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Mittwoch, 15. September 2010

uk hiphop & elektronika. da schau her

er entstammt der 2step szene, vertritt deren (zweifelhafte) optische coolness-klischees und mändert mit seinem debüt "Rokstarr" (universal) zwischen pop, r'n'b und hiphop: Taio Cruz, dessen hochglanzpolierte tracks stilistisch zwischen kirmes-autoscooter-beschallung und großraum-disco-flair rangieren. wovon man sich im videoclip zu "dynamite" bestens überzeugen kann:

auch landsmann Professor Green hat die charts im visier: sein debüt "Alive Till I'm Dead" (virgin/emi) wagt sich neben hiphop respektive den obligatorischen grime-sounds an reichlich pop - was bis zu einem inxs sample führt. neben raps im eminem-style wird so auch jede menge gesungen. als teaser passend dazu seine kollaboration mit
lily allen:


das londoner elektronika-innovatioslabel ninja tune wird zwanzig! die geburtstagsfeierlichkeiten rücken immer näher und den einstand macht die zusammenstellung Ninja Tune XX - 20 Years Of Beats & Pieces (ninja tune/rough trade). mit dabei sind größen wie jaga jazzist, fink (uk), bonobo, the cinematic orchestra und natürlich andreya triana, die selbst erst kürzlich ihr vielgelobtes debütalbum veröffentlichte.
die ganze werkschau gibt es dann ab dem 17.09. auch in form von zwei doppel-cds zu kaufen. noch besser versorgt ist man nur noch mit dem box-set, dass sechs cds, sechs 7"s, sowie ein hardcoverbuch und poster/sticker beinhaltet. aber damit nicht genug, in ein paar tagen startet auch die große geburtstagssause in berlin. dort geben sich am 24.+25.09. die ninja tune künstler die klinke in die hand und sorgen im astra und im icon für ordentlich stimmung:

24.09.2010 - Astra (Berlin) mit The Cinematic Orchestra, Andreya Triana Trio feat Fink & Bonobo, Dorien Concept
25.09.2010 - Icon (Berlin) mit The Bug, Bonobo, King Cannibal, Strictly Kev aka DJ Food

als letztes sei noch die website www.ninjatunexx.com empfohlen. dort gibt es weiter gimmicks, sowie den ninja tune XX trailer und ein playlist mit dem besten der compilation.

Mittwoch, 10. März 2010

lou rhodes: one good thing. review

bei lamb flickte sie mit ihrer stimme die komplexen soundfrickeleien von partner andy barlow zu ergreifenden triphop rohdiamanten zusammen. auf eigenen beinen steht sie überraschend fest auf dem fundament handgemachter popmusik: Lou Rhodes wird mit ihrem dritten alleingang anhänger der eigenen vergangenheit dennoch - zumindest partiell - wieder vor den kopf stoßen. und neue dazugewinnen. nicht nur (wie mich) durch eine unglaublich vereinnahmende live-präsenz. denn wo einerseits folk- und singer-songwriter-wurzeln immer mehr in den mittelpunkt drängen, sorgt die stimmliche präsenz der engländerin für wiedererkennungswert und ein beinahe anachronistisches wohlgefühl. doch können die kompositionen, jeglichen knarrenden beats und verschlungenen special effects beraubt, überhaupt bestehen? der erste eindruck von "One Good Thing" (motion audio/ninja tune/rough trade) lässt den hörer indifferent zurück: große harmonielinien kann man auf anhieb ebenso wenig ausmachen, wie auch nur ein unterschwellig zuckendes tanzbein. und zumindest in letzterem fall scheint tatsächlich alles gesagt zu sein. diese elf songs funktionieren subtiler. weshalb sie dem leben der sängerin wohl am ehrlichsten rechnung tragen: rhodes zog mit ihren kindern von der industriemetropole manchester hinaus auf das land. die neu gefundene ruhe, reflektiertheit und besinnlichkeit strahlen jene kompositionen nun aus. und zelebrieren so schlichte wie ehrliche herzensangelegenheiten der sängerin. ohne zugeständnisse an kitsch, ohne sich hinter einem gerüst elektronischer patterns zu verstecken. und wenn partner andy barlow wieder in erscheinung tritt, dann lediglich um in diesem fall analoge kompositionen ins rechte licht zu rücken. und er tut dies besonders gut, wenn die zerbrechlichen zeilen rhodes durch sporadisch aufbrausende eskapaden durchbrochen werden.