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Donnerstag, 18. November 2010

comeback kid. interview

Kaum zu glauben, wie sehr ein Kind so alles durcheinanderwirbeln kann. In dem Fall sorgte der wunderbare Wirbel um unsere drei Monate alte Tochter dafür, dass sich das eigentlich schon lange im Kasten befindliche Comeback Kid-Interview in den Weiten der eigenen Festplatte verlor. Nach der berechtigten Nachfrage der Promoagentur, hier nun ein schneller (dafür redaktionell nicht bearbeiteter) Nachtrag...

Comparing the sound of your new album to the previous one, it seems like you decided to not much think about your music but just play straight forward. Is that impression right and how did it come to that?
We never really have a formula when writing records. We basically come up with our ideas song by song and sometimes they are quite simple and other times they may have a slightly more complex nature to them but for a band like up the more straight forward approach is the most natural for us.

What was the effect of Sights & Sounds to the new sound of Comeback Kid? I don't think it really has much of an effect on the band but since Andrew is part of the songwriting process in both bands there may be ideas that can bleed into either band. I know I've heard people say that certain parts of the Sights and Sounds record sounds like it could have been on a Comeback Kid record and vice versa. I think that's quite common though of bands that share members

In how far is “Symptoms & Cures” a statement against the current hardcore sound? I don't think we were trying to make too much of a statement with it. There are a lot of trends in hardcore that come and go but we just focus on writing music that we would want to listen to ourselves. Sometimes we can be influenced by what is going on at the time but more often than not we just write what comes naturally to us rather than being one of those bands that jumps on a different bandwagon every record.

If you had to compare „Symptoms & Cures“ to any other band… what band or which album would that be? That's a tough question. There are a lot of different styles that are blended on the record so I'd have a hard time narrowing it down to one record. There are heavy parts on there that would fall into the Madball/Terror category and there are more melodic elements that could fall into a heavier Rise Against/AFI type of sound.

Some people say that without this special correction on your sound Comeback Kid would no longer exist. Correct? I think the bottomline is this band will always exist as long as we have a passion for this style of music and touring. Every record will always sound different from the last but will always have the hardcore/punk vibe on it. We never want to put the same record out twice and are always exploring things to do musically that make sense for a band like us.

If you had to forecast how many albums in the history ob CBK will follow... what would you say? That is really hard to say but as far as I'm concerned I want to be playing in this band for many years so I hope that we can still be making many more records in the future

What’s your opinion on religious hardcore, especially when those bands are “preaching” to their audience? I have a very open mind when it comes to what bands want to do. Some people like playing music and thrive purely off of that energy. Other bands like to incorporate their beliefs as well and that is totally fine with me. I'm friends with straight edge bands, vegan bands, christian bands and whatnot and always respect people who want to share their views as long as they are not forcing them on people.

If you had to explain somebody not very familiar with your music what separates Comeback Kid from the other bands on Victory Records... what would you say? I think our band would probably fit into the older category of bands that Victory has worked with. In the 90's we listened to bands like Snapcase, Hatebreed, Integrity and so on and I think that sound probably influenced us more that the current sound of bands on the label
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(Foto: Pressefreigabe Victory Presscenter)

Samstag, 14. Februar 2009

still believe? hardcore-bestandsaufnahme 02/09

die leidenschaft zu hardcore-platten und ein missionarischer zwang brachten mich einst dazu, sellfish.de ins leben zu rufen. und die begeisterung hielt volle sieben jahre an. nicht schlecht, behaupte ich jetzt mal ganz selbstbewusst - zumindest für unsere schnelllebige zeit. und meine eigentlich bedenklich kurze aufmerksamkeitsspanne.
naja, und nun beweist ja schon dieser blog, dass ich noch nicht wirklich von meinem missionseifer befreit bin. gleich drei neue platten liegen da vor mir. und nichts ist mir lieber, als meinen persönliche senf dazu abzugeben. zumal gerade diese drei cd's auch für bestimmte phänomene stehen könnten.
mouthpiece beispielsweise - eine straight edge band aus new jersey. die es eigentlich nie auf einen vernünftigen longplayer brachte, und dennoch kultstatus genießt. die nun via revelation records erschienene komplette diskographie hört auf den namen "can't kill what's inside". und überzeugte auch mich unwissenden. wie man das vom label nicht anders kennt stimmen bei dieser generalabrechnung schonmal die äußeren umstände: schickes artwork, zahlreiche photos und linernotes sowie diverses bonusmaterial im enhanced part der cd (...wobei die livetracks hier leider nur mit 128kit/s daherkommen). warum mich mouthpiece eine gute dekade später so in ihren bann ziehen, kann ich leicht benennen: immerhin gehören battery zu meinen liebsten hardcore-bands. und sie klingen deren frühneunziger-stil gar nicht so unähnlich. wobei mouthpiece sogar noch eine ecke rockiger, ja beinahe experimentierfreudiger zu werke gehen. positiver straight edge hardcore mit intelligenten texten, einer lebendigen produktion und nicht zuletzt: attitüde. für mich ein kleiner geheimtipp bzw. eine späte, wunderbar erfreuliche entdeckung. und, immer lesenswert: der blog einiger bandmitglieder zum thema sXe und mehr... double cross.
ganz anders a day to remember: die formation könnte stellvertretend für die neuerdings so einfachen chartrezepte ihres labels victory records stehen. "homesick" haftet ein unangenehmer kaugummi-beigeschmack an: wie schon beim vorgänger "for those who have heart" gefällt die kombinatin aus eingängigen pop-refrains und derbe vernichtenden beatdown-parts. die halbwertszeit des materials kommt mir 2009 aber noch einmal kürzer vor. klar, ein paar chöre bleiben hängen, mancher moshpart versetzt mir ein grinsen ins gesicht. aber irgendwie klingen die fünf mittlerweile so kalkuliert, dass jegliche leidenschaft außen vor zu bleiben scheint. vielleicht auch, weil man im eigenen konzept so gefangen ist, dass jegliches ausbrechen unmöglich scheint. obendrauf wird in den credits noch fleißig dem schöpfer gedankt. vielleicht kommt man auf solche ideen ja, wenn man die billboards offenbar ohne mühe von hinten aufrollt - ohne lange vorlaufphase. ne ne, leute, so kommen wir nicht zusammen. aber vielleicht muss das ja auch nicht sein, ein riesiger teil der internet-musiklandschaft fällt offenbar in die begeisterungsstürme des promozettels ein: "propelled by victory's propriety marketing and promotion vehicles and direct-to-consumer outreach. victory is a brand". you name it.
den gegenpol zu allem anderen hier bieten die österreicher von only attitude counts. und ja, verdammt, die gibt's noch! ihre lost and found vergangenheit haben sie mittlerweile an den nagel gehängt. sonst bleibt alles beim alten, und zwar ausdrücklich: mike crucified lebt immer noch seinen "this is vienna, not n.y." trip. da können er und seine spider crew-genossen noch so sehr von sämtlichen hardcore-szeneorganen als poser gedisst werden - den test of time haben sie allemal bestanden. und, mal ganz ehrlich: nach ein paar gelungenen ep's in ihrer frühphase haben only attitude counts echt viel mist gemacht. "triumpf of the underdogs" nun aber, erschienen unter der sympathischen label-kooperation swell creek/superhero records, macht mehr als ordentlich boden wett. und dies keinesfalls nur, weil die tue madsen-produktion erwartungsgemäß dick klingt. nein, im gegenteil. diesmal überzeugt das songmaterial! heidewitzka, wer das nicht zugibt ist ein lügner: unter den zwölf tracks befinden sich beinahe nur ohrwürmer! auch wenn man sich diese zum teil bei sick of it all und (natürlich!) madball und agnostic front geklaut hat. beziehungsweise deren repertoire offenbar so nachhaltig verinnerlichte, dass es schon mal zu überschneidungen kommen konnte. und, für den fall dass es diesmal wieder kein anderer formuliert: respekt dafür, dass ihr euer ding mittlerweile über eineinhalb dekaden durchzieht! wenn es diesmal doch irgendwie mit dem erfolg klappen sollte sei es euch ausdrücklich gegönnt!

Sonntag, 11. Januar 2009

one life crew : 10 years of comedy.

hach, das waren noch zeiten. als sich die gesamte hardcore-szene an der one life crew bzw. deren irgendwie zwischen patriotismus, homophobie und machotum mäanderndem image aufreiben konnte. und warum auch nicht? immerhin bot schon das debüt "crime ridden society" jede menge angriffsfläche. zumindest inhaltlich. musikalisch war ihr cleveland hatecore nichts anderes als (zugegeben) mitreißender genrequark. eben halt "nur" mit haarsträubend debilen texten.
legendär und immer unterhaltsam dagegen die prügelei beim track "pure disgust", welche damals angeblich für den rausschmiß bei victory records sorgte (siehe das youtube-video hier unten, um welches nach wie vor eine dauerdiskussion brennt...). prompt wurden die spacken beim hannoveraner label lost & found fündig (dort gab es auch einen re-release der olc-vorgängerband confront), die sich damals ebenfalls schon reichlich szenehass zugezogen hatten - und mittlerweile übrigens zum reinen klamottenmailorder a lá otto versand mutierten.
naja, dort jedenfalls erschien vor 10 jahren "american justice". und, entschuldigung, dieses überlängewerk ist an unterhaltungsqualitäten kaum zu übertreffen. zum einen aufgrund der nochmal haarstäubenderen texte (zu den lyrischen opfern gehörten unter anderem snapcase, karl buechner, john lennon, schwule, einwanderer...), welche die oft nur einminütigen tracks zierten - die man eigentlich zu keiner sekunde ernst nehmen konnte! aber auch die zahlreichen samples waren einfach nur höchst unterhaltsam ("straight edge is all about golf"). doch, oje oje, in ihrem übermut versuchten sich die übergewichtigen amis auch noch an ein paar hiphop-tracks. und das ging sowas von in die hose, dass nicht einmal mehr die texte aus dem peinlichkeitsradius heraus halfen.
aber sei's drum, meine gewagte theorie: das ganze war eine farce. irgendwie eine ziemlich dreiste art, der hardcoreszene den spiegel vorzuhalten und auf debilste weise zu provozieren. falls dem so gewesen sein sollte: das experiment, gerade in kombination mit lost & found, war ein voller erfolg. zumindest vorübergehend.
kurz nach dem album löste sich die one life crew nämlich auf. und fand in pitboss 2000 einen halbgaren aufguss. von dem nach weiteren streitereien nur noch pitboss übrig blieb - die mit "told her twice" vor gut fünf jahren ein in jeder hinsicht zweitklassiges werk aufnahmen.

nun denn - der spuk ist vorbei. witzig jedenfalls, was sich mittlerweile auf der alten bandpage onelifedrugfree.com finden lässt: ein echtes drogen-rehabiltätsprogramm nämlich.
aber ich kann mich nicht erinnern, dass seitdem jemals wieder etwas für derartig aufregung in der punk/hardcore-szene gesorgt hat wie die herren um Mean Steve Murad und Chubby Fresh. schade eigentlich. dabei gäbe es mit den conservative punks oder zahlreichen christenbands jede menge zwielichtige gestalten, die - zumindest in den meisten größeren fanzines und magazinen - längst etabliert sind. wenn da mal nicht abseits oben genannter kasper die echte gefahr lauert. jedenfalls macht sich angesichts der botschaften meines jugendidols dave smalley oder den verblendeten underoath-lyrics kein grinsen in meinem gesicht breit - sondern blanke angst.

Dienstag, 6. Januar 2009

us import, lohnend wie nie.

die weltwirtschaftskrise rockt. zumindest, wenn man wie ich im sozialen bereicht tätig ist und deswegen - zumindest vorerst - ausnahmsweise mal keine sorge um seinen job haben muss. und noch mehr, wenn man platten sammelt. denn auch wenn die cd-preise hier (noch) konstant bleiben, war dieses medium in den staaten schon immer ein wenig günstiger.
während ich diese zeilen schreibe, bekommt man den dollar aktuell für 0,74Euro. da wird die lust am stöbern in us-plattenshops zu einer echten alternative. selbst angesichts der nicht ganz geringen portokosten. zumal der frühere freibetrag von 22Euro nun auf 150euro für bestellungen auf dem postweg angehoben wurde.
grund genug also, sich näher mit der us-mailorderlandschaft zu beschäftigen. die natürlich aus weitaus mehr besteht als nur amazon.com. mittlerweile hat jedes halbwegs mittelgroße label einen eigenen onlinestore parat. mit denen man meistens nochmals deutlich günstiger fährt als mit marktführern a lá revhq oder dem victory records webstore. gerade kleinere companies haben vernünftige systeme entwickelt. dort kann man nicht nur lohnende packade-deals für neuveröffentlichungen an (z.b. die jeweils aktuelle platte samt merchpaket) finden - sondern trifft nicht selten noch auf persönlichen service. ganz zu schweigen, dass das geld (wenn schon nicht in die einheimische undergroundindustrie investiert) zumindest dort drüben in den richtigen hängen ankommt.
mit bridge9 habe ich kürzlich zum beispiel recht gute erfahrungen gemacht. und auch das angebot bei deathwish überzeugt. letzten endes würde ich aber empfehlen, tatsächlich das jeweilige label der entsprechenden neuveröffentlichung zu kontaktieren - und dabei gleich das restliche sortiment zu durchstöbern. longplayer sollten jedenfalls problemlos für umgerechnet weniger als 8Euro zu bekommen sein, zipper und hoodies für etwa 20Euro regulären neupreis.