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Mittwoch, 25. August 2010

frontier(s): there will be no miracles here. review

schier unendlich schien die wartezeit, bis aus dem hause elliott neues songmaterial zu erwarten war. nach ihrer auflösung 2003 findet in diesem sommer nämlich zumindest sänger chris higdon ein neues betätigungsfeld: mit ex-mouthpiece gitarrist matt wieder, mit zwei weiteren musikern. beziehungsweise: mit der gemeinsamen neuen formation Frontier(s). "There Will Be No Miracles Here" (arctic rodeo recordings/alive) verleugnet die eigene herkunft higdons' zwar keineswegs, klingt aber doch wesentlich knackiger und direkter als die letzten outputs der kleinen postrock-legende. Frontier(s) präsentieren sich auf der einen seite rockiger, nehmen mich auf der anderen seite aber auch mit elegischen und dennoch poppigen passagen gefangen. dabei haben es der frontmann und seine konsorten nie nötig, mit durchschaubaren songstrukturen zu langweilen. und so benötigt auch das neue material ein wenig zeit, um sich in seiner ganzen größe zu erschließen. dabei werden hier keine extreme mehr geschaffen; auch der esprit lässt durchblitzen, dass seit "false cathedrals" ein paar jahre ins land gezogen sind. dennoch: das könnte eine rückkehr im stile von walter schreifels bzw. dessen zwischenstation rival schools werden. anders, gemäßigter... und auf sehr sympathische weise erwachsener. abgesehen davon: tolles artwork, auch.

Dienstag, 4. August 2009

sights & sounds: monolith. review

schon wenn man "Monolith" (redfield records/cargo) zum ersten mal hört, manifestiert sich der eindruck, die letztjährige debüt-ep von Sights & Sounds war nicht mehr als ein erstes, vorsichtiges zucken. bei näherer betrachtung wird klar: diese zunächst lediglich ganz nette projektidee der beiden neufeld-brüder hat 2009 die relevanz von joels' mäßigen sick city bei weitem überrundet. und sogar andrews zweite mikrofon-position bei comeback kid rückt nach seiner exzellenten leistung bei diesen aufnahmen in den hintergrund. wie konnte es dazu kommen? als grundlage wird gerne die stilistische breite der vier genannt. und tatsächlich gewinnt man den eindruck, bei diesen 14 songs würden die fixpunkte zwischen den großartige elliott, progressiven postrockbands sowie anspruchsvollem pop gesetzt. dabei schaffen es die neufeld-brüder jederzeit, ihre kompositionen auf große refrains zurückzuführen. und beweisen zudem mut, mit devin townsend (strapping yound lad) einen ursprünglich klar der metalszene zugeordneten produzenten den feinschliff an ihren fragilen songbauten vollbringen zu lassen. das ergebnis überzeugt auf ganzer linie: atmosphärische, dezent elektronische klangteppiche runden dieses rundum gelungene werk perfekt ab ("the clutter"). und am ende bleibt der einzige vorwurf, welchen man "monolith" machen könnte der fakt, dass die platte so verdammt nahe an "false cathedrals" rangiert. aber da fallen mir wahrlich schlimmere mankos ein... fazit: die bislang wohl gelungenste emo-/postcore-veröffentlichung diesen jahres.