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Freitag, 25. April 2014

street justice records: crumbsuckers / vogelfrei / garage16. reviews

geschichtsstunde: bevor gary meskil mit pro-pain in (bis auf wenige ausnahmen) kommerziell zwar erfolgreichere jedoch immer etwas dumpf patriotisch anmutende crossover-plattitüden abdampfte, war er mit den Crumbsuckers prägender bestandteil einer der unterschätzteren bands der frühen new york-city hardcoreszene. immer scharf an der grenze zum thrash kloppte man sich auf dem debütalbum "Life Of Dreams" (street justice/soulfood) durch 16 tracks, welche nun endlich wieder erhältlich sind - und 30 jahre (!) nach dem ursprünglichen releasedatum alles andere als antiquiert klingen. nichtzuletzt weil deutlich zu spüren ist, dass man auch heutzutage für den sound von veteranen wie terror oder hatebreed durchaus pate steht. umso beachtlicher, als es in der kurzen karriere von 1982 bis 1989 nicht gerade zahlreiche veröffentlichungen gab. sammler dürfen bzw. müssen deshalb hier nicht nur zuschlagen, sondern gleich nochmal aufhorchen: von bernd von street justice records war nämlich zu erfahren, dass man vorsichtige hoffnung haben darf, auch das etwas filigranere zweitwerk "beast on my back" in naher zukunft neu aufgelegt in den händen zu halten. wenn das ähnlich passiert wie in diesem fall, würde mich das außerordentlich freuen: eine schick aufgemachte, um artwork und linernotes ergänzte cd variante in limitierter fassung zu einem fairen preis in den handel zu bringen gehört schließlich nicht zum standardprogramm vieler labels. notiz am rande: dass die crumbsuckers seinerzeit eine stete freundschaft zur dream theater-vorgängerband majesty hegten, darf aus rein musikalischer betrachtungsweise durchaus kopfschütteln verursachen...

apropos reissue, hier gleich nochmal street justice records: auch das schwer erhältliche 2011er Vogelfrei album "Der Dämmerung Entgegen" (street justice/soulfood) kommt mit leicht aufgefrischtem sound sowohl auf cd als auch auf vinyl in die läden. als klassische "love it or hate it"-band sind die torgauer immerhin seit anderthalb dekaden und einer handvoll alben unterwegs. auch wenn die deutsche sprache sich kombiniert mit den (in den allerbesten momenten) social distortion-anleihen für mich immer etwas hölzern anhört: ein händchen für dreckige harmonien mit ordentlich pathos und sogar mut zu balladen hat man allemal. so bleibt eine band, die man trotz oi!-vergangenheit übrigens auch politisch bedenkenlos jederzeit antesten kann.

mit Garage 16 schlägt eine neuerscheinung dann gleich noch in eine ähnliche kerbe; wobei sich die formation passenderweise den gleichen heimatort mit vogelfrei teilt. wenngleich die texte bei tracks wie "herz aus gold" in meinen augen allerdings eine spur zu simpel und klischeebeladen ausgefallen sind - aber das ist natürlich reine geschmackssache. ansonsten rockt das selbstbetitelte debütwerk (street justice/soulfood) durchaus manierlich. wirklich bleibende erinnerungen hinterlässt der gutklassige einstand bei mir dennoch leider nicht.

Sonntag, 30. August 2009

polar bear club, trapped under ice. reviews

die hot water music-vergleiche werden Polar Bear Club wohl auch mit ihrem zweitwerk nicht los. ähnlich hunter gatherer können sie sich jedoch gleichermaßen sicherlich schlimmeres vorstellen... auf "Chasing Hamburg" (bridge 9/soulfood) gelingt es davon unbeeindruckt nämlich fast perfekt, eine - neuerdings etwas aggressivere - herangehensweise mit eben dem blues zu fusionieren, welcher beispielsweise den sound der constantines so großartig macht. dabei darf man natürlich einen guten teil der stimme von jimmy stadt zuschreiben, die so mühelos zwischen rauh und sanft variiert, dass der bear club die obligatorische zwei-sänger-konstellation schlichtweg nicht nötig hat. vor allem aber kommt zum tragen, dass die fünf herren aus upstate new york wir die kollegen von gaslight anthem einfach ausgezeichnete songwriter sind. im rechten moment versteht man sich zurückzunehmen und immer wieder, die zwei handvoll songs mit großen refrains auszustatten. mit lediglich zehn tracks fällt das album zwar etwas knapp aus, dafür sparte man die filler diesmal komplett aus. allein die sache mit dem albumtitel will ich langfristig gerne noch geklärt wissen...

"good morning baltimore, every day's like an open door...": zynischer geht's ja wohl nicht, und zudem bezweifle ich arg, dass die samplerechte für den hairspray-song überhaupt geklärt wurden. aber Trapped Under Ice untermauern auf diesem zwischenspiel eigentlich nur die fuck you-attitüde, welche ihren debütlongplayer auf volle distanz begleitet. "Secrets Of The World" (demons run amok/intergroove) nämlich bietet weitaus mehr als den nächsten terror/hatebreed-clon. das junge quintett kennt darüber hinaus nämlich offenbar das komplette deathwish-backprogram und packt nicht nur aufgrund der eigenwilligen produktion einen überraschend individuellen stempel auf ihren hardcore-sound. dazu kommen lyrics mit autobiografischen, beinahe brutal-persönlichen inhalten. selbst wenn die zwölf tracks ein paar durchläufe benötigen, um ihre volle qualität zu entwickeln: trapped under ice sind spätestens jetzt in der ersten liga angekommen und beweisen, welche starken qualitativen fortschritte auch ihr label in den letzten monaten gemacht hat.