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Freitag, 2. April 2010

red sparowes: the fear is excruciating. review

conspiracy records haben sich in den letzten jahren zu einer festen größe für anhänger solcher genres wie ambient, postcore, drone, sludge oder experimental-musik entwickelt. ihre interpreten bieten allesamt sicherlich keine leichte kost, sind jedoch unbedingt eine entdeckung wert. das gilt auch für das dritte album der Red Sparowes... ihrem debüt für das belgische label. beim folgewerk zum famosen "every red heart shines toward the red sun" hat man es nun quasi wieder mit einem kleinen allstar-projekt zu tun. die fünf musiker hinter "The Fear Is Excruciating, But Therein Lies The Answer" (conspiracy records/cargo) rekrutieren sich nämlich unter anderem aus mitgliedern von neurosis, pleasure forever, made out of barbies oder isis. und diese information ermöglicht auch schon zumindest eine ungefähre einordnung des sounds dieser acht überlangen kompositionen. dabei gehen die red sparowes jedoch noch deutlich melodischer zu werke als ihre ursprungsbands. weniger dynamisch bzw. rockig klingen die songs, die sich stattdessen allesamt in einem konstanten fluss zu befinden scheinen und so eine sehr eigene, fesselnde atmosphäre kreieren. besonders durch den einsatz akustischer instrumente und vieler ruhiger, sehr sphärischer momente wirkt das material immer wieder überraschend zugänglich. diese formation benötigt für ihre musikalische tiefe nur selten die klassische "wall of sound". vocals wurden bisher ohnehin nur sehr sporadisch und teilweise wie instrumente eingesetzt; diesmal kommen sie gar nicht mehr zum tragen. der konzeptionelle zusammenhang erschließt sich nur noch aus den songtiteln... die auch aneinander gereiht gelesen werden können. fazit: wer auf bands wie godspeed you! black emperor, mono oder mogwai steht, der muss sich auf dieses album einlassen.

Montag, 13. April 2009

easter apocalypse. rezensionen

auch wenn er als mann hinter den kulissen in der vergangenheit unter anderem bei polyphonic spree eine vorsichtig euphorische seite offenbarte: es bleibt die beängstigende intensität seiner langjährigen band The Paper Chase, welche john congleton auf ewig anhaften wird. zumindest bei denjenigen, welche von den mittlerweile vier alben dieser band notiz genommen haben. "Someday This Could All Be Yours (Part 1)" (Southern/Soulfood) heißt das neueste werk - und trägt nicht nur textlich irrwitzig zynische töne. und auch für das thema religion, mit dem man das neue werk grob übertiteln könnte, braucht es keineswegs lärmige soundexplosionen. vielmehr stecken die zehn tracks gleichermaßen voller poppiger elemente, wie sie avantgardistische ideen beinhalten. und dies bei einer dynamik, welche jegliche verkopftheit im keim erstickt. selbst wenn es nach wie vor nicht viele bemerkt haben: The Paper Chase sind einzigartig. und bleiben eine der wichtigsten fixpunkte zwischen extremisten wie xiu xiu und dem seelenstriptease einer pj harvey. höhepunkt der abgründigkeit: wenn "the small of your back" in seinem "he's got the whole world in his hand..."-chorus gipfelt.

"überambitioniert" war eines der worte, welches einem hierzulande angesichts des verspätet erschienenen debüts von Defeater häufig begegnet ist. was nur in einer hinsicht stimmen könnte: wo in diesem fall boston drauf steht, ist etwas völlig anderes als typischerweise angenommen drin. nämlich ein - zumindest lyrisch - versiertes konzeptalbum, dessen musikalische seite sich glücklicherweise ebenfalls nicht zu verstecken braucht. "Travels" (Bridge 9/Soulfood) stellt nach polar bear club das nächste album dar, welches bridge 9 im zweiten anlauf für sich selbst lizensiert haben. verständlich, denn insbesondere neben labelmates wie verse oder ceremony macht das intelligent arrangierte werk sinn. und als wäre das alles nicht genug, entpuppen sich defeater auch im wahren leben als höchst integer: so betreibt man nebenher mit greenvans eine tourbusvermietung, welche ausschließlich mit pflanzlichen treibstoffen bewegt wird. auf das debüt bezogen: defintiver anspieltipp.

als ich vor vier jahren das erste mal in kontakt mit Kylesa trat, waren diese weit davon entfernt, von der rock- und metalpresse überhaupt wahrgenommen zu werden. mittlerweile führt dagegen kein weg an dem neuen longplayer vorbei. dabei macht die von frontfrau und frontmann gesteuerte formation aus georgia gar nicht so viel anders als in der vergangenheit. gut, die produktion fällt um einiges souveräner aus, und an den verbesserten promo-begleitumständen sind prosthetic records sicherlich nicht ganz unschuldig. "Static Tensions" (prosthetic records/soulfood) verwüstet das heimische wohnzimmer jedoch abermals mit einem eigenwilligen, eigenständigen bastard aus crust, metal sowie einer prise sludge... womit die kreativen eckpfeiler ähnlich unpopulär gewählt wurden, wie seinerzeit bei mastodon. eine vergleichbare karriere will ich kylesa nach diesem abermals starken longplayer gerne wünschen!

schwer, zu dem erhabene schaffen von Isis worte zu finden. zumindest welche, die neu sind. immerhin hat sich das quintett in den letzten zwölf jahren tatsächlich so etwas wie ein eigenes sounduniversum entworfen. ausgehend von einer basis, wie sie einst neurosis schufen, beeinflußt man mittlerweile selbst formationen, die wiederum eigenständig akzente setzen. man nehme nur cult of luna. "Wavering Radiant" (Conspiracy Records/Cargo) setzt die marschrichtung, immer harmonischere elemente in die apokalyptischen soundentwürfe zu verarbeiten, weiterhin konsequent fort. und definiert das eigene spektrum zwar nur um nuancen anders als zuvor - die sieben tracks jedoch lassen sich allein durch den nochmals verstärkteren einsatz von cleanen vocals besser denn je erschließen. und wer sein herz nur im ansatz an postrock/-core sowie artverwandtes verloren hat, bleibt ihnen einfach treu.