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Freitag, 22. Januar 2016

powerkryner: ham kummst. single & clip

da mag man von der aktuellen flüchtlingspolitik unseres nachbarlandes halten was man will (nämlich nicht viel!): österreich möchte auch 2016 auf der musikalischen agenda hierzulande stehenbleiben. und schickt mit Powerkryner einen kandidaten mit - ähem - aprés ski potential ins rennen. wir präsentieren euch den vorab veröffentlichten dj selekta mix ihrer single "ham kummst":

Sonntag, 24. November 2013

billie joe + norah: foreverly. review

Billie Joe Armstrong und Norah Jones covern die Everly Brothers covern die "Songs Our Daddy Tought Us". mehr braucht man zu diesem auf den ersten blick unspektakulären roots-rock-album eigentlich nicht  zu sagen. auch wenn mich die zusammensetzung der beiden künstler auf "Foreverly" (reprise/warner) durchaus überrascht hat - ebenso die unaffektierte weise, wie sie die traditionals erneut inszenieren. immerhin: vielleicht werden damit der jungen generation ja die everly brothers näher gebracht. beziehungsweise natürlich ein stück amerikanisches kulturgut, welchem sogar 55 jahre später nichts von glitzer und glamour anhaften will. trotz der öffentlichkeitswirksamen hauptdarstellerinnen ein wunderbar zurückhaltendes stück musik, bei welchem ich mir allein von den harmoniegesängen ehrlich gesagt ein wenig mehr versprochen hätte.

für alle interessierten hier noch die tracklist mit der songherkunft (sofern bekannt):
1.     "Roving Gambler"     traditional
2.     "Long Time Gone"     Frank Hartford, Tex Ritter, traditional
3.     "Lightning Express"     Bradley Kincaid
4.     "Silver Haired Daddy of Mine"     Gene Autry, Jimmy Long
5.     "Down in the Willow Garden"     Charlie Monroe, traditional
6.     "Who's Gonna Shoe Your Pretty Little Feet?"     traditional
7.     "Oh So Many Years"     Frankie Bailes
8.     "Barbara Allen"     traditional, Susan Urban
9.     "Rockin' Alone (In an Old Rockin' Chair)"     Bob Miller
10.     "I'm Here to Get My Baby Out of Jail"     Karl Davis, Harty Taylor
11.     "Kentucky"     Karl Davis
12.     "Put My Little Shoes Away"     Don Everly, Phil Everly, traditional


Mittwoch, 1. Dezember 2010

weihnachten. das definitive geschenk

was könnte es schöneres geben: einen einblick in die textlichen (jawoll!) und musikalischen (naja) fähigkeiten des gut 50-jährigen künstlers, der es mittlerweile sowohl in buch- wie album-form auf eine stattliche anzahl an veröffentlichungen bringt. "Meine vielleicht besten Lieder…“ (jkp jochens kleine plattenfirma/warner) lautet der titel dieser wunderbaren live-doppel-cd, welches zum preis eines einfachen albums in die läden kommen soll. 41 stücke bannte der "barde des banalen" in bestform auf platte - nämlich auf der bühne. ein guter teil von ihnen macht den eindruck, es ohne große proben auf die tracklist geschafft zu haben. gut so. denn wenn die songs eines ohnehin nicht brauchen, dann wäre das feinschliff. denn in ihrer direkten form, meist nur von einer gitarre unterstützt, bergen die vermeintlich trivialen alltagsgeschichten doch mehr poesie als vieles, was mit deutlich aufwendigerer inszenierung aufwartet. und wäre es nicht etwas zu billig - man könnte eine ganze rezension hübsch mit verschiedenen eleganten zitaten dieser platte ausfüllen. entgegen seines namens, bringt Funny van Dannen sein publikum sicher nicht nur zum lachen. stücke wie "freunde der realiät" sind auf eigenwillige weise romantisch. augenzwinkernd zwar, jedoch wunderbar anrührend. an anderer stelle dann: politisch, aber lieb. statt verkrampfter gesellschaftskritik oder überschwänglichem zynismus die offene flucht in herrlich-komische sozialutopien. hier die tracklist:

CD 1:

1. Ich bin nicht mehr jung

2. Schilddrüsenunterfunktion

3. Nonne werden

4. Humankapital
5. Saharasand

6. Anita

7. Arbeitsplatz vernichtet
8. Lesbische, schwarze Behinderte

9. Eurythmieschuhe

10. Posex & Poesie

11. Homebanking
12. Als Willy Brandt Bundeskanzler war

13. Nana Mouskouri

14. Gwendolyn Kucharski
15. Plastikball

16. Saufen

17. Alles verkauft

18. Sozialismus

19. Menschenverachtende Untergrundmusik

20. Nebelmaschine


CD2

1. Ich in China

2. Gutes tun
3. Freunde der Realität

4. Integrieren

5. Vaterland

6. Las Vegas

7. Katzenpissepistole

8. Kapitalismus

9. Arbeiterkinderdenkmal

10. Fatalist

11. Hochhaus

12. Flache Ratte

13. Hobbynutte
14. Rod Weiler

15. Freundinnen

16. Mohnkuchen

17. Herzscheiße

18. Okapiposter

19. Urbanhafen

20. Korkenzieherlocken

21. Fanclub der Sehnsucht

Donnerstag, 25. November 2010

my chemical romance. neues album

die ach so umstrittenen My Chemical Romance haben ihr neues album an den start gebracht. erster eindruck: an intensität und facettenreichtum von "black parade" kommt das material nicht heran. tatsächlich unterhaltsam und weitaus mehr als ein paar feuchte teenie-träume offenbart das material aber dennoch. in den besten sequenzen erinnert "Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys" (reprise/warner) witzigerweise an die frühphase der hannoveraner poppunks gigantor. dazu passend auch aufmachung und inszenierung der kommerzpunker (hinweise auf die merch-massen dürfen auch im neuen booklet nicht fehlen), welche erstmals richtig stilvoll ausfällt... einen trailer zum album findet ihr hier:

Montag, 22. November 2010

greatest hits: das weihnachtsgeschäft...

es herrscht wahrlich kein mangel an best of-zusammenstellungen von Jay-Z. eigentlich kein problem, zumal selbiger nicht unbedingt dafür bekannt ist, auf albumlänge zu überzeugen. diesmal gab sich der jigga immerhin auch äußerlich mühe, eine wertige veröffentlichung abzugeben; inklusive nennenswertem booklet und einer karriereumspannenden berücksichtigung aller kommerziell erfolgreichen highlights von "hard knock life" bis hin zu "run this town". "The Hits Collection - Volume One" (def jam/island/universal) ist nicht nur ein durchaus selbstbewusster name, auf der rückseite der cd findet man jeweils auch gleich noch einen hinweis, welcher der 14 tracks grammy-gewinner sind... sei's drum: dieses album kann schon so manche autofahrt kurzweilig halten, nicht zuletzt aufgrund meiner lieblings-auskopplung "d.o.a. (death of auto-tune). hier noch die vollständige tracklist:
1. Public Service Announcement (Interlude)
2. Run This Town
3. 03' Bonnie & Clyde
4. Encore

5. I Just Wanna Love U (Give It 2 Me)

6. Izzo (H.O.V.A.)

7. D.O.A. (Death Of Auto-Tune)

8. 99 Problems

9. Empire State Of Mind

10. Dirt Off Your Shoulder

11. Hard Knock Life (Ghetto Anthem)
12. Show Me What You Got

13. Roc Boys (And The Winner Is)...

14. Big Pimpin'

bereits drei jahre bevor jay-z 1996 sein debüt an den start bracht, begründeten Suede - so will es die legende - mit ihrem selbstbetitelten erstling den britpop-hype. auch wenn sie in dessen kontext immer eine ausnahmestellung innehatten, wurden sie von ihrer anhängerschaft (worunter sich auch ein gewisser morrissey befindet) frenetisch abgefeiert. nach wenig spektakulärem abklingen ihrer karriere eine knappe dekade später erscheint nun nach schier ewiger abstinenz von der öffentlichen bühne mit "The Best Of Suede" (ministry of sound/warner) eine erste und durchaus definitive zusammenstellung ihrer relevantesten songs. einhergehend mit ein paar ausgewählten auftritten machen die herren um frontmann brett anderson ende 2010 völlig zu recht auf ihre musikhistorische bedeutung aufmerksam. auch hier darf die vollständige, exquisite tracklist nicht fehlen:

Disk: 1
1. Animal Nitrate

2. Beautiful Ones

3. Trash

4. Filmstar

5. Metal Mickey
6. New Generation

7. So Young
8. Wild Ones

9. Drowners

10. Stay Together

11. Lazy

12. Everything Will Flow
13. We Are The Pigs

14. Can t Get Enough

15. Electricity

16. Obsessions

17. She's in Fashion

18. Saturday Night
Disk: 2
1. Pantomime Horse

2. My Insiatiable One

3. Killing Of a Flashboy

4. This Hollywood Life
5. Europe Is Our Playground

6. My Dark Star

7. Sleeping Pills

8. By The Sea

9. She
10. Heroine

11. The Living Dead

12. To The Birds

13. The Big Time

14. The Two Of Us

15. Asphalt World

16. Still Life

17. The Next Life

Dienstag, 21. September 2010

serj tankian: imperfect harmonies. review

dass auch das zweite album unter dem titel Serj Tankian alles andere als der erwartete system of a down-befreiungsschlag wurde, war andernorts bereits zu genüge zu lesen. vielleicht wurde dieses kapitel schlichtweg bereits mit dem (viel zu wenig beachteten) serart-projekt beschlossen. immerhin: sein selbstbetitelter "electro-orchestral-jazz-rock" entfernt sich zumindest in punkto heavyness von den vorgängern. und: die enorme vitalität und kreative vielseitigkeit des immerhin über vierzigjährigen tankian überrascht dennoch. ebenso wie die vehemenz, mit welcher er an seinen politischen inhalten festhält. auch wenn das armenien-massaker der türken mittlerweile im kontext dieses künstlers wohl schon umfassend erörtert wurde. bemerkenswert dafür abermals die umstände der entstehung auch dieses solo-werkes: eigenhändig (bis auf das schlagzeug sowie die etwas penetranten orchesterparts) eingespielt, geschrieben und produziert sowie via dem eigenen serjical strike-label veröffentlicht, wählte tankian – abgesehen vom vertriebspartner – tatsächlich independent-wege. was kaum erwähnenswert wäre, würde das album nicht auch musikalisch voll überzeugen. als einziges manko bleibt eigentlich nur, dass man auf die zweistimmigen passagen mit soad-kollege daron malakian (verständlicherweise) verzichten muss. so definiert diese tatsache das zentrale dilemma an "Imperfect Harmonies" (reprise records/warner): es wird sich an den - äußerst gelungenen - letzten studioalben von tankians hauptband messen lassen müssen. gesteht man der platte aber zu, die experimentierfreudigere, melodischere und weniger überdrehte alternative zu sein: es dürfte sich allerorten höchste zufriedenheit einstellen. den status, dass sich vom mtv-kiddie über die polit-punk-fraktion a lá jello biafra bis hin zu klassikern wie saul williams verschiedenste typen auf sound und attitüde tankians einigen können, spricht durchaus bände.

Samstag, 14. August 2010

boundzound: roothouse lp. review

seeed aus berlin sind schon seit einer weile (vorübergehend) offline... die mitglieder der dancehall-formation feiern in der zwischenzeit davon unbeeindruckt solo erfolge. nicht jeder so überschwenglich wie der famose peter fox. doch auch kollege delle fand seine anhänger und nun zieht demba nabeh zum zweiten mal nach. sein projekt hört auf den namen Boundzound und fröhnte bereits auf dem vor drei jahren erschienenen debüt dem funk- und reggae-geerdeten elektrorocksound. unkompliziert, effektiv und vielleicht etwas zu unscheinbar versucht nun auch "Roothouse LP" (ministry of sound/warner) seinen anspruch auf die tanzflächen geltend zu machen. mit vorhersehbarem erfolg: aufgenommen an verschiedenen orten mit verschiedenen musikern orientiert sich nicht nur die single "bang" vielmehr am club- denn am radioairplay. was eine entfernung von eben dem seeed-typischen dancehall-sound zur folge hat - noch mehr als bei den outputs von nabeh's kollegen.

Sonntag, 25. Juli 2010

plan b: the defamation of strickland banks. review

the transformation of ben drew? jedenfalls war kaum damit zu rechnen, dass selbiger - alias Plan B - eine derartige stilkorrektur vornehmen würde. zumal nach seinem famosen und in seiner heimat ziemlich erfolgreichen vorgänger "who needs action when you got words". immerhin war die mischung aus mike skinner-raps, beats sowie einer agilen akustikgitarre eingängig, klug und einigermaßen einzigartig. und doch gab es nach der veröffentlichung eine vierjährige pause, in der welcher drew eine regelrechte metamorphose durchmachte. wo früher hiphop war, steht jetzt soul. ungehobelte momente wurden mit viel liebe zum detail auf hochglanz poliert. und anstelle mehrere themen abzuarbeiten entstand für "The Defamation Of Strickland Banks" (warner) eine art drehbuch a.k.a. konzept. was ihm wohl zu gleichem anteil alte anhänger kostete, wie es plan b neue hörerschaften zugänglich machte. objektiv gesehen aber wird hier endgültig deutlich, was sich beim debüt schon andeutete: drew kann mehr als nur rappen und interessante beats basteln. da steckt ein erwachsener songwriter in ihm. und wer weder die musikalische vergangenheit kennt, jedoch von der single "she said" in den bann gezogen wurde: genau von diesem kaliber finden sich noch ein dutzend weitere songs auf dem album. also: nicht nur über dieses spannende nachfolgewerk freuen, sondern am besten die weitere entwicklung des londoners im auge behalten.

Tourdaten:
18. Nov 2010 Köln - Essigfabrik
19. Nov 2010 Hamburg - Uebel & Gefährlich
20. Nov 2010 Berlin - Postbahnhof
22. Nov 2010 München – Freiheit

Donnerstag, 1. Juli 2010

the gaslight anthem & bob sinclair. summersounds

mittlerweile auch vom boss geadelt - auf springsteens aktueller dvd "london calling" gibt es gar ein stelldichein der band - treffen sich beim neuen album von The Gaslight Anthem wieder stilsicher songwriterische kunst und schlichtes können. respektive die tatsache, dass durch die adern der bandmitglieder offenbar rock'n'roll, soul und blues gleichermaßen fließen. „American Slang“ (sideonedummy/cargo) überzeugt so einmal mehr mit an sich simplen attributen: unaufdringlich, ehrlich, facettenreich. schon die ersten sekunden des neuen albums machen klar, wohin die reise der vier jungs aus new jersey gehen soll: der titelsong glänzt mit leidenschaft und (ähm) springsteen-refrain, ohne dabei das gespür für punkrock aus den augen zu verlieren. ob eher poppig oder dreckig rockend, melancholisch oder treibend nach vorne: auf album nummer drei passt - wieder - alles zusammen. am ende steht ein ziemlich grandioses werk voller energie, pathos und einer prise nostalgie. übrigens mit dem selben produzententeam und (independent-)label im hintergrund wie bei "the 59 sound". von wegen stadion-ambitionen, also. nach zehn songs ist dann auch wieder schluss. perfekt.
der französische dj Bob Sinclair auf der suche nach neuen herausforderungen: ob "Made In Jamaica" (ministry of sound/warner) jedoch den erhofft großen wurf markiert, darf bezweifelt werden. mit sly & robbie samt ihren reggae-wurzeln fand sinclair zwar einen passenden kollaborationspartner. den er ganz bewusst auswählte: nämlich analog zu seinem vorbild serge gainbourg; der sein dub-album unter ziemlich exakt den gleichen umständen einspielte. ob 2010 daraus ebenfalls ein klassiker entsteht, kann schnell beantwortet werden: weder die shaggy-zusammenarbeit für die erste single "i wanna" überzeugt mit ihrem sterilen hochglanz-reggae-standards. und auch an anderer stelle wird vergessen, akzente zu setzen. "love generation" - passend zur wm wieder aufgelegt - bleibt auch mit neuem rhythmus allenfalls nettes formatradio. und so ergeht es letzten endes dem ganzen dutzen tracks: mal ganz passabel, oft jedoch einfach zu wenig substanziell um zu überzeugen. anyway: als obligatorisch entspanntes sommeralbum bestimmt tauglich... leider gab es davon in diesem jahr auch schon gelungenere.

Freitag, 4. Juni 2010

stieg larsson: verdammnis. dvd/blu-ray

als "millenium-trilogie" werden die werke des verstorbenen schwedischen schriftstellers Stieg Larsson nicht selten angepriesen. und tatsächlich wissen selbst die verfilmungen der romanvorlage über weite teile zu überzeugen. mit "Verdammnis" (warner home) erscheint nun der zweite teil als dvd. abermals bekommt man einen heftigen thriller zu sehen, der ursprünglich als skandinavische tv-produktion geplant war - wobei regisseur daniel alfredson desöfteren von der romanvorlage abweicht. schade eigentlich nur, dass einige der "sex'n'violence"-szenen dieser (mit zwei stunden vergleichsweise kurzen) filmumsetzung bemüht provokativ wirken. zu den eckdaten: der gut zweistündige film kommt ohne nennenswertes bonusmaterial aus und bekam die altersfreigabe "ab 16". erhältlich ist "verdammnis" ab sofort auf dvd und blu-ray.

Dienstag, 25. Mai 2010

k'naan & reflection eternal. rappers delight

an dem wird es diesen sommer todsicher kein vorbeikommen geben: K'naan hat sich mit der "Troubadour Champion Edition" (universal), einer neuauflage seines letzten albums, die rente gesichert. denn selbst wenn die songs allesamt bereits im jahr 2008 produziert wurden (was angesichts einer abrechnung mit mr. bush etwas skurril wirkt): schon die als eine von drei bonustracks konservierte coca cola-weltmeisterschaftshymne "wavin' flag" in dem um eine schöne vocalline variierten "celebration mix" (sic!) macht seit ein paar wochen die heimischen radiostationen unsicher; und wird im juni so manches public viewing-areal in stadionchöre verwandeln. dabei darf nicht übersehen werden, dass es sich bei "troubadour" bereits um album nummer vier des bei uns bislang nicht bekannten kanadischen rappers handelt. welcher seine somalische abstammung in einer vielzahl der tracks und ganz bewusst durchschimmern lässt. ergänzend dazu passt eine gelungene kollaboration mit damian marley sowie eine bunte vielfalt an grenzüberschreitenden stilarten: was bei "if rap gets jealous" gar in einer limp bizkit-reminiszenz endet. und seinen höhepunkt in der kollaboration mit mos def sowie charli 2na im song "america" findet... einem der raren puren raptracks hier. genau da liegt allerdings das große manko: unter das pop-beseelte material mischt sich einfach zu viel durchschnitt... dabei spürt man immer wieder, dass es k'naan eigentlich besser (= kredibiler?) kann.
das verbindende element zwischen den zwei hier besprochenen platten könnte erwähnter mos def bilden. welcher auf beiden ein gastspiel hat. und für talib kweli bekanntermaßen einen langjährigen wegbegleiter darstellt. nach dem gemeinsamen debüt unter der banner black star folgte das für mich bis heute beste kweli-werk: "train of thought". die sich dort über ein album erstreckende kollaboration mit seinem dj hi-tek unter dem titel reflection eternal markiert ein echtes highlight des coscious rap. genau eine dekade (und zahlreiche kweli-platten auf denen hi-tek nur noch eine neberolle spielte) später, nun die wiederbelebung dieser konstellation: "Revolution Per Minute" (warner) knüpft mit 17 tracks sehr gelungen an der eigenen vergangenheit an. zumal man sich stilistisch ebenso selbst zitiert, wie eine offenheit für moderne töne transportiert wird: das von estelle assisitierte "midnight hour" klingt beispielsweise nach einem mashup aus den black eyed peas und amy winehouse - unter klarer federführung des duos. immerhin machte kweli trotz des ihm fortwährend attestiertem hohem lyrics-niveau keinen hehl daraus, dass seine musik auch zünden muss. was sie 2010 ohne frage wieder tut. zumal sich auf Talib Kweli + Hi-Rek Are Reflection Eternal letzterer in einigen tracks bewusst zurückzunehmen weiß, um dem besonderen reimfluss seines mc's adäquat platz einzuräumen. fazit: an die eigenen klassiker wird nicht herangereicht... das beste conscious rap album seit mos def's "the ecstatic" bleibt dennoch - und damit ein klarer pflichtkauf. wer zweifel hat, möge sich einfach von der single "in this world" überzeugen lassen.

Dienstag, 27. April 2010

in the mix. elektronikreviews 04/2010

dass Bozoo Bajou trotz entsprechender song-auskopplungen keinesfalls der chill out- bzw. café del mar-fraktion zuzuordnen sind, unterstrichen sie neben den regulären alben zudem mit den beiden famosen juke joint compilations. auch mit ihrem beitrag zur stereo deluxe-reihe "Coming Home" (stereo deluxe/warner) beweisen die zwei nürnberger nun, dass sie über ein beeindruckendes musikverständnis verfügen. denn wenn sie sich zuletzt mit "grains" unergründliche tiefen weit jenseits synthetischer musik erschlossen hatten, geht die reise nun nochmal in eine andere richtung. house und disco heißen die schlüsselwörter diesmal. doch keine sorge: der brückenschlag zu den plattensammlungen von peter heider und florian seyberth, in denen sich jede menge analoges material befindet, gelingt. zwischen altbekannten einflüssen wie hiphop oder reggae sowie typischen eigenen produktionen (darunter "fürsattel" im idjut boys dub) steht der tanzflur deutlicher denn je im mittelpunkt. konnten sich in der vergangenheit soul-raritätensammler, coffee shop-besitzer und die independent-fraktion gleichermaßen auf die boozoo bajou-compilations einigen, dürfte der konsensfaktor unter jenen diesmal geringer ausfallen. dennoch: anspruch, atmosphäre und eingängigkeit werden gerade in den hier vertretenen genres viel zu selten so schlüssig wie in dieser "coming home" episode in einem mix vereint. die beiden produzenten bzw. dj's liefern damit weit mehr als eine zwischenmahlzeit zum nächsten studioalbum.
die verknüpfung von techno mit genres jenseits von populärmusik klingt dagegen nicht nach einer allzu neuen idee (vgl. dazu zum beispiel auch jeff mills). dass das experiment "techno-im-jazz-gewand" funktionieren kann, bewies Christian Prommer dagegen zuletzt vor zwei jahren mit seiner drummlesson. nun steht der nachfolger in den läden. und auch auf "Drumlesson Zwei" (!k7/alive) bildete der detroit techno das fundament, aus welchem sich der münchner drummer, dj, pianist und produzent seine inspirationsquellen pickte. material von carl craig, laurent garnier, underground resistance sowie jean-michel jarre kommen so zu neuen, percussiv-akustischen ehren. schön.

Rob Swift feierte seinen einstand auf ipecac bereits vor einigen jahren durch seine hauptformation, den x-exutioners, im soundtechnischen zweikampf mit labelmastermind "general" mike patton. nun folgt mit "The Architect" (ipecac/soulfood) sein erstes soloalbum für diese schier unerschöpfliche heimat außergewöhnlicher musik. der scratch-innovator sammelte für das album haufenweise krude samples - nicht unähnlich dem wu-tang clan... diesmal allerdings noch ergänzt um klassische musik! wo stöbert man nur derart brillantes material auf? in der guten halben stunde gibt es zudem auch zwei mal tatsächliche raps von breez evahflown zu hören. einige richtig herausragende tracks ("principio") mischen sich mit den, man muss fast sagen: erwartet skurrilen soundtüfteleien. dazu kommt ein schickes artwork, welches das motiv der musik stilvoll und direkt zur schau stellt. fazit: das ganze mutet wie ein wahnsinniges musikalisches gefecht zwischen public enemy, secret chiefs 3 und dj krush an. über die halbwertszeit von "the architect" kann ich nur spektakulieren; denn mit "leichte kost" lässt sich das album sicher nicht abstempeln. zumindest gab es auch nach der ersten handvoll hördurchgänge eine unglaubliche menge an details zu entdecken...

Dienstag, 6. April 2010

turbostaat & katzenstreik. deutschunterricht

album nummer vier der flensburger. und war der vorgänger stagnation auf hohem niveau, halten Turbostaat das steuerrad weiterhin unbeeindruckt auf den kurs, welcher vor jahren von jens rachut kartiert wurde. "Das Island Manöver" (same same but different/warner), ein weiteres mal von dickem warner-vertrieb und persönlicher labelbetreuung durch die beatsteaks-manager- bzw. uncle sallys-herausgeber-konnektion begleitet, macht natürlich abermals nicht den fehler, anbiedernd zu klingen. dafür sorgt schon der sound von moses schneider und gleich zu beginn das fiese "kussmal". dennoch klingt das dutzend live eingespielter songs eine spur nüchterner: trostlosigkeit ist die neue verzweiflung? das vorab veröffentlichte "pennen bei gluffke" mag mit seinem diskobeat und den vorsichtig geglätteten refrains anderes befürchten lassen, die gitarren in "urlaub auf fuhferden" hat man von turbostaat in dieser form auch noch nicht gehört... im kontext des albums fügen sich jedoch selbst diese stücke exzellent ein. am ende bleibt es wie es war: sperrigkeit, hitappeal und intensität werden hierzulande selten so rabiat zusammengebracht. außer bei - und der neuerliche vergleich mag die protagonisten noch so sehr nerven - oma hans bzw. deren vorgänger-/nachfolgerbands. aber statt noch weiter solche erbsen zu zählen freue ich mich lieber an dieser vereinnahmenden (und nebenbei: toll aufgemachten!) platte.

lange waren die weg... und nicht nur ich dürfte sie sehentlich vermisst haben. trotz eines verweigerungsalbums (gegen wen auch immer); so bezeichne ich "IIII" nun einfach mal. vielleicht waren das aufblitzen von hiphop und elektronika aber auch nur indiz dafür, dass in der musikalischen karriere wohl ein paar andere betätigunsfelder notwendig gewesen sind. und ortswechsel: göttingen - bristol - berlin - und zurück. Katzenstreik finden auf "Move" (unterm durchschnitt/broken silence) ihre alten stärken wieder. schon der opener prescht in melodischer hardcore-manier nach vorne; und findet in "change" kurz vor dem finale einen weiteren höhepunkt: so nah an der frühen n.y.h.c.-sschule waren die nie! die mischung aus englischen und deutschen texten funktioniert, die 14 tracks wirken wieder wesentlich homogener als beim vorgänger. wenig abgeklärte weltverbesserer sind und bleiben katzenstreik natürlich dennoch. woran man sich stören oder gar darüber amüsieren kann... bei mir bleibt respekt für genau den idealismus. und die leidenschaft in ihrer musik.

Sonntag, 28. März 2010

eddy meets yannah & kissy sell out. in the mix

zwei alben aus der schnittmenge von soul, nu-jazz, urban beats und pop erscheinen in dieser woche. darunter Eddy Meets Yannah, die mit "Fiction Jar" (compost records) bereits ihr drittes gemeinsames album vorlegen. das duo besteht aus produzent eddy ramich und sängerin, produzentin und songwriterin yannah valdevit und gehört zu den bemerkenswertesten internationalen exporten ihrer heimat kroatien. ihr neues werk wartet unter anderem mit gastbeiträge aus der uk garage-szene von zed bias hin zu den rockers hifi auf. als teaser hier ein paar etwas ältere aufnahmen von Eddy meets Yannah bei den ks1 sessions in amsterdam:


Kissy Sell Out
dagegen entstammt dem vereinten königreich. hinter dem alias versteckt sich mit thomas bisdee ein renommierter radio-dj sowie produzent. nach einer reihe von auftragsarbeiten ist es nun zeit für ein eigenes album: "Youth" (san city high/warner) bedient sich der eingangs erwähnten stilmittel und fokussiert dabei voll auf die tanzfläche. einen guten eindruck des schaffens von mister bisdee lässt sich dennoch über seine verganenen remixveröffentlichungen finden. zum beispiel für gwen stefanis' "Wind It Up":

Donnerstag, 11. März 2010

jazz pop & dance. get up & dance

eine schiere ewigkeit hat es gedauert, bis sich das italienische produzentenduo endlich zur fertigstellung seines debütlongplayers durchringen konnte. doch - meine güte - hat sich das warten gelohnt! die Crookers setzen mit "Tons Of Friends" (ministry of sound/warner) da an, wo dizzee rascal im letzten jahr mit seiner kurskorrektur aufgehört hat: mit einem völlig überdrehten mash up aus hiphop, dance und indiepop, dem sich als verbindendes element allenfalls die dem grime oder breakbeat entliehenen stolpersteine in den instrumentals zuordnen lassen. adäquat zu dem extrem tanzbaren durcheinander ist die sich zu den 20 tracks (!) gesellende, phänomenale 25-köpfige gästeliste (!!). welche sich von soulwax, spank rock, kelis oder den an sich unerträglichen pitbull erstreckt. hervozuheben natürlich die immer großartige roisin murphy; die sich mit gleich zwei songs nicht nur perfekt ins raster fügt, sondern dank "royal t" einen ihrer besten tracks seit moloko an den start bringt. was mich insgesamt zu einem frenetischen fazit bringt: denn das hier ist ohne frage das beste über ministry of sound-erschienene album seit robyn!
ein best of-album einer formation, die spätestens seit ihres begnadeten werkes "waltz for koop" auch bei uns bekannt sein dürfte: das duo Koop aus skandinavien. ihre "Coup De Grace" (playground/edel) betitelte zusammenstellung fasst das prinzip ihrer vier nicht nur in der heimat sehr erfolgreichen alben zusammen: musik auf der basis von samples zu erschaffen. in zwölf songs, die untermauern, warum oscar simonsson und magnus zingmark seither gefragte produzenten für die werbe- und tv-industrie (unter anderem für einen coca cola spot) waren. fusioniert sich in ihrem sound doch eine künstlerische herangehensweise mit dem anspruch, auch als hintergrundmusik mit niveau degradiert werden zu dürfen. unbedingt bemerkenswert natürlich die gästeliste: von der wunderbaren ane brun über earl zinger hin zu diversen jazz-chanteusen wird tatkräftig geholfen, den kompositionen passende i-tüpfelchen zu verleihen. das wichtigste aber: statt nervig unterkühlter nu-jazz/chillout-standards trifft man bei koop jederzeit auf überraschend organische, wohltuende songs. ein akustisches verwöhnprogramm also, dem man durchaus auch einen "gute-laune-faktor" attestieren kann.

und weil derartige musik auf diesen seiten (zu) oft deplaziert wirkt, an dieser stelle doch noch der eindringliche hinweis auf eine junge künstlerin namens Carmen Souza. auf derem tollen neuen album "Protegid" (galileo mc) mischen sich ihre afrikanischen und kapverdianischen wurzeln zu einem sound zwischen folk, latin und vor allem jazz. der mulitkulturelle ansatz spiegelt sich konsequenterweise selbst im aufnahmeverfahren wieder: ein mobiles studio sorgte dafür, dass das dutzend songs in new york, paris, lissabon, toronto und vielen weiteren stationen eingespielt werden konnte. das ergebnis wird um eine coverversion von horace silvers „song for my father" ergänzt. in szene gesetzt von bassist und kompositionspartner theo pas´cal klingt das material am ende ziemlich genau nach den lauen sommerabenden, nach welchen ich mich gerade so sehr sehne.

Montag, 16. November 2009

skarhead. bollocore review

die ungekrönten prototypen des bollo-hardcore kehren zurück: Skarhead legen auch eine dekade nach "kings at crime" wert darauf, zu provozieren. sei es mit dem programmatischen opener "fuck the scene", in dem zu mächtigen riffs und schlechten crossover-scratches mit der szene abgerechnet wird. oder mit pseudo-sexistischen verleumndungen der marke "evil woman". klar, das ganze ist weitgehend ironisch gemeint. schade nur, dass die one life crew vor jahren dieses genre derart ausgreizt hat, dass die selbsterkorenen "emo-killerz" dagegen wenig ausrichten können. "Drugs, Music & Sex" (i scream records/warner) gerät so lediglich zu einem unterhaltsamen trip in die vergangenheit - inklusive den obligatorischen huldigungen an diverse crews. apropos: unterstützt werden lord ezec und seine mannen von koryphäen wie freddy cricien (madball) und jamey jasta (hatebreed). am besten gefällt mir jedoch der beitrag von civ ("bomb the system")... da kommt wirklich nochmal pure energie auf. ansonsten braucht es schon ein paar bierchen, um sich auf diese old school-reanimation einzulassen. immerhin: genau damit kokketiert der titel ja. und so wirklich für aufregung wird die platte wie gesagt kaum sorgen: beinahe sympathisch harmlos klingen die 13 tracks angesichts der hochproduzierten metalorgien, an welchen sich die früheren nacheiferer nun vergehen. dennoch: wen die lange auszeit dieser allstar-kapelle tatsächlich tangiert hat, der darf hier von mir aus bedenkenlos zugreifen...

Samstag, 10. Oktober 2009

testosteronsounds. erotic lounge & jay-z.

okay, auf die beiden hier habe ich mich gefreut. da wäre zum einen die sagenhaft beitelte "Erotic Lounge 8 - Intimate Selection" (comfort sounds/sony). selbstverständlich inklusive dezent anzüglichem coverartwork auf klinisch-sterilem hintergrund. auch konzeptionell weiß das package zu überzeugen: cd eins trägt den titel "soft & lazy", während es auf part zwei schon "quick & dirty" zugeht. welchen koppulationsfantasien die hörer beim exklusiven dj-mix des chubbanak club nachgehen, bleibt ihnen dann selbst überlassen. immerhin, vor allem zu beginn wissen die beiträge zu überzeugen: thievery corporation, tosca, leftfield sowie die famosen boozoo bajou suggerieren einen gewissen anspruch. der sich dann aber mit groove armada, blank & jones und dem verlvet lounge project schnell in luft auflöst. andererseits: wenn hier dem durchschnittlichen gq-leser (oder wo finden solche veröffentlichungen sonst resonanz?) ein paar einheimische elektronik-künstler näher gebracht werden können - warum nicht. sonst lassen sich auf dem überschwemmten markt jedoch zum gleichen zwecke weitaus überzeugendere, individuellere und stimmigere compilations finden. dagegen hat Jay-Z leichtes spiel: nicht nur weil er natürlich der meinung ist, mit dem dritten aufguß seines erfolgsalbums einen klassiker geschaffen zu haben. vielmehr geht es diesmal darum, durch "The Blueprint 3" (roc nation/warner) den mit teil 2 desaströs in den dreck gezogenen karren wieder fahrtüchtig zu machen. und dass er es noch drauf hat, bewies der jigga nicht zuletzt mit dem "american gangster" album. trotzdem war skepsis geboten - und wie sich herausstellt: nicht ohne grund. dabei kann man sich auf den unterhaltungswert der 15 tracks verlassen: die produktionen sind kurzweilig, abwechslungsreich und stecken voller details. neben dem allgegenwärtige kanye west sind es jedoch vor allen dingen kollegen, deren karriere den höhepunkt schon hinter sich wissen - wie beispielsweise die neptunes oder timabland - die bei dem material ihre meriten verdienen. wie schrieb ein amerikanischer kollege so schön in einer randbemerkung: "seriously, were dj premier, just blaze, dr. dre, or even ski not returning your calls, shawn?". dafür konnte jay-z mit rihianna sowie alicia keys für die beiden poppigsten bzw. kommerziellsten tracks adäquate unterstützung finden. auf der habenseite steht außerdem die single-auskopplung sowie sympathische autotune-abrechnung "d.o.a.". das viele mittelmaß sowie die unerträgliche alphaville-coverversion "forever young" bleiben aber auch mit humor schwer zu ertragen und hinterlassen einen faden beigeschmack.

Mittwoch, 1. Juli 2009

clues, taking back sunday. urlaubspause

wenn ein ausführlicher urlaub mit verspäteter bemusterung potentieller lieblingsplatten zusammentrifft, ärgert das die zuständige agentur wohl gleichermaßen wie diejenigen unter euch, die sich auf ein statement zu Clues und Taking Back Sunday gefreut haben. den stapel briefe mit den entsprechenden tonträgern habe ich nach dem italien-aufenthalt immerhin mit riesiger begeisterung geöffnet...

die musikszene aus montreal mag ihren kommerziellen höhepunkt bereits im vorletzten sommer gehabt haben. in einer zweiten welle kommen nun die vielleicht sogar interessanteren releases an den tag. im vollen vertrauen auf das musikverständnis des labels constellation dürfen sich alle interessierten Clues widmen. deren hauptprotagonisten alden penner und brendan reed sind seit uhrzeiten in den einschlägigen arealen aktiv (stichwort: unicorns) - und liefern unter der neuen banner mit ihrem selbstbetitelten debüt ein erquickliches stück musik zwischen himmelhochjauchzender euphorie, folkiger versponnenheit sowie einem schönen quentchen lärm ab. hier ein paar obligatorische arcade fire-reminiszenzen, dort ein bißchen dischord-stilbrüche und schließlich einer prise großes the paper chase-drama: fertig gerät mit "Clues" (constellation/soulfood) ein einstand, der auch in visueller hinsicht reizvoll wirkt. die erfolgsversprechende rezeptur dahinter: immer wenn sich ihr indie-sound in zu gefällige richtungen zu zerstreuen drohnt, macht das duo einen ausfallschritt in richtung prog oder post-punk. so entsteht ein im besten sinne ausgeklügeltes, vielmehr jedoch kurzweiliges werk.

Taking Back Sunday darf man 2009 wohl ohne mit der wimper zu zucken als "corporate rock" bezeichnen: zehn jahre bandgeschichte, touren mit den ganz großen der amerikanischen rock-liga sowie drei gold-auszeichnungen sprechen für sich. mittlerweile hat man es sich beim branchenriesen warner ja auch richtig gemütlich gemacht... da stören selbst neuerliche besetzungswechsel kaum. "New Again" (warner) klingt eben genau nicht wie sein titel. böse zungen könnten ihn gar negativ auslegen: denn das "mal wieder neu" macht vielmehr einen geradezu routinierten eindruck. die leidenschaft des debüts wich längst einem gekonnten händchen zu knackigem, hymnischen songwriting - welches im gleichen zuge das enge emocore-korsett kontinuierlich abstreift. statt teenage-angst sind die beteiligten mittlerweile erwachsen geworden, verheiratet und - tja - im bürgerlichen leben angekommen. was keine abwertung darstellen soll: taking back sunday spielen mittlerweile schlichtweg gelungene rock-musik mit airplay-qualitäten, das verdeutlichen die elf neuen tracks mehr denn je. wer sich allerdings auf der suche nach aufregender, mutiger, frischer musik befindet, muss anderweitig suchen. vielleicht ja nur ein paar zeilen weiter oben.