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Sonntag, 8. Februar 2015

darcy: cape of no hope. ep review

auch wenn die informationslage zu interpret und veröffentlichung mehr als dürftig ist: mit seiner ep hat sich Darcy ohne umschweife in mein herz gespielt. was zunächst wie ein akustik-projekt von against me klingt, birgt innerhalb der vier tracks jedoch eine hitdichte, nach welcher sich laura jane grace a.k.a. tom gabel die letzten alben über gesehnt haben dürfte. der englisch-französische singer-songwriter xavier d'arcy hat mit der ehemaligen smashing pumpkins-gitarristin vermutlich nichts zu tun. sein ursprung liegt stattdessen im knabenchor der münchner frauenkirche, wo der herr seine kindlichen wurzeln weiß. davon ist auf der "Cape Of No Hope EP" (darcy records/3010 records) nicht viel zu hören. stattdessen dürfen zur groben einsortierung durchaus die frontmänner jener punk-/hardcore-bands dienen, welche sich in den letzten monaten durch akustische solo-alben hervortaten. nur gefällt mir das hier ein quentchen besser...

Montag, 13. September 2010

jeff row & volbeat. rock chamäleons

bevor wir hier den dynamischen dänen ihren verdienten platz einräumen, ein kurzer blick auf einen (in punkto verkaufszahlen) ganz kleinen kollegen. deshalb passend, weil volbeat auf ihrer neuen platte mit nachdruck no use for a name als referenz danken; und auch Jeff Rowe über einen vergleichbaren punkrock-hintergrund verfügt. für "Barstool Conversations" (gunner records/broken silence) legte er jedoch alle eingestöpselten instrumente ad akta und fröhnt, wie so (zu?) viele dem singer-songwriter-tum. das gefällt über weite teile recht gut, am besten jedoch, wenn seine kompositionen wie in "no place" etwas fahrt aufnehmen... und nach against me klingen. wer noch mehr referenzen braucht: produziert hat tim barry, smoke or fire schauten bei den aufnahmen vorbei und mit strike anywhere teilte man sich die bühne. schön.

nun aber: da brat mir doch einer 'nen storch! entschuldigung für diese etwas wunderliche metapher. aber dass ich Volbeat erst seit ihrem letzten album wirklich wahrnehme, entpuppte sich als waschechter fauxpas. mittlerweile gibt es aber ja ohnehin für niemanden im rockkontext mehr ein vorbeikommen an ihnen. dass die dänen in der metalpresse allerorten abgefeiert wurden, war unüberhörbar... nicht aber, dass dahinter weitaus mehr steckt als eine metalinfizierte elvis-rock-kapelle. und nun das: seit tagen will die vierte platte des quartetts aus kopenhagen nicht mehr aus meiner anlage. und beim refrainsingen habe ich mich wohlgemerkt schon auf der arbeit (und die findet in eher ruhiger büroatmosphäre statt) ertappt. ursachen? die social distortion-parallelen sind natürlich eine wohltat. ebenso wie die erwähnten elvis-momente in den vocals perfekt von ein paar klassischen life of agony (frühphase) vergleichen ergänzt werden. "Beyond Hell/Above Heaven" (universal) erinnert mich aber vor allem an ein album, welches zu meinen persönlichen favoriten zählt - obwohl es seinerzeit landauf landab gescholten wurde. der unglaubliche hymnenanteil sowie die stimme von frontmann michael poulsen bringen nämlich das x-te misfits-reunionwerk "famous monsters" - damals mit sänger michael graves - auf den plan. und das war, mit verlaub, schweinegut. volbeat hängen privat dagegen gerne ´mal mit kollegen wie barney von napalm death oder mille von kreator (beide hier als gäste vertreten!) ab – ihrem sound schadet das keineswegs. tracks a lá "who they are" sind mehr als nur ohrwürmer - und die euphorischen hymnen animieren zum mitsingen/-feiern, ohne dass die band droht, jemals in üble plattitüden abzudriften. im gegenteil: sie umschwärmt ein grundsympathischer coolness-faktor. und für die musik gibt's ohnehin höchste punktzahl… eine seltenheit hier, aber hey, wozu nennen wir uns schließlich fanzine?

Dienstag, 4. Mai 2010

leatherface: the stormy petrel. review

es war in ihrer langen karriere sicherlich niemals eine besonders gute produktion oder gar das artwork, was die aufmerksamkeit auf Leatherface gelenkt hatte. welche nach 22 jahren chronischer erfolglosigkeit trotzdem noch (oder erst recht) zu den einflussreichsten britischen bands seines genres gehört. aber image war bei frankie stubbs und seiner mannschaft noch nie wichtig. konzentrieren wir uns also auf das, was das (jetzt wieder) quartett um die reibeisenstimme schon immer ausgemacht hat: melancholische melodien, texte mit herzblut ("my worlds end") und letztendlich ihr völlig eigenständiger sound. genau den gibt es auch auf "The Stormy Petrel" (lp: majorlabel/cd: big ugly fish/cargo) zu hören, weshalb gängige bewertungskriterien einmal mehr nicht funktionieren: leatherface sind leatherface und auch diesmal wird nur eine minderheit mitbekommen, dass genau hier die wurzeln für den sound von hot water music (mit denen man ja bereits eine split veröffentlichte), avail oder the gaslight anthem liegen. anders gesagt: von ähnlich vielen rückschlägen gezeichnet, spielen leatherface eigentlich in einer liga mit social distortion. wer's nicht glaubt, soll sich stücke wie "never say goodbye" oder "broken" anhören - und sich die band dieses frühjahr unbedingt live angucken.