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Montag, 26. Januar 2015
lemur: geräusche. review
als "herr von grau" verfolgte benny das hiphop-spielfeld nicht selten im abseits. seit ende 2014 geht es jetzt ohne kollege kraatz, dafür mit neuem künstlernamen und anderem label weiter. als Lemur brachte er es zu einen deal mit kreismusik (u.a. käptn peng). und wandert im gleichen zug konsequenterweise vom abseits des genres direkt ins off: kaum ein fan konventioneller rapmusik ohne hohe toleranzschwelle wird sich mit "Geräusche" (kreismusik/soulfood) über die gesamte distanz so wirklich anfreunden können. aus der anderen perspektive darf sich der ein oder andere derjenigen, welche wie ich um kinderzimmer productions trauern, über zumindest ähnliche elemente freuen. die 14 tracks sind keineswegs zwanghaft auf abstrakt getrimmt, taumeln im charakteristischen slo-mo-flow aber wunderbar neben der spur. und wenn benny im opener "der anfang vom ende" erzählt wie sehr er von der daueranspruchshaltung im rap an ihn genervt ist, schließt sich der kreis mit der finalen "befehlskette": wer im refrain "was ist mit den tomaten passiert / passierte tomaten" in der endlosschleife raushaut, macht sich wohl nicht so viel aus der erwartungshaltung anderer. hiphop, elektro, gitarrenläufe - lemur macht sein ding. wobei man ihm aktuell auch auf bühnen zugucken kann.
tourdaten
29.01.15 Berlin — Badehaus Szimpla --Record Release Konzert
30.01.15 Hamburg — Übel und Gefährlich --Record Release Konzert
28.02.15 Duisburg — Grammatikoff
02.03.15 Jena — Café Wagner
03.03.15 Dresden — GrooveStation
04.03.15 Nürnberg — MUZ
05.03.15 Reutlingen — franz.k.
06.03.15 Schaffhausen (CH) — taptap
07.03.15 Zürich (CH) — Helsinki
08.03.15 München — Milla
10.03.15 Aachen — Musikbunker
11.03.15 Wiesbaden — Schlachthof
12.03.15 Hannover — Bei Chéz Heinz
13.03.15 Rostock — JAZ
14.03.15 Kiel — Detail
tourdaten
29.01.15 Berlin — Badehaus Szimpla --Record Release Konzert
30.01.15 Hamburg — Übel und Gefährlich --Record Release Konzert
28.02.15 Duisburg — Grammatikoff
02.03.15 Jena — Café Wagner
03.03.15 Dresden — GrooveStation
04.03.15 Nürnberg — MUZ
05.03.15 Reutlingen — franz.k.
06.03.15 Schaffhausen (CH) — taptap
07.03.15 Zürich (CH) — Helsinki
08.03.15 München — Milla
10.03.15 Aachen — Musikbunker
11.03.15 Wiesbaden — Schlachthof
12.03.15 Hannover — Bei Chéz Heinz
13.03.15 Rostock — JAZ
14.03.15 Kiel — Detail
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Freitag, 25. April 2014
street justice records: crumbsuckers / vogelfrei / garage16. reviews
geschichtsstunde: bevor gary meskil mit pro-pain in (bis auf wenige ausnahmen) kommerziell zwar erfolgreichere jedoch immer etwas dumpf patriotisch anmutende crossover-plattitüden abdampfte, war er mit den Crumbsuckers prägender bestandteil einer der unterschätzteren bands der frühen new york-city hardcoreszene. immer scharf an der grenze zum thrash kloppte man sich auf dem debütalbum "Life Of Dreams" (street justice/soulfood) durch 16 tracks, welche nun endlich wieder erhältlich sind - und 30 jahre (!) nach dem ursprünglichen releasedatum alles andere als antiquiert klingen. nichtzuletzt weil deutlich zu spüren ist, dass man auch heutzutage für den sound von veteranen wie terror oder hatebreed durchaus pate steht. umso beachtlicher, als es in der kurzen karriere von 1982 bis 1989 nicht gerade zahlreiche veröffentlichungen gab. sammler dürfen bzw. müssen deshalb hier nicht nur zuschlagen, sondern gleich nochmal aufhorchen: von bernd von street justice records war nämlich zu erfahren, dass man vorsichtige hoffnung haben darf, auch das etwas filigranere zweitwerk "beast on my back" in naher zukunft neu aufgelegt in den händen zu halten. wenn das ähnlich passiert wie in diesem fall, würde mich das außerordentlich freuen: eine schick aufgemachte, um artwork und linernotes ergänzte cd variante in limitierter fassung zu einem fairen preis in den handel zu bringen gehört schließlich nicht zum standardprogramm vieler labels. notiz am rande: dass die crumbsuckers seinerzeit eine stete freundschaft zur dream theater-vorgängerband majesty hegten, darf aus rein musikalischer betrachtungsweise durchaus kopfschütteln verursachen...
apropos reissue, hier gleich nochmal street justice records: auch das schwer erhältliche 2011er Vogelfrei album "Der Dämmerung Entgegen" (street justice/soulfood) kommt mit leicht aufgefrischtem sound sowohl auf cd als auch auf vinyl in die läden. als klassische "love it or hate it"-band sind die torgauer immerhin seit anderthalb dekaden und einer handvoll alben unterwegs. auch wenn die deutsche sprache sich kombiniert mit den (in den allerbesten momenten) social distortion-anleihen für mich immer etwas hölzern anhört: ein händchen für dreckige harmonien mit ordentlich pathos und sogar mut zu balladen hat man allemal. so bleibt eine band, die man trotz oi!-vergangenheit übrigens auch politisch bedenkenlos jederzeit antesten kann.
mit Garage 16 schlägt eine neuerscheinung dann gleich noch in eine ähnliche kerbe; wobei sich die formation passenderweise den gleichen heimatort mit vogelfrei teilt. wenngleich die texte bei tracks wie "herz aus gold" in meinen augen allerdings eine spur zu simpel und klischeebeladen ausgefallen sind - aber das ist natürlich reine geschmackssache. ansonsten rockt das selbstbetitelte debütwerk (street justice/soulfood) durchaus manierlich. wirklich bleibende erinnerungen hinterlässt der gutklassige einstand bei mir dennoch leider nicht.
apropos reissue, hier gleich nochmal street justice records: auch das schwer erhältliche 2011er Vogelfrei album "Der Dämmerung Entgegen" (street justice/soulfood) kommt mit leicht aufgefrischtem sound sowohl auf cd als auch auf vinyl in die läden. als klassische "love it or hate it"-band sind die torgauer immerhin seit anderthalb dekaden und einer handvoll alben unterwegs. auch wenn die deutsche sprache sich kombiniert mit den (in den allerbesten momenten) social distortion-anleihen für mich immer etwas hölzern anhört: ein händchen für dreckige harmonien mit ordentlich pathos und sogar mut zu balladen hat man allemal. so bleibt eine band, die man trotz oi!-vergangenheit übrigens auch politisch bedenkenlos jederzeit antesten kann.
mit Garage 16 schlägt eine neuerscheinung dann gleich noch in eine ähnliche kerbe; wobei sich die formation passenderweise den gleichen heimatort mit vogelfrei teilt. wenngleich die texte bei tracks wie "herz aus gold" in meinen augen allerdings eine spur zu simpel und klischeebeladen ausgefallen sind - aber das ist natürlich reine geschmackssache. ansonsten rockt das selbstbetitelte debütwerk (street justice/soulfood) durchaus manierlich. wirklich bleibende erinnerungen hinterlässt der gutklassige einstand bei mir dennoch leider nicht.
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Samstag, 23. April 2011
sellfish.de/bmusic feiert die wiederauferstehung. zumindest einiger reviews
diggin' deeper: in der vergangenheit als wandlungsfähiges projekt zwischen jazz und elektronika von bestnoten begleitet, besinnt sich benedict lamdin 2011 endgültig auf die essenz seiner kompositionen: Nostalgia 77 kuscheln auf "The Sleepwalking Society" (tru thoughts/groove attack) so intensiv mit songwriter, pop, folk und vor allem soul, wie noch nie. ausgerechnet eine berlinerin bringt die neue ausrichtung auf albumlänge in einklang: den namen josa peit darf man sich ab sofort merken. wird man auch, sobald man einen track wie "cherry" gehört hat. nostalgia 77 drohen dabei jedoch zu keiner sekunde, in den pop-sog zu geraten. dafür sind die kompositionen schlichtweg zu anspruchsvoll, zu konsequent ausgefallen. die fusion aus "echten" instrumenten/musikern unter der regie des songwriter/produzenten/visionärs lamdin funktioniert großartig: dessen remixarbeiten für beispielsweise easylifenatural sollten also nicht davon ablenken, dass hier ein fetischist für authentischen, stimmungsvollen und analogen jazz die federführung in der hand hat. der künstlername führt auf die richtige fährte: nostalgia 77 haben tatsächlich die perfekte balance aus klassischer jazz-tradition und den möglichkeiten elektronischer produktionen gefunden.manchmal dauert's eben länger. und manchmal sogar richtig, unfassbar lange. so im falle von Phantom Black, seinerzeit us-lichtgestalt in der hamburger eimsbush-szene. dort brachte er eine in undergroundkreisen vielbeachtete ep hervor und setzt nun - schlappe neun (!) jahre später - sein albumdebüt in die welt. immerhin: "Leo Mosley" (pias) weiß über weite teile zu überzeugen, nicht zuletzt wegen mosleys' an talib kweli erinnernden reimflows. nicht sein müssten für meine begriffe die lahmen vokoder-effekte sowie ein paar allzu flach-kommerzielle momente, weshalb mister mosley an die qualität seiner letzten ep nicht ganz heranreicht. nichtsdestotrotz, wenngleich die voraussetzungen für ein solches lob aus erwähnten gründen etwas seltsam sind: respekt für ein konsistentes, erwachsenes rap-debüt. das in diesem sommer nicht ohne grund zuspruch finden dürfte.
apropos zweiter frühling: der von wu tang-schwergewicht Raekwon hält tatsächlich an. mit "Shaolin Vs. Wu-Tang" (ice h20 records/soulfood) steuert er seine komplexen lyrics zu banalen themen diesmal weg von gangster-stories hin zu - siehe albumtitel - der obligatorischen ninja-thematik. mit dabei neben den unzähligen samples adäquater filme natürlich auch sidekick ghostface killah. selbst wenn die fiese hook der gemeinsamen singleauskopplung "rock n roll" dieses gutklassige album beinahe sabotiert. erfreulicher dagegen die features von nas und vor allem black thought sowie ein generell beachtliches produktionsniveau - ganz ohne die beteiligung eines gewissen rza! am ende bleibt so immerhin das beste raekwon-soloalbum nach den cuban linx, dessen halbwertszeit sich genreuntypisch als überaus lohnend entpuppt.
Labels:
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Dienstag, 7. Dezember 2010
killing the dream & with open arms. hardcorehighlights
zwei der packendsten hardcore-alben der letzten monate werden ausgerechnet parallel veröffentlicht. das bedeutet natürlich zunächst einmal eine enorme belastung für die geldbeutel (ehrlicher) fans. zum anderen aber auch das zunehmende etablieren eines genres aus den fängen von metal- und emocore. wenngleich bei beiden acts dieser doppel-review melodien eine hervorgehobene rolle spielen: emo-zutaten wird hier niemand ausmachen können. insbesondere bei Killing The Dream. dass jene mit diesem sound nichts zu tun haben, dafür birgt gleichermaßen die verlässliche labelherkunft deathwish records, wie auch der frühere produzenten-support von ausnahmefaderschieber j robbins. welcher im gleichen zuge ja paint it black zur finalen referenzklasse verhalf. auf basis von klassikern wie chain of strength, unbroken oder kontemporären acts marke bane entwickeln unsere kalifornier nun aber eine kaum minder beeindruckende intensität, welche sich (nicht nur) am stimmlichen einsatz von elijah horner ablesen lässt. so mussten die aufnahmen immer wieder nach hinten verschoben werden, weil seine stimmbänder zu sehr strapaziert wurden. doch die qualen haben sich gelohnt: "Lucky Me" (deathwish/indigo) braucht zwar eine ganze weile, bis sich hinter der schieren verzweiflung sowie den auf den ersten blick monoton bolzenden tracks die tatsächlichen songstrukturen abzeichnen - dann jedoch überzeugt der konsequent trendfreie sound uneingeschränkt. auch die aus süddeutschland stammenden With Open Arms halten sich nicht lange mit derzeit angesagten klischees auf. ihr zweiter longplayer "Traces" (swell creek/soulfood) trampelt zwischen cro-mags riffing und vorsichtig melodischer gitarrenarbeit durchs terrain - und schafft sich auf diese weise einen überraschend eingenständigen, sympathisch dreckig produzierten klang. dazu kommt ein gelungenes artwork sowie lesenswerte lyrics samt linernotes. am ende steht ein durchweg empfehlenswertes gesamtprodukt in der machart der späten neunziger jahre, in welches man viel eher sein geld investieren sollte als in die diversen victory-records-clone, welche derzeit wiedermal aus den staaten herüberschwappen. rosenheim hardcore rocks!
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Freitag, 12. November 2010
alte schweden. indierock
die art und weise, wie sich The Bear Quartet in der späten phase ihrer karriere mit jedem werk neu erfinden, lässt sich eigentlich nur mit ihren (leider verblichenen) landsmännern von fireside vergleichen. war das letztjährige album "89" noch ein pures verweigerungsalbum, bringen die fünf (sic!) auf "Monty Python" (adrian recordings/alive) nun quasi neue und alte stilistische ausrichtung zusammen - und schaffen so doch etwas neues. das bear quartet gehört zu dem überraschend kleinen teil der schwedischen independent-szene, der es zwar in der heimat zu größeren erfolgen brachte, außerhalb skandinavischer gefilde aber noch nicht wirklich in erscheinung treten konnte. und das trotz einer bald 20-jährigen geschichte, in welcher man es zu einem sack voller eps und alben sowie vorbildcharakter für einige kommerziell deutlich erfolgreichere formationen schaffte. auch diesmal offenbart sich wieder eine tolle chance, indie- und krautrock auf unkonventionelle weise zu neu erfahren. fazit: nutzen!während Last Days Of April in ihrem heimatland schweden seit jahren zu den topsellern im indiesektor gehören und stück für stück auch die usa erobern (man beachte die gäste diesmal: evan dando und tegan quin), fristet man hierzulande noch weitestgehend undergroundstatus. und ob sich dies mit dem neuen longplayer in zeiten magerer plattenverkaufszeiten ändert, darf trotz des verstärkten engagement ihres langjährigen labels bad taste records jedoch bezweifelt werden. das potential dazu jedenfalls ist auf dem siebten (!) album "Gooey" (bad taste records/soulfood) mehr denn je vorhanden. schon der wunderbare opener beispielsweise transportiert die mittlerweile sehr eigenständige, melancholische handschrift des trios; welches auch mit dem rest des albums beinahe ausschließlich ruhigere töne anschlägt. die gar nicht mehr so neue prämisse "quiet is the new loud" tut dem material wahrlich gut. so gehen die tracks noch etwas tiefer, als man es von den schweden gewohnt war. insgesamt gelingt es bandgründer karl larsson mehr denn je, sein songwriting-potential voll auszuschöpfen. dass die elf stücke - nicht zuletzt aufgrund larssons stimme - desöfteren in weinerliche gefilde abdriften, stört dabei überhaupt nicht: irgendwie wirken last days of april einfach authentischer als viele ihrer kollegen. dazu kommt, dass sie mit dem alter auch an kompositorischer substanz zuzulegen scheinen.
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Donnerstag, 4. November 2010
pink martini, the storm. empfehlungsschreiben
gern nimmt man als rezensent bezug auf die schnöden zettel, welche den jeweiligen veröffentlichungen so gerne beiliegen. neben reichlich lobhudelei finden sich dort jedoch zumindest auch eine kleine menge an fakten. und weil die zeit gerade knapp ist, sollen diese beiden interessanten veröffentlichungen zumindest durch zitate entsprechender promoanschreiben berücksichtigung finden.los geht es mit Pink Martini: "Das 12koepfige Miniorchester Pink Martini praesentiert sein neues “konfessionsuebergreifendes“ Weihnachtsalbum "Joy To The World" (naive/heinz/indigo). Aufgenommen wurden die 14 Songs in Portland/Oregon, der Bandheimat, in der Kung Fu Bakery unter Federfuehrung von Toningenieur Dave Friedlander (Prince, The Decemberists) und produziert von Bandkopf und Pianist Thomas Lauderdale.
`Joy To The World beinhaltet altbekannte traditionelle Feiertags Songs wie Irving Berlins `White Christmas´.Ein hebraeisches Gebet `Elohai N´tzor´ das mit Ida Rae Cahana, Ari Shapiro und Patricia Costa Kim eingespielt wurde, Ausserdem gibt es einen chinesischen Neujahrssong aus dem Jahr 1946, eine Fela-inspirierte Version von `We Three Kings´, einen Song in Ladino (einer Kreuzung aus Spanisch und Hebraeisch), `Stille Nacht, heilige Nacht´ auf Deutsch, Arabisch und Englisch. "Wir haben uns bemueht ein Album zu machen, das nicht konfessions- oder glaubensgebunden ist, sondern das in jedem Teil der Welt gespielt werden koennte.“ sagt Thomas Lauderdale."
und weiter mit The Storm und ihrem überaus zugänglichen zweitwerk "Black Luck" (spinefarm/soulfood). bitteschön: "Fans und Kritiker sind sich einig: Seit ihrer Gründung gehören The Storm zu den angesehensten und außergewöhnlichsten Bands in Dänemark. Schon ihr Debüt ’Where The Storm Meets The Ground’ (2007) wurde mit Platin ausgezeichnet. Und während das Duo in den Nachbarstaaten seltsamerweise immer noch zurückhaltend beobachtet wird, spielen sie in Dänemark eine ausverkaufte Show nach der anderen. Eine unglaubliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Band erst seit 2006 existiert. Um eines klar zu stellen: Wir sprechen hier nicht über Musiker, die um Hits betteln und sich deshalb dem aktuellen Sound des Mainstream anbiedern. Der Erfolg liegt vielmehr in der Zusammenarbeit zweier äußert renommierter Musiker und Künstler: Johan Wolgert und Pernille Rosendahl, die auch privat ein Paar sind. Als Mitglieder der Prog-Rocker Mew und der Indie-Rock-Legende Swan Lee konnten Wolgert und Rosendahl bereits große Siege feiern. Beide Bands gehören bis heute zu den interessantesten Formationen Skandinaviens, ihre Erfolge sprechen für sich. Das Debüt von The Storm verkaufte sich bis heute 30.000-fach, für dänische Verhältnisse eine unglaubliche Zahl. Neben den kommerziellen Erfolgen schlägt das Album auch in der Metal-Szene ein: Michael Poulsen von den Landsmännern Volbeat fragt an, ob Pernille Rosendahl auf ihrem neuen Album ’Guitar Gangsters and Cadillac Blood’ singen würde. Pernille willigt ein, woraus sich eine tiefe Freundschaft zwischen beiden Bands entwickelt. Michael Poulsen revanchiert sich und ist auf der kommenden The Storm-Single ’Black Shot Eyes’ zu hören. Die Veröffentlichung von ’Black Luck’, dem neuen Album von The Storm, steht unmittelbar bevor. Der Sound der neuen Scheibe fiel härter und kompromissloser aus, was den aktuellen Stand der Band perfekt widerspiegelt. Universal wurden durch das Band-eigene Label ersetzt, das eng mit den Metal-Experten von Target Records zusammenarbeitet. Als Produzent konnte der "Godfather Of Heaviness" Jacob Hansen (Volbeat, Raunchy, Hatesphere, Dúné) verpflichtet werden - sicherlich eine mutige Kombination, die jedoch für die musikalischen Erwartungen und Visionen von Pernille Rosendahl und Johan Wolgert steht."
und weiter mit The Storm und ihrem überaus zugänglichen zweitwerk "Black Luck" (spinefarm/soulfood). bitteschön: "Fans und Kritiker sind sich einig: Seit ihrer Gründung gehören The Storm zu den angesehensten und außergewöhnlichsten Bands in Dänemark. Schon ihr Debüt ’Where The Storm Meets The Ground’ (2007) wurde mit Platin ausgezeichnet. Und während das Duo in den Nachbarstaaten seltsamerweise immer noch zurückhaltend beobachtet wird, spielen sie in Dänemark eine ausverkaufte Show nach der anderen. Eine unglaubliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Band erst seit 2006 existiert. Um eines klar zu stellen: Wir sprechen hier nicht über Musiker, die um Hits betteln und sich deshalb dem aktuellen Sound des Mainstream anbiedern. Der Erfolg liegt vielmehr in der Zusammenarbeit zweier äußert renommierter Musiker und Künstler: Johan Wolgert und Pernille Rosendahl, die auch privat ein Paar sind. Als Mitglieder der Prog-Rocker Mew und der Indie-Rock-Legende Swan Lee konnten Wolgert und Rosendahl bereits große Siege feiern. Beide Bands gehören bis heute zu den interessantesten Formationen Skandinaviens, ihre Erfolge sprechen für sich. Das Debüt von The Storm verkaufte sich bis heute 30.000-fach, für dänische Verhältnisse eine unglaubliche Zahl. Neben den kommerziellen Erfolgen schlägt das Album auch in der Metal-Szene ein: Michael Poulsen von den Landsmännern Volbeat fragt an, ob Pernille Rosendahl auf ihrem neuen Album ’Guitar Gangsters and Cadillac Blood’ singen würde. Pernille willigt ein, woraus sich eine tiefe Freundschaft zwischen beiden Bands entwickelt. Michael Poulsen revanchiert sich und ist auf der kommenden The Storm-Single ’Black Shot Eyes’ zu hören. Die Veröffentlichung von ’Black Luck’, dem neuen Album von The Storm, steht unmittelbar bevor. Der Sound der neuen Scheibe fiel härter und kompromissloser aus, was den aktuellen Stand der Band perfekt widerspiegelt. Universal wurden durch das Band-eigene Label ersetzt, das eng mit den Metal-Experten von Target Records zusammenarbeitet. Als Produzent konnte der "Godfather Of Heaviness" Jacob Hansen (Volbeat, Raunchy, Hatesphere, Dúné) verpflichtet werden - sicherlich eine mutige Kombination, die jedoch für die musikalischen Erwartungen und Visionen von Pernille Rosendahl und Johan Wolgert steht."
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Samstag, 9. Oktober 2010
the strange death of liberal england & the sleeping. poppostrock
reichlich spät hat sich nun doch jemand The Strange Death Of Liberal England angenommen: der gute jörg devilduck erkannte die zweifellosen qualitäten von "Drown Your Heart Again" (devilduck records/indigo) und ermöglicht damit einem kleinen postrock-diamanten, ohne umwege auch in heimischen plattensammlungen zu schimmern. was ganz bestimmt - jedoch nicht nur - anhänger von arcade fire tangieren sollte. neun songs schwingt sich der epische, schummerig-schön arrangierte pop der formation aus southsea/portsmouth in schwindelerregende höhe, bevor mit dem finalen zehnminüter "dog barking at the moon" ein letztes ausrufezeichen gesetzt wird: der erste ernstzunehmende t.s.d.o.l.e.-longplayer (es kursieren zudem diverse ep's) sollte auch bei uns größere kreise ziehen, als es die paar support-shows für slut erahnen lassen...:07.11.10 Leipzig // Werk II w/ SLUT
08.11.10 Berlin // Lido w/ SLUT
09.11.10 Hamburg // Logo w/ SLUT
10.11.10 Köln // Luxor w/ SLUT
11.11.10 Stuttgart // Schocken w/ SLUT
zur erinnerung: The Sleeping stammen aus long island, new york und sind damit nicht nur geographisch direkte nachbarn von bands wie brand new oder taking back sunday. auch stilistisch landet man bei diesen bands zielsicher gleich in der richtigen ecke: die inbrünstigen, leidenschaftlichen vocals erinnern stark an die ehemaligen durchstarter oder sogar thursday. doch mit stark poppigem emosound begnügen sich the sleeping auf ihrem dritten longplayer abermals nicht. denn die kompositionen stecken voller kleinteiliger ideen und liebevoller details. man darf beinahe schon von einer progressiven herangehensweise sprechen. die sich aber nicht in abgehobener frickelei oder ähnlichem äußert, sondern sich an dem unverkrampften einsatz von breaks, samples und gitarrenspielereien festmachen lässt. dabei verlieren the sleeping jedoch niemals den song aus dem fokus, denn die melodien bleiben trotz aller mini-exkurse dreh- und angelpunkt der materials. in den in dieser hinsicht vehementesten augenblicken darf man vielleicht sogar an den t.b.s.-ableger straylight run denken. immer wieder können die keys gekonnt akzente setzen... weiterer pluspunkt: die amis steuern unbeeindruckt von allem künstlerischen anspruch direkt in die beine. nicht nur deswegen darf der versuch, mit solchen elementen die emo-screamo-mixtur auf "The Big Deep" (victory records/soulfood) etwas aufzuwerten, als absolut gelungen bezeichnet werden. im verlauf des albums entpuppt sich sänger doug robinson zusätzlich immer mehr als trumpf im ärmel. seine auf den ersten blick bekannt anmutende stimme entpuppt sich bei näherer beschäftigung als ein äußerst facettenreiches organ, welches perfekt zur exzellenten instrumentalarbeit passt; lob gebührt an dieser stelle vor allem auch der rythmusfraktion. the sleeping hieven den emocore zwar nicht auf ein neues level, gehören aber sicher zum intensivsten und einfallsreichsten, was das genre heute zu bieten hat. und bremsen damit dessen schleichendes dahinsichen vielleicht ein letztes mal erfolgreich.
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Freitag, 24. September 2010
a traitor like judas: endtimes. review
das wesentliche manko ihrer vorgänger haben A Traitor Like Judas elegant behoben: das songwriting von "Endtimes" (swell creek/soulfood) lässt einen doch tatsächlich den verlorenen glauben an den metalcore zurückgewinnen. dazu kommt: die produktion lässt keinerlei wünsche offen, knallt ordentlich und hievt die starke livepräsenz der formation ins heimische wohnzimmer. insgesamt ist das neue material, auf abermals neuem label, deutlich fokussierter und stärker ausgefallen als auf den an sich schon recht ordentlichen vorgängern. zentrales problem der herren aus braunschweig: die konkurrenz in ihrem genre ist inzwischen nicht nur unüberschaubar, sondern stellenweise auch verdammt hart geworden. man denke nur an unearth oder parkway drive... doch im vergleich zu denen hat man sich hier durch bemerkenswerte konstanz erstmals eigenes terrain erarbeitet. wenn nämlich beispielsweise zum typischen melodischen deathmetal noch ein paar samples dazukommen, ist das zwar nett; letzten endes bleibt es aber ein schlüssiges gesamtkonzept, welches a traitor like judas dennoch aus dem dicht besiedelten (oberen) durchschnittsfeld hebt. wollen wir nicht ungerecht sein: wer von handwerklich richtig gut gemachtem deathmetal schwedischer prägung samt abwechslungsreicher breaks und schicker harmonielinien - heute eben gerne als "metalcore" attributiert - nicht genug bekommt, kann hier definitiv nicht daneben liegen.
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Montag, 6. September 2010
hardcore in c-moll: caleya & comeback kid
o.k., doofer wortspiel-titel für diese rezensionen, welche musikalisch ohnehin nicht so richtig zusammenpassen wollen. aber immerhin in punkto intensität auf einem ähnlichen niveau rangieren. Caleya haben für ihre debüt "These Waves Will Carry Us Home" (midsummer records/cargo) im zweiten anlauf endlich ein fähiges label gefunden, welches das halbe dutzend tracks nun samt bonus regulär wieder verfügbar macht. was sich freunde von breach (zu guten alten "venom" zeiten) oder cult of luna nicht entgehen lassen sollten. denn: die hamburger verlieren sich wie die beiden großen vorbilder eben nicht in einem reinen durchexerzieren von extremitäten, sondern legen ihren soundclustern rockende oder gar vorsichtig harmonische muster zugrunde. außerdem darf man sich dann wohl nicht nur hierüber freuen... sondern bald auch auf reguläres neues material?!die epischen ansätze des vorgängers kicken Comeback Kid mit einem derben arschtritt aus der bildfläche: anstelle ein bis ins letzte detail ausgetüfteltes hardcore-konzeptwerk zu kreieren, geht "Symptoms + Cures" (victory records/soulfood) ohne umwege durch die decke. das klingt neben der eigenen vergangenheit gern auch mal nach den frühen strike anywhere, wenngleich die elf tracks sogar noch eine spur düsterer ausfallen. das mögen engstirnige szenevertreter anders sehen. aber ein derart konsequentes werk, wie es die kanadier vorlegen (welche sich ihre heimatstadt übrigens mit den weakerthans teilen), war insbesondere nach dem sights & sounds intermezzo kaum zu erwarten. oder etwa gerade deswegen? andrew neufeld jedenfalls klappt unter der neuen doppelbelastung gitarre/gesang keineswegs zusammen, sondern läuft zu hochform auf. was auch für die texte gilt. seine rauen, variablen vocals stehen den elf songs optimal zu gesicht und machen scott wade tatsächlich vergessen. zumal das songwriting trotz aller geradlinigkeit auf gesundem niveau stattfindet. denn der nervenzerfetzende spannungsbogen von "pull back The reins", die großen und geschickt platzierten melodiebögen ("g.m. vincent and i") sowie eine unvergleichliche energie sorgen dafür, dass comeback kid ihren platz in der premier league des genres nachhaltig verteidigen können.
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Montag, 7. Juni 2010
still believe? h.c. bestandsaufnahme 06/10
die geschichte von Integrity ist ebenso lange wie unstet. war man anfang der neunziger zweifellos die wichtigste band der cleveland hardcore-szene, schob man sich durch gewöhnungsbedürftige grenzüberschreitungen vor jahren selbst ins abseits. die hardcoreszene war wohl einfach nicht reif für (die ohnehin nicht übermäßig gelungenen) elektronischen experimente, wie sie frontsau dwid seinerzeit unter dem namen integrity 2000 veröffentlichte. seit dem vor vier jahren erschienenen "to die for" besinnt man sich nun wieder auf seine eigentlichen stärken, tourt fleißig durch kleine clubs und geht auch mit der neuen veröffentlichung "the blackest curse" (deathwish) einen guten schritt zurück - mir kommt beim hören der neun songs desöfteren das brillante "systems overload" album in den sinn. klar, metallische soli wie im famosen "simulacra" werden verfechter der einzig wahren hardcore-lehre wieder sauer aufstoßen. doch erstmal fanden sich solche zitate im integrity-sound schon immer, zum anderen stehen geschwindigkeit und songlänge auf "the blackest curse" in der tradition der alten schule. man mag die intensität alter tage vermissen: objektiv gesehen zeigt sich der "clevo hate-edge"in bester verfassung!es sind wahrlich nicht wenige formationen, welche auf den spuren von hot water music wandeln können und das ganze vielleicht noch mit etwas screamo garnieren. immerhin: das englische quartett Lower Than Atlantis, bislang nicht gerade vom glück verfolgt (line-up wechsel, labelsuche), steckt hörbar sein herzblut in das material ihres debüts. "Far Q" (redfield records/cargo) strotzt nur so vor leidenschaft, working class-attitüde und klugen lyrics. das soundgerüst platziert sich dabei recht gelungen zwischen emo, indie und hardcore - ohne dem zeitgeist hinterher zu hecheln. dafür zeigen sie lower than atlantis vielleicht doch etwas zu unbequem. klar: das dutzend songs steckt voller pop. aber einem pop der blut, schweiß und tränen kennt. durchaus eine seltenheit im kontext kajalgeschminkter, hochgestylter kollegenbands.
gemessen an der zu tage gebrachten musikalischen radikalität entspricht der wechsel von malfunction/deathwish records zu hassle durchaus einem großen sprung für Trash Talk. "Eyes & Nines" (hassle/soulfood) bekommt auf diese weise immerhin die beachtung auch außerhalb von insider kreisen. und selbst wenn die herren aus sacramento den t(h)rash beinahe im namen tragen, wer beispielsweise dem fiesen hardcore rock'n'roll von the bronx huldigt, findet hier anknüpfungspunkte. nicht ohne grund fand man in der vergangenheit sogar die aufmerksamkeit von steve albini, der wohl höchstselbst erst selten mit roherem, nihilistischerem material konforniert gewesen sein dürfte. bei aller liebe: innovativ klingt daran natürlich kaum etwas. braucht es bei einem 10 song und 17 minuten statement gegen die gesellschaft an sich und die kirche im besonderen wohl auch nicht.
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far q,
hassle,
integrity,
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review,
soulfood,
the blackest curse,
trash talk
Mittwoch, 19. Mai 2010
danke jones. neues album, neuer clip
das neue album "Below The Belt" (bad taste/soulfood) ist am letzten freitag erschienen, jetzt folgt der erste zugehörige clip von Danko Jones. und dieser hat sich gewaschen: für das als single ausgekoppelte "full of regret" stehen unter anderem elijah wood, selma blair, lemmy kilmister (motörhead) und mike watt (minutemen, firehose, stooges) vor der kamera. und feiern ein ebenso geniales wie professionelles action-feuerwerk, welches man gesehen haben sollte.
Labels:
bad taste,
below the belt,
clip,
danko jones,
news,
soulfood
Montag, 3. Mai 2010
brotha lynch hung, murs & 9th wonder. reviews
wer in der vergangenheit songs mit "rest in piss" titulierte, darf natürlich auch im hier und jetzt kein braver junge werden... und darauf legt Brotha Lynch Hung - alias kevin mann - spürbar auch im 18. jahr (!) seiner karriere großen wert. und jene zahl klingt durchaus passend: man sollte schon volljährig sein, will man hinter die versponnenen horror-attitüden und lyrischen gewaltszenarien des neuerdings unter den fittichen des tech 9ne labels strange music agierenden mc's stoßen. jene waren schon immer prägend für seinen stil. "Dinner And A Movie" (strange music/soulfood) markiert für ihn dennoch eine art neuanfang: nachdem der mann aus sacramento zuletzt eher vom radar der hiphop-szene verschwand, holt er nun zum großen schlag aus. welcher ihm, bei allen vorbehalten, ziemlich gut gelingt. und das ist nicht nur bemerkenswert, weil der mann (sic!) schon schwer auf die vierzig zu geht. gerade angesichts des faktes, dass es sich hier um den start einer trilogie handelt, ein spannendes unterfangen: in dieser kondition schafft es mr. hung zurück an die spitze!das verbindende element zwischen diesen beiden sonst so unterschiedlichen releases könnte lediglich kurupt sein... der sowohl bei brotha lynch als auch bei diesen beiden hier als feature in erscheinung tritt. ansonsten folgt den düsteren fantasien ersteren hier der sonnig-soulige gegenentwurf. obwohl: so richtig überzeugen konnte produzent 9th wonder, sonst mit beinahe festem engagement via duckdown music, zuletzt eigentlich nicht: seine eigenen alben krankten am spannungsbogen und auch die kollaborationen wollten nicht mehr so wirklich zünden. murs dagegen wagte neben den living legends mit seinem projekt felt weitere schritte in richtung mainstreamferne zonen. nun fanden sich Murs & 9th Wonder bereits zum dritten mal zusammen, um ein album aufzunehmen. "Fornever" (smc/soulfood) besteht dabei lediglich aus zehn tracks und auch die bedienen eher konventionelle hörgewohntheiten. insofern fällt das fazit reichlich simpel aus: wem die bisherigen kollaborationen der beiden gefielen, darf auch hier zugreifen. entspannung und gute laune beinahe garantiert.
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Dienstag, 27. April 2010
in the mix. elektronikreviews 04/2010
dass Bozoo Bajou trotz entsprechender song-auskopplungen keinesfalls der chill out- bzw. café del mar-fraktion zuzuordnen sind, unterstrichen sie neben den regulären alben zudem mit den beiden famosen juke joint compilations. auch mit ihrem beitrag zur stereo deluxe-reihe "Coming Home" (stereo deluxe/warner) beweisen die zwei nürnberger nun, dass sie über ein beeindruckendes musikverständnis verfügen. denn wenn sie sich zuletzt mit "grains" unergründliche tiefen weit jenseits synthetischer musik erschlossen hatten, geht die reise nun nochmal in eine andere richtung. house und disco heißen die schlüsselwörter diesmal. doch keine sorge: der brückenschlag zu den plattensammlungen von peter heider und florian seyberth, in denen sich jede menge analoges material befindet, gelingt. zwischen altbekannten einflüssen wie hiphop oder reggae sowie typischen eigenen produktionen (darunter "fürsattel" im idjut boys dub) steht der tanzflur deutlicher denn je im mittelpunkt. konnten sich in der vergangenheit soul-raritätensammler, coffee shop-besitzer und die independent-fraktion gleichermaßen auf die boozoo bajou-compilations einigen, dürfte der konsensfaktor unter jenen diesmal geringer ausfallen. dennoch: anspruch, atmosphäre und eingängigkeit werden gerade in den hier vertretenen genres viel zu selten so schlüssig wie in dieser "coming home" episode in einem mix vereint. die beiden produzenten bzw. dj's liefern damit weit mehr als eine zwischenmahlzeit zum nächsten studioalbum.die verknüpfung von techno mit genres jenseits von populärmusik klingt dagegen nicht nach einer allzu neuen idee (vgl. dazu zum beispiel auch jeff mills). dass das experiment "techno-im-jazz-gewand" funktionieren kann, bewies Christian Prommer dagegen zuletzt vor zwei jahren mit seiner drummlesson. nun steht der nachfolger in den läden. und auch auf "Drumlesson Zwei" (!k7/alive) bildete der detroit techno das fundament, aus welchem sich der münchner drummer, dj, pianist und produzent seine inspirationsquellen pickte. material von carl craig, laurent garnier, underground resistance sowie jean-michel jarre kommen so zu neuen, percussiv-akustischen ehren. schön.
Rob Swift feierte seinen einstand auf ipecac bereits vor einigen jahren durch seine hauptformation, den x-exutioners, im soundtechnischen zweikampf mit labelmastermind "general" mike patton. nun folgt mit "The Architect" (ipecac/soulfood) sein erstes soloalbum für diese schier unerschöpfliche heimat außergewöhnlicher musik. der scratch-innovator sammelte für das album haufenweise krude samples - nicht unähnlich dem wu-tang clan... diesmal allerdings noch ergänzt um klassische musik! wo stöbert man nur derart brillantes material auf? in der guten halben stunde gibt es zudem auch zwei mal tatsächliche raps von breez evahflown zu hören. einige richtig herausragende tracks ("principio") mischen sich mit den, man muss fast sagen: erwartet skurrilen soundtüfteleien. dazu kommt ein schickes artwork, welches das motiv der musik stilvoll und direkt zur schau stellt. fazit: das ganze mutet wie ein wahnsinniges musikalisches gefecht zwischen public enemy, secret chiefs 3 und dj krush an. über die halbwertszeit von "the architect" kann ich nur spektakulieren; denn mit "leichte kost" lässt sich das album sicher nicht abstempeln. zumindest gab es auch nach der ersten handvoll hördurchgänge eine unglaubliche menge an details zu entdecken...
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Donnerstag, 15. April 2010
double dagger & glorytellers. postrock perfekt
die eigene musikalische vergangenheit war nett aber nicht überragend - und im falle von "Masks" (thrill jockey/rough trade) ist lediglich von einer neuen ep die rede. dennoch darf man vor dem satz, den Double Dagger hier nach vorne gemacht haben, schonmal salutieren: das trio schäumt über vor energie, erinnert meine wenigkeit vehement an das phänomenale "red medicine" album von fugazi und schafft es mit den fünf songs in knapp zwanzig minuten, mich gleichermaßen hochzufrieden und voller neugier auf das was noch kommen wird zurückzulassen. der spröde mix aus schlagzeug, bass und den ian mackaye-ähnlichen vocals von nolen strals lässt weder gitarren noch konventionelle songstrukturen vermissen: double dagger machen ab sofort ihr eigenes ding... übrigens auch in punkto artwork!seiner ehemaligen formation karate kehrte geoff farina den rücken, weil ihm gehörprobleme ein konsequentes weiterverfolgen der postrock-ikone unmöglich machte. seitdem firmiert er unter dem namen Glorytellers. und stellt dabei ganz bewusst bezüge zur eigenen vergangenheit her. nein, das war kein gewollter abschied des unscheinbaren gitarren-virtuosen. insofern markiert vorliegendes zweitwerk weiterhin einen nachvollziehbaren schritt. so mögen die kompositionen zwar in der tradition von singer-songwritern oder american guitar music stehen. parallelen, gerade zur letzten vergangenheit von karate, lassen sich dennoch und immer wieder ausmachen. so rückt die jazzyness des letzten karate-longplayers "pockets" bei "Atone" (southern records/soulfood) nur minimal in den hintergrund. und zu ihren gunsten kehrt noch mehr akustische ruhe ein, welche sich mit den ungewöhnlichen melodielinien früher saitenzauberer mischt. heraus kommt ein werk mit seltsam ungreifbaren song-schönheiten. nonchalant schmeicheln sie sich ein, gefallen ohne wirklich hängen zu bleiben. gemischt mit dem typischen erzählstil farinas, welcher als fixpunkt für alle kompositionen gilt, entspringt daraus tatsächlich nichts anderes als die konsequente weiterführung des selbstbetitelten debüts. umso erfreulicher, als es mit den neun stücken auch wieder auf tour gehen soll. die umstände für eine wirkliche bandzukunft scheinen mit dem gleichermaßen avantgardistisch wie wohlgestimmt klingenden material geschaffen. reduziert, zurückgelehnt und mit beinahe unglaublicher selbstverständlichkeit ausgetüftelt, drängen songs und strukturen der glorytellers ins bewusstsein. karate 2.0: willkommen zurück.
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Mittwoch, 24. März 2010
attack in black & ninja gun. besser spät als nie
dass sich der erfolg von Attack In Black über umwege einstellt, kann man ihnen kaum verdenken. immerhin schaffte es das ausgezeichnete zweitwerk "marriage" erst mit deutlicher verspätung zu uns. umgehend von der indiepresse hochgelobt, wurde einige monate darauf das debüt - allerdings nur auf vinyl - wieder aufgelegt. es mögen der verkorkste veröffentlichungsryhthmus oder die stilbrüche innerhalb dieser beiden alben sein, welche das abermals verzögerte drittwerk dann doch stringent erscheinen lassen: "Years (By One Thousand Fingertips)" (dine alone/soulfood) jedenfalls nimmt das anspruchsvolle emo-postrock-publikum an die hand und führt es in ruhigere gefilde. es bleiben die akustischen stücke der weakerthans und die gelassenheit eines jason lytle, welche dem zauber dieser 16 teils fragmentarischen songjuwelen am ehesten beschreiben.ebenfalls ganze zwei jahre verspätet kommt nun das zweite album von Ninja Gun. doch ob diese tatsache überhaupt jemand bemerkt hat? wohl kaum. dem engagement des bremer labelmachers gunner chistiansen ist es zu verdanken, dass "Restless Rubes" (gunner records/broken silence) überhaupt den weg in unsere läden findet. vielleicht ja genau zur richtigen zeit. immerhin darf folk-beeinflußter indierock momentan ja durchaus über punkwurzeln verfügen, um aufmerksamkeit zu erlangen. und genau das tun ninja gun. mit melancholie und unbeschwertheit, einem gefühl für warme melodieläufe. genau so darf der sommer kommen. ohne eile. referenzen: against me!, band of horses oder, ähem, phantom planet.
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Dienstag, 23. März 2010
da schau her. clipempfehlungen
auch in dieser woche erscheinen wieder drei interessante alben mit sellfish.de/bmusic-relevanter musik. und wie sich das heutzutage so gehört, werden diese von mit kleinem budget produzierten videoclips begleitet... welche oft zu unrecht als nebenschauplatz in den hinteren ecken von youtube versauern. daher nun ein kurzer hinweis auf Dead Western, die auf dem neuen werk "Suckle At The Supple Teats Of Time" (discorporate records/soulfood) mit morbiden tiefton-balladen im woven hand-stil gefallen. ganz anders die schwedin Jenny Wilson, für deren album "Hardships!" (playground) man deutlich andere referenzen benötigt. die single "like a fading rainbow" bereitet da mit ihrer mischung aus indiepop und einer prise r'n'r prima vor. die deutschen countrypopper The Twang dagegen legen zwar mit "A Guide To Modern Country Living" (countryfied/indigo) neues material vor. ihr einzig auffindbarer videobeitrag stammt jedoch aus dem jahr 2005, aufgenommen live in hamburg. und ist ebenfalls einen blick wert.
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Sonntag, 7. März 2010
close your eyes & forgettoforgive. hcXreviews
die jungspunde Close Your Eyes gehören zu den neuesten victory-records-signings. mit einem derartigen label im rücken, welches in den usa ja schon major-charakter hat, könnte nach nur einer ep nun ein echter durchbruch gelingen. und das, obwohl sich ihr sound am klassischen hardcore anlehnt. stretch arm strong beispielsweise dürfen als passende referenz dienen, wenngleich die amis gleichermaßen gefälliger wie auch gefährlicher klingen können. elf songs in 40 minuten zeugen allerdings davon, dass man im vergleich zum ursprünglichen genre beinahe schon epischer, manchmal übrigens auch metallastiger klingt. der haken dabei: "We Will Overcome" (victory records/soulfood) hätte ein mindestens richtig gutes album werden können. denn insbesondere dann, wenn neben den melodischen strophen und refrains das aggressivitätslevel angehoben wird, präsentiert sich das potential der fünf recht eindrucksvoll. mehrere wenig packende, allzu belanglos-harmonische parts entpuppen sich nach einiger zeit jedoch als füllmaterial. in einer für meine begriffe etwas zu klinischen bombast-produktion (a lá der kollegen von a day to remember) klingen close your eyes darüberhinaus eine ganze spur zu glattpoliert. mit zahlreichen botschaften der bibel im booklet und den gottesfürchtigen credits disqualifiziert man sich schließlich (...evtl. lediglich nur für mich persönlich). objektiv gesehen allerdings haben wir es angesichts des zustands von victory records 2010 aber so oder so mit einem sehr starken album zu tun!nur die harten kommen in den garten... nur die kreischer werden schweisser... durch grunzen kann man songs verhunzen... hmm, zunächst ein großes "entschuldigung!" für diese dada/gaga-einleitung! doch Forgettoforgive machen es einem aber wirklich nicht leicht, das eigene hirn in bewegung zu setzen. die niederländer springen nämlich mit geradezu unangenehmer penetranz auf den zug auf, den bands wie emmure, suicide silence oder job for a cowboy - durchaus auch kommerziell - ins rollen gebracht haben. "A Product Of Dissecting Minds" (gsr music/cargo) hat sich demzufolge dem sogenannten deathcore verschrieben. soll heißen: vertrackte instrumentalarbeit, halsbrecherische breaks und unterirdische growls, gepackt in knackig-kurze tracks. das ganze handwerklich zwar nicht schlecht gemacht, jedoch trotz (!) des genrekonzepts ohne jegliche überraschungen oder gar individuelle töne. ganz schlimm wird es in den paar momenten, in welchen cleane emo-vocals das gehackstückel mit pathos-refrains aufwerten sollen. tut mir leid - gsr music sind in meinem ansehen in letzter zeit stetig gewachsen. mit dieser zweitklassige kopie einst durchaus spanndender vorbilder hat man sich allerdings keinen gefallen getan.
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Dienstag, 23. Februar 2010
crime in stereo & driving the salt. reviews
in ihrer hardcore-frühphase hatten sie quasi kultstatus inne, wenngleich nur im kleineren kreise. mit der kurskorrektur in richtung indie/emocore nahmen Crime In Stereo dann jedoch eher einen platz im windschatten ihrer freunde von brand new ein. was auch mit der kosequenz in der eigenen entwicklung zu tun haben dürfte - denn genau hier legt man beim vierten album nach. was sich auf dem vorgänger "...is dead" bereits angedeutet hat, wird nun zu einem vorläufigen ende geführt wird: "I Was Trying To Describe You To Someone" (bridge 9/soulfood) verabschiedet sich von den bisherigen songkonventionen. crime in stereo werden epischer, ausladender, poppiger... und auch in andere richtungen extremer. das material birgt einige progressive momente, fügt sich dank aufbrausender elemente in das breite post-hardcore-raster und kratzt dennoch nicht an der genialität der genre-klassiker. die formation aus long island schafft es nämlich, interessant zu bleiben und kreiert zahlreiche große momente; den pionier-status lässt man jedoch zugunsten eines hohen sympathiefaktors zurück. was mehr als okay für mich ist, zumal am ende ein für die eigenen mittel innovatives - vor allem aber gutes album steht.kennt die noch jemand? Driving The Salt konnten vor allem in meiner alten heimat im süddeutschen raum mit ihrem intensiven mix aus punkrock, hardcore sowie einer authentischen washington d.c.-schlagseite im eigenen sound auf sich aufmerksam machen. nach ein paar single-veröffentlichungen, dem starken album "the ghosts stopped watching" und jeder menge intensiver liveshows wurde es jedoch schnell wieder ruhig um sie. mit "Tell-Tale Hearts (2002 - 2009)" (down the drain) gibt es nun auf dem frisch gegründeten, ebenfalls aus bayern stammenden down the drain records das bisherige schaffen samt demo, der split mit static 84 und sechs neuen tracks auf cd gepresst - d.h. insgesamt 24 stücke in 70 minuten inklusive linernotes und schönem artwork. was tatsächlich erst die zweite veröffentlichung des labels markiert; welches gleich einen lohnenden blick auf ein zu oft übersehenes kapitel der eigenen hardcore-historie wirft. noch viel mehr aber freut es mich zu hören, dass im sommer ein neues album der formation aus zwiesel zu erwarten ist - gleichermaßen auf diesem label. ps: unbedingt auch beachten - die just erschienene down the drain nummer 003 - bridges left burning "a breath of loss".
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Montag, 22. Februar 2010
ex-labelmates united. review
ihr gelungenes debüt "time is the enemy" erschien seinerzeit bei uns als lizenzveröffentlichung über swell creek/superhero... und konnte den australiern im schatten von parkway drive einiges an aufmerksamkeit sichern. doch auch wenn man von anfang an eher vorbildern der marke terror oder madball denn dem metalcore der landsmänner nacheiferte: mit dem nachfolger sind die 50 Lions meilenweit entfernt von harmonischen gitarrensoli und erhebenden melodien. im gegenteil: "Where Life Expires" (six feet under/green hell) klingt noch stumpfer als der schon reichlich grobschlächtige vorgänger. was interessanterweise keineswegs negativ gemeint ist: der intensitätsfaktor nimmt auf diese weise nämlich überproportional zu. da passt es wie die sprichwörtliche faust auf's auge, dass das album via six feet under erscheint. dem label des blacklisted bassisten dave walling. und wenn die elf tracks in ihren stärksten momenten gar an selige cro-mags zeiten erinnern, muss man sich über den legitimen geheimtipp-status (welchen sie in ihrer sparte zumindest auf bühne innehaben) nicht wundern.geschlagene zwölf jahre ist mein erstkontakt mit Only Attitude Counts dagegen nun schon her. damals über das unsägliche lost & found label - welches eben doch eine ganze reihe hochkarätiger band ans tageslicht brachte - bzw. mit der "100%" ep. fünf tracks, die damals im günstigen pappschuber veröffentlicht wurden... und mittlerweile offenbar nur noch zu ordentlichen sammlerpreisen den besitzer wechseln. grund genug also, den einstigen einstieg auf dem tonträgermarkt unter dem titel "Face The Wrath" (swell creek/superhero/soulfood) als re-release wieder verfügbar zu machen. wenngleich der zusatz "new album" auf diversen homepages der betroffenen aus gelinde gesagt nur eine halbwahrheit darstellt. immerhin: mit drei unveröffentlichten tracks der überraschend fruchtbaren "triumph of the underdogs"-session sowie vier songs von der "woreship the truth" split-cd mit good old days bringt es die cd auf die obligatorische gute halbe stunde spielzeit. ein paar linernotes oder weiteres rares material hätten angesichts der ansonsten korrekten aufmachung allerdings schon drin sein können. naja, so darf man nun immerhin auf die angekündigte diskographie der österreicher auf den gleichen labels hoffen...
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Donnerstag, 18. Februar 2010
bestandsaufnahme. 02/10
musik aus israel begegnet einem im popkulturellen kontext hierzulande ja eher selten. insofern können Billy And The Firm durchaus auf einen exotenbonus hoffen - auch wenn man im eigenen sound fernöstliche elemente vergebens sucht. mit sängerin billy levy weiß man zudem nicht nur eine gutaussehende frontfrau in seinen reihen; vielmehr scheint billy levy sich hier ihre ganz persönliche musikalische vision zu erfüllen. auf ihrem debütalbum "Thoughts From The Lioness' Lab" (spark & shine/kastellamedia/soulfood) wartet sie mit zwei handvoll unterkühlter popsongs auf, die sich stilistisch nicht so wirklich festlegen wollen. zwischen indierock, garage-punk und ordinärem pop chanchiert ihr songmaterial und hinterlässt nicht nur deswegen einen etwas ambivalenten beigeschmack: wer auf eine light-version von velvet underground oder den pixies anspringen könnte, der dürfte bei dieser platte fündig werden. die österreicher My Glorious machen es einem schon einfacher, sie zu lieben: ihr auf einem kleinstlabel erschienenes debüt "Home Is Where The Heart Breaks" (g-records/intergroove) bedient sich zwar ziemlich rücksichtslos bei einer ganzer reihe populärer britischer vorbilder. immerhin aber stammt sänger und gitarrist samuel fischer selbst vom vereinten königreich. und trotz des klischeebeladenen titels verliert sich das dutzend tracks nicht in naheliegende emo-weinerlichkeiten. im gegenteil: es darf gerne etwas sperriger werden, bevor die hörer mit discobeats ("you sould be dancing") und ein paar harmonischen balladen wieder in die arme genommen werden. mir persönlich gefällt am konzept des trios vor allem der klare fokus auf bass und schlagzeug: denn die rhythmusfraktion hat hier ebensoviel zu sagen wie die grunge-artigen vocals. schade nur, dass ein paar unnötig effekthaschende momente den tiefgang verhindern, der zum beispiel aufgrund unkonventioneller songlängen vorbereitet wurde...
etwas aus dem rahmen fällt in dem zusammenhang Sharam Jey. dabei hat der in köln lebende, gebürtige iraner einmal als rockmusiker gestartet. über remixe für einige prominente acts führte sein weg jedoch flugs in richtig dancefloor. für sein neues album "In My Blood" (king kong records) allerdings raffte er nun sein gesamtes potential zusammen, ließ sich lediglich von den besten dieses faches inspirieren. welche vorzugsweise aus frankreich stammen - dem land, dessen dj's diesem genre erfolgreich in die charts verhalfen. wozu auch vorliegende 13 tracks gute chancen hätten. als gast glänzt beispielsweise princess superstar, die das material in daft punk-manier nach vorne treibt. richtig interessant wird das projekt für mich durch die vocals von andreas hogby, sänger der starmarket-nachfolgeband torpedo. der stellvertretend für die stilvielfalt hier stehen darf. meine große liebe zum house wird durch diese konsequent elektronischen clubsounds dennoch nicht entfacht... respekt für die umsetzung des "open minded" gedankens gibt es allemal.
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