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Mittwoch, 3. Dezember 2014

fripp&eno: live in paris. review

nachdem auf diesen seiten kürzlich die kollaboration mit saxophonist theo travis rezensiert wurde, muss unbedingt noch auf ein weiteres in diesem jahr veröffentlichtes highlight von robert fripp hingewiesen werden. und gleichzeitig ein zeitsprung in die vergangenheit stattfinden. denn vor beinahe 40 jahren nämlich entstand nach zwei umstrittenen studioalben das zahllose male gebootlegte "Live In Paris" (opal/dgm live) album mit soundguru brian eno. als Fripp & Eno gelang ihnen am 28.05.1975 so etwas wie die blaupause für das, was schließlich ein genre wie ambient oder gar drone definieren sollte; zum damaligen zeitpunkt allerdings auch in kennerkreisen alles andere als salonfähig war. und tatsächlich sind auf dem soundmäßig stilvoll generalüberholten material sogar einige buh-rufe auszumachen. keine seltenheit und durchaus auch verständlich, sogar wenn für das publikum das facettenreiche schaffen von king crimson (bzw. erst recht roxy music) als referenz gedient haben dürfte. denn songstrukturen lassen sich hier gar keine mehr finden, vielmehr ist es die faszination des tatsächlich einfachen (und improvisierten), welche dieses tondokument quasi historisch machen. und für das in ermangelung (?) sozialer netzwerke seinerzeit teilweise völlig unvorbereitete publikum eine hörbare herausforderung war. wobei, ganz ehrlich: selbiges auch heute noch darstellt. ps: neben den beiden cds mit den konzertaufzeichnung gibt es - noch eine fantastische idee - eine bonus-scheibe mit den original tapeloops darauf.

tracklist

CD 1:
1. Water On Water
2. A Radical Representative Of Pinsnip
3. Swastika Girls
4. Wind On Wind
5. Announcement

CD 2:
1. Wind On Water
2. A Near Find In Rip Pop
3. A Fearful Proper Din
4. A Darn Psi Inferno
5. Evening Star
6. An Iron Frappe
7. Softy Gun Poison
8. An Index Of Metals

CD 3:
1. Test Loop I
2. Test Loop II
3. Loop Only: A Radical Representative Of Pinsnip
4. Loop Only: Wind On Water
5. Loop Only: A Darn Psi Inferno
6. Loop Only: Softy Gun Poison
Bonus Tracks:
7. Loop Only: Wind On Water Reversed
8. Later On

Sonntag, 27. November 2011

king crimson: discipline / starless & bible black. re-releases

auch folge sechs und sieben der langfristig angelegten King Crimson re-release serie sind für fans zweifellos essentiell. und für all jene, die sich an der jüngsten soloplatte von porcupine tree mastermind steven wilson erfreut haben. denn der wurde offenbar vehement von seiner aktuelle remaster-tätigkeit vom king crimson gesamtwerk inspiriert. deren neueste beiden streiche an dieser stelle präsentiert werden:
"Discipline" CD/DVD-Audio
(dgm/galileo mc) Als Robert Fripp 1974 die Auflösung von King Crimson verkündete, konnte niemand ahnen, dass die Band die Stille 7 Jahre später mit einem Album brach, das vielleicht mehr mit dem damaligen Post-Punk New Wave gemeinsam hatte als mit ihrer eigenen Vergangenheit als Progressive Rock Band. Veröffentlicht im Jahre 1981 war „Discipline“ eine überraschende Neu-Erfindung mit einem neuen Line-Up und einem radikal anderen Material, das die Fans begeisterte, die Kritiker verwirrte und gleichzeitig ein großes neues Publikum mitnahm. 30 Jahre später ist „Discipline“ immer noch eines der Schlüssel-Alben der 80er und eines der populärsten King Crimson Alben. Das neue Quartett mit Robert Fripp, Adrian Belew (ex-Zappa, Bowie, Talking Heads) und Tony Levin (Peter Gabriel) etablierte sich schnell als starke Kraft im Live-Bereich. Die langen Songs der 60 und frühen 70er und die ausgiebigen Improvisationen ihrer Live-Auftritte wurden durch eine Serie von kurzen und straffen Songs mit einer minimalistischen Ästhetik versehen, die komplexe und verwobene Gitarren-Linien, Belews eigene Art zu singen, Brufords neues Arsenal an elektronischen Percussions und Levins flüssige Bass & Chapman Stick Linien featureten. Die Songs des Albums wurden zum festen Inventar des Band-Repertoires und der Einfluss des Materials wuchs über die Jahre immer weiter. „Matte Kudasai“ wurde z.B. zu einer Art modernen Standard, der von dem Jazz-Sänger Kurt Elling letztes Jahr aufgenommen wurde und von K.D. Lang live gespielt wird. Das Album kam in vielen Ländern inklusive England und USA gleich nach Veröffentlichung in die Charts, während der Tourplan die Band durch Europa, USA und Japan im ersten Jahr ihrer gemeinsamen Aktivität brachte. Ende 1981 war Crimson wieder eine der wichtigen Repräsentanten der Rock Musik. King Crimson schaffte etwas, das nur wenige andere Rockbands schafften, indem sie in drei verschiedenen Jahrzehnten einen nachhaltigen Klassiker veröffentlichten. Von „In the Court of the Crimson King“ 1969, über Red 1974 bis zu „Discipline“ 1981 mit verschiedenen Line-Ups und radkal unterschiedlichen Sounds wurde das Ansehen der Band bezüglich ihrer Innovation und Entwicklung unanfechtbar. Wie die anderen Alben der CD/DVD-A King Crimson Reihe, enthält die Stereo CD den neuen Mix von Robert Fripp & Steven Wilson, während die DVD-Audio einen 5.1. Mix von Steven Wilson, High-Resolution Stereo Mixe des originalen und des neuen Stereo-Mixe, das originale Album als Rough Mix in der ursprünglich vorgeschlagenen Reihenfolge, Video Performances von der BBC Show „Old Grey Whisle Test“ sowie weitere Audio-Extras und Raritäten.
"Starless & Bible Black" CD/DVD-Audio (dgm/galileo mc) Als Veröffentlichung zwischen den aufsehenerregenden Werken „Lark´s Tongues in Aspic“ und der nachhaltigen Wirkung von „Red“, wurde „Starless & Bible Black“ innerhalb des King Crimson Kanons oft übersehen. Auch wenn man es nur flüchtig hört, zeigt sich „Starless“ als kraftvolles Album, das mit großem Selbstbewusstsein die wachsende Stärke der Band als Live-Act beweist. Auch wenn die Öffentlichkeit sich dessen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im März 1974 nicht in dem Maße bewusst war, ist „Starless & Bible Black“ in weiten Teilen ein Live-Album – ein experimentelles Hybrid-Album mit Konzert-Aufnahmen (die meisten davon Improvisationen) und Studio Aufnahmen. Meist sind die beiden Elemente so gut aufeinander abgestimmt, dass es schwierig ist, sie auseinandezuhalten. Nur zwei der Stücke (The Great Deceiver und Lament) wurden komplett im Studio aufgenommen. „The Night Watch“ enthält eine Live-Vorstellung, während die instrumentale Untermalung von „The Mincer“ von einer Konzert-Improvisation genommen wurde, zu der später noch Vokals als Overdups hinzugefügt wurden. Der Rest der Tracks wurde von Konzert-Aufnahmen aus England und Europa genommen, von denen das Publikum sorgfältig herausgearbeitet wurde. „Starless & Bible Black“ erfordert die Aufmerksamkeit und die Konzentration des Hörers. Crimsons Publikum nahm die Herausforderung an und machte aus „Starless“ ein beliebtes Album der Band. Genau wie bei den anderen Alben des Mid-70er-Line-Ups haben die Jahre die Reputation der Platte unter Fans und Musiker gesteigert, und der damals noch unübliche Ansatz der Verwendung von Live-Aufnahmen als Kern von Studio-Alben ist heute zu einer geläufige Art der Produktion geworden. Robert Fripp nannte einmal ein Album einen Liebes-Brief und ein Konzert etwas ähnliches wie ein heißes Date. „Starless & Bible Black“ kombinierte das beste beider Welten, und präsentiert gleichzeitig in akkurater Weise die einzigartige Identität des damaligen Line-Ups. Wie die anderen Alben der CD/DVD-A King Crimson Reihe, enthält die Stereo CD den neuen Mix von Robert Fripp & Steven Wilson, während die DVD-Audio einen 5.1. Mix von Steven Wilson, High-Resolution Stereo Mixe des originalen und des neuen Stereo-Mixes sowie die kompletten „Law of Maximum Distress“ Parts 1 & 2 Improvisationen mit „The Mincer“ in seiner originalen unbearbeiteten Form/Reihenfolge, „Lament“, „The Night Watch“ & „Fracture“ aufgenommen in Zürich (die komplette Show wurde auf der „The Great Deceiver“ Box veröffentlicht). Eine Live Aufnahme von 1973 des Konzert-Favoriten „Dr. Diamond“ und das CD-Debüt einer Bootleg Aufnahme des nur einmal live gespielten „Guts on my side“ plus einen Radio-Edit von „The Night Watch“ und originale Radio-Spots, mit denen das Album beworben wurde. Der Video Teil der DVD-A zeigt Footage aus dem New Yorker Central Park aus dem Jahr 1973 von „Easy Money“ und die Improvisation „Fragged Dusty Wall Carpet“, der Track der die Grundlage für „Guts on my Side“ bildet.

Freitag, 22. Oktober 2010

king crimson, the orb & david gilmour: progressive then and now

die vielbeachtete re-releaseerserie anlässlich des 40-jährigen jubiläums von King Crimson geht in die nächste runde. und zumindest mit "In The Wake Of Poseidon" (panegyric/dgm/galileo) haben sich steven wilson (porcupine tree) und mastermind robert fripp einen weiteren echten klassiker der bandhistorie vorgenommen; welcher nur zu gerne als zwillingsbruder von "in the court of the crimson king" gehandelt wird. während sich an dem parallel erscheineden "Islands" (panegyric/dgm/galileo) [http://www.dgmlive.com/] mit seinem selbt für bandverhältnisse extrem avantgardistischen/jazzigen material einmal mehr die geister scheiden dürften. beide exqusit geremasterten alben erscheinen abermals mit zahlreichen bonustracks, darunter unveröffentlichte songs sowie alternative aufnahmen. audiophil abgerundet wird das projekt jeweils durch zusätzliche dvds, welche einen 5.1 mix sowie weiteres material enthalten. die bonus-tracklist konkret:

In The Wake of Poseidon:
CD
11. Groon
12. Peace: An End - Alternate mix
13. Cadence & Cascade (Greg Lake guide vocal version)
DVD
1. Cat Food (single version)
2. Groon (single b-side)
3. Cadence & Cascade (unedited master)
4. Cadence & Cascade (Greg Lake guide vocal version)
5. Cadence & Cascade (instrumental take from Wessex Studios)
6. Groon - Take 1
7. Groon - Take 5
8. Groon - Take 15
9. The Devil's Triangle (rehearsal version from Wessex Studios)
10. Peace: An End (alternative mix)

Islands :
CD
7. Islands (studio run through with oboe prominent)
8. Formentera Lady (original recording sessions - take 2)
9. Sailor's Tale (original recording sessions - alternate mix/edit)
10. A Peacemaking Stint Unrolls (previously unreleased)
11. The Letters (rehearsal/outtake)
12. Ladies of the Road (Robert Fripp & David Singleton remix)
DVD
Islands: Alternative album:
1. Formentera Lady - Original recording sessions - take 2
2. Sailor's Tale - Original recording sessions - alternate mix/edit
3. The Letters - Rehearsal/outtake
4. Ladies of the Road - Rough mix
5. A Peacemaking Stint Unrolls - Previously unreleased
6. Islands - Studio run through with oboe prominent
1-3 & 5 mxed by Steven Wilson from the original session reels.
Routes to Islands:
1. Pictures of a City - Early rehearsal by Islands lineup
2. Sailor's Tale - Early rehearsal by Islands lineup
3. Islands (fragment) - Robert Fripp reference cassette - mellotron on vibes setting
4. Formentera Lady - Rough mix from album recording sessions
5. Sailor's Tale - Rough mix from album recording sessions
6. Drop In - Early rehearsal by Islands lineup
7. The Letters - Live at Plymouth, mastered by David Singleton
8. Sailor's Tale - Live at the Zoom Club, mastered by David Singleton
Islands: Additional tracks: Assorted Ladies:
1. Ladies of the Road - Robert Fripp & David Singleton remix
2. Ladies of the Road - Original recording sessions - take 5
3. Formentera Lady - Original recording sessions - take 1
4. Formentera Lady - Original recording sessions - take 3
5. Formentera Lady - Original recording sessions - take 4
2 - 5 mixed by Steven Wilson from the original session reels.

es blieb zu erwarten: The Orb feat. David Gilmour fusioniert den ambient-sound ersterer mit den altbekannten gitarrensounds und -effekten letzteren. der pink floyd-hauptdarsteller spielt auf "Metallic Spheres" (sony) dennoch eine nebenrolle: zu dominant klingt das elektronische soundgewand, welches The Orb - bekanntermaßen die formation um produzentengenie youth - produzierte. unterteilt wurden die zehn tracks in eine metallic- und einer spheres-seite, wobei gängige songkonventionen konsequent misachtet wurden. weshalb diese kollaboration als ambient-avantgarde-idee zwar ein nischen-liebhaberdasein ereilen könnte, selbst jener markt allerdings zumindest kennern relevantere veröffentlichungen bietet. immerhin: die musik hier kann auch ohne die großen namen bestehen, wenngleich unter diesen umständen eine veröffentlichung via sony-music wohl niemals denkbar wäre...