Posts mit dem Label antipop consortium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label antipop consortium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 30. Mai 2010

jahcoozi. neues album/clip/single

das dritte album von Jahcoozi ging auf background music bislang ohne wirkliches review von statten. was keineswegs heißen soll, dass meine begeisterung für das berliner kollektiv geschmälert wäre, sondern vielmehr dem tribut an die unbefriedigende formel "persönliches zeitkontingent vs. veröffentlichungsflut" geschuldet ist. auch "Barefoot Wanderer" (bpitch control/rought trade) jedenfalls wurde wieder ein monster aus sasha pereras' vocals zwischen m.i.a. und tricky (!) sowie einem elektrisch-eklektischen soundkosmos. denn die formel geht auf: frickelelektronik fusioniert mit tanzbar-zündenden dance-elementen; metertiefe basslines und vertrackte breaks implodieren zwischen breakbeat, jungle, triphop, soul, punk und rap. diesmal unter anderem mit unterstützung von m.sayyid vom antipop consortium sowie einigen ambientartigen flächen. keine frage: jahcoozi sollten längst größer sein. wovon nun auch folgender clip zum opener bzw. der singleauskopplung "barefoot dub"kündet:

Donnerstag, 30. Juli 2009

lex records 2009. next level shit

eine gefühlte dekade ist es her, dass Doom - mit oder ohne MF im namen - von der bildfläche verschwand. kurz nach brillanten kollaborationen mit nas (die beiden episoden "nastradoomus" wurden gerade wiederveröffentlicht) sowie madlib (das hochgelobte "madvillany" album), kurz vor dem durchbruch auf breiterer ebene. nun legt er endlich nach: mit neuem label und neuem album. und "Born Like This" (lex records/!k7/alive) kommt einmal mehr einer offenbarung für anhänger des eigentümlich dunklen hiphop gleich. die hoffnung bestätigt sich: das kmd-mitglied, welches gern und zahlreich unter pseudonymen in erscheinung tritt, kompensierte die lange ruhephase in einem perfekt ausgetüftelten gesamtwerk. welches so nonchalant irre beats und die daran klebenden vocals fusioniert, dass es beinahe unverschämt klingt. mit wu-tang raekwon hat sich der protagonist unter anderem einen ganz großen der vergangenheit ins boot geholt; doch auch sonst begnügt sich doom bei weitem nicht mit seinem produzentenposten. auf den 17 tracks flüstert, nuschelt, rüpelt und stolpert daniel dumile über seine soundkonstrukte, dass es eine wahre freude ist. und mit weiteren beiträgen von j dilla sowie madlib so essentiell wie deren letzte (sic!) veröffentlichungen. "born like this" bleibt zudem wohl die einzige platte der dekade, die mit einem vokoder-effekt arbeitet und mir damit einfach nur ein verzücktes grinsen ins gesicht zaubert...
und nochmal lex records: mit Willie Isz bedient dort ein newcomer die klientel, welche mit dem avant-hiphop des antipop consortium hin zu labels wie anticon gefunden hat. und vielleicht über die ein oder andere outkast-platte im regal verfügt. denn auf "Georgiavania" (lex records/!k7/alive) wird längst nicht nur über ungewöhnliche beats gerappt: in "loner" beispielsweise bandeln willie isz mit dem pop an und kreieren dabei einen sound, der am ehesten mit einem yoni wolf konkurrieren kann. "the grussle" verbindet crunk-effekte mit irischem folk - und sieht wie die anderen tracks hier den spagat zwischen indie und rap kaum als herausforderung. hinter dem seltsamen alias verbergen sich übrigens produzent, sänger und rapper jneiro jarel sowie mc khujo goodie - damit also immerhin ein viertel von goodie mob. dem es gelingt, sich etwas bemerkenswert eigenständiges aufzubauen. erste reaktionen dürften das duo ermutigen... und geht man in zukunft noch etwas fokussierter vor, steht einer legendenbildung wohl nicht mehr viel im weg.