wer sich aber eine derart konkrete anspruchshaltung einbrockt, muss mit den konsequenzen solcher kurskorrekturen (alterserscheinungen?) leben.