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Montag, 6. März 2017

mallory knox: wired. neues album & clip

wer bei den stichwörtern england, post-hardcore und alternative-rock nur noch an die (aufgrund der unsäglichen taten ihres sängers ian watkins) inakzeptablen lost prophets denkt, bekommt nun eindrucksvoll nachhilfe: nach einem gelobten vorgänger sind die landsmänner Mallory Knox ab freitag mit einem frischen longplayer am start. "Wired" (sony music) knüpft dabei zumindest vage an die eigene vergangenheit an: „Wenn du jung bist, versuchst du, es deinen Helden gleich zu tun“, so Sänger Mikey Chapman. „Wir wollten uns innerhalb der uns bekannten Grenzen bewegen, denn alles, was wir kannten und mochten, bewegte sich darin. Mittlerweile haben wir allerdings einen Reifegrad oder eine Level an Erkenntnis erreicht, an dem man denkt: ‚Ist mir doch egal‘. Wenn du deine ganze Karriere lang immer nur Klein-Klein machst und nichts tust, um eine neue Herausforderung zu suchen - wozu machst du es dann überhaupt?“
Die Aufnahmen von"Wired" im Juli und August 2016 dauerten vier Wochen lang, als Produzent fiel die Wahl  diesmal auf Dan Austin (Biffy Clyro, Queens Of The Stone Age, Massive Attack etc.). Aufgenommen wurde in dem Live-Raum einer alten Kapelle in dem 100.000-Quadratmeter-Anwesen Vada Studios in England. Das Ergebnis mit dem Titel „Wired“ ist eines der härtesten, melodisch euphorischsten und offenherzigsten Alben der modernen Rockgeschichte.

hier seht ihr schon einmal den clip zur aktuellen single "better off without you":

Montag, 8. Februar 2010

lostprophets: the betrayed. review

nach einer längeren auszeit wieder aktiv sind diese hübschen herren, welche sich für ihre stressige phase abseits des rampenlichts die denkbar ungünstigste zeit ausgesucht haben: die Lostprophets gingen mit einem hitbeladenen zweitwerk und nach einem niedlich wiederspennstigen nachfolger triumphierend von der bildfläche. ein paar jahre später nun allerdings wird man es ungleich schwerer haben: nicht, dass "The Betrayed" (visible noise/sony) ein schlechtes album wäre. nur wirkt die musik der fünf nicht mehr neu und frisch, sondern vielmehr etwas altbacken. das zu jeder minute zelebrierte outlaw-dasein tut sein übriges, um die euphorie zu dämpfen. sicher: die waliser mögen eine harte zeit mit businessquerelen (genauer: ärger mit den produzenten) hinter sich haben. doch verglichen mit den brötchen, welche man in der hardcore-szene backt - und mit welcher sie ja ganz gerne kokketieren - wirkt das ganze eher lächerlich. glücklicherweise finden sich unter den elf tracks dennoch eine menge momente, in der ihre formel aus pop-gestik, sythesizer-spielerei und derben rockparts funktioniert. auch wenn das ergebnis ein wenig nach musikalischem wie kommerziellem kompromiss aussieht und junge mädels einmal mehr die zielgruppe markieren: die lostprophets bleiben ebenso gute musiker wie sie ein händchen für zündende kompositionen haben. insofern: trotz einiger sprichwörtlicher schönheitsfehler recht gelungen.