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Donnerstag, 28. Januar 2016
matze rossi: ich fange feuer. album, tour & clip
mit tagtraum hat er einen teil meiner musikalischen jugend geprägt, in welcher man nicht selten ins 100km entfernte schweinfurth tingelte, um im legendären stattbahnhof einer der besten deutschen emo-punkbands zu lauschen. seit geraumer zeit ist frontmann nürnberger nun unter dem pseudonym Matze Rossi unterwegs. wenn auch für mich gefühlt (zu) wenig beachtet von der breiteren öffentlichkeit. das könnte sich mit seinem neuen, am 25.3. erscheinenden album "Ich Fange Feuer" (end hits/cargo) ändern. mit einem stilsicheren label im rücken, zahlreichen tourdaten und einem clip macht der singer-songwriter appetit auf eines der zahlreichen pre-order-bundles, welche es hier zu erstehen gibt.
mehr zu dem album hoffentlich in kürze auf diesen seiten.
und als kleinen exkurs in die historie gibt es hier unten nach clip und tourdaten quasi ein "classic interview" mit tagtraum. welches vor ziemlich genau 15 jahren (!) in den anfangstagen von sellfish.de von chrissi und mir im stattbahnhof geführt wurde. viel spaß beim lesen!
MATZE ROSSI - ICH FANGE FEUER TOUR 2016
19.03. DE - Schweinfurt - Release Day -> 5 Konzerte an 5 Orten
02.04. DE - Bonn - Bla
03.04. DE - Frankfurt - Ponyhof
04.04. DE - Düsseldorf - Zakk
05.04. DE - Erlangen - E-Werk
06.04. DE - Heidelberg - Karlstorbahnhof
07.04. DE - Bremen - Tower
08.04. DE - Hamburg - Kleiner Donner
09.04. DE - Braunschweig - Eule
10.04. DE - Kassel - Dock 4
11.04. DE - Regensburg - Alte Mälzerei
12.04. DE - Dresden - Scheune
13.04. DE - Leipzig - Moritzbastei
14.04. DE - Berlin - Privatclub
16.04. DE - Hannover - Faust-Festival
06.05. DE - Reutlingen - FranzK "Burning Eagle Warm Up"
07.05. DE - Augsburg - Soho
08.05. DE - Bad Königshofen-Alte Darre
09.05. DE - Münster - Pension Schmidt
11.05. DE - Kiel - Schaubude
13.05. DE - Westerstede - Wunderbar
09.07. DE - Schweinfurt - Honky Tonk
20.08. DE - Nordheim - Skate&Rock
und hier wie angekündigt das im dezember 2001 geführte interview mit matze und tagtraum, welches ihr im original hier findet.
kaum zu glauben, aber mit "augen auf und durch" hat die schweinfurter band - obwohl nur noch in dreierbesetzung - das bisherige meisterwerk ihrer karriere vorgelegt. konnte mich schon der vorgänger "seelenpuzzle" bedingungslos begeistern, schraubte man diesmal die aggression zugunsten wunderbarer melodien ein wenig zurück ohne an intensität einzubüßen. TAGTRAUM, das ist emotionale musik vom feinsten, und kilometerweit entfernt von entsetzlichen deutschpunk-klischees. vor ihrem "heimspiel" im rappelvollen schweinfurter stattbahnhof hatten wir kurz gelegenheit, mit matze, tobi und jörg zu sprechen.
wo seht ihr denn die veränderungen zur letzten platte?
[matze] ich denke, wir sind insgesamt wesentlich straighter und rockiger geworden, außerdem ist der sound diesmal mehr baß-, schlagzeug- und gesangorientierter. abgesehen davon setzen wir aber schon da an, wo wir mit "seelenpuzzle" aufgehört haben. wir machen noch immer das, was wir machen wollen. also auf jeden fall keine andere band zu kopieren, und unser eigenes ding durchzuziehen. jede platte war ja bisher unterschiedlich, und trotzdem hatten sie immer den TAGTRAUM-stil.
ich finde "augen auf und durch" weniger aggressiv als den vorgänger.
[matze] finde ich eigentlich nicht, ich denke sie ist sogar noch aggressiver. "seelenpuzzle" war destruktiv und das neue album ist aggressiv. aber ich habe auch schon gemerkt, dass jeder eine andere einstellung zu den platten hat. für manche ist "seelenpuzzle" die softeste. hängt vielleicht auch mit der zeit zusammen, in der die leute die platte gehört haben.
[tobi] für mich ist es die straighteste und aggressivste, soft würde ich sie nicht nennen.
in eurem platteninfo steht, dass ihr vier videos zum neuen album dreht. das ist eine ganze menge, oder?
[matze] eines ist ja schon fertig, dass ist ein live-video zu "hand aufs herz", dass es dann hoffentlich bald auch auf unserer homepage gibt. für "herr rossi" haben max und ich jetzt das drehbuch fertig. die clips sind auch nicht für irgendwelche sender bestimmt. wir packen das zeug auf die homepage und ich bringe auf meinem label "karamba records" eine videocompilation von TAGTRAUM über die letzten neun jahre raus. eventuell wird das teil auch als cd-rom zu haben sein.
was hat es denn mit deinem label auf sich?
[matze] "karamba records"? dort erscheinen unsere vinylsachen und das label mache ich. aber das ist auch nur so low-budget, die sachen sind alle split-releases mit anderen labels.
aber sonst seid ihr mit "vitaminepillen records" schon glücklich?
[matze] ja schon, das ist hierzulande halt das dickste label und sie machen auch am meisten für ihre bands. ich könnte mir nicht vorstellen, in deutschland auf einem anderen label zu sein. aber weltweit zu expandieren, wäre natürlich etwas anderes...
ihr wart ja schon in spanien auf tour. wie war das denn?
[tobi] gut, die gingen voll ab. die brauchen auch nicht unbedingt die texte, es reicht, was da von der musik rüberkommt.
[matze] es sind auch viele neue auslands-sachen geplant, eventuell mit den NITROMINDS aus brasilien. in amerika bekamen wir etwas angeboten und für schweden bin ich noch am gucken. wobei amerika natürlich heikel zur zeit ist, da kommen wir dann alle mit milzbrand zurück...
englische texte habt ihr ja auf der ersten platte noch gehabt...
[matze] ...ja, meine kläglichen versuche, man merkt, dass ich in der zehnten klasse aus dem gymnasium rausgeschmissen worden bin... das hat irgendwie nicht so gut funktioniert, ich kann mich in der deutschen sprache besser ausdrücken.
sagt bitte mal schnell, was ihr privat für musik hört.
[tobi] da sind wir glaub' ich alle recht bunt gefächert.
[matze] bei mir schon am meisten punkrock, zur zeit höre ich die neue STRIKE ANYWHERE, PROPAGANDHI und ALKALINE TRIO. für immer und ewig werde ich auch AT THE DRIVE-IN lieben und vergöttern. sonst hör' ich aber noch andere sachen, emo-zeug, GET UP-KIDS und so.
wie sieht es denn mit dem thema politik bei TAGTRAUM aus, seid ihr politisch engangiert?
[matze] ich würde mich schon als politischen menschen bezeichnen, alles was man tut oder wie man agiert ist ja irgendwo politisch. außerdem bin ich mitglied in der "roten hilfe" und war früher auch auf demos, habe aber nicht mehr groß zeit mich da selber noch zu engagieren. ein bißchen hab ich da auch die lust dran verloren. immer der übliche spießrutenlauf... das ist ja meistens so ein abgekartertes spiel, dass man durch irgendwelche industriegebiete läuft und gegen die burschenschaften demonstriert und das im endeffekt keine sau interessiert...
kommt ihr denn finanziell mit der band über die runden, oder müßt ihr noch arbeiten?
[matze, großes gelächter] auf jeden fall arbeiten!
[tobi] es ist nicht so, dass wir davon leben könnten, wir haben ja dauernd schulden. das kostet ja alles, dadurch dass wir soviel auch selber machen. zum beispiel ist der merchandise immer ein batzen kohle, der dann nur tröpfchenweise wieder reinkommt.
wie schaut es denn mit euerer internetseite www.tagtraumpalast.de aus, macht ihr die selber?
[matze] wir haben da so einen coolen typen, der die macht... der safti von RANK MIASM, supercooler typ, der macht alles, der ist der hero...! über die seite läuft auch wahnsinnig viel, was ich selber nie gedacht hätte. pro monat etwa 3000 besucher. da geht was.
[jörg] matze ist von dem angelernt worden, der die seite erstellt hat, so dass wir selbstständig aktualisieren können. er schreibt auch viel tagebuch und bringt immer wieder newsflyer raus.
abschließend wollten wir noch wissen, ob ihr zufrieden seid, mit dem wie es bisher für TAGTRAUM gelaufen ist?
[tobi] ja, auf jeden fall, oder?
[matze] naja, man kann nicht meckern. es ist halt immer ein auf und ab. wenn man richtig zufrieden wäre, dann würde man auch nicht weitermachen. die plattenverkäufe sind auf jeden fall steigend... (grinst) das macht sich immer gut, wenn man das sagt. nein wirklich, vor allem die neue platte läuft sehr gut. und da besonders die vinylversion: transparentes blaues vinyl, handnummeriert und handeingeklebte texte im klappcover! das macht sexy, auf jeden fall!
an dieser stelle haben wir uns langsam wieder verzogen, schließlich ist schweinfurt - wie ober erwähnt - die heimatstadt der drei. und so ist es kein wunder gewesen, dass alle paar minuten jemand für ein kurzes "hallo" hereinschaute... gerüchten zufolge soll die gästeliste an diesem abend auch um die 70 leute enthalten haben. das anschließende konzert jedenfalls war absolut genial und fand seinen höhepunkt in meinem neuen lieblingsstück "hand aufs herz".
mehr zu dem album hoffentlich in kürze auf diesen seiten.
und als kleinen exkurs in die historie gibt es hier unten nach clip und tourdaten quasi ein "classic interview" mit tagtraum. welches vor ziemlich genau 15 jahren (!) in den anfangstagen von sellfish.de von chrissi und mir im stattbahnhof geführt wurde. viel spaß beim lesen!
MATZE ROSSI - ICH FANGE FEUER TOUR 2016
19.03. DE - Schweinfurt - Release Day -> 5 Konzerte an 5 Orten
02.04. DE - Bonn - Bla
03.04. DE - Frankfurt - Ponyhof
04.04. DE - Düsseldorf - Zakk
05.04. DE - Erlangen - E-Werk
06.04. DE - Heidelberg - Karlstorbahnhof
07.04. DE - Bremen - Tower
08.04. DE - Hamburg - Kleiner Donner
09.04. DE - Braunschweig - Eule
10.04. DE - Kassel - Dock 4
11.04. DE - Regensburg - Alte Mälzerei
12.04. DE - Dresden - Scheune
13.04. DE - Leipzig - Moritzbastei
14.04. DE - Berlin - Privatclub
16.04. DE - Hannover - Faust-Festival
06.05. DE - Reutlingen - FranzK "Burning Eagle Warm Up"
07.05. DE - Augsburg - Soho
08.05. DE - Bad Königshofen-Alte Darre
09.05. DE - Münster - Pension Schmidt
11.05. DE - Kiel - Schaubude
13.05. DE - Westerstede - Wunderbar
09.07. DE - Schweinfurt - Honky Tonk
20.08. DE - Nordheim - Skate&Rock
und hier wie angekündigt das im dezember 2001 geführte interview mit matze und tagtraum, welches ihr im original hier findet.
kaum zu glauben, aber mit "augen auf und durch" hat die schweinfurter band - obwohl nur noch in dreierbesetzung - das bisherige meisterwerk ihrer karriere vorgelegt. konnte mich schon der vorgänger "seelenpuzzle" bedingungslos begeistern, schraubte man diesmal die aggression zugunsten wunderbarer melodien ein wenig zurück ohne an intensität einzubüßen. TAGTRAUM, das ist emotionale musik vom feinsten, und kilometerweit entfernt von entsetzlichen deutschpunk-klischees. vor ihrem "heimspiel" im rappelvollen schweinfurter stattbahnhof hatten wir kurz gelegenheit, mit matze, tobi und jörg zu sprechen.
wo seht ihr denn die veränderungen zur letzten platte?
[matze] ich denke, wir sind insgesamt wesentlich straighter und rockiger geworden, außerdem ist der sound diesmal mehr baß-, schlagzeug- und gesangorientierter. abgesehen davon setzen wir aber schon da an, wo wir mit "seelenpuzzle" aufgehört haben. wir machen noch immer das, was wir machen wollen. also auf jeden fall keine andere band zu kopieren, und unser eigenes ding durchzuziehen. jede platte war ja bisher unterschiedlich, und trotzdem hatten sie immer den TAGTRAUM-stil.
ich finde "augen auf und durch" weniger aggressiv als den vorgänger.
[matze] finde ich eigentlich nicht, ich denke sie ist sogar noch aggressiver. "seelenpuzzle" war destruktiv und das neue album ist aggressiv. aber ich habe auch schon gemerkt, dass jeder eine andere einstellung zu den platten hat. für manche ist "seelenpuzzle" die softeste. hängt vielleicht auch mit der zeit zusammen, in der die leute die platte gehört haben.
[tobi] für mich ist es die straighteste und aggressivste, soft würde ich sie nicht nennen.
in eurem platteninfo steht, dass ihr vier videos zum neuen album dreht. das ist eine ganze menge, oder?
[matze] eines ist ja schon fertig, dass ist ein live-video zu "hand aufs herz", dass es dann hoffentlich bald auch auf unserer homepage gibt. für "herr rossi" haben max und ich jetzt das drehbuch fertig. die clips sind auch nicht für irgendwelche sender bestimmt. wir packen das zeug auf die homepage und ich bringe auf meinem label "karamba records" eine videocompilation von TAGTRAUM über die letzten neun jahre raus. eventuell wird das teil auch als cd-rom zu haben sein.
was hat es denn mit deinem label auf sich?
[matze] "karamba records"? dort erscheinen unsere vinylsachen und das label mache ich. aber das ist auch nur so low-budget, die sachen sind alle split-releases mit anderen labels.
aber sonst seid ihr mit "vitaminepillen records" schon glücklich?
[matze] ja schon, das ist hierzulande halt das dickste label und sie machen auch am meisten für ihre bands. ich könnte mir nicht vorstellen, in deutschland auf einem anderen label zu sein. aber weltweit zu expandieren, wäre natürlich etwas anderes...
ihr wart ja schon in spanien auf tour. wie war das denn?
[tobi] gut, die gingen voll ab. die brauchen auch nicht unbedingt die texte, es reicht, was da von der musik rüberkommt.
[matze] es sind auch viele neue auslands-sachen geplant, eventuell mit den NITROMINDS aus brasilien. in amerika bekamen wir etwas angeboten und für schweden bin ich noch am gucken. wobei amerika natürlich heikel zur zeit ist, da kommen wir dann alle mit milzbrand zurück...
englische texte habt ihr ja auf der ersten platte noch gehabt...
[matze] ...ja, meine kläglichen versuche, man merkt, dass ich in der zehnten klasse aus dem gymnasium rausgeschmissen worden bin... das hat irgendwie nicht so gut funktioniert, ich kann mich in der deutschen sprache besser ausdrücken.
sagt bitte mal schnell, was ihr privat für musik hört.
[tobi] da sind wir glaub' ich alle recht bunt gefächert.
[matze] bei mir schon am meisten punkrock, zur zeit höre ich die neue STRIKE ANYWHERE, PROPAGANDHI und ALKALINE TRIO. für immer und ewig werde ich auch AT THE DRIVE-IN lieben und vergöttern. sonst hör' ich aber noch andere sachen, emo-zeug, GET UP-KIDS und so.
wie sieht es denn mit dem thema politik bei TAGTRAUM aus, seid ihr politisch engangiert?
[matze] ich würde mich schon als politischen menschen bezeichnen, alles was man tut oder wie man agiert ist ja irgendwo politisch. außerdem bin ich mitglied in der "roten hilfe" und war früher auch auf demos, habe aber nicht mehr groß zeit mich da selber noch zu engagieren. ein bißchen hab ich da auch die lust dran verloren. immer der übliche spießrutenlauf... das ist ja meistens so ein abgekartertes spiel, dass man durch irgendwelche industriegebiete läuft und gegen die burschenschaften demonstriert und das im endeffekt keine sau interessiert...
kommt ihr denn finanziell mit der band über die runden, oder müßt ihr noch arbeiten?
[matze, großes gelächter] auf jeden fall arbeiten!
[tobi] es ist nicht so, dass wir davon leben könnten, wir haben ja dauernd schulden. das kostet ja alles, dadurch dass wir soviel auch selber machen. zum beispiel ist der merchandise immer ein batzen kohle, der dann nur tröpfchenweise wieder reinkommt.
wie schaut es denn mit euerer internetseite www.tagtraumpalast.de aus, macht ihr die selber?
[matze] wir haben da so einen coolen typen, der die macht... der safti von RANK MIASM, supercooler typ, der macht alles, der ist der hero...! über die seite läuft auch wahnsinnig viel, was ich selber nie gedacht hätte. pro monat etwa 3000 besucher. da geht was.
[jörg] matze ist von dem angelernt worden, der die seite erstellt hat, so dass wir selbstständig aktualisieren können. er schreibt auch viel tagebuch und bringt immer wieder newsflyer raus.
abschließend wollten wir noch wissen, ob ihr zufrieden seid, mit dem wie es bisher für TAGTRAUM gelaufen ist?
[tobi] ja, auf jeden fall, oder?
[matze] naja, man kann nicht meckern. es ist halt immer ein auf und ab. wenn man richtig zufrieden wäre, dann würde man auch nicht weitermachen. die plattenverkäufe sind auf jeden fall steigend... (grinst) das macht sich immer gut, wenn man das sagt. nein wirklich, vor allem die neue platte läuft sehr gut. und da besonders die vinylversion: transparentes blaues vinyl, handnummeriert und handeingeklebte texte im klappcover! das macht sexy, auf jeden fall!
an dieser stelle haben wir uns langsam wieder verzogen, schließlich ist schweinfurt - wie ober erwähnt - die heimatstadt der drei. und so ist es kein wunder gewesen, dass alle paar minuten jemand für ein kurzes "hallo" hereinschaute... gerüchten zufolge soll die gästeliste an diesem abend auch um die 70 leute enthalten haben. das anschließende konzert jedenfalls war absolut genial und fand seinen höhepunkt in meinem neuen lieblingsstück "hand aufs herz".
Labels:
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tour
Dienstag, 22. September 2015
boysetsfire: alle infos zum neuen album.
ende der woche veröffentlichen Boysetsfire endlich ihr zweites album nach der reunion via end hits/cargo records. abermals selbstbetitelt stellt sich das werk auf den ersten eindruck nicht nur optisch, sondern auch musikalisch wie der etwas optimistischere bruder des vorgängers "while a nation sleeps" dar. und der kreativschub, welcher die band (und ihre nebenprojekte von i am heresy bis the casting out) seit ein paar jahren begleitet, hält unvermindert an. noch besser: der brückenschlag zu the casting out gelingt hier nicht zuletzt aufgrund der neuaufnahme des famosen "heaven knows". die hitdichte unter den 13 neuen tracks jedenfalls dürfte dafür sorgen, dass boysetsfire bei ihren anstehenden bühnenshows mit silverstein und great collapse (siehe unten) probleme haben werden, sämtliche fanwünsche zu erfüllen.
erhätlich ist das werk nicht nur als cd/dvd und vinyl-variante, sondern auch in folgenden preorder-deals:
Amazon.de (CD, DVD, Fahne, Gymsack, Postkarten, Keychain, Sticker)
EMP (CD, LP, Shirt-Bundle)
Finestvinyl.de (LP + Schal)
Impericon (LP + Shirt)
iTunes (mit vier Gratis Instant Gratifications)
jetzt wollen wir euch vor den weiteren albumdetails auch nicht den clip zu "one match" sowie die tourdaten vorenthalten.
BOYSETSFIRE
Support: SILVERSTEIN, GREAT COLLAPSE
01.10. DE – Hamburg – Docks
02.10. NL – Amsterdam - Melkweg
03.10. UK – London – Islington Academy
04.10. BE – Hasselt - Muziekdroom
05.10. DE – Münster – Skaters Palace
06.10. DE – Wiesbaden – Schlachthof
07.10. DE – Nürnberg - Löwensaal
08.10. CH – Solothurn - Kofmehl
09.10. AT – Wien – Arena
10.10. DE – Lindau - Vaudeville
11.10. DE – Leipzig – Werk 2
12.10. DE – Berlin – Huxley`s
Limitierte Sammler-Tickets für die Tournee sind exklusiv über den End Hits Records Webshop erhältlich.
BOYSETSFIRE
"s/t"
Vinyl, CD, CD-Bundle, digital
End Hits Records / Cargo Records
VÖ: 25.09.2015
01. Savage Blood
02. Cutting Room Floor
03. Don't Panic
04. Ordinary Lives
05. One Match
06. The Filth Is Rising
07. Torches To Paradise
08. Coward
09. Heaven Knows
10. Fall From Grace
11. Dig Your Grave
12. Breathe In, Bleed Out
13. Bled Dry (2015)
erhätlich ist das werk nicht nur als cd/dvd und vinyl-variante, sondern auch in folgenden preorder-deals:
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EMP (CD, LP, Shirt-Bundle)
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Impericon (LP + Shirt)
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jetzt wollen wir euch vor den weiteren albumdetails auch nicht den clip zu "one match" sowie die tourdaten vorenthalten.
BOYSETSFIRE
Support: SILVERSTEIN, GREAT COLLAPSE
01.10. DE – Hamburg – Docks
02.10. NL – Amsterdam - Melkweg
03.10. UK – London – Islington Academy
04.10. BE – Hasselt - Muziekdroom
05.10. DE – Münster – Skaters Palace
06.10. DE – Wiesbaden – Schlachthof
07.10. DE – Nürnberg - Löwensaal
08.10. CH – Solothurn - Kofmehl
09.10. AT – Wien – Arena
10.10. DE – Lindau - Vaudeville
11.10. DE – Leipzig – Werk 2
12.10. DE – Berlin – Huxley`s
Limitierte Sammler-Tickets für die Tournee sind exklusiv über den End Hits Records Webshop erhältlich.
BOYSETSFIRE
"s/t"
Vinyl, CD, CD-Bundle, digital
End Hits Records / Cargo Records
VÖ: 25.09.2015
01. Savage Blood
02. Cutting Room Floor
03. Don't Panic
04. Ordinary Lives
05. One Match
06. The Filth Is Rising
07. Torches To Paradise
08. Coward
09. Heaven Knows
10. Fall From Grace
11. Dig Your Grave
12. Breathe In, Bleed Out
13. Bled Dry (2015)
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the casting out,
tourdaten,
video
Mittwoch, 16. September 2015
ane brun: when I'm free. review
auf die kollegen von glitterhouse ist verlass. die beschreiben die musik auf dem neuen werk von Ane Brun in ihrem aktuellem mailorder-katalog selten passend als "imaginationsreiche, weltfern-verwehte phantasielandschaften zwischen trip hop-traum, elektronischem düsterwald und ästhetischem art-pop-paradies." für mich umso verwunderlicher: die ansage der norwegerin auf ihrer diesjährigen frühjahrs-akustiktour: bei ihrem nächsten abstecher nach deutschland, so ihre aussage, werde sie statt spartanisch-reduziert mit großer geste auffahren. was sich in dieser form nicht bewahrheitet. statt wie auf dem "live at stockholm concert hall" konzert mit grandioser orchestrierung aufzufahren, räumt sie auf "When I'm Free" (balloon ranger recordings/cargo) elektronischen klängen mehr platz ein als jemals zuvor. der - einmal mehr über das eigene balloon ranger-label weitgehend autark erschienene - longplayer verabschiedet sich damit auch ein stückweit von den ganz grandiosen refrainlinien des vorgängers. mit hilfe von kollegen aus den reihen von soundtrack of our lives, dem esbjörn svesson trio oder lykke li baut ane brun vielmehr auf eine unglaublich intensive atmosphäre. ihre hörer werden, so wie ich, dem eingeschlagenen weg ohne frage weiter folgen. so einzigartig bleibt diese fusion aus songwriterkunst, verponnenheit und innovationspotential. auf das konzert im mojo-club im november bin ich schon jetzt mehr als sehr gespannt.
tourdaten 2015
Sa., 14. Nov. Mojo Club, Hamburg
So., 15. Nov. Kulturbrauerei (Kesselhaus), Berlin
Mo., 16. Nov. FreiHeiz Halle, München
tourdaten 2015
Sa., 14. Nov. Mojo Club, Hamburg
So., 15. Nov. Kulturbrauerei (Kesselhaus), Berlin
Mo., 16. Nov. FreiHeiz Halle, München
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balloon ranger,
cargo,
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lykke li,
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soundtrack of our lives,
video,
when i'm free
Dienstag, 21. Mai 2013
ane brun: songs 2003-2013. eine retrospektive
anna ternheims musik unterlag zuletzt qualitativen schwankungen, sophie zelmanis ureigenes songuniversum mag manchem auf lange sicht doch zu limitiert erscheinen... für mich jedenfalls blieb über die jahre hin Ane Brun die unbestrittene ikone der skandinavischen singer-songwriterinnen. grandiose duette mit ron sexmith, moneybrother oder madrugadas sivert hoyem gehören
ebenso zu ihrem repertoire wie anspruchsvolle arrangements zwischen akustishem
minimalismus und großem kino. zuletzt schwang sie sich mit ihrem aktuellen studioalben"it all starts with one" noch einmal in unvorstellbare höhen (oder sollte man anhand der emotionalen intensität sagen: tiefen). die werkschau
"Songs 2003-2013" (31.05. / balloon ranger / cargo records) dokumentiert nun diese eindrucksvolle dekate. das schlicht betitelte doppelalbum umfasst songs aus allen schaffensperioden und hat dabei zahlreiche rare sowie unveröffentlichte stücke zu bieten. so wird die anschaffung auch für langjährige anhänger der norwegerin leider unverzichtbar. coverversionen wie z.b. "big in japan" oder "true colours", liveversionen von tracks wie "the dancer", "the fall" oder "my star" sowie kollaborationen mit musikerkollegen wie teitur oder jose gonzales sind nur einige nennenswerte highlights dieser tollen Zusammenstellung.
konzerttermine:
11.10.2013 Hamburg - Uebel & Gefährlich
20.10.2013 Berlin - Passionskirche
mehr davon bei sellfish.de:
ane brun im interview: "sportskanone"
ane brun review: "live at stockholm concert hall"
konzerttermine:
11.10.2013 Hamburg - Uebel & Gefährlich
20.10.2013 Berlin - Passionskirche
mehr davon bei sellfish.de:
ane brun im interview: "sportskanone"
ane brun review: "live at stockholm concert hall"
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teitur
Sonntag, 25. März 2012
backfire! my broken world. review
eine hassliebe vereinigt mich mit Backfire! schon seit ihren gründungstagen. denn während tracks wie "we won't forget" von der ersten 7" einfach knall-energetische hardcore-klassiker waren, sorgten die manchmal ekelhaft konservativen texte der "m-town-rebels" immer 'mal wieder für kopfzerbrechen. von jenen hat man sich inzwischen - glücklicherweise - größtenteils verabschiedet. viel mehr noch: geläutert vom eigenen lebenswurf heißt es auf dem neuen longplayer "i have learned that live is a journey, don't take mine". dass sie auch 15 jahre nach bandgründung und dem tragischen selbstmord von drummer richard immer noch heftig auf den putz hauen können, beweisen die gründungsmitglieder wyb (gitarre) und frontköter pat dagegen mit ihrem "My Broken World" (gsr music/cargo). selbiger bringt es zwar wieder einmal gerade auf eine gute halbe Stunde, während derer tut sich aber einiges. so sorgen gastvocals aus den reihen der ehemaligen lost & found-kollegen right direction für abwechslung, während sich die die niederländer durch ihre 14 wunderbar kompakten eigenkompositionen prügeln. highlight: die augenzwinkernde retrospektive "this one is for us". selbst der crowbar-tieflader "existance is punishment" macht als vertonte verzweiflungstat im kontext des albums sinn. neues gibt es abgesehen davon auch diesmal freilich nicht zu entdecken. ihr musikalisches handwerk beherrschen backfire! aber konsequent wie kaum jemand anderes in europa. und songs wie "broke bruised and bitter" schließlich machen deutlich, warum das quartett zeitweise sogar als legitimer nachfolger von negative approach gehandelt wurde.
Labels:
backfire,
cargo,
crowbar,
gsr music,
lost and found,
my broken world,
negative approach,
right direction
Dienstag, 2. November 2010
flying horseman, erika rosen. in den fußstapfen von...
ein untypisches album für die post-progressive-drone experten von conspiracy records, zeitgleich eines ihrer feinsten seit jahren: die Flying Horseman treten mit ihrem debüt "Wild Eyes" (conspiracy records/cargo) in die fußstapfen von david eugene edwards a.k.a. woven hand. das sextett aus dem belgischen antwerpen klingt dabei überraschend authentisch, wovon man sich auch mit untenstehendem video einen eindruck machen können sollte. übrigens: das album erscheint als vinyl-lp plus 7"... sowie als reguläre cd. ex-small flowers crack concrete-sängerin Erika Rosen stammt aus dem schwedischen malmö und tritt mit ihrem debütwerk erfolgreich in die fußstapfen von landsfrauen wie ane brun oder anna ternheim. wobei "Reload All Emotions And Let Them Collide" (margit music/broken silence) als doppel-cd erscheint, wenngleich die tracks leicht auf einen einzelnen silberling gepasst hätten. eine unterteilung macht dennoch sinn: so zeigt sich rosen auf den neun songs der ersten seite als klassische, zurückgenommene singer-songwriterin typisch skandinavisch-melancholischer prägung. die sechs stücke auf seite zwei entstanden im home-recording-verfahren und offenbaren eine experimentierfreudigere, atmosphärischere seite. auch diese facette weiß zu gefallen. und es dürfte spannend werden, wie sich ein solches kreatives konglomerat in der weiteren musikalischen biographie der künstlerin niederschlägt.
Labels:
broken silence,
cargo,
conspiracy,
Erika Rosen,
flying horseman,
margit music,
Reload All Emotions And Let Them Collide,
review,
wild eyes,
woven hand
Montag, 6. September 2010
hardcore in c-moll: caleya & comeback kid
o.k., doofer wortspiel-titel für diese rezensionen, welche musikalisch ohnehin nicht so richtig zusammenpassen wollen. aber immerhin in punkto intensität auf einem ähnlichen niveau rangieren. Caleya haben für ihre debüt "These Waves Will Carry Us Home" (midsummer records/cargo) im zweiten anlauf endlich ein fähiges label gefunden, welches das halbe dutzend tracks nun samt bonus regulär wieder verfügbar macht. was sich freunde von breach (zu guten alten "venom" zeiten) oder cult of luna nicht entgehen lassen sollten. denn: die hamburger verlieren sich wie die beiden großen vorbilder eben nicht in einem reinen durchexerzieren von extremitäten, sondern legen ihren soundclustern rockende oder gar vorsichtig harmonische muster zugrunde. außerdem darf man sich dann wohl nicht nur hierüber freuen... sondern bald auch auf reguläres neues material?!die epischen ansätze des vorgängers kicken Comeback Kid mit einem derben arschtritt aus der bildfläche: anstelle ein bis ins letzte detail ausgetüfteltes hardcore-konzeptwerk zu kreieren, geht "Symptoms + Cures" (victory records/soulfood) ohne umwege durch die decke. das klingt neben der eigenen vergangenheit gern auch mal nach den frühen strike anywhere, wenngleich die elf tracks sogar noch eine spur düsterer ausfallen. das mögen engstirnige szenevertreter anders sehen. aber ein derart konsequentes werk, wie es die kanadier vorlegen (welche sich ihre heimatstadt übrigens mit den weakerthans teilen), war insbesondere nach dem sights & sounds intermezzo kaum zu erwarten. oder etwa gerade deswegen? andrew neufeld jedenfalls klappt unter der neuen doppelbelastung gitarre/gesang keineswegs zusammen, sondern läuft zu hochform auf. was auch für die texte gilt. seine rauen, variablen vocals stehen den elf songs optimal zu gesicht und machen scott wade tatsächlich vergessen. zumal das songwriting trotz aller geradlinigkeit auf gesundem niveau stattfindet. denn der nervenzerfetzende spannungsbogen von "pull back The reins", die großen und geschickt platzierten melodiebögen ("g.m. vincent and i") sowie eine unvergleichliche energie sorgen dafür, dass comeback kid ihren platz in der premier league des genres nachhaltig verteidigen können.
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Mittwoch, 1. September 2010
jungspunde und alte säcke: astpai & spermbirds
bevor wir gleich zu den großen helden umschwenken, hier ein hinweis auf vier junge österreicher, die ihr musikalisches - und inhaltliches - herz gleichermaßen an genau der richtigen stelle tragen: Astpai liefern mit "Heart To Grow" (ass-card records/cargo) ihr drittwerk ab. und rücken den superben vorbildern kid dynamite, none more black oder dillinger four konsequent näher. das ergebnis klingt zwar nach wie vor nicht ganz so überzeugend und pfiffig wie die (leider jüngst verblichenen) deny everything... stellt jedoch unbeeindruckt davon eine erfrischende wohltat im aktuellen hardcore-neuveröffentlichungs-dschungel dar. unbedingt antesten!so, nun aber: viel zu lange hatte es gedauert, bis lee hollis ein einsehen hatte und in die reihen der Spermbirds zurückfand. doch nach der zwischenzeitlichen anheuerung eines interimsängers, mit dem auch eine soundkorrektur einher ging, steuert man seit "set an exemple" (beinahe) im original line-up wieder zurück in die frühen achtziger. die albumproduktion von "A Columbus Feeling" (rookie records/cargo) dauerte einmal mehr seine zeit - was den zahlreichen nebentätigkeiten der beteiligten geschuldet sein dürfte. diese band reaktiviert sich eben immer dann, wenn die alten herren richtig heiß sind... dem material der scheibe hat das aber zu keiner sekunde geschadet. im gegenteil: rockiger klangen die saarbrückener schon lange nicht mehr. natürlich können in dem zusammenhang die zwischenzeitlichen betätigungsfelder der bandmitglieder (vor allem natürlich lee hollis' steakknife) nicht gänzlich ausgeblendet werden, und so schaltet man nicht nur immer wieder einen gang zurück, sondern klingt auch abwechslungsreicher denn je. dennoch finden sich unter den 13 tracks die altbewährten skatepunk-hymnen, von welchen ich wohl grundsätzlich nicht genug bekommen kann. keine frage auch, dass ex-g.i., exil-amerikaner und kurzgeschichten-verfasser hollis sich textlich wieder voll austobt und die eine oder andere spitze loslässt. dazu eine herrlich ungehobelte produktion, die wie die faust aufs auge passt. also: was sich mit dem old school-artwork bzw. bandschriftzug ankündigt, findet bestätigung im songmaterial - die spermbirds sind einmal mehr in alter klasse zurück! und man darf mehr als gespannt auf die tour mit youth of today (sic!) sein...
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Montag, 9. August 2010
the casting out: same. review
erste reaktionen auf ihr neues album durften eher als warnung gewertet werden: nach sänger nathan grays' großer vergangeheit in boysetsfire, einer tollen debüt-ep mit The Casting Out sowie einem nicht minder gelungenen longplayer nun also das selbstbetitelte zweitwerk. die laut ihrer myspace-seite mittlerweile zum trio (?!) geschrumpfte band mit ihrem (abermals) neuem label muss sich dabei vor allem dem vorwürfen stellen, eine unausgeglichene produktion wie in der absoluten b.s.f.-frühphase abzuliefern - und auch in punkto songwriting echte schwachstellen zu offenbaren. und so ganz entkräften kann ich dieses urteil über "The Casting Out" (eyeball/cargo) leider tatsächlich nicht. vielleicht aber wäre es interessant, den ansatz der band 2010 zu hören: dieser ist nämlich ein spaßiger, musikalisch wie inhaltlich unverkrampfter und wesentlich spontanerer. richtig, hier klingt eigentlich nichts so richtig ausgereift, was sich beim kaum vorhandenen booklet fortsetzt. aber man merkt, wie die mitt-dreißiger noch einmal richtig feuer fangen für eine band, welche es - insbesondere mit diesem zweitwerk - wohl kaum wieder aus den schäbigen clubs herausschaffen wird. mir soll's recht sein. denn hat man sich an die etwas schmuddelige oberfläche gewöhnt, offenbaren die zwölf songs eben doch die erhofften hitqualitäten. und das sogar mit reichlich charme. ganz in der tradition von samiam und jawbreaker nämlich werden die anhänger perlen wie "headfirst" oder "before we die" trotz soundmängel lieben lernen.
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Donnerstag, 5. August 2010
someone still loves you boris yeltsin: let it sway. review
so soll es sein: nach ein paar shows in der heimat ihres namensgebers führen Someone Still Loves You Boris Yeltsin die eigene weezer-leidenschaft in neue spähren: mit gut 41 minuten auf ihrem bislang längstem album. und sollten mit ihrem drittwerk nicht zuletzt dank eines prominenten produzenten ihren underground-status stück für stück ad acta legen können. was neben der (mir etwas zu polierten) tätigkeit von death cab for cutie's chris walla daran liegt, dass die vier mit ihrem unaffektiert „süßen“ image über ein enormes verständnis für schlüssiges, simples songwriting verfügen. entsprechend des titels schaukeln uns die herren aus springfield, missouri, nämlich mit den nahezu perfekten gitarrenpopsongs in trance. ohne innovation, aber mit erfolg weiten sie das bisher arg limitierte sounduniversum moderat aus. das dutzend tracks liebäugelt neben erwähnter band von river cuomos gerne mit nada surf, the shins oder ihren labelkollegen headlights. trotz eines soundtrack-engagements für die tv-serie oc california sowie dem obligatorischen myspace-hype in der vergangenheit hat sich musikalisch in nuancen etwas geändert im melodramatischen kosmos von sslyby. was es rezensenten dennoch schwer machen dürfte, die besonderheiten dieser sonst eher unscheinbaren formation näher auf den punkt zu bringen. auch ich weiß mir nur noch mit anspieltipps zu helfen: zum beispiel dem quasi-titeltrack „sink/let it sway“; oder dem getragen-reduzierten "stuart gets lost dans le metro". oder "animalkind", welches sich tatsächlich auch auf dem letzten nada surf-studioalbum gut gemacht hätte. fazit: "Let It Sway" (polyvinyl records/cargo) wurde ein im besten annehmliches album, dem man gerne das gleiche prädikat wie seinerzeit den vorgängern verleiht - "nicht aufsehenerregend, aber grundsympathisch".
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Mittwoch, 4. August 2010
ghost of a chance: and miles to go before i sleep. review
man kann es niemandem verdenken, der bei der formel "ex-hardcore sänger wandelt auf akustischen solopfaden" genervt die augen noch oben rollt. bei einer derartigen inflation kann ja selbst die weltwirtschaft nicht mithalten. aber erstens kannte die vorher-bands von Ghost Of A Chance wohl kaum jemand abseits von insidern der heimischen hardcore-szene so richtig (...hallo nerds: die hießen proud youth und a sailors grave). und zweitens hört der mainzer mit der akustikgitarre in der hand hier auf den nachnamen heiland. was schlechte wortspiele ja geradezu provoziert. im falle von "And Miles To Go Before I Sleep" (midsummer records/cargo) jedenfalls sollte man sich nicht vom vielleicht etwas klischeebehafteten coverartwork ablenken lassen. denn seien wir ehrlich: das debütalbum überzeugt von anfang bis ende, erinnert nicht nur an die relevanten kristofer aström-soloalben, sondern bedient gleichermaßen die amerikanische singer-songwriter- bzw. folk-schule. sollte es ghost of a chance in zukunft gelingen, das eigene terrain noch klarer abzustecken, dürfte es für kritiker schwer werden, ein haar in der suppe zu finden. als einen der besten songwriter in diesem metier darf sich heiland derweil schon jetzt bezeichnen.Ghost of a Chance - Welcome to Career Day (Live at Sembach Airfield) from Max Nicklas on Vimeo.
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Donnerstag, 1. Juli 2010
the gaslight anthem & bob sinclair. summersounds
mittlerweile auch vom boss geadelt - auf springsteens aktueller dvd "london calling" gibt es gar ein stelldichein der band - treffen sich beim neuen album von The Gaslight Anthem wieder stilsicher songwriterische kunst und schlichtes können. respektive die tatsache, dass durch die adern der bandmitglieder offenbar rock'n'roll, soul und blues gleichermaßen fließen. „American Slang“ (sideonedummy/cargo) überzeugt so einmal mehr mit an sich simplen attributen: unaufdringlich, ehrlich, facettenreich. schon die ersten sekunden des neuen albums machen klar, wohin die reise der vier jungs aus new jersey gehen soll: der titelsong glänzt mit leidenschaft und (ähm) springsteen-refrain, ohne dabei das gespür für punkrock aus den augen zu verlieren. ob eher poppig oder dreckig rockend, melancholisch oder treibend nach vorne: auf album nummer drei passt - wieder - alles zusammen. am ende steht ein ziemlich grandioses werk voller energie, pathos und einer prise nostalgie. übrigens mit dem selben produzententeam und (independent-)label im hintergrund wie bei "the 59 sound". von wegen stadion-ambitionen, also. nach zehn songs ist dann auch wieder schluss. perfekt.der französische dj Bob Sinclair auf der suche nach neuen herausforderungen: ob "Made In Jamaica" (ministry of sound/warner) jedoch den erhofft großen wurf markiert, darf bezweifelt werden. mit sly & robbie samt ihren reggae-wurzeln fand sinclair zwar einen passenden kollaborationspartner. den er ganz bewusst auswählte: nämlich analog zu seinem vorbild serge gainbourg; der sein dub-album unter ziemlich exakt den gleichen umständen einspielte. ob 2010 daraus ebenfalls ein klassiker entsteht, kann schnell beantwortet werden: weder die shaggy-zusammenarbeit für die erste single "i wanna" überzeugt mit ihrem sterilen hochglanz-reggae-standards. und auch an anderer stelle wird vergessen, akzente zu setzen. "love generation" - passend zur wm wieder aufgelegt - bleibt auch mit neuem rhythmus allenfalls nettes formatradio. und so ergeht es letzten endes dem ganzen dutzen tracks: mal ganz passabel, oft jedoch einfach zu wenig substanziell um zu überzeugen. anyway: als obligatorisch entspanntes sommeralbum bestimmt tauglich... leider gab es davon in diesem jahr auch schon gelungenere.
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Montag, 7. Juni 2010
still believe? h.c. bestandsaufnahme 06/10
die geschichte von Integrity ist ebenso lange wie unstet. war man anfang der neunziger zweifellos die wichtigste band der cleveland hardcore-szene, schob man sich durch gewöhnungsbedürftige grenzüberschreitungen vor jahren selbst ins abseits. die hardcoreszene war wohl einfach nicht reif für (die ohnehin nicht übermäßig gelungenen) elektronischen experimente, wie sie frontsau dwid seinerzeit unter dem namen integrity 2000 veröffentlichte. seit dem vor vier jahren erschienenen "to die for" besinnt man sich nun wieder auf seine eigentlichen stärken, tourt fleißig durch kleine clubs und geht auch mit der neuen veröffentlichung "the blackest curse" (deathwish) einen guten schritt zurück - mir kommt beim hören der neun songs desöfteren das brillante "systems overload" album in den sinn. klar, metallische soli wie im famosen "simulacra" werden verfechter der einzig wahren hardcore-lehre wieder sauer aufstoßen. doch erstmal fanden sich solche zitate im integrity-sound schon immer, zum anderen stehen geschwindigkeit und songlänge auf "the blackest curse" in der tradition der alten schule. man mag die intensität alter tage vermissen: objektiv gesehen zeigt sich der "clevo hate-edge"in bester verfassung!es sind wahrlich nicht wenige formationen, welche auf den spuren von hot water music wandeln können und das ganze vielleicht noch mit etwas screamo garnieren. immerhin: das englische quartett Lower Than Atlantis, bislang nicht gerade vom glück verfolgt (line-up wechsel, labelsuche), steckt hörbar sein herzblut in das material ihres debüts. "Far Q" (redfield records/cargo) strotzt nur so vor leidenschaft, working class-attitüde und klugen lyrics. das soundgerüst platziert sich dabei recht gelungen zwischen emo, indie und hardcore - ohne dem zeitgeist hinterher zu hecheln. dafür zeigen sie lower than atlantis vielleicht doch etwas zu unbequem. klar: das dutzend songs steckt voller pop. aber einem pop der blut, schweiß und tränen kennt. durchaus eine seltenheit im kontext kajalgeschminkter, hochgestylter kollegenbands.
gemessen an der zu tage gebrachten musikalischen radikalität entspricht der wechsel von malfunction/deathwish records zu hassle durchaus einem großen sprung für Trash Talk. "Eyes & Nines" (hassle/soulfood) bekommt auf diese weise immerhin die beachtung auch außerhalb von insider kreisen. und selbst wenn die herren aus sacramento den t(h)rash beinahe im namen tragen, wer beispielsweise dem fiesen hardcore rock'n'roll von the bronx huldigt, findet hier anknüpfungspunkte. nicht ohne grund fand man in der vergangenheit sogar die aufmerksamkeit von steve albini, der wohl höchstselbst erst selten mit roherem, nihilistischerem material konforniert gewesen sein dürfte. bei aller liebe: innovativ klingt daran natürlich kaum etwas. braucht es bei einem 10 song und 17 minuten statement gegen die gesellschaft an sich und die kirche im besonderen wohl auch nicht.
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Donnerstag, 3. Juni 2010
arbeitsgruppe: "voran in die sonne"
verwirrung bleibt konzept: der opener "grunz-rauch" klingt nach einer dub-reggae schülerchoraufführung, die man vielleicht eher beim letzten longplayer "jamaica" erwartet hätte... der titel benennt den veröffentlichungszeitpunkt und die songtitel sind allesamt in griechischer schrift gehalten. ein zusammenhängender plan erschließt sich zumindest mir auch 2010 nicht. mit etwas fantasie vielleicht zu letzterer these: Kommando Sonne-Nmilch haben mit schlagzeuger alex tsitsigias (schrottgrenze) offenbar jemanden mit entsprechendem kulturellen hintergrund als nachfolger für stephan mahler gefunden. wie auch immer. "Pfingsten" (major label/broken silence) jedenfalls zeugt nicht nur aufgrund der feiertags-punktlandung von aktualität: im entstaunlich direkten "bubenglueck" rechnen jens rachut (jaja... oma hans, dackelblut, die ganze chose) und konsorten sowas von köstlich mit den gegenwärtigen skandal-katholiken ab, dass es einen pracht ist. "galgenbauer" dagegen knüpft an den hörspielprojekten der bandmitglieder an und bleibt eines von vielen beispielen, wie wichtig sängerin und schauspierin yvon jansen mittlerweile für den sound der band ist. da sie neben charismatiker rachut tatsächlich eine gleichberechtigte rolle einnimmt. und das soundrepertoire unter anderem dadurch weitaus mehr facetten kennt als nur punk.im vorprogramm der captain planets' wußten sie die begeisterung nochmal zu untermauern, welche sich meinerseits beim debüt "kuddel" eingestellt hatte. und die vorfreude auf "Blinker" (zeitstrafe/cargo) war dementsprechend groß. nicht nur bei mir. Matula haben sich davon jedenfalls nicht beirren, sondern vielmehr großzügig zeit gelassen. doch keine sorge: für einen immer noch reichlich rauhen feinschliff wurde gesorgt. denn die merkmale des vorgängers sind allgegenwärtig: man könnte also wieder sagen, dass die songmuster oft ähnlich sind, man könnte die sonoren vocals von tobbe kritisieren... oder einfach eingestehen, dass sich hier im schatten diverser hamburg-bands etwas ganz besonderes entwickelt. vielleicht hört man die jawbreaker-einflüsse auf der bühne noch deutlicher heraus. aber matula haben ihre wurzeln im schattigen dickicht zwischen einem dischord-emoverständnis und jawbreaker-harmonielehre geschlagen. von daher: nicht nur sympathisch, sondern viel zu gut für ein nischendasein. nur hätten wir damals tatsächlich die wohnung in hammerbrook genommen, würde das urteil über die platte vielleicht etwas anders aussehen...
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Dienstag, 4. Mai 2010
leatherface: the stormy petrel. review
es war in ihrer langen karriere sicherlich niemals eine besonders gute produktion oder gar das artwork, was die aufmerksamkeit auf Leatherface gelenkt hatte. welche nach 22 jahren chronischer erfolglosigkeit trotzdem noch (oder erst recht) zu den einflussreichsten britischen bands seines genres gehört. aber image war bei frankie stubbs und seiner mannschaft noch nie wichtig. konzentrieren wir uns also auf das, was das (jetzt wieder) quartett um die reibeisenstimme schon immer ausgemacht hat: melancholische melodien, texte mit herzblut ("my worlds end") und letztendlich ihr völlig eigenständiger sound. genau den gibt es auch auf "The Stormy Petrel" (lp: majorlabel/cd: big ugly fish/cargo) zu hören, weshalb gängige bewertungskriterien einmal mehr nicht funktionieren: leatherface sind leatherface und auch diesmal wird nur eine minderheit mitbekommen, dass genau hier die wurzeln für den sound von hot water music (mit denen man ja bereits eine split veröffentlichte), avail oder the gaslight anthem liegen. anders gesagt: von ähnlich vielen rückschlägen gezeichnet, spielen leatherface eigentlich in einer liga mit social distortion. wer's nicht glaubt, soll sich stücke wie "never say goodbye" oder "broken" anhören - und sich die band dieses frühjahr unbedingt live angucken.
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Mittwoch, 14. April 2010
bestandsaufnahme. 04/10
polyvinyl liebe ich allein schon für ihre 31knots-veröffentlichungen bis in alle ewigkeit... nun helfen sie einer anderen band aus der patsche. Love Is All waren im letzten jahr nämlich plötzlich ihren plattenvertrag los. und landeten daraufhin bei dem sympathischen label aus illinois. "Two Thousand And Ten Injuries" (polyvinyl/cargo), das dritte album der schweden klingt entgegen deren sonstigen veröffentlichungspraxis so eingängig wie nie... und dennoch derart enervierend, dass es konventionelle radiosender schwer haben dürften. in ihrer heimat und auch anderswo weiß man den garagepop zwischen einer prise new wave und punk allerdings schon eine ganze weile zu würdigen. immerhin ist dieser sound - insbesondere durch die boy/girl-vocals - natürlich schwer angesagt. und hier? mit den neuen songs gehen love is all jedenfalls einen schritt auf das breite publikum zu. auf eine sehr kindliche weise bleibt für alle alten anhänger stillsitzen zum glück dennoch unmöglich.
was uns zum ziemlich exakten stilistischen gegenteil führt... im falle Mantler darf man übrigens schon von einem kleinen comeback sprechen: der kanadier chris a. cummings führt jahre später endlich seinen etwas sonambulen sound weiter. und das ganze in noch deutlich organischere gefilde. zwar hört man auf "Monody" (tomlab/indigo) nach wie vor feine elektronik; der überwiegende teil der elf tracks allerdings atmet eher klassischen pop, funk und vor allem einen dezenten soul-anteil. umso mehr also kaum zu glauben, dass die arrangements eher an einem laptop denn im proberaum entstanden sein sollen. immerhin: mit owen pallett (final fantasy) und junior boy jeremy greenspan gerät das ganze zu alles andere als einem verkopften solo-trip. am ende bleibt einmal mehr ein hochwertiges easy listening-album par excellence.
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Freitag, 9. April 2010
medications & pttrns. postrock, transatlantisch
nach einer imposanten ep und dem tollen albumdebüt "your favorite people all in one place" hat dieses hochkarätige dischord-signing nach fünf jahren wartezeit (!) seinen neuen longplayer fertiggestellt. und wer das vorübergehend geschrumpfte trio aus (natürlich...) washington dc vielleicht schon auf der "burn to shine" dvd gesehen hat, der weiß, mit welcher intensität Medications zur sache gehen. zwischen treibend, verkopft und harmonisch gibt man seinen post-rock-elegien zwar genügend zeit und raum, sich zu entfalten. dennoch gelingt es den ehemaligen faraquet und smart went crazy mitgliedern, ihr material durchgehend auf den punkt zu steuern. die neuerdings auf dreiminutenformat komprimierten tracks pendeln dabei zwischen subtil vertrackt und gelegentlich ausufernd, sind jedoch zu weiten teilen ebenso dynamisch wie melodisch inszeniert. nach nur ein paar durchläufen kristallisieren sich erste highlights heraus, doch darüber hinaus bestechen medications mit einer hohen halbwertszeit. hier gibt es auch nach dem zehnten kontakt noch spannende details (insbesondere in der rhythmusarbeit) zu entdecken. leider muss diesmal auf eine inner ear production verzichtet werden, was dem ohnehin etwas moderaterem material jedoch nicht schadet. die elf tracks atmen die spielfreude der beteiligten, und wenn daraus - wie in "seasons" - funkensprühende hits zwischen jawbox und fugazi entstehen, möchte man dem label von ian mackaye einmal mehr zu seinem durchhaltevermögen in diesen schweren zeiten gratulieren. fazit: "Completely Removed" (dischord/alive) ist trotz seines schlichten äußeren ein hochkomplexes album geworden, bei dem es den protagonisten gelingt, niemals den songfluss aus den augen zu verlieren und so ein enorm wertiges stück musik zu veröffentlichen.die famose patterns/falcon five-kollaboration auf der gemeinsamen split blieb mir in großartiger erinnerung - gerade weil bei diesem format sonst oft der eindruck entsteht, es würde mit songresten gehandelt. nun also das debütalbum ersterer, die sich zu diesem anlass noch griffiger in PTTRNS umbenannt haben. und wesentlich griffiger klingt auch ihre musik auf "Science Piñata" (altin village/mine records/cargo). viel von der explosiven energie der vergangenheit kanalisierte das an den instrumenten rotierende trio in geordnetere songs... samt beachtlichem dance-appeal. q and not u fallen da sogleich als referenz ein; doch in dieser nische stecken längst viele weitere bands. die pttrns klingen passend dazu insgesamt ein gutes stückchen professioneller; leider aber auch beliebiger. dafür entschädigen selbst das phänomenal-schlichte artwork sowie der guido lucas-sound nicht ganz. am ende bleibt ein zwar gelungenes album; für mich jedoch auch der beigeschmack einer vertanen chance, noch deutlichere spuren zu hinterlassen.
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Sonntag, 7. März 2010
close your eyes & forgettoforgive. hcXreviews
die jungspunde Close Your Eyes gehören zu den neuesten victory-records-signings. mit einem derartigen label im rücken, welches in den usa ja schon major-charakter hat, könnte nach nur einer ep nun ein echter durchbruch gelingen. und das, obwohl sich ihr sound am klassischen hardcore anlehnt. stretch arm strong beispielsweise dürfen als passende referenz dienen, wenngleich die amis gleichermaßen gefälliger wie auch gefährlicher klingen können. elf songs in 40 minuten zeugen allerdings davon, dass man im vergleich zum ursprünglichen genre beinahe schon epischer, manchmal übrigens auch metallastiger klingt. der haken dabei: "We Will Overcome" (victory records/soulfood) hätte ein mindestens richtig gutes album werden können. denn insbesondere dann, wenn neben den melodischen strophen und refrains das aggressivitätslevel angehoben wird, präsentiert sich das potential der fünf recht eindrucksvoll. mehrere wenig packende, allzu belanglos-harmonische parts entpuppen sich nach einiger zeit jedoch als füllmaterial. in einer für meine begriffe etwas zu klinischen bombast-produktion (a lá der kollegen von a day to remember) klingen close your eyes darüberhinaus eine ganze spur zu glattpoliert. mit zahlreichen botschaften der bibel im booklet und den gottesfürchtigen credits disqualifiziert man sich schließlich (...evtl. lediglich nur für mich persönlich). objektiv gesehen allerdings haben wir es angesichts des zustands von victory records 2010 aber so oder so mit einem sehr starken album zu tun!nur die harten kommen in den garten... nur die kreischer werden schweisser... durch grunzen kann man songs verhunzen... hmm, zunächst ein großes "entschuldigung!" für diese dada/gaga-einleitung! doch Forgettoforgive machen es einem aber wirklich nicht leicht, das eigene hirn in bewegung zu setzen. die niederländer springen nämlich mit geradezu unangenehmer penetranz auf den zug auf, den bands wie emmure, suicide silence oder job for a cowboy - durchaus auch kommerziell - ins rollen gebracht haben. "A Product Of Dissecting Minds" (gsr music/cargo) hat sich demzufolge dem sogenannten deathcore verschrieben. soll heißen: vertrackte instrumentalarbeit, halsbrecherische breaks und unterirdische growls, gepackt in knackig-kurze tracks. das ganze handwerklich zwar nicht schlecht gemacht, jedoch trotz (!) des genrekonzepts ohne jegliche überraschungen oder gar individuelle töne. ganz schlimm wird es in den paar momenten, in welchen cleane emo-vocals das gehackstückel mit pathos-refrains aufwerten sollen. tut mir leid - gsr music sind in meinem ansehen in letzter zeit stetig gewachsen. mit dieser zweitklassige kopie einst durchaus spanndender vorbilder hat man sich allerdings keinen gefallen getan.
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Sonntag, 14. Februar 2010
die aronauten & december pearls. rock GER
wenn alte herren musizieren, können eben schon mal zeilen wie "ich hab halt nur geld im kopf und dann denk ich an sex" herauskommen. jedenfalls wenn es sich dabei um Die Aeronauten handelt. jene haben mittlerweile knapp zwanzig jahre und eine unzahl veröffentlichungen sowie konzerte auf dem buckel... und nicht zuletzt wegen letzteren eine eingeschworene anhängerschaft. ob ihr neuer longplayer "Hallo Leidenschaft" (ritchie records/cargo) jedoch auch jungspunde rekrutieren können wird? mit wenig rock'n'roll tauglichen songtiteln wie "feuer der liebe", "nähe herstellen" oder "maximum future investment" wohl eher nicht. was die sechs herren um sänger olifr (!) bestimmt wenig kümmert. und zurecht. denn die schweizer haben längst klare vorstellungen von ihrem eigenen sound. und können einerseits unfassbar clever sein, wenngleich sie in ihren naiven momenten ebenso polarisieren werden. dieses album mit seiner charmanten, irgendwie zeitlosen mischung aus rock, ska und pop wird definitiv wieder seine abnehmer finden - auch wenn die protagonisten weder in deutschpunk-schubladen noch hamburger schul-räume passen werden. zum glück.sie teilen sich mit den donots die herkunftsstadt... wer sonst nichts über die December Pearls weiß, dürfte dennoch eine idee vom sound der ibbenbürener haben. immerhin steuerte ein gewisser guido knollmann - sonst in oben genannter powerpopband in lohn und brot - auf dem ersten longplayer "le café royal" ein gitarrensolo bei; und zeichnete sich in der vergangenheit sogar für den sound der december pearls zuständig. so klangen sie teils stärker nach den großen nachbarn als diese selbst in ihrer spätphase. zumal sowohl die vocals als auch die mischung aus rock, punk und einer prise emo einfach sehr ähnlich ausfallen. angenehm ist dagegen, dass man auf "People Have Demons" (chorus of one/cargo) eine spur rauher zur sache gehen - und das trotz einer beachtlichen hitdichte, die sich selbst bei wiederholtem hören nicht erschöpft. wirklich vorbehaltlos überzeugen kann das zweitwerk zwar trotzdem nicht über die ganze spielzeit; dennoch ist dem quintett eine respektable gesamtleistung zu attestieren. zumal mit tracks wie "electric" ein paar schöne ohrwürmer dabei sind. bleibt letztendlich nur die frage, ob man sich langfristig mit der ettikette "donots kleine brüder" abfinden will?!
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Samstag, 13. Februar 2010
se, d und nl: indierock international
war das prädikat "indierock aus schweden" vor einigen jahren noch ein echter garant für kommerzielle wie qualitative glücksgriffe, lockt man damit heutzutage kaum noch jemanden hinter dem ofen hervor. sogar für ihre zeit legendäre labels wie burning heart oder bad taste records sind nahezu in der versenkung verschwunden. und so muss nun auch eine band wie Dollface kleinere brötchen backen, bei welcher vor einiger zeit aufgrund ihres potentials alles möglich gewesen wäre. nichtsdestotrotz verbindet "Silent Rebellion" (65productions/cargo) recht geschickt britpop- und grunge-elemente mit dem charme von landsmännern wie the hives oder division of laura lee. die fünf liebäugeln dabei nur sehr galant mit allzu eingängigen pophymnen, sorgen dank dem produzententeam henryk lipp und michael nilsson (u.a. c.aárme, soundtrack of our lives) eher für eine spröden beigeschmack. am ende fehlt mir bei dem guten dutzend songs jedoch die persönliche note bzw. der tatsächlich mitreißende moment, als dass sie wirklich begeistern könnten.amazon meint: "kunden, die diesen artikel kaufen, kaufen auch: ea 80 - reise, captain planet - inselwissen, toxpack - epidemie"... jenseits solcher hilfskonstrukte verfolge ich die karriere der Kafkas nun wohl auch schon eine halbe ewigkeit. nicht nur, weil sänger markus gabi kafka seinerzeit ja für sellfish.de mitschrieb. nein, weil die musik dieser deutschpunk-institution immer für einen sympathischen ohrwurm gut war. und nun: "Paula" (domcore/broken silence). eine echte überraschung, bei der ich mir immer noch nicht so richtig sicher bin, wie ich sie einordnen soll. der hitfaktor beispielsweise nimmt schon beim opener "klatscht in die hände!" beinahe unangenehm direkte formen an; die keyboards sind phasenweise in etwa so präsent wie bei kettcar. dann wieder: genau die richtigen texte, ein großer respekt für das schaffen des eigenen domcore-projekts und mit "90 minuten" oder "wenn es eine hölle gibt" die vielleicht besten songs ihrer geschichte. die kafkas machen 2010 einen riesensatz nach vorne. und es ist toll zu hören, dass sich so viele neue anhänger zu ihnen gesellen.
erinnert sich noch jemand an die famose band face tomorrow aus den niederlanden? deren indierock mit hardcore-wurzeln konnte mich vor jahren vorbehaltlos begeistern. ihre landsmänner von Kismet betreten mit dem gemeinsamen debüt zumindest ähnliches terrain. die neun songs mischen postpunk mit poppigen hooklines, drängeln sich damit aber zu keiner sekunde in den vordergrund. vielleicht liegt genau hier der haken: etwas mehr dynamik, etwas weniger artigkeit würden dem jungen quintett gut zu gesicht stehen. dennoch: gerade weil das gesamtkonzept von artwork bis hin zum gelungenen sound stimmig geriet und ohne umschweife in den hintergrund zu treten vermag, lässt sich konstatieren: schön, dass "Hiatus" (midsummer records/cargo) - wenngleich ein jahr später - nun auch bei uns erscheint. und wer sich jetzt eigentlich am liebsten ein eigenes bild machen möchte, findet hier eine menge fairer möglichkeiten, sich mit der musik von kismet auseinanderzusetzen.
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65productions,
broken silence,
cargo,
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