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Sonntag, 8. Mai 2016
beyoncé: lemonade. album/dvd review
kendrick lamar, d'angelo, kanye west und nun Beyonce... es scheint, dass sämtliche relevanten neuerscheinungen im rap- und neosoul-bereich quasi unangekündigt (und zunächst nur als downloads bzw. über streaming-plattformen) auf die überraschte hörerschaft losgelassen werden. auch wenn der große aha-effekt langsam ausbleibt: auffallend weit oben ist die konstante qualität hinter diesem veröffentlichungsmodell. was insbesondere angesichts "Lemonade" (sony) überrascht. denn auch wenn beyonce in der vergagenheit ein paar respektable produktionen aufweisen konnte: über albumdistanz versagten ihr bis heute immer die kräfte. diesmal sind es außerdem nicht die prominenten gaststarts - darunter mister lamar, jack white und james blake - sondern tatsächlich die kompositionen, welche überzeugen: facettenreich, catchy und genau mit dem richtigen quentchen innovation ausgestattet, um auch die bisherige hörerschaft nicht zu vergraulen. und um doch noch ein paar streaming-anhänger hinter dem ofen hervorzuholen, findet sich auf der beliegenden dvd das komplette album noch einmal aufwendig visualisiert. fazit: auf "lemonade" überzeugt beyonce tatsächlich musikalisch komplett. den lyrischen seelenstriptease zur ehekrise mit jay-z gibt es quasi gratis obendrauf...
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Sonntag, 14. Dezember 2014
j. cole: 2014 forest hills drive. review
seinem dasein als windschatten-künstler im rückspiegel von nas oder jay-z möchte (und musste) J. Cole ein für alle mal ein ende setzen. und wo spürbare duftmarken selten auf albumlänge zu erkennen waren, reißt der gebürtige frankfurter nun tatsächlich das ruder herum: "2014 Forest Hills Drive" (roc nation/columbia/sony) möchte schluss machen mit zwar mediokren, aber kommerziell erfolgreichen single-auskopplungen und dazugehörigen qualitätsschwankungen. und wo sich die vorgängerwerke noch zu einem guten teils über features definierten, sucht man entsprechende sticker oder vermerke auf dem coverartwork vergebens. gut so, denn die etwas introvertiertere ausrichtung löst zwar nicht sämtliche probleme, macht in 13 tracks jedoch deutlich, dass der eingeschlagene weg funktioniert. j cole orientiert sich offenbar noch immer mehr an vorbildern als selbst akzente zu setzen. in punkto inhalt, wortfluss und produktion sitzt sein publikum aber neuerdings in der ersten reihe.
tracklist:
1. "Intro"
2. "January 28th"
3. "Wet Dreamz"
4. "03' Adolescence"
5. "A Tale of 2 Citiez"
6. "Fire Squad"
7. "St. Tropez"
8. "G.O.M.D."
9. "No Role Modelz"
10. "Hello"
11. "Apparently"
12. "Love Yourz"
13. "Note to Self
tracklist:
1. "Intro"
2. "January 28th"
3. "Wet Dreamz"
4. "03' Adolescence"
5. "A Tale of 2 Citiez"
6. "Fire Squad"
7. "St. Tropez"
8. "G.O.M.D."
9. "No Role Modelz"
10. "Hello"
11. "Apparently"
12. "Love Yourz"
13. "Note to Self
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Montag, 23. September 2013
drake: nothing was the same. review
der karrierestart auf albumdistanz konnte seinerzeit kaum unspektakulärer sein: der mc und sänger Drake hatte für sein (nach diversen mixtapes) lange erwartetes debüt "thank me later" nicht eine einzige wirklich relevante story auf lager. und auch die musik auf dem album war an banalität kaum zu überbieten. umso beachtlicher, dass bei all der einfachen rezeptur und den boygroup-geglätteten, gesungenen r'n'b parts ein album entstand, welches zwar der kritik der fachpresse ausgesetzt war, dessen faszination nicht nur ich mich eben doch nicht ganz entziehen konnte. was insbesondere daran lag, dass alles sehr bewusst laid back geschah. mit dem durch überraschend viel substanz aufgewerteten zweitling "take care" hatte drake prompt das renommierte pitchfork-mag hinter sich gebracht. kaum anders euphorisch dürfte nun die situation beim nachfolger "nothing was the same" (universal) ausfallen. und selbst wenn die lyrics zweitklassige partythemen (remember stevie b...?) beinhalten, den posigen untiefen von anderen kollegen wird mit einem minimalistischen aber interessanten soundkonzept begegnet. am besten funktioniert das, wenn haus- und hofproduzent noah "40" shebib neben eines simplen beats nur ein paar atmosphärische synths durch den äther jagt. und aubrey drake grahams sprachfluss als rapper bzw. mit sonorer singstimme fesselt. an den obligatorischen featuregästen fehlt es bei dem neuerlichen aufguss dieses rezeptes zwar abermals nicht; abgesehen vom unauswichlichen jay-z feature in "pound cake/paris morton music 2" zeichnen sich dafür jedoch kaum große namen verantwortlich. vielleicht gerade deswegen gefällt die musik des 26-jährigen schönlings auf album nummer drei durch eine eigene, ohne frage streitbare vision von radiotauglicher urban musik.
Samstag, 29. Juni 2013
kanye west & j cole. papa ante portas
zwei ziehsöhne von jay-z legen ihre neuen alben vor. und möchten abermals ihre fähigkeiten nicht nur als rapper, sondern auch als produzenten demonstrieren. doch während ersterer längst aus dem schatten des übermächtigen vorbildes trat, scheint der zweite noch etwas orientierungslos durch die genre-basics zu taumeln.
wirklich beitragen zum fortbestand des rap wird das "artwork" des neuen albums von Kanye West trotzdem wohl eher nicht, soviel steht fest. aber es unterstreicht die ausnahmestellung, welches "Yeezus" (def jam/universal) im schaffen des künstlers einnimmt. vergleiche: radioheads "kid a" oder talk talks "spirit of eden". oder, vermutlich noch treffender: britney spears "in the zone". den knapp dreiviertelstündigen longplayer dominiert nämlich eine mischung aus elektrorock und pop, wie sie selbst für die großzügigen interpretationen musikalischer grenzen des genres unüblich ist. der obligatorische "flow" bzw. die sprachlichen "skills" jedenfalls lassen sich an einer hand abzählen. inhaltlich nämlich verzeichnen wir steigerungen nur in eine richtung: die obligatorischen allmachtsphantasien potenziert (im wahrsten sinne des worten) mister west gleich mehrfach. was ihn für das lyrisch genau genommen nicht sonderlich radikale "i am god" in den staaten einen veritablen shitstorm einbrachte. am ende bleibt "yeezus" für ein hiphop-abum jedoch tatsächlich soweit abseits üblicher pfade, dass es eine nachdrückliche daseinsberechtigung erhält. wenngleich innvation und nachhaltigkeit auf dem famosen vorgänger(n) meines erachtens dennoch unerreicht bleiben.
J. Cole agiert auf seinem zweiten album vergleichsweise bodenständig. eine huldigung an den new yorker szeneveteran nas auf "born sinner" (columbia/sony), diverse weitere stilsichere verbeugungen in richtung mos def und talib kweli beweisen vor allen dingen geschmack. täuschen jedoch nicht deutlich genug von einigen sehr unspektakulären (insbesondere auf der bonus-disc der special edition) oder arg plakativ auf radiosingle getrimmten tracks hinweg. in seinen besten momenten aber beweist der in frankfurt am main geborene künstler, dass er die essenz des gehobenen ostküsten-sounds inhaliert hat.
schlichtes fazit zu dieser rubrik: das bessere rapalbum kommt definitiv von j. cole. dennoch illusorisch, dass der medienfokus abseits der fachpresse zu ähnlichen ergebnissen kommt. mister west: machen sie sich bereit für den narzismus-oskar 2013.
wirklich beitragen zum fortbestand des rap wird das "artwork" des neuen albums von Kanye West trotzdem wohl eher nicht, soviel steht fest. aber es unterstreicht die ausnahmestellung, welches "Yeezus" (def jam/universal) im schaffen des künstlers einnimmt. vergleiche: radioheads "kid a" oder talk talks "spirit of eden". oder, vermutlich noch treffender: britney spears "in the zone". den knapp dreiviertelstündigen longplayer dominiert nämlich eine mischung aus elektrorock und pop, wie sie selbst für die großzügigen interpretationen musikalischer grenzen des genres unüblich ist. der obligatorische "flow" bzw. die sprachlichen "skills" jedenfalls lassen sich an einer hand abzählen. inhaltlich nämlich verzeichnen wir steigerungen nur in eine richtung: die obligatorischen allmachtsphantasien potenziert (im wahrsten sinne des worten) mister west gleich mehrfach. was ihn für das lyrisch genau genommen nicht sonderlich radikale "i am god" in den staaten einen veritablen shitstorm einbrachte. am ende bleibt "yeezus" für ein hiphop-abum jedoch tatsächlich soweit abseits üblicher pfade, dass es eine nachdrückliche daseinsberechtigung erhält. wenngleich innvation und nachhaltigkeit auf dem famosen vorgänger(n) meines erachtens dennoch unerreicht bleiben.
J. Cole agiert auf seinem zweiten album vergleichsweise bodenständig. eine huldigung an den new yorker szeneveteran nas auf "born sinner" (columbia/sony), diverse weitere stilsichere verbeugungen in richtung mos def und talib kweli beweisen vor allen dingen geschmack. täuschen jedoch nicht deutlich genug von einigen sehr unspektakulären (insbesondere auf der bonus-disc der special edition) oder arg plakativ auf radiosingle getrimmten tracks hinweg. in seinen besten momenten aber beweist der in frankfurt am main geborene künstler, dass er die essenz des gehobenen ostküsten-sounds inhaliert hat.
schlichtes fazit zu dieser rubrik: das bessere rapalbum kommt definitiv von j. cole. dennoch illusorisch, dass der medienfokus abseits der fachpresse zu ähnlichen ergebnissen kommt. mister west: machen sie sich bereit für den narzismus-oskar 2013.
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Mittwoch, 17. April 2013
kid cudi: indicut. review & video
ein angesagter us-rapper mit eigenem modelabel? die aufholjagd von Kid Cudi an gestandene größen der marke jay-z und kanye west erfolgt in großen sprüngen. viel wichtiger aber, dass es scott ramon seguro mescudi schafft ähnlich wie letzterer die genre-grenzen nochmal um ein quentchen zu verschieben. auch auf album nummer drei geschieht das sowohl in richtung pop als auch in richtung elektronik. dabei entstehen programmatische titel wie das famose "unf***wittable". die herangehensweise bringt jedoch auch einige seichte aufgüsse wie den zweiten part von "solo dolo" hervor, welchem kendrick lamar immerhin einige bemerkenswerte vokalakrobatik hinzufügt. apropos kollaborationen: schön, dass sich mit rza ein weiterer szeneguru sehen lässt, welcher den hiphop im rahmen seiner karriere ein gutes stück nach vorne gebracht hat. "indicud" (universal) jedenfalls dürfte nach den beiden "man on the moon"-werken untermauern, was langsam auch kritiker akzeptieren sollten: als rapper mag er diskutabel sein, sein gespür für sounds und hoolines tut dem hiphop definitiv gut.
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Montag, 22. November 2010
greatest hits: das weihnachtsgeschäft...
es herrscht wahrlich kein mangel an best of-zusammenstellungen von Jay-Z. eigentlich kein problem, zumal selbiger nicht unbedingt dafür bekannt ist, auf albumlänge zu überzeugen. diesmal gab sich der jigga immerhin auch äußerlich mühe, eine wertige veröffentlichung abzugeben; inklusive nennenswertem booklet und einer karriereumspannenden berücksichtigung aller kommerziell erfolgreichen highlights von "hard knock life" bis hin zu "run this town". "The Hits Collection - Volume One" (def jam/island/universal) ist nicht nur ein durchaus selbstbewusster name, auf der rückseite der cd findet man jeweils auch gleich noch einen hinweis, welcher der 14 tracks grammy-gewinner sind... sei's drum: dieses album kann schon so manche autofahrt kurzweilig halten, nicht zuletzt aufgrund meiner lieblings-auskopplung "d.o.a. (death of auto-tune). hier noch die vollständige tracklist:1. Public Service Announcement (Interlude)
2. Run This Town
3. 03' Bonnie & Clyde
4. Encore
5. I Just Wanna Love U (Give It 2 Me)
6. Izzo (H.O.V.A.)
7. D.O.A. (Death Of Auto-Tune)
8. 99 Problems
9. Empire State Of Mind
10. Dirt Off Your Shoulder
11. Hard Knock Life (Ghetto Anthem)
12. Show Me What You Got
13. Roc Boys (And The Winner Is)...
14. Big Pimpin'
bereits drei jahre bevor jay-z 1996 sein debüt an den start bracht, begründeten Suede - so will es die legende - mit ihrem selbstbetitelten erstling den britpop-hype. auch wenn sie in dessen kontext immer eine ausnahmestellung innehatten, wurden sie von ihrer anhängerschaft (worunter sich auch ein gewisser morrissey befindet) frenetisch abgefeiert. nach wenig spektakulärem abklingen ihrer karriere eine knappe dekade später erscheint nun nach schier ewiger abstinenz von der öffentlichen bühne mit "The Best Of Suede" (ministry of sound/warner) eine erste und durchaus definitive zusammenstellung ihrer relevantesten songs. einhergehend mit ein paar ausgewählten auftritten machen die herren um frontmann brett anderson ende 2010 völlig zu recht auf ihre musikhistorische bedeutung aufmerksam. auch hier darf die vollständige, exquisite tracklist nicht fehlen:
Disk: 1
1. Animal Nitrate
2. Beautiful Ones
3. Trash
4. Filmstar
5. Metal Mickey
6. New Generation
7. So Young
8. Wild Ones
9. Drowners
10. Stay Together
11. Lazy
12. Everything Will Flow
13. We Are The Pigs
14. Can t Get Enough
15. Electricity
16. Obsessions
17. She's in Fashion
18. Saturday Night
Disk: 2
1. Pantomime Horse
2. My Insiatiable One
3. Killing Of a Flashboy
4. This Hollywood Life
5. Europe Is Our Playground
6. My Dark Star
7. Sleeping Pills
8. By The Sea
9. She
10. Heroine
11. The Living Dead
12. To The Birds
13. The Big Time
14. The Two Of Us
15. Asphalt World
16. Still Life
17. The Next Life
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Samstag, 17. Juli 2010
rick ross & 15 years of duck down music. rapreviews
er verkörpert den miami-sound wie kaum ein anderer: Rick Ross präsentiert dem rap- und vor allem radiopublikum seinen dritten longplayer. und "Teflon Don" (def jam/universal) dürfte ein kommerzieller erfolg werden, dazu braucht es nicht viel prognosetalent. auch nicht für das feststellen der eigentlichen qualitäten des protagonisten. indirektes manko: seine körperliche fülle, mit der er zwar gern kokketiert, welche sich aber eben auch in einem trägen sprachfluss niederschlägt. und über die inhalt seiner lyrics wollen wir am besten gar nicht erst sprechen, denn die leeren worthülsen lassen weder verbale kniffe noch relevante aussagen erahnen. da enthält der plattentitel vergleichsweise noch am meisten witz... bleibt die frage, wie sich mister ro$$ für sein drittes album eine derartig hochkarätige gästeliste zusammenzimmern konnte? dass sich die übliche def jam-konnektion um jay-z, ne-yo und jadakiss die ehre geben muss, bleibt verständlich. eine an sich gehaltvolle künstlerin wie erykah badu allerdings wirkt reichlich deplatziert auf diesem gesamtwerk, dessen p diddy-feature noch am ehesten auf den musikalischen kontent schließen lässt. da helfen auch die namhaften produzenten nicht, welche allesamt nur stangenware abliefern: "teflon don" dürfte kaum dazu beitragen, den radiotauglichen gansta-rap aus seiner identitäts- und kreativitätskrise zu helfen. absoluter tiefpunkt: die gemeinsam mit raphael saadiq geträllerte gute-laune-ballade "all the money in the world". hilfe.das von dru ha und buckshot gegründete new yorker hiphop label dagegen feiert einen in diesen zeiten durchaus bemerkenswerten anlass: "15 Years Of Duck Down Music" (duck down/groove attack) zelebriert eben jenes jubiläum anhand jeweils eines tracks aus jedem der jahre. wenig spektakulär möchte man meinen, doch weil man die fans via homepage die auswahl abstimmen ließ (deren wahl desöfteren auf die singleauskopplungen fiel), bleibt das ganze durchgehend kurzweilig. und interpreten wie buckshot & krs-one, die obligatorische boot camp clik oder deren vorsitzenden sean price bürgen ohnehine für qualität. oben drein gibt es zwei frühe songs von black moon und smif n wessun als bonustracks. schade nur, dass diese labelcompilation offenbar nicht zum ermäßigten preis ihren weg in die läden findet.
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Montag, 14. Juni 2010
drake & robyn. bodies talk
die nackten fakten klingen grausam: der mc und sänger Drake hat für sein (nach diversen mixtapes) lange erwartetes debüt nicht eine einzige wirklich relevante story auf lager. und die musik auf dem neuen album dürfte an banalität kaum zu überbieten sein. umso beachtlicher, dass bei all der einfachen rezeptur und den boygroup-geglätteten, gesungenen r'n'b parts ein album entsteht, dessen faszination ich mich eben doch nicht entziehen kann. was insbesondere daran liegt, dass hier alles sehr bewusst laid back geschieht. und selbst wenn die lyrics zweitklassige partythemen (remember stevie b...?) beinhalten, den posigen untiefen von anderen kollegen wird mit einem minimalistischen soundkonzept begegnet. am besten funktioniert das, wenn haus- und hofproduzent noah "40" shebib neben eines simplen beats nur ein paar atmosphärische synths durch den äther jagt. und aubrey drake grahams sprachfluss als rapper fesselt. an großen namen fehlt es bei dem kleinen hype zwar nicht; für die single „find your love“ zeichnet sich (neben einem jay-z feature in "light up") mit kanye west der zweite übliche verdächtige verantwortlich. trotzdem besteht der 23-jährige schönling auf "Thank Me Later" (universal) durch seine eigene kleine, wenn auch ohne frage streitbare vision von radiotauglicher urban musik.wenn im kontext von Robyn weiterhin namen wie britney spears oder kylie minogue fallen, sollte man eine sache nicht aus dem blick verlieren: die nach amerika emigrierte (und dort ziemlich erfolgreiche) schwedin gründete in diesen kritischen zeiten selbstbewusst ein eigenes label für ihre herzensangelegenheiten - konichiwa records. und auch sonst lohnt es sich, trotz aller mainstream-kompatibilität auch als indie-fanzine, die ohren aufzusperren. so überraschen wie beim debüt die supertighten produktionen, welche die basis für den sound bzw. ihre variable stimme bieten. genau hier nämlich kommen die aktuellen, von angesagten produzenten inszenierten ausnahmetracks einer gewissen britney spears ins spiel; es fallen aber auch namen wie zum beispiel peaches. hiphop, dub und glamrock garnieren ihren high-tech-pop - und das ist gut so. getreu dem von mir präferierten "weniger ist mehr"-motto findet sich auf "Body Talk Vol. 1" (ministry of sound) dagegen leidglich acht tracks. weshalb die platte, welche übrigens teil eins einer trilogie darstellen soll, wohl zum reduzierten preis in den läden steht. keine ahnung außerdem, ob robyn beispielsweise die support-tour für madonna viel geholfen hat - letzten endes kristallisiert sich ihr sound schließlich doch noch als etwas unkonventioneller heraus, als es das radiopublikum hierzulande gewöhnt ist. nimmt man einmal tracks wie die augenzwinkernde ace of base-remininszenz "dancehall queen" aus. tatsächlich kann ich in diesem besonderen fall dem promoschreiben in einer sache uneingeschränkt zustimmen: nämlich, dass "(...) robyn für die wenigen musikerinnen steht, die tatsächlich darauf vorbereitet sind, ein individuum zu sein und den songs das sprechen zu überlassen".
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Samstag, 10. Oktober 2009
testosteronsounds. erotic lounge & jay-z.
okay, auf die beiden hier habe ich mich gefreut. da wäre zum einen die sagenhaft beitelte "Erotic Lounge 8 - Intimate Selection" (comfort sounds/sony). selbstverständlich inklusive dezent anzüglichem coverartwork auf klinisch-sterilem hintergrund. auch konzeptionell weiß das package zu überzeugen: cd eins trägt den titel "soft & lazy", während es auf part zwei schon "quick & dirty" zugeht. welchen koppulationsfantasien die hörer beim exklusiven dj-mix des chubbanak club nachgehen, bleibt ihnen dann selbst überlassen. immerhin, vor allem zu beginn wissen die beiträge zu überzeugen: thievery corporation, tosca, leftfield sowie die famosen boozoo bajou suggerieren einen gewissen anspruch. der sich dann aber mit groove armada, blank & jones und dem verlvet lounge project schnell in luft auflöst. andererseits: wenn hier dem durchschnittlichen gq-leser (oder wo finden solche veröffentlichungen sonst resonanz?) ein paar einheimische elektronik-künstler näher gebracht werden können - warum nicht. sonst lassen sich auf dem überschwemmten markt jedoch zum gleichen zwecke weitaus überzeugendere, individuellere und stimmigere compilations finden. dagegen hat Jay-Z leichtes spiel: nicht nur weil er natürlich der meinung ist, mit dem dritten aufguß seines erfolgsalbums einen klassiker geschaffen zu haben. vielmehr geht es diesmal darum, durch "The Blueprint 3" (roc nation/warner) den mit teil 2 desaströs in den dreck gezogenen karren wieder fahrtüchtig zu machen. und dass er es noch drauf hat, bewies der jigga nicht zuletzt mit dem "american gangster" album. trotzdem war skepsis geboten - und wie sich herausstellt: nicht ohne grund. dabei kann man sich auf den unterhaltungswert der 15 tracks verlassen: die produktionen sind kurzweilig, abwechslungsreich und stecken voller details. neben dem allgegenwärtige kanye west sind es jedoch vor allen dingen kollegen, deren karriere den höhepunkt schon hinter sich wissen - wie beispielsweise die neptunes oder timabland - die bei dem material ihre meriten verdienen. wie schrieb ein amerikanischer kollege so schön in einer randbemerkung: "seriously, were dj premier, just blaze, dr. dre, or even ski not returning your calls, shawn?". dafür konnte jay-z mit rihianna sowie alicia keys für die beiden poppigsten bzw. kommerziellsten tracks adäquate unterstützung finden. auf der habenseite steht außerdem die single-auskopplung sowie sympathische autotune-abrechnung "d.o.a.". das viele mittelmaß sowie die unerträgliche alphaville-coverversion "forever young" bleiben aber auch mit humor schwer zu ertragen und hinterlassen einen faden beigeschmack.
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