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Mittwoch, 30. Mai 2018

mouyé: clip & ep. video wednesday

als vorgeschmack auf die am freitag erscheinende ep "steady movement" (hndgmcht music international/rough trade) präsentieren wir euch an dieser stelle den clip zu "if you were a song" von Mouyé. der track zeigt die musikalische vielseitigkeit der band und ihren wunderschönen, euphorisierenden satzgesang. 
die newcomer, in deren reihen sich jedoch auch mitglieder von you&me verbergen, gewannen beim emergenza bandcontest auf bundesebene den zweiten platz und verschafften sich so mehr und mehr das gehör der branche. im jahr 2017 folgten etliche festivalauftritte auf dem feel festival, dem artlake festival und dem rocken am brocken festival. in zusammenarbeit mit sofa concerts, der deutschen bahn und geheimtipp hamburg landeten die vier musiker außerdem ende 2017 einen viralen hit, der über eine millionen mal geklickt wurde. viel spaß.

Mittwoch, 9. März 2016

taiga und juri. newcomer & neue clips

zwei einheimische newcomer-bands machen mit professionell inszenierten, neuen clips auf sich aufmerksam. diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten...

Taiga aus osnabrück lassen ihrem debüt "ich bin frei" (tundra tonerzeugnisse) und diversen auftritten den clip zum song "song" folgen:

clowns dagegn sind bei Juri gerade nicht gefragt. von ihrer "neopop ep" (kick-media/rough trade) koppeln visualisieren sie vielmehr den track "melancholie"  aus:
 

und wer auf den geschmack gekommen ist, kann juri auch live sehen:
17.03. Köln, Artheater 
18.03. Reichenbach/Vogtland, Happening-Bürokonzert 
19.03. Leipzig, BeardBrothers 
20.03. Magdeburg, Wohnzimmerkonzerte-Konzertreihe 
31.03. Hamburg, Astra-Stube 
01.04. Weimar, Kasseturm 
02.04. Chemnitz, Exil 
12.04. Freiburg, TuesdayTracks 
13.04. Friedrichshafen, Wohnzimmerkonzert 
14.04. Idstein, Gerberhaus 
15.04. Bonn, Mausefalle 
19.04. Essen, Sogar 
21.04. Gießen, Ulenspiegel 
23.04. Einbeck, Backpackers Inn 
07.05. Bonn, Rheinimpuls 
12.05. Düsseldorf, BouiBouiBilk

Dienstag, 5. November 2013

aloe blacc & pershay: soundevolutionen. review

was zu erwarten war: der name stones throw verschwindet mit album nummer drei endgültig aus dem kontext von Aloe Blacc. irgendwie konsequent trotzdem, denn derart harmlos und angepasst wie "Lift Your Spirit" (universal) klingt, würde der hinweis mit dem kultlabel aus seattle massiv auf die falsche fährte führen. ein schelm wer übles vermutet, wenn zeitgleich der name avicii auf's tablett kommt. achtung, weichspüler! denn wo beim debüt noch ein madlib beats basteln durfte, sorgt nun unter anderem dj khalil für kontemporären funk der radiokompatiblen note. sprich: ohne viel ecken und kanten. dass das ergebnis im hintergrund konsumiert trotzdem gut tut, soll dabei nicht verschwiegen werden. ein bißchen schade um das potential des ehemals hiphoppenden künstlers bleibt das etwas farblose werk dennoch.
einen ähnlichen stilbruch im vergleich zu seiner vergangenheit wie aloe blacc fabriziert auch die drum'n'bass legende Peshay. der ehemals (unter anderem) mit ltj bukem kollaborierende künstler entdeckt für "Generation" (tru thought/rough trade) den funk für sich. und nicht nur das: das dutzend tracks könnte kaum ferner von sterilen synthie-produktionen weg sein. stattdessen gibt es mitreißende live-vibes, welche den latin-infizierten gesamtsound schweißtreibend lebendig machen. übrigens unter massiver beteiligung der münchner jazz-funk-formation tounion; welche der dj höchstpersönlich in einem club entdeckte. in das ungewöhnliche raster des tru thoughts-labels passt das ergebnis hier jedenfalls ausgezeichnet. und das beste: man darf sich uneingeschränkt über diese gelungene horizonterweiterung freuen. denn dem drum'n'bass wird peshay auch in zukunft treu bleiben. 

Sonntag, 14. Juli 2013

soul temple: neues vom rza label. reviews

soul temple, das frisch gegründete label des "wu-produzentenguru" rza, hat in seiner kurzen vita schon einiges - man könnte sagen: ausnahmslos - hochkarätiges vollbracht. da wäre zum beispiel ein echtes (!) highlight im nach wie vor schwer zu überschauenden output von Ghostface Killah. oder der mehr als formidable soundtrack von rza selbst zu seinem ersten film "the man with the iron fists". nun aber, ergänzend zu ersterem, ein nachschlag namens "Twelve Reasons to Die: The Brown Tapes" (soul temple/groove attack/rough trade). dabei handelt es sich um einen alternativen mix von produzent apollo brown. der bringt es nach der schon recht kurzen originalversion leider auf nur noch eine gute halbe stunde musik. die überrascht aber mit deutlich weniger der adrian younge'schen soundtrackatmosphäre, sondern klingt wesentlich roher. das funktioniert häufig sehr gut und erinnert an die frühen tony stark großtaten... geht im falle des nervigen "i declare war" remakes jedoch auch mal grandios in die hose. im ergebnis klingen die brown tapes zwar ziemlich interessant, dürften jedoch nur sehr hart gesottenen fans der zugegebenermaßen essentiellen "twelve reasons to die"-platte den vollen kaufpreis wert sein.

witzig eigentlich, dass nach mister starks nun mit U-God schon das zweite wu-tang mitglied auf dem rza label veröffentlicht, obwohl es in beiden fällen in der vergangenheit aufgrund finanzieller ungereimtheiten mächtig (öffentlichkeitswirksamen) zündstoff zwischen den protagonisten gab. nun also friede, freude, eierkuchen? nun, offenbar konnte man angesichts des releases von "The Keynote Speaker" (soul temple/groove attack/rough trade) eine einigung zugunsten eines gemeinsamen geschäftsmodelles finden. und der kreative output? lässt das gute bild von soul temple erstmals ins schwanken geraten. war u-god seit jeher ein eher unspektakulärer geselle im wu-universum, manifestiert das überlange "the keynote speaker" (welches neben den 70 minuten laufzeit in der kaufversion übrigens noch mit einer bonus-cd aufwartet, die zu rezensionszwecken allerdings noch nicht vorlag) diesen eindruck zusätzlich. koventionelle beats, rap von den der stange und nicht einmal die sonst obligatorische hochkarätige gästeliste: das macht die platte beinahe schon sympathisch bescheiden. wird aber nicht dazu beitragen, den status des 42-jährigen nachhaltig zu verändern. aber vielleicht war das ja gar nicht sinn und zweck der sache?

ach so, hier noch eine warnung an die die-hard fans und platten-nerds: wer aufgrund irgendwelcher pre-order-deals direkt bei soul temple ordern möchte, sollte vorab nochmal einen blick auf die "boycott soul temple music" facebookseite werfen. nicht dass es heißt, ich hätte euch nicht gewarnt...

Montag, 8. November 2010

female pop highlights. 11/2010

mal ehrlich: das außergewöhnliche image, welches sich Asa inszeniert hat - bzw. welches für sie inszeniert wurde - will nicht so wirklich passen. ebenso wie der titel ihres zweitwerkes "Beautiful Imperfection" (naive/indigo). das dutzend songs schwebt nämlich mühelos durch das pop-universum, ohne dabei großartig anzuecken oder nur eine sekunde nicht perfekt zu klingen. zu nett, ja beinahe zu schön fallen die eingängigen kompositionen der singer-songwriterin aus nigeria aus. und zu glattgebügelt wirken leider auch ihre elemente aus soul-, afro- und folk-elementen. das ganze verschwimmt ähnlich wie auf dem debüt zu einer lieblichen, sommerlichen melange, welche zumindest die bevorstehenden tristen herbst- und wintertage aufhellen könnten.
ein erhaben dunkles, melancholisches singer-songwriter-universum hat sich Emily Jane White auf ihren letzten beiden alben gesponnen. auf "Ode To Sentience" (talitres/rough trade) bringt sie die orchestralen momente des letzten albums mit der teils spartanischen inszenierung ihres debüts auf einen gemeinsamen nenner. ihr besonderer sound wirkt so noch sattelfester, es scheint als würde die protagonistin vergessen was um sie geschieht: ganz verhaftet klingt die musik in dem moment. was ihr eine präsenz und intensität verleiht, wie man sie heutzutage nur noch selten findet. einmal mehr eine definitive kaufempfehlung.

die junge kollegin Lena Malmborg stammt aus dem benachbarten schweden und findet deutlich direkter - bzw. weniger dunkel - den weg in unsere herzen: veröffentlicht über das friska viljor-label pendelt sich das musikalische spektrum von "Paris To Berlin" (crying bob records/broken silence) zwischen singer-songwriter-wurzeln und bluesinfiziertem rock ein. gerne auch etwas forscher inszeniert beweist die stockholmerin, dass sich niemand zwangsläufig dem häufig assoziierten melancholie-diktat ihrer nordischen heimat unterwerfen muss. ein track wie "don't be scared" drängt so selbstbewusst und überzeugend in den mittelpunkt, dass man es der zierlichen künstlerin kaum zugetraut hätte. das extrovertierte "messenger blues" anschließend wischt jeden zweifel weg: diese zwölf stücke markieren eine der erfrischenderen angelegenheiten der letzten zeit. übrigens bezeichnet malmborg die einst von ihrem bruder geschenkte muddy waters lp als "the best gift ever"... geschmackssicher.

Freitag, 10. September 2010

rock and roots return. reviews

mit dem vor zwei jahren erschienenen und gemeinsam mit alison krauss aufgenommenen "raising sand" untermauerte Robert Plant ausdrücklich noch einmal seine relevanz - auch zu einem so späten zeitpunkt in seiner karriere. mit "Band Of Joy" (universal) dürfte sich dieser eindruck bei allen anhängern bestätigen. und noch mehr. denn mit dem dutzend songs schürft die ehemalige led zeppelin legende tief in der amerikanischen musikhistorie. und kollaboriert dafür mit urgesteinen wie buddy miller und patty griffin; dank welchen er sowohl traditionals wie auch eigenkompositionen eine dunkle, versponnene seite abringt. country, folk und blues zelebriert der 62-jährige dabei so voller inbrunst, wie er es in jungen jahren für den rock tat. als anspieltipp und einen der größten augenblicke des albums kristallisiert sich das finale, von einem psychedelischen bassmonster transportierte "even this shall pass away" heraus. die vertonung des eineinhalb jahrhunderte alten gedichtes allein rechtfertigt plants musikalische karriere im jahr 2010. doch auch der überwiegende teil der anderen aufnahmen darf als essentiell bezeichnet werden.
der folgende abschnitt ist nicht nur ein hinweis, sondern ein auftrag: der lord of stonerrock - scott Wino weinrich - bringt, nachdem er durch tragische umstände dazu gezwungen wurde auf einer konzertreise seine songs alleine an der akustikgitarre vorzutragen, nun ein album in dieser machart heraus. und "Adrift" (exile on mainstream/alive) wurde ein echtes sammlerstück. nicht nur, weil die ersten 1000 exemplare in einer hölzernen zigarrenbox mit branddruck erscheinen. sondern auch, weil sich in der darbietungsweise der dutzend tracks noch deutlicher herauskristallisiert, dass wino - was spätestens seit hidden hand ohnehin als fakt gelten musste - als songwriter weit mehr zu bieten hat als wabernde zeitlupen-genrekost. dafür präsentieren sich seine musik einfach zu vielschichtig und beweglich; was sich auf "adrift" unter anderem in einem motörhead-cover sowie einer ursprünglich shrinebuilder zugedachten komposition zeigt.

auf album nummer zwei markieren Hellsingland Underground ihr territorium einmal mehr im amerikanischen westen denn in ihrer skandinavischen heimat. die allman brothers, lynyrd skynyrd oder natürlich der boss höchstselbst liefern die klaren vorlagen zu "Madness & Grace" (killed by records/rough trade). welches dementsprechend vor allen dingen im autoradio (stichwort: middle of the road...) sinn macht. sowie - zwangsläufig - auf bühne, wo man hierzulande im promo-windschatten von jack daniel's aktiv war. ihr seht: das ganze bleibt absolut stimmig. leider jedoch nur, wenn man ohne den anspruch auskommt, originelle musik hören zu wollen. handwerklich schließlich machen die sechs nordmänner jedoch alles richtig, inklusive teils dreistimmiger vocals. insofern bleibt es einstellungssache, ob man die platte samt allen ihren aha-erlebnissen nicht doch einfach genießen will...

Donnerstag, 26. August 2010

herrenmagazin. tourdaten und gratis-song

Herrenmagazin verschenken aus ihrem bald erscheinenden album einen song bzw. einen hit. es handelt sich um „alle sind so“, bei dem der sympathische gisbert zu knyphausen gesanglich mitwirkt. einfach auf die homepage der jungs, seine e-mailadresse hinterlassen und schon geht’s los.
das dazugehörige album „Das wird alles einmal Dir gehören“ (rent a record/rough trade) erscheint am 03. september als cd, vinyl und download.

„das wird alles einmal dir gehören“ – tour:

03.09.10 Hamburg, Michelle Records

11.09.10 Nürnberg, K4

16.10.10 Berlin, Magnet

22.10.10 Oberhausen, Druckluft

26.10.10 Leipzig, Werk 2

27.10.10 Frankfurt, Das Bett

30.10.10 Stuttgart, Schocken

05.11.10 Mühlhausen, Kulturfabrik

06.11.10 Köln, Lichtung

07.11.10 Hamburg, Hafenklang

13.11.10 Bremen, Lagerhaus

14.11.10 Chemnitz, AJZ Talschock (Support Turbostaat)

15.11.10 Marburg, Kulturladen KFZ (Support Turbostaat)

16.12.10 Jena, Rosenkeller

17.12.10 Dresden, Ostpol

18.12.10 Hannover, Bei Chez Heinz

Donnerstag, 10. Juni 2010

the brendan adams group: better days. review

der portagonist hinter The Brendan Adams Group hat im vergleich zu vielen anderen sängern tatsächlich etwas zu erzählen. seine "Better Days" (boomslang/rough trade) erlebt er laut eigener aussage zwar nun fernab seiner heimat bzw. des cape flat ghettos bei kapstadt; wo er offenbar eine alles andere als rosige vergangenheit verbrachte. wobei sein label dennoch nicht aufhört, die verbindung zum wm-land zu betonen. doch bei aller biographischen und textlichen brisanz: die weitgehend akustischen, harmonieverliebten kompositionen stehen noch mehr als bei vorgänger "17 eternities" in der tradition balladesker red hot chili peppers; gemischt mit ordentlich jack johnson retro-charme kann man dem ganzen nur schwer wiederstehen. der gebürtige kapstädter bildet an gesang und gitarre jederzeit einen ziemlich unverkennbaren kern der einheit. und kreiert eine stimmige basis für seine gleichermaßen leichten wie dezent melancholischen lieder. die vom brendan adams trio zur brendan adams group gewachsene formation zeigt sich weiterhin international: denn ihr label boomslang bleibt nicht die einzige referenz in richtung österreich - drummer alfred vogel stammt ebenfalls aus der alpenrepublik. und verhalf den elf tracks im zusammenspielt mit afrikanischen gästen z.b. an den congas zu ihrem charakteristischen klang. die konsequent "mellow" gehaltenen kompositionen wissen auch aus diesem grund zu gefallen.

Dienstag, 20. April 2010

fine art in silver? metalreviews

sie haben den metalcore endgültig für die kiddie- und girlie-fraktion salonfähig gemacht - wofür Bullet For My Valentine auch regelmäßig von den "wahren" vertretern dieser ominösen szene etwas auf den deckel bekommen. dabei darf man keinesfalls ausblenden, dass "the poison" angesichts seiner unbestreitbaren hits rückblickend ein mehr als formidables werk war. was ich den briten auch nach dem traditionsbewusteren nachfolger "scream aim fire" neuerdings zähneknirschend zugestehe… insofern war ich auch ziemlich auf dessen nachfolger gespannt. welcher eine nachvollziehbare entwicklung erkennen lässt: mit "Fever" (jive/sony) macht man einen kleinen schritt zurück. zwischen den nach wie vor vorhandenen derben growls und (etwas zu selten eingesetzten) akzentuierten breaks kristallisieren sich lupenreine rocksongs heraus, die den unbestrittenen vorbildern metallica locker zu ehre gereichen. in kombination mit der famosen doppelläufigen gitarrenarbeit von padge sowie sänger matt tuck entsteht zudem eine zusätzliche referenz in richtung iron maiden. was meinetwegen, nicht zuletzt durch die neu gefundene bombast-affinität, wieder jede menge spott hinter sich herziehen darf: in punkto songwriting steht die formation aus wales nach wie vor relativ weit vorne. weshalb ich diesem, erstmals von don gilmore (obacht: linkin park, dashboard confessional) inszenierten, werk eine schüchterne empfehlung ausspreche.
vier alben und vier plattenfirmen... und das bei konsequent respektabler qualität sowie durchaus kommerziellem potential. es sind unruhige zeiten im musikgeschäft, die sich die ehemaligen destiny aus norddeutschland - welche sich aufgrund rechtlicher belange in The Destiny Program umbenennen mussten - ausgesucht haben. das neue material hört auf den titel "Gathas" (bastardized recordings) und bietet einmal mehr einen beeindruckenden grenzgang zwischen fett moshigem hardcore und atmosphärischen, melodischen elementen. klingt nicht neu? ist es auch nicht. doch in dieser konsequenz hat man so etwas hierzulande eine weile nicht gehört. die songs besitzen jenseits verzwickter knüppeleien einiges an wiedererkennungswert und gehören szum mitreißendsten, was sich hierzulande im windschaftten von poison the well, frodus und insbesondere den grandiosen unbroken momentan so tummelt. wer von all den gesichtslosen metalcore-kapellen der letzten monate genug hat, findet in the destiny program den langersehnten (wenngleich natürlich reichlich finsteren, ähm...) lichtblick.
rockiger metal aus göteborg, der in den medien gerne mit dark tranquillity vergleichen wird und in dessen line-up sich ein paar andere semi-bekanntschaften der schwedischen szene tummel(te)n:
Outshine sollten den bisherigen bekanntheitskreis mit ihrem zweiten longplayer mühelos noch etwas steigern können. denn im gegenzug zu den härteren vertretern ihrer heimtstadt wagt man sich mit "Until We Are Dead" (dead tree music/rough trade) an deutlich radiotauglichere songs heran, deren metalattitüde von einer dezenten grunge-schlagseite gefärbt wird. doch wie leider etwas zu oft in diesen fällen kann neben einigen schon zu oft gehörten momenten die kreativität nicht mit der an sich handwerklich feinen machart mithalten. womit am ende lediglich ein bestenfalls durchschnittlicher gesamteindruck bleibt.

Mittwoch, 10. März 2010

lou rhodes: one good thing. review

bei lamb flickte sie mit ihrer stimme die komplexen soundfrickeleien von partner andy barlow zu ergreifenden triphop rohdiamanten zusammen. auf eigenen beinen steht sie überraschend fest auf dem fundament handgemachter popmusik: Lou Rhodes wird mit ihrem dritten alleingang anhänger der eigenen vergangenheit dennoch - zumindest partiell - wieder vor den kopf stoßen. und neue dazugewinnen. nicht nur (wie mich) durch eine unglaublich vereinnahmende live-präsenz. denn wo einerseits folk- und singer-songwriter-wurzeln immer mehr in den mittelpunkt drängen, sorgt die stimmliche präsenz der engländerin für wiedererkennungswert und ein beinahe anachronistisches wohlgefühl. doch können die kompositionen, jeglichen knarrenden beats und verschlungenen special effects beraubt, überhaupt bestehen? der erste eindruck von "One Good Thing" (motion audio/ninja tune/rough trade) lässt den hörer indifferent zurück: große harmonielinien kann man auf anhieb ebenso wenig ausmachen, wie auch nur ein unterschwellig zuckendes tanzbein. und zumindest in letzterem fall scheint tatsächlich alles gesagt zu sein. diese elf songs funktionieren subtiler. weshalb sie dem leben der sängerin wohl am ehrlichsten rechnung tragen: rhodes zog mit ihren kindern von der industriemetropole manchester hinaus auf das land. die neu gefundene ruhe, reflektiertheit und besinnlichkeit strahlen jene kompositionen nun aus. und zelebrieren so schlichte wie ehrliche herzensangelegenheiten der sängerin. ohne zugeständnisse an kitsch, ohne sich hinter einem gerüst elektronischer patterns zu verstecken. und wenn partner andy barlow wieder in erscheinung tritt, dann lediglich um in diesem fall analoge kompositionen ins rechte licht zu rücken. und er tut dies besonders gut, wenn die zerbrechlichen zeilen rhodes durch sporadisch aufbrausende eskapaden durchbrochen werden.

Donnerstag, 26. November 2009

jetzt raus: enno bunger "herzschlag". ep

keine frage: das genre "piano-pop" wirkt als wort auf den bildschirm eingetippt nicht besonders attraktiv. dass man unter dieser banner aber auch richtig angenehm klingen kann, will Enno Bunger beweisen. seine "Herzschlag EP" (pias/rought trade) steht jetzt im handel... und kokketiert liebend gerne mit den blumfeld, wie sie auf "verbotene früchte" einen teil ihres publikums vergraulten. und trotzdem müssen besonders freunde des sogenannten "hamburg sounds" unbedingt hinhören. das ganze dient zwar als vorgeschmack auf das im februar nächsten jahres erscheinende album "enno bunger". mit vier tracks (davon der titeltrack als entbehrliche instrumental-version) und 15 minuten spielzeit geht das digipak tatsächlich zumindest als manierlicher appetithappen durch.

Dienstag, 3. November 2009

die schönen und das biest. ladylike

beginnen wir doch gleich mit der interessantesten, der dunklen seite dieses beitrags: Emily Jane White, deren famoses debüt "dark undercoat" in den letzten monaten stück für stück zur verdienten aufmerksamkeit kam, veröffentlicht ihr zweites album. und "Victorian America" (talitres/rough trade) zeigt sich zwar opulenter instrumentiert - der tragische, beinahe morbide beigeschmack bleibt ihren kompositionen dennoch haften. ein glücksfall, denn so bestellt sie auf stücken wie dem versponnenen "stairs" im morast zwischen folk und singer-songwriter-dasein ihr ganz eigenes feld. dessen erträge diesmal eben etwas weniger fragmentarisch ausfallen. dafür bleiben es die textlichen abgünde, welche die inhalte für die zwölf stücke bilden. welche wahlweise natürlich durch gitarre oder piano sowie white's beherrschter erzähl-/singstimme zum leben erweckt werden. und dass die frau aus dem kalifornischen fort bragg ihren nachnamen zu unrecht trägt, wird spätestens mit dem tiefschwarzen finale "ghost of a horse" untermauert. gleichzeitig übrigens dem besten beispiel dafür, wie songdienlich hier das novum streicher eingesetzt wird. "victorian america" zieht mich von anfang bis ende in seinen bann und sollte - nein: muss - den klammheimlichen siegeszug von emily jane white erfolgreich fortsetzen. im falle Randi Tytingvag setzt das infoschreiben dagegen zu recht auf deren expressionistische züge. und tatsächlich zeigt "Red" (ozella music/galileo) eine selbstbewusste künstlerin, deren herangehensweise erfolgreich zahme downbeat-momente mit intelligenter takt-akrobatik verbindet. die norwegerin, die in der einheimischen musikszene bereits reichlich anhänger fand (von welchen hier auch mehrere zu hören sind), legt mit ihrem zweitwerk ein hochkarätiges album vor, das ganz selbstverständlich mit genregrenzen spielt. mag die quintessenz auf jazz basieren, räumt dieser das feld wenn nötig für folk, avantgarde, chanson sowie südamerikanische (!) rhythmen. frau tytingvag singt und wirkt in ihrer erscheinung dazu so abgeklärt, dass man sie kaum auf das tatsächliche alter von anfang 30 schätzen würde. und respekt sei ihr nicht nur dafür sicher, dass "red" bei all seinen facetten keinerlei brüche enthält. als weitaus einfacher zugänglich denn ihre beiden vorgängerinnen entpuppen sich die ´mal etwas forschen, meist jedoch melancholisch gestimmten balladen von Siri Svegler. die schwedische singer-songwriterin, die auch als schauspielerin erfolge feierte und mittlerweile sogar hierzulande wurzeln geschlagen hat, spielt mit folk- und jazz-zitaten - am ende bleibt das songmaterial auf "Silent Viewer" (compost records) jedoch schlichte popmusik. eine spur zu beliebig vielleicht, um wirklich aufmerksamkeit zu erregen. immerhin: als durchaus kurzweilige, abwechslungsreiche hintergrundmusik in einer stilvollen bar - ob live oder auf platte - kann man sich die elf tracks prima vorstellen.

Montag, 19. Oktober 2009

charmante indietunes für deinen herbst.

brooklyn, new york. kreativschmiede von jazz, rap bis hin zum hardcore. und nun: The Antlers. einst als soloprojekt von peter silbermann gestartet, avancierte man mitterlweile zum trio - darunter powerhouse-schlagzeuger michael lerner. "Hospice" (french kiss) erschien zunächst im eigenvertrieb, wird nun aber - zum glück - via french kiss einem kompetenten publikum alternativer musikformen vorgestellt werden. und es gehört nicht viel dazu, sich in die zehn somnambulen kompositionen fallen zu lassen. die beinahe beschwörende stimme von silbermann, der seine stücke urspünglich in einer zeit sozialer isolation verfasste, mag zwar einen kontrast zu den teils irrlichternden instrumentals bilden - im zusammenspiel entsteht ein etwas schnoddriges, jedoch beinahe intim-persönliches gesamtbild. den The Antlers gelang so ein album für den herbst, welches einen mit den passenden assoziationen noch weitaus länger begleiten könnte.
james chapman hat meinen wunden punkt gefunden: wenn schon der opener und titeltrack seines zweiten albums "Turning The Mind" (mute/goodtogo/rough trade) klingt wie grandaddy zu "the sophtware slump"-zeiten, verfalle ich einer platte normalerweise vorbehaltlos. zumal mich Maps mit dem kommenden track noch tiefer in den entsprechenden strudel ziehen. was natürlich vor allem mit den "gehauchgeflüstertgesungenenen" vocals zusammen hängt. und wenngleich der charme eines jason lytle natürlich nicht kopiert werden kann, versucht der engländer diese tatsache doch durch ein breiteres soundspektrum zu kompensieren. das funktioniert manchmal, mit moby-esken soundflächen und etwas abgehalfterten beats katapultiert sich das werk jedoch desöfteren selbst ins mittelmaß zurück. man muss entgegen des vom label progragierten noise- und krautrock schon eher ein faible für leichtere töne haben, um an den zwölf tracks nachhaltig gefallen zu finden.
seit jahren hält sich eine band felsenfest in den schwedischen radiocharts und zählt längst auch viele skandinavien-touristen zu ihren fans: die rede ist von kent, die mit ihren landessprachlichen texten und der musikalischen mischung aus coldplay und radiohead-einflüssen den wohl populärsten ikea-rockact der letzen jahre darstellen. wen wundert es, dass ein solcher erfolg auch nachzügler mit sich bringt. und The National Anthems aus dem beschaulichen städtchen karlstad machen zumindest den eindruck, als würden sie gefallen am songrepertoire von kent gefunden haben. jedenfalls besticht besticht auch ihr drittes, selbstbetiteltes werk mit epischen rocksongs, die durch das ausdrucksstarke gesangsorgan von bandgründer robert stalbro ihre besondere note erhalten. genau die ist einer der gründe, weshalb man "The National Anthems" (leon music/rough trade) trotz einiger parallelen nicht einfach als kopisten abtun darf. zudem bestechen die zehn stücke phasenweise mit hochkarätigem songwriting, auch wenn man sich hier und da in seichtere gewässer begibt. mit flotteren stücken wie „a.d.e“ zeigt die zum quintett angewachsene formation, wo sie herkommen. nicht umsonst konnte man in der vergangenheit auf der renommierten „emo diaries“-compilation des us-labels deep elm auf sich aufmerksam machen. noch etwas schüchtern kommen übrigens auch elektronische elemente und ein klavier zum einsatz, mit denen man viele songs behutsam verfeinert. alles in allem entsteht so ein wohltuendes gesamtwerk - und dank der unmittelbar bevorstehenden livepräsenz der nordlichter wird man hierzulande eventuell noch von sich reden machen.

Donnerstag, 17. September 2009

moneybrother: real control. review

die volle kontrolle? zumindest in deutschland dauerte die major-liebäugelei von anders wendin ohnehin nur eine platte lang. dennoch: in seiner heimat schweden zählt Moneybrother längst zu den superstarts... und auf "Real Control" (hacka/our choice/rough trade) wirkt er tatsächlich befreiter als beim - zumindest produktionstechnisch - etwas nüchternen vorgänger. was zeitgleich als das beste kompliment für das neue album zählen darf: diese zwei handvoll tracks, die in der deutschen variante übrigens noch bonustracks enthalten sollen, fangen den famosen, euphorischen charakter der liveshows beinahe perfekt ein. der sänger, den man sogar als mann ohne falsche scheu knuddelig finden darf, hat schließlich schon seit seiner zeit bei monster gelernt, wie man ergreifende songs mit charme, seele sowie dem entscheidenden quentchen pathos schreibt… und dabei noch unendlich leger wirken kann. ähnlich dem debüt lässt sich der punksoulbrother von keinen stilistischen oder emotionalen limits einengen, lebt die trauer über verflossene liebschaften ebenso herzzerreißend offensiv aus wie er sich im nächsten moment mit seiner abermals brillanten band in himmelhochjauchzende höhen emporschwingt. apropos: ja, er hat sie wiederentdeckt, seine kopfstimme. respekt gibt's neben dem, ähm, metaphorischen coverartwork obendrein dafür, mit "hacka" in diesen zeiten ein eigenes label zu gründen. und jetzt freue ich mich auf die anstehenden liveshows. denn so ein bißchen groupie darf schon sein, oder!?