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Donnerstag, 29. November 2018
orpheo: pyromanin. neue single & clip
Es gibt in Deutschland keinen anderen Rapper, der klingt wie Orpheo. Man kann seine Musik durchaus als Gegenentwurf zu dem, was sonst so die Charts dominiert, betrachten. „Aber nicht mit dem Zeigefinger“, besteht er. „Ich finde die meisten anderen Rapper ziemlich cool und bin der Meinung, dass gerade eine gute Zeit für HipHop ist. Aber was man mit Reimen und Metaphern machen kann, ist noch lange nicht ausgereizt.“ Orpheo ist der Beweis: Es gibt hierzulande doch noch Dichter und Denker. Auf der zweiten Single seiner EP „Rapper sind Dichter und Denker“ präsentiert Orpheo sich von einer neuen Seite. Auf einem unbeschwerten Beat mit dezentem Dancehall-Vibe parodiert er die derzeitige Generation von Instagram-Models und Mini-Influencern mit Zeilen wie „Perfektes Selfie - Winkelmesser, Wasserwaage, die Hälfte ihrer Lippenstifte sind Asservate“. Im Musikvideo wird er unterstützt von der Youtuberin Cindy Jane die selbstbewusst und selbstironisch die Rolle des Instagram Models spielt.
Mittwoch, 21. September 2016
fargo: "einfach sein". video wednesday
unseren video wednesday bestreitet diese woche der love bülow frontmann: Fargo veröffentlicht übermorgen seine single via motor music. den clip zu "einfch sein" könnt ihr aber schon jetzt bei uns sehen:
Fargo, das ist ein Rapper, der einfach gut ist. Er lässt jede Maske, jedes extra zweifach, dreifach weg und liefert was Laune macht. „Ich leg einfach Raps auf ein Instrumental und erhebe meine Stimme für all das, was mich bewegt“, sagt er, und genauso passiert es auch. Mit „Einfach sein“ (Single-VÖ: 23.09.16) ist dem ehemaligen Frontmann der Berliner Indie-Rap-Pioniere The Love Bülow ein sloganhaft eingängiges Solodebüt gelungen. „Wir nennen es Luxus, doch dabei schränkt es uns ein“, rappt er. „Einfach sein“ ist seine Hymne für die so völlig vernetzte wie ratlose Generation Entscheidungsunfähig. Zu viele Möglichkeiten sind am Ende einfach nur unmöglich. Fargo singt im Refrain, rät: Streicht die Optionen weg, lasst das Datenvolumen klein, geht nicht blind zum Date, guckt wieder hin und trefft eure Freunde. Denn Glück ist nicht kompliziert, nicht teuer und keine Idee, die irgendwo in der Zukunft liegt. Im Gegenteil. Man denke nur daran, wie glücklich man war, „als Fantasie noch König war“. Fargo belehrt dabei nicht von einer Rapper-Kanzel herab. Sondern gibt dem Hörer Reime mit, zum Mitsingen, zum Merken. All das spannt sich über einem dicken Netz aus Beats und Bläsern. Fargo erfindet den Pop-Rap nicht neu, aber „kann es im Leben nicht einfach mal einfach sein“? Er macht, worüber er singt. Und das macht verdammt Spaß.
Fargo, das ist ein Rapper, der einfach gut ist. Er lässt jede Maske, jedes extra zweifach, dreifach weg und liefert was Laune macht. „Ich leg einfach Raps auf ein Instrumental und erhebe meine Stimme für all das, was mich bewegt“, sagt er, und genauso passiert es auch. Mit „Einfach sein“ (Single-VÖ: 23.09.16) ist dem ehemaligen Frontmann der Berliner Indie-Rap-Pioniere The Love Bülow ein sloganhaft eingängiges Solodebüt gelungen. „Wir nennen es Luxus, doch dabei schränkt es uns ein“, rappt er. „Einfach sein“ ist seine Hymne für die so völlig vernetzte wie ratlose Generation Entscheidungsunfähig. Zu viele Möglichkeiten sind am Ende einfach nur unmöglich. Fargo singt im Refrain, rät: Streicht die Optionen weg, lasst das Datenvolumen klein, geht nicht blind zum Date, guckt wieder hin und trefft eure Freunde. Denn Glück ist nicht kompliziert, nicht teuer und keine Idee, die irgendwo in der Zukunft liegt. Im Gegenteil. Man denke nur daran, wie glücklich man war, „als Fantasie noch König war“. Fargo belehrt dabei nicht von einer Rapper-Kanzel herab. Sondern gibt dem Hörer Reime mit, zum Mitsingen, zum Merken. All das spannt sich über einem dicken Netz aus Beats und Bläsern. Fargo erfindet den Pop-Rap nicht neu, aber „kann es im Leben nicht einfach mal einfach sein“? Er macht, worüber er singt. Und das macht verdammt Spaß.
Labels:
clip,
fargo,
hiphop,
love bülow,
motor,
rap,
video wednesday
Mittwoch, 17. April 2013
kid cudi: indicut. review & video
ein angesagter us-rapper mit eigenem modelabel? die aufholjagd von Kid Cudi an gestandene größen der marke jay-z und kanye west erfolgt in großen sprüngen. viel wichtiger aber, dass es scott ramon seguro mescudi schafft ähnlich wie letzterer die genre-grenzen nochmal um ein quentchen zu verschieben. auch auf album nummer drei geschieht das sowohl in richtung pop als auch in richtung elektronik. dabei entstehen programmatische titel wie das famose "unf***wittable". die herangehensweise bringt jedoch auch einige seichte aufgüsse wie den zweiten part von "solo dolo" hervor, welchem kendrick lamar immerhin einige bemerkenswerte vokalakrobatik hinzufügt. apropos kollaborationen: schön, dass sich mit rza ein weiterer szeneguru sehen lässt, welcher den hiphop im rahmen seiner karriere ein gutes stück nach vorne gebracht hat. "indicud" (universal) jedenfalls dürfte nach den beiden "man on the moon"-werken untermauern, was langsam auch kritiker akzeptieren sollten: als rapper mag er diskutabel sein, sein gespür für sounds und hoolines tut dem hiphop definitiv gut.
Labels:
hiphop,
jay-z,
kanye west,
kendrick lamar,
kid cudi,
rap,
review,
rza,
universal,
video
Samstag, 20. Juni 2009
enter shikari. common dreads
auch wenn sich bekennende anhänger des debüts unter umständen genervt abwenden werden: Enter Shikari tun das einzig richtige, wenn sie mit dem nachfolger einen nicht ganz kleinen stilbruch vollziehen. denn das konzept ihres "nintendo-core" hätte sich spätestens jetzt überlebt. und so versuchen sich die englänger auf "common dreads" (ambush reality/warner) an richtigen songs. und das zumindest teilweise mit erfolg. "juggernauts" beispielsweise kling im refrain frappierend an die alten taking back sunday. ich hätte zudem nicht gedacht, dass die vier auch nur mit einer akustikgitarre bestehen können... um im nächsten moment (natürlich) in atari teenage riot-manier loszupoltern. auf derartigem terrain bewegen sie sich nach wie vor am sichersten. dazu kommt: die drum'n'bass-elemente, breakbeats und neuerdings sogar hiphop-anleihen (nicht nur der akzent der rap-passagen erinnert vehement an mike skinner!) funktionieren besser denn je; nicht zuletzt aufgrund deutlich hörbarer fortschritte im programming. der spannungsbogen hält so über die gesamten 15 songs an - selbst wenn an ein einigen stellen die ganz großen ideen fehlen. mit ihrem partytauglichen mix aus prodigy, the streets und refused sichern sich enter shikari jedenfalls nicht nur ein erfolgreiches bestehen auf den festivalbühnen in diesem sommer, sondern vielleicht sogar in kreativer hinsicht die zukunft...
Labels:
bass,
common dreads,
drum,
elektro,
enter shikari,
hardcore,
hiphop,
mike skinner,
prodigy,
rap,
refused,
review,
the streets
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