die (grime-)vertonte düsterness der londoner suburbs war bereits auf dem vorgänger "maths + englishs" nur noch reduziert zu hören. für "Tongue'n'Cheek" (dirty stank recordings/universal) kündigte sich dann im vorfeld ein regelrechter kurswechseln an. und richtig: Dizzee Rascal empfängt einen schon beim artwork mit bonbonfarbenen tönen - und strahlt seine zuhörer auf beinahe jeder seite des booklets an. spätestens beim opener bzw. der ersten single "bonkers" kann man dann schonmal hinten über fallen: der von armand van helden fabrizierte track klingt eher nach prodigy denn nach dem boy in da corner. und selbst wenn dieser einstieg an stilistischer extremität abseits des bekannten rascal-universums einmalig bleibt - man merkt dem herren an, mit welchem spaß und offensiver schadenfreude er sein publikum provoziert. das beste dabei: diese überzeugend (!) authentische redefinition des eigenen sounds hat eventuell das potentiel, ein ganzes subgenre vor der drohenden irrelevanz zu bewahren. zumindest aber die eigene karriere in die richtige richtung zu beschleunigen. ich für meinen teil gönne es dem schabernacktreibenden, gerade einmal 24-jährigem solokünstler. denn seine neuerings offen zur schau gestellte liebe zu pop, drum'n'bass und (weiterhin) hiphop resultiert in schwer unterhaltsamen und funktionierenden tracks. umso besser als das ganze exakt in dem moment passiert, als ich dem angestammten sound gerade überdrüssig zu werden drohte. apropos: wer in aller welt nennt sein eigenes label dirty stank recordings...?!
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Donnerstag, 1. Oktober 2009
dizzee rascal: tongue'n'cheek. review
die (grime-)vertonte düsterness der londoner suburbs war bereits auf dem vorgänger "maths + englishs" nur noch reduziert zu hören. für "Tongue'n'Cheek" (dirty stank recordings/universal) kündigte sich dann im vorfeld ein regelrechter kurswechseln an. und richtig: Dizzee Rascal empfängt einen schon beim artwork mit bonbonfarbenen tönen - und strahlt seine zuhörer auf beinahe jeder seite des booklets an. spätestens beim opener bzw. der ersten single "bonkers" kann man dann schonmal hinten über fallen: der von armand van helden fabrizierte track klingt eher nach prodigy denn nach dem boy in da corner. und selbst wenn dieser einstieg an stilistischer extremität abseits des bekannten rascal-universums einmalig bleibt - man merkt dem herren an, mit welchem spaß und offensiver schadenfreude er sein publikum provoziert. das beste dabei: diese überzeugend (!) authentische redefinition des eigenen sounds hat eventuell das potentiel, ein ganzes subgenre vor der drohenden irrelevanz zu bewahren. zumindest aber die eigene karriere in die richtige richtung zu beschleunigen. ich für meinen teil gönne es dem schabernacktreibenden, gerade einmal 24-jährigem solokünstler. denn seine neuerings offen zur schau gestellte liebe zu pop, drum'n'bass und (weiterhin) hiphop resultiert in schwer unterhaltsamen und funktionierenden tracks. umso besser als das ganze exakt in dem moment passiert, als ich dem angestammten sound gerade überdrüssig zu werden drohte. apropos: wer in aller welt nennt sein eigenes label dirty stank recordings...?!
Labels:
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Samstag, 20. Juni 2009
enter shikari. common dreads
auch wenn sich bekennende anhänger des debüts unter umständen genervt abwenden werden: Enter Shikari tun das einzig richtige, wenn sie mit dem nachfolger einen nicht ganz kleinen stilbruch vollziehen. denn das konzept ihres "nintendo-core" hätte sich spätestens jetzt überlebt. und so versuchen sich die englänger auf "common dreads" (ambush reality/warner) an richtigen songs. und das zumindest teilweise mit erfolg. "juggernauts" beispielsweise kling im refrain frappierend an die alten taking back sunday. ich hätte zudem nicht gedacht, dass die vier auch nur mit einer akustikgitarre bestehen können... um im nächsten moment (natürlich) in atari teenage riot-manier loszupoltern. auf derartigem terrain bewegen sie sich nach wie vor am sichersten. dazu kommt: die drum'n'bass-elemente, breakbeats und neuerdings sogar hiphop-anleihen (nicht nur der akzent der rap-passagen erinnert vehement an mike skinner!) funktionieren besser denn je; nicht zuletzt aufgrund deutlich hörbarer fortschritte im programming. der spannungsbogen hält so über die gesamten 15 songs an - selbst wenn an ein einigen stellen die ganz großen ideen fehlen. mit ihrem partytauglichen mix aus prodigy, the streets und refused sichern sich enter shikari jedenfalls nicht nur ein erfolgreiches bestehen auf den festivalbühnen in diesem sommer, sondern vielleicht sogar in kreativer hinsicht die zukunft...
Labels:
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Dienstag, 12. Mai 2009
beats and beyond. reviews
schade eigentlich: "The Ultimate P" (modulor/groove attack) geht als best-of durch, wie man sie eigentlich nicht machen sollte. dabei liefert die bewegte karriere von Prodigy of Mobb Deep doch eine steilvorlage für ein umfassendes kompendium. diesem anspruch werden die beiden cd's, welche mühelos auch auf einen silberling gepasst hätten, leider nicht gerecht. stattdessen mischen sich unter die über 30 tracks einige geschickt eingestreute interview-sequenzen sowie mobb deep-material, welches zumeist jedoch im remix-format verteten ist. vor allem aber handelt es sich nicht um irgendwelche highlights, sondern offenbar um tracks, die von vormaligen prodigy-studiosessions übrig geblieben sind. immerhin: "the ultimate p" reiht so zumindest nicht nur beliebige standards aneinander, sondern gefällt als ziemlich gelungener mix. auch die zahlreichen features sorgen für kurzweile, selbst wenn von dem "golden age" - den anfangstagen des mc's - nicht viel übrig bleibt. verstehen wir uns nicht falsch: die zusammenstellung liefert immer noch guten, abwechslungsreich inszenierten hiphop. nur die lieblose umsetzung - gerade was das äußere angeht (vgl. zum beispiel das quasi nicht vorhandene booklet) - kostet immens punkte, besser: credits - die der momentan im gefängnis sitzende rapper dringend nötig hätte.zusammen mit mc tek repräsentiert General Steele normalerweise das rap-duo smif'n'wessun. auf "Welcome To Bucktown" (duck down/groove attack) liefert er - quasi als nachschub zu deren etwas dürftigen letzten album - eine art "themen-mixtape". bucktown, seinem synonym für brooklyn, widmet er quasi ein konzeptalbum und gründet dazu noch den gleichnamigen ableger zum heimatlabel duck down. und all dieses namedropping lässt sich trefflich fortsetzen: so geben sich neben der boot camp clik noch mehr als zwei handvoll weitere interpreten aus der lebhaften new yorker underground-rapszene den einstand. die musik gefällt mit reichlich zitaten, mehr aber noch gewinnen die 14 tracks durch ausgewählte samples und ein artwork, das den blaxploitation-film "bucktown" (sic!) huldigt. die leider ziemlich zahmen produktionen stammen von alten bekannten da beatminerz (of black moon), dj revolution sowie ayatollah - und gehen in ordnung. alles in allem kein meisterwerk, im vergleich zu den letzten (schwächeren) duck down-releases aber ein deutlicher fortschritt. etwas aus der rolle fällt in diesem zusammenhang das album von The Revolution. unter der regie verschiedener kollaborateure entstand ein dutzend songs, welches ganz bewusst die kubanische musikszene jenseits von buena vista repräsentiert. "Revolution" (rapster rec./k7/alive) verbirgt deshalb nur zur einen hälfte namhafte produzenten - das projekt vervollständigt sich erst durch die zusammenarbeit mit der dortigen szene. gepusht wird das resultat nicht allein durch deren aushängeschilder orishas. neben zahlreichen unbekannten glänzt der lateinamerikanisch infizierte mix aus breakbeat, pop und hiphop-elementen durch gastauftritte von roisin murphy (ex-moloko) bis hin zu norman cook alias fatboy slim. jene tarnen die folkloristischen wurzeln zugegebenermaßen reichlich massentauglich - mit dem konsensversprechenden ergebnis, ein durch und durch sommer-/partykompatibles werk geschaffen zu haben. "yellow moon" stellt somit nur eine von zahlreichen potentiellen auskopplungen vor, welche in den bevorstehenden heißen monate hoffentlich nicht nur die clubs, sondern auch das bewusstsein für zeitgenössische popmusik aus kuba aufwirbeln.
Labels:
boot camp clik,
duck down,
fatboy slim,
K7,
mobb deep,
moloko,
norman cook,
orishas,
prodigy,
rapster,
revolution,
roisin murphy,
smif n wessun,
steele
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