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Donnerstag, 8. Oktober 2015

the bones: flash the leather. review & clip

die schwedischen profi-rocker melden sich nach einer ganzen reihe sehr guter bis brillanter vorgänger und einer viel zu langen Pause mit ihrem "Flash The Leather" (people like you/universal) Album zurück. ein kurzes intro - dann brettern die herren auch schon gewohnt amtlich nach vorne. so wie es sich für eine ordentliche kapelle dieses metiers gehört, lassen sich sogar noch richtige gitarren-solos finden. doch bei allem rock-abc sind die stücke von anfang bis ende eingängig, mitsing-kompatibel, um nicht zu sagen… poppig. „pop“ wäre hierbei allerdings in einer ramonesken tradition zu verstehen. doch egal, ob man jetzt flammen-hemden trägt oder nicht - es sind unbestreitbar einige hörerschafts-übergreifende ohrwürmer (spätestens beim gastauftritt von broilers' samy, siehe clip hier unten) enthalten. von motörhead, 80`s-hard-rock und elvis sozialisiert, kann man außerdem ruhigen gewissens mehrstellige geldbeträge darauf verwetten, dass die bones nicht nur eine social distortion-platte ihr eigen nennen. es bleiben weiterhin allein noch einige portionen intensität, tiefgang, gänsehaut und drive, welche die Bones vom übermächtigen „white light, white heat, white trash“ trennen. diese 17 songs (im limitierten digipack sind es sogar 19) werden die vier - welche kürzlich erst eine feine tour mit 4 promille und den rogers gespielt haben - weiter in die höhen des rock`n`roll-olymps katapultieren.
 

Freitag, 25. April 2014

street justice records: crumbsuckers / vogelfrei / garage16. reviews

geschichtsstunde: bevor gary meskil mit pro-pain in (bis auf wenige ausnahmen) kommerziell zwar erfolgreichere jedoch immer etwas dumpf patriotisch anmutende crossover-plattitüden abdampfte, war er mit den Crumbsuckers prägender bestandteil einer der unterschätzteren bands der frühen new york-city hardcoreszene. immer scharf an der grenze zum thrash kloppte man sich auf dem debütalbum "Life Of Dreams" (street justice/soulfood) durch 16 tracks, welche nun endlich wieder erhältlich sind - und 30 jahre (!) nach dem ursprünglichen releasedatum alles andere als antiquiert klingen. nichtzuletzt weil deutlich zu spüren ist, dass man auch heutzutage für den sound von veteranen wie terror oder hatebreed durchaus pate steht. umso beachtlicher, als es in der kurzen karriere von 1982 bis 1989 nicht gerade zahlreiche veröffentlichungen gab. sammler dürfen bzw. müssen deshalb hier nicht nur zuschlagen, sondern gleich nochmal aufhorchen: von bernd von street justice records war nämlich zu erfahren, dass man vorsichtige hoffnung haben darf, auch das etwas filigranere zweitwerk "beast on my back" in naher zukunft neu aufgelegt in den händen zu halten. wenn das ähnlich passiert wie in diesem fall, würde mich das außerordentlich freuen: eine schick aufgemachte, um artwork und linernotes ergänzte cd variante in limitierter fassung zu einem fairen preis in den handel zu bringen gehört schließlich nicht zum standardprogramm vieler labels. notiz am rande: dass die crumbsuckers seinerzeit eine stete freundschaft zur dream theater-vorgängerband majesty hegten, darf aus rein musikalischer betrachtungsweise durchaus kopfschütteln verursachen...

apropos reissue, hier gleich nochmal street justice records: auch das schwer erhältliche 2011er Vogelfrei album "Der Dämmerung Entgegen" (street justice/soulfood) kommt mit leicht aufgefrischtem sound sowohl auf cd als auch auf vinyl in die läden. als klassische "love it or hate it"-band sind die torgauer immerhin seit anderthalb dekaden und einer handvoll alben unterwegs. auch wenn die deutsche sprache sich kombiniert mit den (in den allerbesten momenten) social distortion-anleihen für mich immer etwas hölzern anhört: ein händchen für dreckige harmonien mit ordentlich pathos und sogar mut zu balladen hat man allemal. so bleibt eine band, die man trotz oi!-vergangenheit übrigens auch politisch bedenkenlos jederzeit antesten kann.

mit Garage 16 schlägt eine neuerscheinung dann gleich noch in eine ähnliche kerbe; wobei sich die formation passenderweise den gleichen heimatort mit vogelfrei teilt. wenngleich die texte bei tracks wie "herz aus gold" in meinen augen allerdings eine spur zu simpel und klischeebeladen ausgefallen sind - aber das ist natürlich reine geschmackssache. ansonsten rockt das selbstbetitelte debütwerk (street justice/soulfood) durchaus manierlich. wirklich bleibende erinnerungen hinterlässt der gutklassige einstand bei mir dennoch leider nicht.

Montag, 13. September 2010

jeff row & volbeat. rock chamäleons

bevor wir hier den dynamischen dänen ihren verdienten platz einräumen, ein kurzer blick auf einen (in punkto verkaufszahlen) ganz kleinen kollegen. deshalb passend, weil volbeat auf ihrer neuen platte mit nachdruck no use for a name als referenz danken; und auch Jeff Rowe über einen vergleichbaren punkrock-hintergrund verfügt. für "Barstool Conversations" (gunner records/broken silence) legte er jedoch alle eingestöpselten instrumente ad akta und fröhnt, wie so (zu?) viele dem singer-songwriter-tum. das gefällt über weite teile recht gut, am besten jedoch, wenn seine kompositionen wie in "no place" etwas fahrt aufnehmen... und nach against me klingen. wer noch mehr referenzen braucht: produziert hat tim barry, smoke or fire schauten bei den aufnahmen vorbei und mit strike anywhere teilte man sich die bühne. schön.

nun aber: da brat mir doch einer 'nen storch! entschuldigung für diese etwas wunderliche metapher. aber dass ich Volbeat erst seit ihrem letzten album wirklich wahrnehme, entpuppte sich als waschechter fauxpas. mittlerweile gibt es aber ja ohnehin für niemanden im rockkontext mehr ein vorbeikommen an ihnen. dass die dänen in der metalpresse allerorten abgefeiert wurden, war unüberhörbar... nicht aber, dass dahinter weitaus mehr steckt als eine metalinfizierte elvis-rock-kapelle. und nun das: seit tagen will die vierte platte des quartetts aus kopenhagen nicht mehr aus meiner anlage. und beim refrainsingen habe ich mich wohlgemerkt schon auf der arbeit (und die findet in eher ruhiger büroatmosphäre statt) ertappt. ursachen? die social distortion-parallelen sind natürlich eine wohltat. ebenso wie die erwähnten elvis-momente in den vocals perfekt von ein paar klassischen life of agony (frühphase) vergleichen ergänzt werden. "Beyond Hell/Above Heaven" (universal) erinnert mich aber vor allem an ein album, welches zu meinen persönlichen favoriten zählt - obwohl es seinerzeit landauf landab gescholten wurde. der unglaubliche hymnenanteil sowie die stimme von frontmann michael poulsen bringen nämlich das x-te misfits-reunionwerk "famous monsters" - damals mit sänger michael graves - auf den plan. und das war, mit verlaub, schweinegut. volbeat hängen privat dagegen gerne ´mal mit kollegen wie barney von napalm death oder mille von kreator (beide hier als gäste vertreten!) ab – ihrem sound schadet das keineswegs. tracks a lá "who they are" sind mehr als nur ohrwürmer - und die euphorischen hymnen animieren zum mitsingen/-feiern, ohne dass die band droht, jemals in üble plattitüden abzudriften. im gegenteil: sie umschwärmt ein grundsympathischer coolness-faktor. und für die musik gibt's ohnehin höchste punktzahl… eine seltenheit hier, aber hey, wozu nennen wir uns schließlich fanzine?

Dienstag, 4. Mai 2010

leatherface: the stormy petrel. review

es war in ihrer langen karriere sicherlich niemals eine besonders gute produktion oder gar das artwork, was die aufmerksamkeit auf Leatherface gelenkt hatte. welche nach 22 jahren chronischer erfolglosigkeit trotzdem noch (oder erst recht) zu den einflussreichsten britischen bands seines genres gehört. aber image war bei frankie stubbs und seiner mannschaft noch nie wichtig. konzentrieren wir uns also auf das, was das (jetzt wieder) quartett um die reibeisenstimme schon immer ausgemacht hat: melancholische melodien, texte mit herzblut ("my worlds end") und letztendlich ihr völlig eigenständiger sound. genau den gibt es auch auf "The Stormy Petrel" (lp: majorlabel/cd: big ugly fish/cargo) zu hören, weshalb gängige bewertungskriterien einmal mehr nicht funktionieren: leatherface sind leatherface und auch diesmal wird nur eine minderheit mitbekommen, dass genau hier die wurzeln für den sound von hot water music (mit denen man ja bereits eine split veröffentlichte), avail oder the gaslight anthem liegen. anders gesagt: von ähnlich vielen rückschlägen gezeichnet, spielen leatherface eigentlich in einer liga mit social distortion. wer's nicht glaubt, soll sich stücke wie "never say goodbye" oder "broken" anhören - und sich die band dieses frühjahr unbedingt live angucken.