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Montag, 3. Mai 2010

brotha lynch hung, murs & 9th wonder. reviews

wer in der vergangenheit songs mit "rest in piss" titulierte, darf natürlich auch im hier und jetzt kein braver junge werden... und darauf legt Brotha Lynch Hung - alias kevin mann - spürbar auch im 18. jahr (!) seiner karriere großen wert. und jene zahl klingt durchaus passend: man sollte schon volljährig sein, will man hinter die versponnenen horror-attitüden und lyrischen gewaltszenarien des neuerdings unter den fittichen des tech 9ne labels strange music agierenden mc's stoßen. jene waren schon immer prägend für seinen stil. "Dinner And A Movie" (strange music/soulfood) markiert für ihn dennoch eine art neuanfang: nachdem der mann aus sacramento zuletzt eher vom radar der hiphop-szene verschwand, holt er nun zum großen schlag aus. welcher ihm, bei allen vorbehalten, ziemlich gut gelingt. und das ist nicht nur bemerkenswert, weil der mann (sic!) schon schwer auf die vierzig zu geht. gerade angesichts des faktes, dass es sich hier um den start einer trilogie handelt, ein spannendes unterfangen: in dieser kondition schafft es mr. hung zurück an die spitze!
das verbindende element zwischen diesen beiden sonst so unterschiedlichen releases könnte lediglich kurupt sein... der sowohl bei brotha lynch als auch bei diesen beiden hier als feature in erscheinung tritt. ansonsten folgt den düsteren fantasien ersteren hier der sonnig-soulige gegenentwurf. obwohl: so richtig überzeugen konnte produzent 9th wonder, sonst mit beinahe festem engagement via duckdown music, zuletzt eigentlich nicht: seine eigenen alben krankten am spannungsbogen und auch die kollaborationen wollten nicht mehr so wirklich zünden. murs dagegen wagte neben den living legends mit seinem projekt felt weitere schritte in richtung mainstreamferne zonen. nun fanden sich Murs & 9th Wonder bereits zum dritten mal zusammen, um ein album aufzunehmen. "Fornever" (smc/soulfood) besteht dabei lediglich aus zehn tracks und auch die bedienen eher konventionelle hörgewohntheiten. insofern fällt das fazit reichlich simpel aus: wem die bisherigen kollaborationen der beiden gefielen, darf auch hier zugreifen. entspannung und gute laune beinahe garantiert.

Sonntag, 13. Dezember 2009

legenden reanimiert? rakim & snoop dogg

er schuf gemeinsam mit eric b ein paar unschlagbare klassiker des genres, verschwand dann in den irrungen und wirrungen der industrie - und konnte zuletzt auch musikalisch kaum noch überzeugen: im falle Rakim darf man tatsächlich von einer bewegten geschichte sprechen. die mit "The Seventh Seal" (ra records/smc/soulfood) nun zu einem guten ende geführt werden soll. der entscheidende kniff im handlungsplot 2009: selbstkontrolle. die neue platte erscheint auf dem eigenen label des protagonisten. der schritt zurück in die unabhängigkeit verlief jedoch nicht ohne weitere einbußen: große produzentennamen wie pete rock oder dj premier sucht man auf den 14 tracks vergebens. leider, leider auch die klasse von ra's frühwerken. das album kommt nämlich ohne wirkliche highlights aus... und selbst wenn sich umgekehrt kaum tiefschläge ausmachen lassen: was sein publikum garantiert nicht wollte war - noch dazu nach zehn jahren - ein weiteres "okayes" album. wo steckt die leidenschaft, wo das grenzensprengende gen oder funkensprühende begeisterung? "the seventh seal" bleibt so leider nicht mehr als ein mediokres alterswerk (angereichert mit reichlich zelebrierung eigener glanzzeiten), dem selbst die kollaborationen mit einer ganzen reihe jungspunge (darunter tochter destiny griffin) kaum neues leben einhauchen konnten. schade.
auch er ist einfach nicht tot zu kriegen: Snoop Dogg beansprucht noch jahre nach den heydays der east coast/west coast-grabenkämpfe eine gewisse relevanz für sich. zumindest in kommerzieller hinsicht. und nicht zuletzt durch sein nimmermüdes interesse auf diversen pop-, rap- und r'n'b-platten als "gastredner" in erscheinung zu treten. mit "Malice N Wonderland" (priority/emi) wird seine diskographie nun um ein weiteres album ergänzt. selbiges offeriert g funk und gangsta rap, straight from the neunziger bzw. den billboard-charts. genau diese beiden stilistischen pole übrigens definieren den - ebenso limitierten wie eindrucksvollen - horizont des interpreten. so wird mal der bösewicht gemimt, dann wieder den damen in form pappig-souliger hüftwackler ein ständchen gegeben. der doggfather schmoovt sich auf diese weise durch ein gutes dutzend weitgehend irrelevanter tracks, hinter deren tatsächlichen endzweck man ohne genuss halluzinogener substanzen oder zumindest bedingungsloser partylaune allerdings wohl niemals stoßen wird. apropos stoßen: dass sich snoop dogg ein zweites (bzw. drittes, nie genug der schlechten wortwitze...) standbein in der pornoindustrie erarbeitet hat, kommt natürlich den lyrischen inhalten wie auch dem coverartwork "zugute". unabhängig davon macht "malice n wonderland" je nach standpunkt richtig spaß - oder trägt zur weiteren verdummung eines an sich auf message basierenden musikstils bei.

Donnerstag, 5. November 2009

fat joe & warren g. rapreviews

es dauerte beinahe ein halbes jahr, bis Fat Joe nun den nachfolger zu seinem 2001 erschienenen "jealous one's still envy (J.O.S.E.)" auch für den deutschen markt zugänglich macht. ob die verspätung mit der qualität der scheibe zusammen hängt, die in den staaten deutlich hinter den erwartungen blieb? unter anderem. der opener "winding on me" featured zwar lil wayne und ron browns, nervt aber mit penetranten vokoder-effekten. "one" wurde mit der hilfe von akon zwar mit einer mächtig poppigen hookline ausgestattet, birgt aber genau die gleiche soundspielerei. so geht es denn auch weiter: kopfnick-hymnen, die jedoch eine ganze spur zu flach, austauschbar und kommerziell orientiert klingen, als dass sie wirklich überzeugen könnten. lediglich in der raekwon-kollaboration wird in dieser hinsicht dankenswerterweise etwas auf die bremse gedrückt. "J.O.S.E. II" (ts records/rsk entertainment/soulfood) wirft somit die frage auf, ob sich der terror squad-mitbegründer zukünftig doch besser auf seine anderen hobbys - die gestaltung von markenschuhen, wahlweise auch sein schauspiel-auftritt in "scream 3" - konzentrieren sollte.

trotz des sounds von "The G Files" (ttl records/smc records/soulfood): Warren G stammt nicht aus dem labor von dr. dre. obwohl es in seiner (für den g-funk höchst relevanten) karriere durchaus einige kontakte zu dessen immer florierender talentschmiede gab. dennoch aber produziert und singt-rapt der westküsten-star seine alben lieber selbt. was er, soviel steht schnell fest, verdammt gut beherrscht. das programmatische "west is back" beispielsweise kommt mit dope pupsenden basslines daher und scheut sich nicht vor etwas albernen hooks. auch sonst bleibt der groove auf diesem spätwerk stets zurückgelehnt: synthie-blues und teils etwas schmierige soul-zitate teffen auf relaxt flowende raps sowie desöfteren recht schicke beats. wirkliche hits gibt es unter den 15 Tracks übrigens etwa eine handvoll. der rest rangiert im mittelfeld; nur selten lassen sich wirkliche tiefschläge ausmachen. die gästeliste dagegen fällt im vergleich zum vorgänger wesentlich weniger pompös aus: snoop dogg ("swagger rich"), nate dogg und raekwon (an dem es zur zeit wahrlich kein vorbeikommen gibt) gehören zu den größten vertretern hier. auf lyrische höchstleistungen muss man in diesem zusammenhang natürlich verzichten. nichtsdestotrotz: der 38-jährige g-star (entschuldigung, der musste sein...) legt mit "the g files" ein ordentliches genre-album vor. dass der hype um diesen sound nun schon ein paar jahre auf dem buckel hat, scheint warren g. nicht zu kümmern. das mag man nun seltsam oder sympathisch finden - weh tut der "hustler" ohnehin niemandem mehr. nett.