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Montag, 22. März 2010

looptroop rockers on vacation: embee & promoe

die beiden zentralen figuren des wohl großartigsten skandinavischen hiphop-outfits sind - mal wieder - auf solopfaden unterwegs. auch wenn das im falle von Embee nicht zum standard gehört. erfüllte der dj sich doch bereits mit dem label- und namenswechsel (immerhin hört man nun auf den titel looptroop rockers) seiner hauptformation einen weiteren traum: nämlich ein höchstmaß an elektronik unter den sound seiner kollegen zu mischen. mit seinem zweiten alleingang "The Mellow Turning Moment" (bad taste records/soulfood) klingt es, wie schon beim (leider vergriffenen) vorgänger "tellings from solitaria" jedoch nochmal deutlich persönlicher. hier wird mit einer bislang unbeannten leidenschaft für indie-sounds kokketiert, da lassen sich klare downtempo-momente ausmachen. und die kollaborationen u.a. mit millencolins' nikola sarcevic, hello saferide-sängerin annika norlin oder daniel lemma funktionieren durch die bank ausgezeichnet. trotzdem wirkt das material mancherorts statisch, verkommt phasenweise sogar zur hintergrundmusik. was durchaus intention des kreativkopfs gewesen sein mag. schön jedenfalls, dass embee hier ein betätigungsfeld gefunden hat, seine umfassenden musikalischen visonen in songs zu fassen - und damit eine scharfe trennlinie zieht.
auch Promoe, in seiner heimat mittlerweile ein kleiner star, liebäugelt bei seiner solokarriere ja seit geraumer zeit mit genrefremden einflüssen. mit "Kråksången" (pope records/universal sweden/import) veröffentlicht er jetzt ein rein schwedischsprachiges album. und auch wenn sich das eingangssample augenzwinkernd bei der seligen looptroop-frühphase bedient: die 15 tracks sind mehr pop, reggae und phasenweise sogar dance als alles, was der rapper und produzent bislang an den start brachte. unter anderem unterstützt von looptroop-rockers kollege supreme sowie weiteren stars der schwedischen, stilistisch ohnehin zumeist recht offenen hiphop-szene (u.a. timbuktu, pstq), überzeugt derweil das resultat: die songs funktionieren durch die bank, sind sehr abwechslungsreich und verbreiten gute laune. und auch wenn ich inhaltlich praktisch nichts verstehe: der wortfluss des protagonisten funktioniert in seiner heimatsprache ausgezeichnet. das album kann man übrigens zum beispiel hier zu einem vernünfigen preis als import beziehen. was mit sicherheit mindestens für all jene sinn macht, die (wie ich) die langjährige karriere der beteiligten mit allen höhen und kleinen tiefen wohlwollend goutieren.

Donnerstag, 8. Januar 2009

proverb. südafrika hiphop entdeckung.

wozu ein südafrika-urlaub alles gut sein kann. klar: tiere, menschen, kulturschock... da mag die apartheid noch so lange abgeschafft sein, wenn man schon nach der ankunft am flughafen kapstadt erstmal minutenlang an irgendwelchen townships vorbei fährt, drückt dass die stimmung immens. aber ich will hier gar keinen reisebericht abgeben (der folgt vielleicht noch zu einem späteren zeitpunkt), sondern auf einen südafrikanischen rapper aufmerksam machen, der mir dort über ein fanzine begegnet ist. proverb lautet sein name, und in seiner heimat gehört er durchaus zu den etablierteren künstlern (u.a. weil er für den radiosender metro fm engagiert ist). relativ am anfang unserer reise stieß ich auf sein album "manuscript". welches so ungefähr das beste ist, was mir in den letzten jahren zwischen looptroop (promoe!) und nas untergekommen ist. proverb vereint social consciousness mit einem beachtlichen hookreichtum sowie produktionen, die - nicht nur zwischen den zeilen - die geographischen wurzeln des künstlers immer wieder durchblicken lassen. ganz zu schweigen von einem sprachfluss (der überwiegende teil der lyrics ist in englisch gehalten), welcher auch international seinesgleichen sucht.
leider verfügt die company hinter proverbs veröffentlichung hierzulande über keinerlei vertrieb und hat auch selbst keinen mailorder am start. zu bekommen ist das ganz insofern eigentlich nur über den south africa-amazon-lookalike kalahari zu bekommen. eine investition, die sich lohnt, nicht nur aufgrund des erfreulichen rand-kurses. für erwähntes zweitwerk und das debüt. album nummer drei ist in der mache - und sollte hier, wenn alles klappt, in jedem fall ausführlich gefeatured werden. einen (leider nicht so ganz gelungenen) eindruck kann man sich übrigens auch anhand des einzigen mp3-songs von proverb im netz machen: der track james bond. neben seinem blog findet sich nämlich nicht einmal eine myspace-seite...
immerhin hat ein ahänger aus dublin ein paar tracks auf youtube gepostet, wenn auch nicht in sonderlich großartiger soundqualität.