Dienstag, 30. August 2011

edge of sanity: purgatory afterglow. alltime fave



EDGE OF SANITY: Purgatory Afterglow (Black Mark 1994)

Dan Swanö und das Meisterwerk seiner Karriere: Der Verknüpfung von Death Metal-Anfangstagen und Nightingale/Unicorn Zukunftsfantasien; von Pop-Harmonien, Progressivität und schlichtem Gebolze. Von "Elchtod-Sound" und Facettenreichtum. Alle Kommentare sind hinfällig - und wäre die Vertriebssituation nicht so desaströs, das Werk müsste sich im Haushalt eines jeden (ex-)Anhängers extremer Klänge befinden. Wenigstens aber digital: Obligatorisch.

  1. "Twilight" – 7:51
  2. "Of Darksome Origin" – 5:02
  3. "Blood-colored" – 4:01
  4. "Silent" – 5:06
  5. "Black Tears" – 3:15
  6. "Elegy" – 3:57 199
  7. "Velvet Dreams" – 7:11
  8. "Enter Chaos" – 2:24
  9. "The Sinner and the Sadness" – 3:07
  10. "Song of Sirens" – 2:33
Myspace-Link

Samstag, 23. April 2011

sellfish.de/bmusic feiert die wiederauferstehung. zumindest einiger reviews

diggin' deeper: in der vergangenheit als wandlungsfähiges projekt zwischen jazz und elektronika von bestnoten begleitet, besinnt sich benedict lamdin 2011 endgültig auf die essenz seiner kompositionen: Nostalgia 77 kuscheln auf "The Sleepwalking Society" (tru thoughts/groove attack) so intensiv mit songwriter, pop, folk und vor allem soul, wie noch nie. ausgerechnet eine berlinerin bringt die neue ausrichtung auf albumlänge in einklang: den namen josa peit darf man sich ab sofort merken. wird man auch, sobald man einen track wie "cherry" gehört hat. nostalgia 77 drohen dabei jedoch zu keiner sekunde, in den pop-sog zu geraten. dafür sind die kompositionen schlichtweg zu anspruchsvoll, zu konsequent ausgefallen. die fusion aus "echten" instrumenten/musikern unter der regie des songwriter/produzenten/visionärs lamdin funktioniert großartig: dessen remixarbeiten für beispielsweise easylifenatural sollten also nicht davon ablenken, dass hier ein fetischist für authentischen, stimmungsvollen und analogen jazz die federführung in der hand hat. der künstlername führt auf die richtige fährte: nostalgia 77 haben tatsächlich die perfekte balance aus klassischer jazz-tradition und den möglichkeiten elektronischer produktionen gefunden.

manchmal dauert's eben länger. und manchmal sogar richtig, unfassbar lange. so im falle von Phantom Black, seinerzeit us-lichtgestalt in der hamburger eimsbush-szene. dort brachte er eine in undergroundkreisen vielbeachtete ep hervor und setzt nun - schlappe neun (!) jahre später - sein albumdebüt in die welt. immerhin: "Leo Mosley" (pias) weiß über weite teile zu überzeugen, nicht zuletzt wegen mosleys' an talib kweli erinnernden reimflows. nicht sein müssten für meine begriffe die lahmen vokoder-effekte sowie ein paar allzu flach-kommerzielle momente, weshalb mister mosley an die qualität seiner letzten ep nicht ganz heranreicht. nichtsdestotrotz, wenngleich die voraussetzungen für ein solches lob aus erwähnten gründen etwas seltsam sind: respekt für ein konsistentes, erwachsenes rap-debüt. das in diesem sommer nicht ohne grund zuspruch finden dürfte.

apropos zweiter frühling: der von wu tang-schwergewicht Raekwon hält tatsächlich an. mit "Shaolin Vs. Wu-Tang" (ice h20 records/soulfood) steuert er seine komplexen lyrics zu banalen themen diesmal weg von gangster-stories hin zu - siehe albumtitel - der obligatorischen ninja-thematik. mit dabei neben den unzähligen samples adäquater filme natürlich auch sidekick ghostface killah. selbst wenn die fiese hook der gemeinsamen singleauskopplung "rock n roll" dieses gutklassige album beinahe sabotiert. erfreulicher dagegen die features von nas und vor allem black thought sowie ein generell beachtliches produktionsniveau - ganz ohne die beteiligung eines gewissen rza! am ende bleibt so immerhin das beste raekwon-soloalbum nach den cuban linx, dessen halbwertszeit sich genreuntypisch als überaus lohnend entpuppt.

Donnerstag, 10. März 2011

der vorfall mit dem intro. im plattenladen

Liebe Kollegen vom "Anders-Hören" in HH-Winterhude,

als (wenngleich nur sehr sporadischer!) Kunde von Euch fand ich die Begegnung heute Mittag doch etwas arg wunderlich. Beziehungsweise war mir die Tragweite meiner „Dreistigkeit“ nicht bewusst. Damit meine ich: Kurz Euren Laden zu betreten, um mir das „Intro“ zu schnappen. So wie ich - und vielleicht nicht nur ich - das normalerweise mache: Das Intro nimmt man sich halt ohne viel Nachdenken irgendwo mit, wenn man es sieht.

Da habe ich die Rechnung aber ohne den – in meinen Augen etwas arg cholerischen – Mitarbeiter von Euch gemacht. Der hat mir über die Theke nämlich folgendes zugebrüllt: „Ey, was soll das? Leg das hin!“, „Raus hier!“, „Das ist nur für Kunden die was kaufen!“, „Du verschwindest jetzt!“

…normalerweise halte ich mich für einigermaßen schlagfertig, aber der gute Mann hat mir echt Angst gemacht. Ehrlich gesagt war ich sogar froh, dass neben meinem Kinderwagen vor der Tür noch jemand stand, der das ganze sozusagen „objektiv“ mitbekommen hat. Das glaubt einem sonst doch kein Mensch!

Mir war jedenfalls nicht bewusst, für welch ausgewählten Kreis an Menschen die Intro im „Anders Hören“ gedacht ist. Und habe auch keine Ahnung, ob das im Sinne des Magazins ist. Müsste man eigentlich mal nachfragen.

So oder so: Ein entsprechendes Hinweisschild in der Art „Nur für Leute die hier auch was kaufen, sonst raus hier!“ an Euerem Intro-Stand wäre jedenfalls ein hilfreicher Hinweis und würde pazifistischen Gemütern die beeindruckende Zurechtweisung Eueres Mitarbeiters ersparen. Zum Glück (oder auch nicht, so toll ist das Intro auch wieder nicht) gibt’s ja die ein oder andere alternative Beschaffungsmöglichkeit...

Nix für ungut und beste, wenn auch nach wie vor etwas verschüchterte, Grüße sendet Euch
Micha