Mittwoch, 1. Juli 2009

clues, taking back sunday. urlaubspause

wenn ein ausführlicher urlaub mit verspäteter bemusterung potentieller lieblingsplatten zusammentrifft, ärgert das die zuständige agentur wohl gleichermaßen wie diejenigen unter euch, die sich auf ein statement zu Clues und Taking Back Sunday gefreut haben. den stapel briefe mit den entsprechenden tonträgern habe ich nach dem italien-aufenthalt immerhin mit riesiger begeisterung geöffnet...

die musikszene aus montreal mag ihren kommerziellen höhepunkt bereits im vorletzten sommer gehabt haben. in einer zweiten welle kommen nun die vielleicht sogar interessanteren releases an den tag. im vollen vertrauen auf das musikverständnis des labels constellation dürfen sich alle interessierten Clues widmen. deren hauptprotagonisten alden penner und brendan reed sind seit uhrzeiten in den einschlägigen arealen aktiv (stichwort: unicorns) - und liefern unter der neuen banner mit ihrem selbstbetitelten debüt ein erquickliches stück musik zwischen himmelhochjauchzender euphorie, folkiger versponnenheit sowie einem schönen quentchen lärm ab. hier ein paar obligatorische arcade fire-reminiszenzen, dort ein bißchen dischord-stilbrüche und schließlich einer prise großes the paper chase-drama: fertig gerät mit "Clues" (constellation/soulfood) ein einstand, der auch in visueller hinsicht reizvoll wirkt. die erfolgsversprechende rezeptur dahinter: immer wenn sich ihr indie-sound in zu gefällige richtungen zu zerstreuen drohnt, macht das duo einen ausfallschritt in richtung prog oder post-punk. so entsteht ein im besten sinne ausgeklügeltes, vielmehr jedoch kurzweiliges werk.

Taking Back Sunday darf man 2009 wohl ohne mit der wimper zu zucken als "corporate rock" bezeichnen: zehn jahre bandgeschichte, touren mit den ganz großen der amerikanischen rock-liga sowie drei gold-auszeichnungen sprechen für sich. mittlerweile hat man es sich beim branchenriesen warner ja auch richtig gemütlich gemacht... da stören selbst neuerliche besetzungswechsel kaum. "New Again" (warner) klingt eben genau nicht wie sein titel. böse zungen könnten ihn gar negativ auslegen: denn das "mal wieder neu" macht vielmehr einen geradezu routinierten eindruck. die leidenschaft des debüts wich längst einem gekonnten händchen zu knackigem, hymnischen songwriting - welches im gleichen zuge das enge emocore-korsett kontinuierlich abstreift. statt teenage-angst sind die beteiligten mittlerweile erwachsen geworden, verheiratet und - tja - im bürgerlichen leben angekommen. was keine abwertung darstellen soll: taking back sunday spielen mittlerweile schlichtweg gelungene rock-musik mit airplay-qualitäten, das verdeutlichen die elf neuen tracks mehr denn je. wer sich allerdings auf der suche nach aufregender, mutiger, frischer musik befindet, muss anderweitig suchen. vielleicht ja nur ein paar zeilen weiter oben.

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