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Dienstag, 26. März 2019
maulgruppe: tiere in tschernobyl. review
zugegeben: angesichts des covers habe ich kurz einen "neue deutsche härte"-schreck bekommen. doch zum gück umsonst: jens rachut und das majorlabel aus leipzig bleiben die verlässliche kombination für grenzsprengenden deutsch-(post-)punk, an deren lyrischer intrepretation man sich die gammeligen zähne ausbeißen kann. Maulgruppe lautet die neueste inkarnation, bei welcher rachut von musikern aus dem umfeld von yass, ten volt shock und kurt unterstützt wird. und wer das letzte schaffen der hamburger punklegende beobachtet hatte, der wird etwas beruhigt sein dass es nach engagements am theater und hörspiel nun wieder recht explizit auch musikalisch zur sache geht. ein wenig verwunderlich angesichts dieser tatsache vielleicht, dass der anteil an wave und elektro eher noch ausgedehnt wurde. "Tiere In Tschernobyl" (majorlabel/broken silence) enthält natürlich aber vor allen den charakteristischen sprechgesang, der dafür sorgt dass die 40 minuten sowohl an die vergangenheit a la oma hans, wie auch die gegenwart (kommando sonne-nmilch) als auch die referenzliste (turbostaat etc.) gemahnen. insofern lässt sich die abermals korrigierte stilistische ausrichtung vermutlich auch für die jünger der rachut'schen frühphase gut verdauern. und wenn nicht: unbequem zu sein, da bin ich mir sehr sicher, kümmert die Maulgruppe gar nicht...
Labels:
broken silence,
jens rachut,
kommando sonne-nmilch,
kurt,
majorlabel,
maulgruppe,
oma hans,
ten volt shock,
yass
Montag, 5. Oktober 2015
freiburg: brief & siegel. review. clip. tour
der diskographie von Freiburg folgte nach dem 2011er debüt "high five zukunft" zwei jahre später die programmatische "aufbruch lp". in kürze steht mit "Brief & Siegel" (this charming man) das dritte werk in den läden (oder preorder hier). den freischwimmer von der sprichwörtlichen oma (hans) bzw. dem vielzitierten fixstern turbostaat besteht die band aus gütersloh 2015 immerhin. wenn auch weniger stilistisch, als durch ihr durchhaltevermögen bzw. qualität. die kryptisch-fragmentarischen texte, der rauhe sing-schrei-mix von jonas und auch die rhythmusarbeit lassen durchaus bekannte - aber eben auch liebgewonnene - erinnerungen an die jens rachut-jünger erwachen. nicht nur geographisch aber finden die zehn tracks eben weniger im norden statt. dank unterstützung von tobi neumann (duesenjaeger) aus osnabrück darf man endlich mal ganz ohne unangenehmen beigeschmack von einer "neuen deutschen mitte" sprechen. also gilt: alle anhänger hier (und im falle freiburg wohl auch andernorts) zitierter bands hören bitte mindestens rein. das münsteraner this charming man label jedenfalls empfiehlt sich einmal mehr als eines der geschmackssichersten adressen hierzulande.
Freiburg Tourdaten 2015
09. OKT / Münster, Gleis 22
10. OKT / Hannover, LKA
16. OKT / Weißenburg, AJZ
17. OKT / Nürnberg, Desi Kneipe
18. OKT / Saarlouis, UTOPIA
30. OKT / Rotenburg, Villa Rotenburg
31. OKT / Dortmund, fragt an!
20. NOV / Essen, Hotel Shanghai
21. NOV / Berlin, Cassiopeia
22. NOV / Marburg, Trauma im G-Werk
Freiburg Tourdaten 2015
09. OKT / Münster, Gleis 22
10. OKT / Hannover, LKA
16. OKT / Weißenburg, AJZ
17. OKT / Nürnberg, Desi Kneipe
18. OKT / Saarlouis, UTOPIA
30. OKT / Rotenburg, Villa Rotenburg
31. OKT / Dortmund, fragt an!
20. NOV / Essen, Hotel Shanghai
21. NOV / Berlin, Cassiopeia
22. NOV / Marburg, Trauma im G-Werk
Labels:
brief & siegel,
clip,
duesenjaeger,
freiburg,
jens rachut,
oma hans,
review,
this charming man,
tour,
turbostaat
Dienstag, 6. April 2010
turbostaat & katzenstreik. deutschunterricht
album nummer vier der flensburger. und war der vorgänger stagnation auf hohem niveau, halten Turbostaat das steuerrad weiterhin unbeeindruckt auf den kurs, welcher vor jahren von jens rachut kartiert wurde. "Das Island Manöver" (same same but different/warner), ein weiteres mal von dickem warner-vertrieb und persönlicher labelbetreuung durch die beatsteaks-manager- bzw. uncle sallys-herausgeber-konnektion begleitet, macht natürlich abermals nicht den fehler, anbiedernd zu klingen. dafür sorgt schon der sound von moses schneider und gleich zu beginn das fiese "kussmal". dennoch klingt das dutzend live eingespielter songs eine spur nüchterner: trostlosigkeit ist die neue verzweiflung? das vorab veröffentlichte "pennen bei gluffke" mag mit seinem diskobeat und den vorsichtig geglätteten refrains anderes befürchten lassen, die gitarren in "urlaub auf fuhferden" hat man von turbostaat in dieser form auch noch nicht gehört... im kontext des albums fügen sich jedoch selbst diese stücke exzellent ein. am ende bleibt es wie es war: sperrigkeit, hitappeal und intensität werden hierzulande selten so rabiat zusammengebracht. außer bei - und der neuerliche vergleich mag die protagonisten noch so sehr nerven - oma hans bzw. deren vorgänger-/nachfolgerbands. aber statt noch weiter solche erbsen zu zählen freue ich mich lieber an dieser vereinnahmenden (und nebenbei: toll aufgemachten!) platte.lange waren die weg... und nicht nur ich dürfte sie sehentlich vermisst haben. trotz eines verweigerungsalbums (gegen wen auch immer); so bezeichne ich "IIII" nun einfach mal. vielleicht waren das aufblitzen von hiphop und elektronika aber auch nur indiz dafür, dass in der musikalischen karriere wohl ein paar andere betätigunsfelder notwendig gewesen sind. und ortswechsel: göttingen - bristol - berlin - und zurück. Katzenstreik finden auf "Move" (unterm durchschnitt/broken silence) ihre alten stärken wieder. schon der opener prescht in melodischer hardcore-manier nach vorne; und findet in "change" kurz vor dem finale einen weiteren höhepunkt: so nah an der frühen n.y.h.c.-sschule waren die nie! die mischung aus englischen und deutschen texten funktioniert, die 14 tracks wirken wieder wesentlich homogener als beim vorgänger. wenig abgeklärte weltverbesserer sind und bleiben katzenstreik natürlich dennoch. woran man sich stören oder gar darüber amüsieren kann... bei mir bleibt respekt für genau den idealismus. und die leidenschaft in ihrer musik.
Labels:
broken silence,
das island manöver,
iiii,
jens rachut,
katzenstreik,
move,
oma hans,
same same but different,
turbostaat,
unterm durchschnitt,
warner
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