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Mittwoch, 16. September 2015

ane brun: when I'm free. review

auf die kollegen von glitterhouse ist verlass. die beschreiben die musik auf dem neuen werk von Ane Brun in ihrem aktuellem mailorder-katalog selten passend als "imaginationsreiche, weltfern-verwehte phantasielandschaften zwischen trip hop-traum, elektronischem düsterwald und ästhetischem art-pop-paradies." für mich umso verwunderlicher: die ansage der norwegerin auf ihrer diesjährigen frühjahrs-akustiktour: bei ihrem nächsten abstecher nach deutschland, so ihre aussage, werde sie statt spartanisch-reduziert mit großer geste auffahren. was sich in dieser form nicht bewahrheitet. statt wie auf dem "live at stockholm concert hall" konzert mit grandioser orchestrierung aufzufahren, räumt sie auf "When I'm Free" (balloon ranger recordings/cargo) elektronischen klängen mehr platz ein als jemals zuvor. der - einmal mehr über das eigene balloon ranger-label weitgehend autark erschienene - longplayer verabschiedet sich damit auch ein stückweit von den ganz grandiosen refrainlinien des vorgängers. mit hilfe von kollegen aus den reihen von soundtrack of our lives, dem esbjörn svesson trio oder lykke li baut ane brun vielmehr auf eine unglaublich intensive atmosphäre. ihre hörer werden, so wie ich, dem eingeschlagenen weg ohne frage weiter folgen. so einzigartig bleibt diese fusion aus songwriterkunst, verponnenheit und innovationspotential. auf das konzert im mojo-club im november bin ich schon jetzt mehr als sehr gespannt.

tourdaten 2015
Sa., 14. Nov. Mojo Club, Hamburg
So., 15. Nov. Kulturbrauerei (Kesselhaus), Berlin
Mo., 16. Nov. FreiHeiz Halle, München


Sonntag, 3. Mai 2009

division of laura lee. welcome back

die glanzjahre von burning heart scheinen endgültig vorbei zu sein... wenn sogar derart hoch gehandelte partner wie Division Of Laura Lee nun das lager wechseln. zugegeben, nach übermäßig langer abstinenz. nichtsdestotrotz freut sich timo von unter schafen records zurecht, "Violence Is Timeless" (unter schafen/alive) hierzulande zu veröffentlichen. denn das schwedische quartett werkelte nicht umsonst über zwei jahre an dem neuen material. der track "evil out of me" klingt zwar ein wenig nach queens of the stone age, ansonsten bleibt man konsequent eigenständig: der unterkühlte, gleichermaßen morbide wie tanzbare (post-)rock hat hooklines wie "anytime, anywhere" angesichts seines charmes kaum nötig. dafür drängelt man sich einfach zu speziell zwischen dischord-opportunismus und sixties-appeal. weitergeführt wird bei diesen aufnahmen die kollaboration mit soundtrack of our lives' kalle gustafsson jerneholm. und überhaupt scheint sich nach dem gastspiel von nina persson auf dem vorgänger nicht nur die skandinavische pop-prominenz weiterhin für das schaffen von d.o.l.l. zu interessieren: unter violenceistimeless.com lassen sich kurzfilme zu beinahe jedem song des neuen albums finden, für welche unter anderem kristofer aström, jason lyte (grandaddy) und sogar ein gewisser joe lally (of fugazi fame) regie geführt haben. doch all das sind nur kurzweilige begleitumstände. viel wichtiger dagegen, dass die zwölf tracks bis jetzt die essentiellsten im indie-jahr 2009 darstellen.