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Freitag, 6. Oktober 2017

guano apes: proud like a god XX. tour & cd

zwischenzeitlich als treppenwitz des crossovers gehandelt (und ja: den song "dödel up" gab es wirklich...),  haben die Guano Apes doch meine gesamte generation mit mindestens einem ohrwurm ausgestattet. anlass genug, dem durchbruchsalbum "Proud Like A God" im zwanzigsten jahr seines bestehens mit einer reissue zu würdigen. die gibt es sowohl als einzel- wie auch als doppel-cd mit folgendem inhalt: CD1 beinhaltet 10 songs des original-albums aus dem jahr 1997 in neu abgemischter und remasterter form sowie einen bisher unveröffentlichten song. auf CD2 finden sich völlig neu eingespielte, modernisierte versionen der songs „Get Busy“, „Rain“, „Crossing The Deadline“, „Suzie“, „Never Born“ und natürlich dem classic „Open Your Eyes“, für das man niemand geringeren als danko jones zum duett ins studio holte. böse zungen werden behaupten, dass hier die cash-kuh maximal gemolken wird. andererseits dürften die anstehenden auftritte für ein manierliches retro-fest sorgen. bei interesse findet ihr hier die zugehörigen daten sowie den clip zum eminem-cover "loose yourself" inklusive standesgemäßem 90er posing.

Live:
08.10. München, Backstage
09.10. Stuttgart, LKA
11.10. Dortmund, FZW
13.10. Köln, E-Werk
15.10. Frankfurt, Batschkapp
18.10. Saarbrücken, Garage
20.10. Hannover, Capitol
21.10. Hamburg, Grosse Freiheit 36
27.10. CZ-Prag, Meet Factory
29.10. A-Wien, Ottakringer
02.11. Berlin, Huxleys
03.11. Leipzig, Haus Auensee
05.11. NL-Amsterdam, Melkweg

Sonntag, 30. November 2014

shadyXV compilation: eminem etc. review

mit seiner "marshall mathers lp2" begeisteret eminem die kritiker zwar nicht uneingeschränkt, zumindest mich konnte das werk jedoch wieder vorbehaltlos von den über die jahre eher gereiften qualitäten des 44-jährigen rappers überzeugen. und auch kommerziell war die von kollaborationen mit rick rubin und dr dre gekrönte scheibe durchaus ein statement. ein guter moment also, um im verspäteten windschatten auf das schaffen von shady records aufmerksam zu machen. hier wirkt eminem als ceo und hat durchaus kein schlechtes händchen wie die compilation ShadyXV (shady records/interscope/universal) beweist. mit 50cent und d12 sind zwar ausgerechnet die beiden aushängeschilder echte stinker, die hier mit ihren totgenudelten auskopplungen aufwarten. mit unter anderem yelawolf oder slaughterhouse (mit ex-partner royce da 5'9) bzw. seinem neuerlichen alter ego bad meets evil bleiben jedoch genug echte hinhörer unter den knapp 30 tracks, von denen knapp die hälfte vorher unveröffentlicht war. besonders interessant natürlich, dass sich auch vier komplett neue eminem-tracks darunter finden. in welchen er zumeist auch als produzent auftritt, was leider wie eh und je die größte schwachstelle darstellt. vom erfolg der single "guts over fear" mit sia wird das aber ohnehin nicht abhalten. und weil das gute stück zum preis einer einfachen cd in den läden steht, darf das kurzweilige programm mit leichten einschränkungen einfach weiterempfohlen werden.

tracklist (songreihenfolge wird u.u. noch überarbeitet):

CD 1:
1.    Eminem – Guts Over Fear feat. Sia
2.    Slaughterhouse - Y'all Ready Know
3.    Bad Meets Evil -  Vegas
4.    Eminem – ShadyXV
5.    Eminem – Right For Me
6.    Eminem – Die Alone feat. Kobe
7.    Eminem – Fine Line
8.    Slaughterhouse - Psychopath Killer feat. Eminem & Yelawolf
9.    Skylar Grey, Eminem & Yelawolf – Twisted
10.    Yelawolf – Down
11.    D12 – Bane
12.    Eminem, Royce Da 5'9", Big Sean, Danny Brown, Dej Loaf, Trick Trick - Detroit Vs. Everybody
13.    Yelawolf – Till It’s Gone

CD 2:
1.    50 Cent – I Get Money
2.    D12 – Purple Pills
3.    Eminem – Lose Yourself
4.    Obie Trice, Kuniva, Bobby Creekwater, Cashis, Stat Quo – Cry Now
5.    Yelawolf – Let’s Roll feat. Kid Rock
6.    Slaughterhouse – Hammer Dance
7.    50 Cent – P.I.M.P
8.    Eminem, 50 Cent, Cashis & Lloyd Banks – You Don’t Know
9.    D-12 – My Band
10.    Obie Trice – Wanna Know
11.    50 Cent – Wanksta
12.    Obie Trice – The Setup
13.    50 Cent – In Da Club
14.    D-12 – Fight Music
15.    Yelawolf – Pop The Trunk
16.    Lose Yourself - Original Demo Version

Samstag, 19. Juni 2010

declaime & eminem. rapreviews

Declaime alias dudley perkins gönnt sich keinerlei kreative verweilpause. und bleibt im veröffentlichungsrhythmus gleichgeschaltet mit seiner frau georgina anne muldrow. welche nicht nur dieser tage unter dem alis jyoti das album "ocotea" an den start bringt, sondern auch auf drei tracks an den vocals zu hören ist. auf "Fonk" (e1/groove attack) gibt es diesmal allerdings nur gut 40 minuten zu hören. doch in den elf songs klingt der produzent und musiker konsequenterweise fokussierter denn je. declaime präsentiert sich 2010 eindeutig als mc, dessen soundtechnische untermalung zu jeder sekunde unüberhörbar dem funk huldigt. blubbernde basslines und windschiefe harmonielinien, welche bei der gegenwärtigen hiphop-szene sicherlich nur kopfschütteln provozieren werden, sind allgegenwärtig... und bekannt fett inszeniert. das ergebnis klingt nach wie vor mutig. auch deswegen, weil perkins seine soundvision(en) kontinuierlich weiterentwickelt. und dabei sperrig bleibt wie kaum ein anderer kollege des genres.
mächtig schelte musste ex-rap-superstar Eminem für seinen letztjährigen longplayer "relapse" einstecken; nicht zuletzt deswegen, weil das schwache werk auch noch in zwei verschiedenen veröffentlichungen erschien. im falle von "Recovery" (aftermath/interscope/universal) soll nun mit artfremder unterstützung verlorener boden wett gemacht werden. und eine entschuldigung für den misratenen vorgänger hat er ebenfalls augenzwinkernd verpackt. ein kluger schachzug, zumal er mit der läuterung über die eigene medikamentensucht einhergeht. aber wird der protagonist dem programmatischen albumnamen auch gerecht? nur zum teil. ozzy osbourne ("chances") und haddaway-samples klingen unterhaltsam, wenn auch nicht sonderlich innovativ. rhianna und pink liefern ein paar mäßige refrains... am ende des tages gelingt es aber einmal mehr nur dem sprachfluss sowie ein paar gelungenen textliche kniffen, das neue werk von den schwachen vorgängern abzuheben. für einen neustart unter besseren bedingungen genügt das nicht. immerhin: der patient scheint in jeglicher hinsicht auf dem weg der besserung...

Mittwoch, 29. Juli 2009

hiphop: the good, the bad and the ugly. 07/09

der versuch, Asher Roth als eine art "the next eminem" zu vermarkten, mag im falle diverser formatradiosender funktionieren - doch selbst dem ja nun nicht gerade für künstlerische integrität bekannten herrn shady tut man damit derbe unrecht. "Asleep In The Bread Aisle" (universal) klingt vielmehr nach einer halbgaren mischung aus everlast auf abwegen... sowie dem unmotivierten versuch, mit der nonchalance eines mike skinner zu kokettieren. auf seiner single "i love college" demonstriert der aus pennsylvania stammende roth die wohl unterste vorstellbare hiphop-schublade: der song beinhaltet in etwa so freche reime übers' trinken und liebe machen, wie seinerzeit der pur-sänger die fans mit gekürztem vokuhila überraschte... zu hören gibt es außerdem auch ein feature von busta rhymes, ohne den momentan offenbar keine populäre hiphop-platte erscheinen darf. doch bei songtiteln wie "la di da" sowie den entsprechenden musikalischen wie lyrischen inhalten kommt es darauf längst nicht mehr an. selbt einem begriff wie "pop" würde man damit gewalt antun. es ist wie es ist: "asleep in the bread aisle" dürfte das beliebigste, überflüssigste album der jahres markieren.

von einer ganz anderen seite ziehen The Herbaliser Band ihr verständnis von hiphop auf. hier sind es weder pop noch samples, die den charme des materials ausmachen. denn wo sich die klassiker des genres von dj premier bis rza aus einem fundus alter jazz-, soul- oder funkplatten bedienten, liefert sich das londoner kollektiv diese zutaten eben selbst. im falle des letzten longplayers "same as it ever was" noch mit diversen gastvocals. "Session 2" (!k7/alive) knüpft nun an den vor einer knappen dekade erschienenen ersten teil an. und erklingt - genau wie dieser - rein instrumental. unter den mit einer mitreißenden dynamik ausgestatteten songs finden sich klassiker der letzten studioalben - in einem exzellenten sound, der beinahe die energie der bühnenpräsenz verbreitet. es darf einmal mehr bestaunt werden, mit welcher authentizität die beiden produzenten jake wherry und ollie teeba ihre bigband-fantasien ausleben. hier zum zweiten mal vielleicht im optimalen format für ihre vision.

Donnerstag, 16. Juli 2009

nightmares on wax, the alchemist. review

eine zusammenstellung mit klasse. nichts anderes durfte man von george evelyn alias dj e.a.s.e. alias Nightmares On Wax erwarten. die "Coming Home" (stereo deluxe/edel) serie, ein an das dj kicks konzept angelehntes sampler-projekt aus dem hause stereo deluxe, bietet ja quasi die optimale plattform, um all die unterschliedlichen ingredienzen und einflüsse seines bewährten downbeat-sounds zu lüften. und so finden sich hier überraschungen (marvin gaye, roots manuva), zu erwartendes (lee everton, eigene kompositionen) und vor allem... eine gelungene stilvielfalt. immer darauf bedacht, das entspannungsmoment zu fördern, aber nicht im hintegrund abzutauchen. der herr hat einfach einen guten musikgeschmack - das muss nach genuss der 18 tracks sogar von dem attestiert werden, dem die nightmares on wax-veröffentlichungen zu unspektakulär anmuten. was wäre das schön, diese musik anstelle der x-ten "café del mar"-blaupause in den einschlägigen lokalitäten zu hören...

selbst wenn man beim label koch records traditionell vorsichtig sein muss: The Alchemist zieht auf seinem album alle register. für "Chemical Warfare" (koch records/groove attack) konnte der hiphop-produzent beinahe sämtliche, zumindest populäre genregrößen vereinen. und selbst wenn nicht unter den 15 tracks vertreten, kannn man davon ausgehen, dass es in der vergangenheit kollaborationen gab. umso überraschender, als al maman - wie der protagonist mit bürgerlichem namen heisst - keineswegs sonderlich kommerziell agiert. sogar eminem überzeugt mit einem exzellenten song, aufgrund dieses mini-stelldicheins die vergabe des titeltracks allerdings etwas fadenscheinig wirkt. mehr als noch auf dem debüt ist al diesmal selbst hinter dem mikrofon zu hören. wobei die akzente natürlich eher durch die features a lá snoop dog, three 6 mafia, kool g rap, krs-1 sowie dem wunderbaren talib kweli gesetzt werden. den tiefpunkt markiert ausgerechnet mobb deeps prodigy, der mit einer sexistischen nullnummer meilenweit fernab früherer höchstleistungen rangiert. the alchemist, der u.a. für eben jene mobb deep, dilated peoples sowie als eminems' resident dj arbeitete, liefert über die ganze distanz dennoch einen relativ runden, dabei angenehm eigenwilligen longplayer ab.