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Mittwoch, 25. Juli 2018
mad caddies: punk rocksteady. review
eine meiner liebsten live- wie studiobands versüßt den gnadenlos guten sommer auch noch mit einer ebensolchen platte: mit "Punk Rocksteady" (fat wreck/edel) legen die Mad Caddies ein coveralbum vor... was insofern bemerkenswert ist, als die band aus kalifornien mit dem verwursten von fremdkompositionen (insbesondere für ihr angestammtes genre) eher zurückhaltend war. vor allem aber ist das ergebnis ausdrücklich kein pseudo-lustiger "punk-chartbuster" (sic!), sondern sorgsam und liebevoll adaptierte huldigung an freunde und vorbilder. tony slys "AM" oder lagwagons "alien 8" zum beispiel lassen einen einerseits die eigene jugend rekapitulieren, durch den entspannten off-beat-modus bleibt das ergebnis dabei durchaus "familientauglich". dabei ist die tatsache nicht von der hand zu weisen, dass die Mad Caddies zu den musikalisch kompetentesten formationen auf fat wreck gehören. genaues hinhören macht bei aller vermeintlichen leichtfüßigkeit also durchaus sinn. doch nicht nur im labeleigenen repertoire wird gestöbert: green day, die misfits und operation ivy tauchen unter den zwlöf songs ebenfalls auf. ein besonderes augenzwinkern darf man sich vorstellen, wenn die erklärten ska-hasser propagandhi mit "...and we thought that nation-states were a bad idea" gewürdigt werden. kurzum: "Punk Rocksteady" geriet zu einer enorm kurzweiligen platte, deren charme man sich nicht entziehen kann. und die gleichzeitig wieder lust auf neue eigenkompositionen macht...
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Montag, 22. Februar 2016
face to face: protection. review
"Looking back now the summer of '88When hardcore was young and the shows were great
The sky was the limit, the world was our stage
The future so bright we had to wear shades
I can't wait until two thousand ten
So we can relearn these songs and play them again and again!
I long for the days after we've had our fun
When we will look back on what we have done
We'll remember the dreams and all that it meant
But all the memories in the world, they can't pay the rent
Two thousand one: we'll call it quits the band will be done
Two thousand two: we'll sell our discography to you
Two thousand three: we'll sit back and we'll count our money
Two thousand four: two words - Reunion tour!"
so genial absurd, wie es die brillanten good clean fun in ihrem genialen track "I can't wait" auf den punkt gebracht haben, trifft es auf die rückkehr von Face To Face eigentlich gar nicht zu. den verweis auf diese visionären lyriks konnte ich mir dennoch nicht verkneifen. gerade weil gefühlt meine gesamte musikalische jugend zurückkehrt. ob vermisst oder nicht. zum glück wird an dieser stelle ohne viel aufhebens einfach an alte qualitäten angeknüpft. denn mit "Protection" (fat wreck/edel) legen die kalifornier tatsächlich ein knappes dutzen songs vor, welche mühelos und unverkrampf an die eigene jugend anknüpfen. vielleicht liegt es an der parallelel rückkehr zum ursprungslabel fat wreck. egal jedenfalls, ob der opener "bend but not broken" oder das mit singalong-refrain ausgestattete "double cross": die knackigen riffs, großen refrains und die ehrlich-direkte produktion machen einfach nur spaß. uneingeschränkte kaufempfehlung für alle punk rock connaisseure. hoffentlich bald auch wieder hierzulande auf tour!
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Dienstag, 29. September 2015
lisa bassenge: canyon songs. neues album
für einige hier vielleicht eher ungewohnt in unserem kontext. doch gibt es auf diesem album einer jazzsängerin einige anknüpfungspunkte zum indie-affinen zuhörerkreis.
denn auch für Lisa Bassenge ist das am vergangenen freitag erschienene album "Canyon Songs" (edel/mps) ein neuer schritt. für die deutsch-iranerin stell es nicht nur ihre erste veröffentlichung für das schwarzwäldische mps label dar: es ist zudem das erste mal, dass sie sich aus ihren geographisch/stilistisch bekannten gefilden herausgewagt hat.
lisa bassenge nahm die elf songs in los angeles auf, am mischpult saß grammy-preisträger larry klein. nach all den platten, die in der heimat berlin entstanden waren und bei denen die sängerin in der regel mitproduziert hatte, eine neue arbeitsweise.
„ich bin mit dieser platte in unbekannte gewässer gesprungen“, sagt lisa bassenge. „meine devise war: einfach drauf los und schauen, was passiert!“ es gibt einen weiteren grund, warum dies ein besonderes album ist: lisa bassenge verbeugt sich mit „canyon songs“ vor der singer-songwriter-szene von los angeles. sie interpretiert klassiker wie „riders on the storm“ von den doors und „for what it’s worth“ von buffalo springfield, „i just wasn’t made for these times“ von den beach boys, „the same situation“ von joni mitchell oder „blue skies“ von tom waits. neben stücken aus den 60er- und 70er-jahren, der goldenen ära der laurel-canyon- künstler, hat lisa bassenge mit „angeles“ von elliott smith auch ein lied von 1997 im repertoire. über die herkunft der originale denkt man beim hören jedoch nicht lange nach: es ist die große kunst dieser sängerin, jeden song in die gegenwart zu holen.
einen kleinen vorgeschmack auf das feine werk bietet dieses elektronische presskit:
denn auch für Lisa Bassenge ist das am vergangenen freitag erschienene album "Canyon Songs" (edel/mps) ein neuer schritt. für die deutsch-iranerin stell es nicht nur ihre erste veröffentlichung für das schwarzwäldische mps label dar: es ist zudem das erste mal, dass sie sich aus ihren geographisch/stilistisch bekannten gefilden herausgewagt hat.
lisa bassenge nahm die elf songs in los angeles auf, am mischpult saß grammy-preisträger larry klein. nach all den platten, die in der heimat berlin entstanden waren und bei denen die sängerin in der regel mitproduziert hatte, eine neue arbeitsweise.
„ich bin mit dieser platte in unbekannte gewässer gesprungen“, sagt lisa bassenge. „meine devise war: einfach drauf los und schauen, was passiert!“ es gibt einen weiteren grund, warum dies ein besonderes album ist: lisa bassenge verbeugt sich mit „canyon songs“ vor der singer-songwriter-szene von los angeles. sie interpretiert klassiker wie „riders on the storm“ von den doors und „for what it’s worth“ von buffalo springfield, „i just wasn’t made for these times“ von den beach boys, „the same situation“ von joni mitchell oder „blue skies“ von tom waits. neben stücken aus den 60er- und 70er-jahren, der goldenen ära der laurel-canyon- künstler, hat lisa bassenge mit „angeles“ von elliott smith auch ein lied von 1997 im repertoire. über die herkunft der originale denkt man beim hören jedoch nicht lange nach: es ist die große kunst dieser sängerin, jeden song in die gegenwart zu holen.
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Sonntag, 13. September 2015
malakoff kowalski: i love you. review & clip
am kommenden freitag schickt Malakoff Kowalski sein drittes album ins wohlklang-universum. denn was der berliner hier im unterschied zum vorgänger zu zelebrieren gedenkt, wird schon im titel klar. dem 2012er beinahe-filmscore „Kill Your Babies“ folgt mit "I Love You" (mps/edel) eine musikalische umarmung. mit stilistisch weit ausgestreckten armen. denn auch wenn die 15 tracks auf einem jazzlabel erscheinen, weiß ihr erschaffer um gute singer-songwriter-arrangements; weiß welche atmosphäre sich durch eine gelungene produktion kreieren lässt. und um atmosphäre, so hat man den eindruck, geht es hier vor allen dingen: kowalski selbst spricht davon, vom schwarz-weiß in den farbfilm gewechselt zu haben. umso erfreulicher, dass dieser anstelle kitschig sehr stilvoll inszeniert scheint. der umtriebige künstler mit amerikanischen wurzeln schöpft dabei aus erfahrungen in der zusammenarbeit mit so unterschiedlichen personen wie regisseur klaus lembke (welcher auf dem vorliegenden werk ebenfalls als komponist auftritt), dem deichkind-kollektiv oder den elektro-hanseaten von moonbootica. klingt interessant?...
... bei uns seht ihr zum anteasern schonmal den offiziellen videoclip zu "how i think of you":
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Mittwoch, 12. August 2015
taxi. soundtrack von michel van dyke
vor mittlerweile sieben jahren erschien karen duves buch "Taxi". im episodenstil erzählte die hamburgerin darin von ihrer heimatstadt aus sicht einer - natürlich - taxifahrerin. das hochgelobte werk schaffte es bis in die spitzen der spiegel-bestsellerliste; nicht zuletzt, weil sich eine treffliche diskussion über eventuelle autobiographische züge entwickelte.
Die gleichnamige Romanverfilmung Taxi (in der Hauptrolle: Peter Dinklage, Rosalie Thomass, als Gast: Armin Rohde) handelt von einer jungen Frau, die in den 80igern in Hamburg ihren Platz im Leben sucht, und dabei Taxi fährt um erst einmal Geld zu verdienen. So ähnlich ist es wohl dem Songwriter und Sänger Michel van Dyke ergangen, der 1984 nach Hamburg zog um als Musiker Fuß zu fassen.
Eine glückliche Fügung, denn 30 Jahre später treffen sich die Regisseurin Kerstin Ahlrichs , die Buchautorin Karin Duve und Michel van Dyke zu einem Essen, um über die Musik für den noch zu drehenden Film zu sprechen. Da Michel in den 80igern schon New-Wave-ähnlichen Pop gemacht hatte, findet er es sehr reizvoll seine musikalische Vergangenheit für den Film noch mal zu reaktivieren, in Form von Songs, die das Lebensgefühl der 80iger widerspiegeln. So finden sich auf dem Album für die Zeit typische Genres wie Darkwave (River of loss), deutschsprachigen Punk/Wave/Pop (Welt abhanden, Land unter), allerdings auch 70iger- angehauchten blue eyed soul, (I can’t get you out of my head) und nicht unbedingt sein Metier: Ökö -Schlager (das goldene Kalb).
Die Songs bilden das Musikalische Rückgrat für den Film, ergänzt durch den Score den er zusammen mit den renommierten Filmmusiker Florian Tessloff komponiert.
So entsteht in 6-monatiger intensiver Arbeit, im ständigen Austausch mit der Regisseurin, die Musik zum Film Taxi.
Der Soundtrack ist, wie der Film, Episodenhaft, interessant, fängt das Zeitkolorit ein und ist vor allem: authentisch. Denn Beide, Karin Duve, und Michel van Dyke, lassen eigene Erfahrungen wieder aufleben. Sie waren damals in Hamburg. Und Beide haben sie die Diskothek „Kir“ besucht, sind sich aber nie begegnet.
Erst 30 Jahre später.
Mehr Infos aus der Homepage zum Film.
Die gleichnamige Romanverfilmung Taxi (in der Hauptrolle: Peter Dinklage, Rosalie Thomass, als Gast: Armin Rohde) handelt von einer jungen Frau, die in den 80igern in Hamburg ihren Platz im Leben sucht, und dabei Taxi fährt um erst einmal Geld zu verdienen. So ähnlich ist es wohl dem Songwriter und Sänger Michel van Dyke ergangen, der 1984 nach Hamburg zog um als Musiker Fuß zu fassen.
Eine glückliche Fügung, denn 30 Jahre später treffen sich die Regisseurin Kerstin Ahlrichs , die Buchautorin Karin Duve und Michel van Dyke zu einem Essen, um über die Musik für den noch zu drehenden Film zu sprechen. Da Michel in den 80igern schon New-Wave-ähnlichen Pop gemacht hatte, findet er es sehr reizvoll seine musikalische Vergangenheit für den Film noch mal zu reaktivieren, in Form von Songs, die das Lebensgefühl der 80iger widerspiegeln. So finden sich auf dem Album für die Zeit typische Genres wie Darkwave (River of loss), deutschsprachigen Punk/Wave/Pop (Welt abhanden, Land unter), allerdings auch 70iger- angehauchten blue eyed soul, (I can’t get you out of my head) und nicht unbedingt sein Metier: Ökö -Schlager (das goldene Kalb).
Die Songs bilden das Musikalische Rückgrat für den Film, ergänzt durch den Score den er zusammen mit den renommierten Filmmusiker Florian Tessloff komponiert.
So entsteht in 6-monatiger intensiver Arbeit, im ständigen Austausch mit der Regisseurin, die Musik zum Film Taxi.
Der Soundtrack ist, wie der Film, Episodenhaft, interessant, fängt das Zeitkolorit ein und ist vor allem: authentisch. Denn Beide, Karin Duve, und Michel van Dyke, lassen eigene Erfahrungen wieder aufleben. Sie waren damals in Hamburg. Und Beide haben sie die Diskothek „Kir“ besucht, sind sich aber nie begegnet.
Erst 30 Jahre später.
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Sonntag, 12. September 2010
kamelot: poetry for the poisoned. kitsch oder kunst
seit jahren schon liefern Kamelot hochkarätige alben ab und haben sich so stück für stück eine stabile fanbase erarbeitet, welche man mit dem neuen werk "Poetry For The Poisoned" (earmusic/edel) abermals völlig begeistert hinterlassen wird. mittlerweile hat auch die breite masse davon notiz genommen: das florida-outfit um bandleader thomas youngblood versteht es prächtig, dem konventionellen powermetal durch große songideen, technische finesse sowie den verzicht auf scheuklappen frisch und unverbraucht klingen zu lassen. sänger khan ( ex-conception) und seine fähigen instrumentalisten lassen dabei nichts anbrennen: großartige female vocals kommen ebenso zum einsatz wie frickelige gitarrenarbeit und straighter rock. schließlich hat man für das gute dutzend tracks noch jede menge gäste am start (darunter kein geringerer als savatages' jon oliva, björn von soilwork sowie die epica-frontfrau) was dem ohnehin kurzweiligen album noch mehr abwechslung verleiht. besonders deutlich wird wird diese tatsache in den eher orchestral ausgerichteten tracks. fazit: "poetry for the poisoned" ist neo-klassizistischer metal mit leicht progressiver kante; episch, melodisch, mitreißend und erstmals überraschend düster. für genrefans wohl unverzichtbar.Dienstag, 22. Juni 2010
soft & soul. burke & mclachlan
anlässlich seines 70. geburtstags kehrt die soul-legende Solomon Burke mit einem album zurück, welches gleichzeitig nach ein paar stilistischen exkursen (z. b. zeichneten sich diverse bekannte sänger bzw. songwriter seinerzeit für das material von "don't give up on me" verantwortlich) auch die rückkehr zu den wurzeln markiert. mit seiner unverwechselbaren stimme gekrönt begeistert das resultat ohne einschränkung und weckt die hoffnung, dass der wahre soul in absehbarer zeit wieder erstarkt. auf den dutzend tracks schöpft der in philadelphia geborene künstler sein ganzes stimmvolumen aus und erschafft damit eine art definition seines potentials. "you needed me" beispielsweise geriet zu einer gnadenlosen ballade. mit honky tonk-keyboards, dem orchester des verstorbenen wegbegleiters willie mitchell und reichlich backing-vocals verdient sich "Nothing's Impossible" (earmusic/edel) in der discography burke's einen ehrenplatz. die jederzeit gelungenen musikalischen inszenierungen bilden perfekte grundlagen, welche aber eben erst durch den gesang zu dem werden, was sie sind: einzigartig. vielleicht ist es die vokale vielseitigkeit des protagonisten, die das werk so besonders macht. eigentlich egal, denn im endeffekt bleibt das hier schlicht ein recht großes stück musik.egal, ob die sony nach der trennung von bertelsmann mittlerweile zu ihrem alten (ohnehin sympathischeren) namen zurückkehrt: via sonybmg wurde unter der banner der "legacy editionen" vor zwei jahren eine weitere hochkarätige veröffentlichung der pop-historie wieder zugänglich gemacht: Sarah McLachlans kommerziell erfolgreichstes werk "fumbling towards ecstasy" aus dem Jahre 1993. dass sie über anderthalb dekaden später zumindest in ihrer heimat noch zu den ganz großen gehört ließ sich schon daran erkennen, dass die kanadierin die diesjährigen olympischen spiele in vancouver mit einem song eröffnete. auch bei uns kommt der nach längerer pause veröffentlichte neue longplayer "Laws Of Illusion" (arista/sony) mit reichlich echo in die shops: eine deluxe-edition für die sammler gehört ebenso dazu wie zahlreiche airplay-taugliche kompositionen. die bezaubernde stimme mclachlans' allerdings trifft immer wieder auf allzu seichte arrangements. so bleibt am ende (einmal mehr) ein diskussionswürdiges, viel zu weich gespültes album zwischen folk-pop und soft-rock, angereichert mit jeder menge spiritueller, beinahe ambient-artiger elemente. wer einen einstig ins umfassende kompendium der protagonistin anstrebt, findet mit erwähnter wiederveröffentlichung somit deutlich essentielleres.
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