Posts mit dem Label robyn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label robyn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 3. September 2010

stella & robyn. elektro/pop/sounds 2010

Stella, die hamburger elektropop-hipster aus dem goldenen pudel-kontext, haben sich schon längst in alle welt zertstreut: die schweiz und japan zählen zu den verweilorten der mitglieder. immerhin: "Fukui" (clouds hill/snowhite/universal) wurde im clouds hill studio in rothenburgsort auf band gebracht. wenngleich diese auf analoge gerätschaften spezialisiert sind: technischer bzw. unterkühlter klang die band auf keinem der drei vorhergehenden alben. laut platteninfo kam sängerin elena lange extra für "fukui" aus der gleichnamigen japanischen stadt angereist. wie auch immer die alternative ausgesehen hätte?! so oder so gefallen ihre neuerdings japanischsprachigen vocals, wohin gegen die etwas zu kalkultiert auf "arty" getrimmten krautrock-eskapaden auchmal an den nerven zerren; gerade angesichts der eher mageren künste des zuständigen tastenmannes. am ende steht ein etwas zwiespältiges, wenn auch kurzweiliges werk zwischen kunst und kitsch.
wie angekündigt in einer sehr überschaubaren zeitspanne, legt die unbestrittene schwedische pop-queen Robyn den zweiten teil ihrer body talk-trilogie nach. wieder gibt es acht songs zu hören, darunter neben dem akustiktrack "indestructible" eine feine snoop dogg-kollaboration namens "u should know better". die restlichen sechs songs gefallen in bewährter robyn-manier und bieten in "love kills" eine zusammenarbeit mit dem schwedischen technopop-duo savage skulls. grenzen gibt es in robyns' kosmos also auch auf "Body Talk Pt 2" (konichiwa/ministry of sound) eigentlich keine. und man merkt, mit welch zunehmender selbstverständlichkeit sie sich durch ihr eigenes sounduniversum bewegt. welches auch diesmal wieder voller hits steckt. ob die eigenwillige veröffentlichungspolitik (trotz reduzierter ep-preiser der einzelnen episoden) sonderlich fair ist, vermag ich gerade kaum zu beurteilen. es braucht nicht viel vorhersehungskraft um zu progonstizieren, dass alle drei teile früher oder später in komplettierter form (samt bonustracks?) zu erwerben sein werden... so oder so dürfte es sich hier um die relevanteste popplatte(n) des jahres handeln.

das video zur neuen single "hang with me" (vom pt 1 ja bereits als akustikversion bekannt) seht ihr hier:



und als kleine erinnerung an den ebenfalls famosen debütlongplayer hier nochmal der clip zum highlight "with every heartbeat":

Montag, 14. Juni 2010

drake & robyn. bodies talk

die nackten fakten klingen grausam: der mc und sänger Drake hat für sein (nach diversen mixtapes) lange erwartetes debüt nicht eine einzige wirklich relevante story auf lager. und die musik auf dem neuen album dürfte an banalität kaum zu überbieten sein. umso beachtlicher, dass bei all der einfachen rezeptur und den boygroup-geglätteten, gesungenen r'n'b parts ein album entsteht, dessen faszination ich mich eben doch nicht entziehen kann. was insbesondere daran liegt, dass hier alles sehr bewusst laid back geschieht. und selbst wenn die lyrics zweitklassige partythemen (remember stevie b...?) beinhalten, den posigen untiefen von anderen kollegen wird mit einem minimalistischen soundkonzept begegnet. am besten funktioniert das, wenn haus- und hofproduzent noah "40" shebib neben eines simplen beats nur ein paar atmosphärische synths durch den äther jagt. und aubrey drake grahams sprachfluss als rapper fesselt. an großen namen fehlt es bei dem kleinen hype zwar nicht; für die single „find your love“ zeichnet sich (neben einem jay-z feature in "light up") mit kanye west der zweite übliche verdächtige verantwortlich. trotzdem besteht der 23-jährige schönling auf "Thank Me Later" (universal) durch seine eigene kleine, wenn auch ohne frage streitbare vision von radiotauglicher urban musik.
wenn im kontext von Robyn weiterhin namen wie britney spears oder kylie minogue fallen, sollte man eine sache nicht aus dem blick verlieren: die nach amerika emigrierte (und dort ziemlich erfolgreiche) schwedin gründete in diesen kritischen zeiten selbstbewusst ein eigenes label für ihre herzensangelegenheiten - konichiwa records. und auch sonst lohnt es sich, trotz aller mainstream-kompatibilität auch als indie-fanzine, die ohren aufzusperren. so überraschen wie beim debüt die supertighten produktionen, welche die basis für den sound bzw. ihre variable stimme bieten. genau hier nämlich kommen die aktuellen, von angesagten produzenten inszenierten ausnahmetracks einer gewissen britney spears ins spiel; es fallen aber auch namen wie zum beispiel peaches. hiphop, dub und glamrock garnieren ihren high-tech-pop - und das ist gut so. getreu dem von mir präferierten "weniger ist mehr"-motto findet sich auf "Body Talk Vol. 1" (ministry of sound) dagegen leidglich acht tracks. weshalb die platte, welche übrigens teil eins einer trilogie darstellen soll, wohl zum reduzierten preis in den läden steht. keine ahnung außerdem, ob robyn beispielsweise die support-tour für madonna viel geholfen hat - letzten endes kristallisiert sich ihr sound schließlich doch noch als etwas unkonventioneller heraus, als es das radiopublikum hierzulande gewöhnt ist. nimmt man einmal tracks wie die augenzwinkernde ace of base-remininszenz "dancehall queen" aus. tatsächlich kann ich in diesem besonderen fall dem promoschreiben in einer sache uneingeschränkt zustimmen: nämlich, dass "(...) robyn für die wenigen musikerinnen steht, die tatsächlich darauf vorbereitet sind, ein individuum zu sein und den songs das sprechen zu überlassen".