Dienstag, 21. Mai 2013

kanye west: "yeezus" freak. news

Kanye West und der größenwahn gehen in die nächste runde: sein trefflich betiteltes album "Yeezus" erscheint am 18. juni. am vergangenen wochenende lieferte er mit der weltpremiere zum video von "new slaves", das u.a. in berlin überdimensional an gebäudewände projiziert wurde, einen grandiosen auftakt für das nächste kapitel seines musikalischen schaffens.
dass er zu den außergewöhnlichsten künstlern dieses planeten gehört, hat kanye west in den vergangenen tagen nochmal eindrucksvoll unterstrichen. einen tag bevor er am samstag beim staffelfinale von saturday night live (NBC) live auf der bühne stand, schickte kanye west den song "new slaves" um die welt. an 66 gebäude in 11 metropolen rund um den globus wurde das video zu projiziert, u.a. in los angeles, new york und sydney, und feierte so eine einzigartige premiere...

ane brun: songs 2003-2013. eine retrospektive

anna ternheims musik unterlag zuletzt qualitativen schwankungen, sophie zelmanis ureigenes songuniversum mag manchem auf lange sicht doch zu limitiert erscheinen... für mich jedenfalls blieb über die jahre hin Ane Brun die unbestrittene ikone der skandinavischen singer-songwriterinnen. grandiose duette mit ron sexmith, moneybrother oder madrugadas sivert hoyem gehören ebenso zu ihrem repertoire wie anspruchsvolle arrangements zwischen akustishem minimalismus und großem kino. zuletzt schwang sie sich mit ihrem aktuellen studioalben"it all starts with one" noch einmal in unvorstellbare höhen (oder sollte man anhand der emotionalen intensität sagen: tiefen).  die werkschau "Songs 2003-2013" (31.05. / balloon ranger / cargo records) dokumentiert nun diese eindrucksvolle dekate. das schlicht betitelte doppelalbum umfasst songs aus allen schaffensperioden und hat dabei zahlreiche rare sowie unveröffentlichte stücke zu bieten. so wird die anschaffung auch für langjährige anhänger der norwegerin leider unverzichtbar. coverversionen wie z.b. "big in japan" oder "true colours", liveversionen von tracks wie "the dancer", "the fall" oder "my star" sowie kollaborationen mit musikerkollegen wie teitur oder jose gonzales sind nur einige nennenswerte highlights dieser tollen Zusammenstellung.

konzerttermine:
11.10.2013 Hamburg - Uebel & Gefährlich
20.10.2013 Berlin - Passionskirche

mehr davon bei sellfish.de:
ane brun im interview: "sportskanone"
ane brun review: "live at stockholm concert hall" 
 

Samstag, 4. Mai 2013

division of laura lee: tree. review

sie sind das skandinavische erbe von fireside und an sich über die jahre hin zu so etwas wie dem fels in der brandung für zurückhaltende, jedoch nicht minder verschrobene indiesounds geworden. und sie stehen derzeit ohne großes label da. warum es trotzdem unabdingbar ist, den neuen longplayer von Division Of Laura Lee - notfalls auf importwegen - zu erwerben? zunächst: "Tree" (oh really?!/import) setzt den konsequenten weg der nicht-stagnation fort. eine entwicklung, von welcher nicht nur eine kleine aber feine anhängerschaft notiz genommen hat. glücklicherweise fanden DOLL nämlich irgendwo in den national parks der amerikanischen westküste so etwas wie einen bruder im geiste: ex-grandaddy jason lytle mag in seiner musikalischen karriere mehr aufmerksamkeit erregt haben als die schweden. angenehm neben der spur war auch sein output zuverlässigerweise jedoch gleichermaßen. für "tree" dient er als produzent, gastsänger und - nicht zuletzt - semiprominenter fürsprecher. man kann nur hoffen, dass dies dazu führt, dass connoisseure feinster indiekleinode die kommerziellen umwege (zumindest im fall eines physischen tonträgers) in kauf nehmen. bereuen wird es sicherlich keiner.

tracklist:
1. Great Machinery
2. Rudderless
3. WWDIC
4. Old Gold
5. True Moon
6. Cabin Jam
7. It's Everywhere You Are
8. Cool
9. Godspeed To All Of My Dreams
10. Hexe-Sekte
11. Seamless Together

division of laura lee bei sellfish.de

Mittwoch, 17. April 2013

kid cudi: indicut. review & video

ein angesagter us-rapper mit eigenem modelabel? die aufholjagd von Kid Cudi an gestandene größen der marke jay-z und kanye west erfolgt in großen sprüngen. viel wichtiger aber, dass es scott ramon seguro mescudi schafft ähnlich wie letzterer die genre-grenzen nochmal um ein quentchen zu verschieben. auch auf album nummer drei geschieht das sowohl in richtung pop als auch in richtung elektronik. dabei entstehen programmatische titel wie das famose "unf***wittable". die herangehensweise bringt jedoch auch einige seichte aufgüsse wie den zweiten part von "solo dolo" hervor, welchem kendrick lamar immerhin einige bemerkenswerte vokalakrobatik hinzufügt. apropos kollaborationen: schön, dass sich mit rza ein weiterer szeneguru sehen lässt, welcher den hiphop im rahmen seiner karriere ein gutes stück nach vorne gebracht hat. "indicud" (universal) jedenfalls dürfte nach den beiden "man on the moon"-werken untermauern, was langsam auch kritiker akzeptieren sollten: als rapper mag er diskutabel sein, sein gespür für sounds und hoolines tut dem hiphop definitiv gut.

Mittwoch, 10. April 2013

obacht! musik aus bayern vol. 3. review

manchmal trifft der pressetext der plattenfirma den nagel einfach derart auf den kopf, dass dem nicht viel hinzuzufügen ist. so auch beim dritten teil der immer kurzweiligen samplerreihe des bayLa records labels: "Obacht! Musik aus Bayern Vol. 3" (bayLa records/galileo) kommt wieder dert ursprünglich und spröde daher, dass ich mir das resultat selbst im kontext des genialen trikont-konglomerats vorstellen könnte. das wort hat ulrike zöller: "Obacht! Die bayerische Volksmusik ist nicht das, wofür sie vielfach fälschlich gehalten wird: Volksmusik ist nicht billiges Stadlgrinsen, nicht Schunkel- oder Schenkelklopf- Treibstoff, nicht Kehlkopfakrobatik vor künstlicher Alpenkulisse. Volksmusik in Bayern ist oft tief empfundene Musik, die nicht unbedingt für große Sääle geschaffen wurde: teils ist sie sehr intim, steht aber auch für fetzigen Tanz oder für Geborgenheit, für Kritik oder Frotzelei. Dass sich nirgendwo anders in Deutschland so viel musikalische Volkskultur erhalten hat, liegt einerseits an einer Urangst der Bayern, von bösen Preußen oder Protestanten verschlungen zu werden; Könige und Politiker förderten seit zwei Jahrhunderten die Tradition zur Erhaltung der bayerischen Identität. Andererseits war die Volksmusik auch zur Förderung des Fremdenverkehrs und zur Unterhaltung der Gäste aus ganz Deutschland geeignet. Hier hatten die meist armen und sich oft minderwertig fühlenden Bayern zumindest etwas Besonderes vorzuweisen. So bildeten sich Ensembles für Heimatabende und die Stadlmusik auf der einen Seite - andererseits aber entstand bereits Ende der 1920er Jahre eine Szene, die sich bewusst der nicht kommerziellen Volksmusik verschrieb. Paul Kiem, ein mit dem Schriftsteller Ludwig Thoma befreundeter Musiker, begab sich auf Sammelreise, notierte und publizierte Lieder - vor allem aber stellte er auch Ensembles zusammen, die im Rundfunk auftreten konnten. Kiem Pauli und seine Freunde hatten ein attraktives Podium für ihre musikalische Botschaft der echten Volksmusik – und der Rundfunk hatte gute und originelle Musik, mit der sich Bayern auf hohem Niveau präsentieren konnte. Wer in Bayern aufwächst, wächst auch mit „echter“ Volksmusik auf, die ihm täglich in den bayerischen Radiosendern begegnet, die in Schulen und Universitäten vermittelt wird, die durch die Bayerischen Bezirke und ihre Institutionen gepflegt und durch Organisationen wie dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege gefördert wird. Dass bayerische Volksmusik nicht einheitlich definiert werden kann, sondern sich aus geographischen und zeitlichen Komponenten immer wieder neu zusammensetzt, wird inzwischen weitgehend als Tatsache anerkannt und vermittelt. Obacht 3 begibt sich diesmal auf musikalische Spurensuche in bayerische Regionen und ihre Geschichte(n). Mit Unterstützung der Volksmusikredaktion des Bayerischen Rundfunks konnte es gelingen, auch rare Aufnahmen von Wirtshaussängern aus Bayern und den angrenzenden Regionen zu präsentieren. Die, wie die übrigen Lieder, Jodler und Tänze ein Ziel haben: Der bayerischen Tradition in allen Facetten Respekt zu zollen." Mission einmal mehr nachhaltig gelungen.

Samstag, 6. April 2013

me and my asshole: shiver with disgust. review

irgendwo in einer schmutzigen ecke im umfeld des matula-labels haben es sich me and my asshole gemütlich gemacht. also, quasi schmuddelig-gemütlich. die wiesbadener, die ungefähr in der hälfte der fälle auch unter dem kürzel m.a.m.a. firmieren, haben vor "shiver with disgust" wohl schon zwei andere alben an den start gebracht. für mich waren die zwölf songs hier aber der erstkontakt. und was für einer. das trio wütet stilistisch irgendwo im umfeld der new bomb turks ,turbonegro und sick of it all. frontmann andiesäge steht mit der englischen ausspache auf kriegsfuss; dazu passend entfachen m.a.m.a. im finalen "cast me" ihr flächenbombardement gleich noch auf deutscher sprache. das resultat zwischen garagenrock, hardcore, punk'n'roll und einer mini-prise thrash bietet dem unbedarften hörer so etwas wie die definition von kurzweile. und energie. und humor. im ernst: spätestens auf der bühne müsste das ding entgültig explodieren. aber auch der in eigenregie veröffentlichte tonträger gehört nichtsdestotrotz auf den einkaufszettel all derjenigen, die noch nicht so recht an "wiesbaden rock city" glauben wollen. nach dieser platte seid ihr bekehrt! (zu beziehen über matula records)

Mittwoch, 6. Februar 2013

helloween: straight out of hell. review

das cover steckt voll der obligatorischen kürbisköpfe, im booklet posen die protagonisten um die wette... aber nicht nur optisch knüpft die hanesatische powermetal-institution an beste tradition an: passend zum faschingsfest zog man mit dem neuen werk "straight out of hell" (dragnet columbia/sony) gerade eben auf die bislang höchste chartposition ein. was angesichts des auch in kritischen zeiten treuen stammpublikums wohl tatsächlich weniger mit cheesy tracks wie "asshole" zu tun hat. vielmehr zeigen sich Helloween beispielweise im siebenminütigen opener "nabataea" (siehe auch den clip hier unten) von ihrer songwriterisch besten seite; und huldigen nebenbei mal eben den legendären freddie mercury - was generell ja nie verkehrt ist! das darauffolgende "world of war" trägt in der heftig thrashigen strophe beinahe nevermore-artige züge - bevor einen die chöre wieder daran erinnern, mit wem man es hier zu tun hat. ernst nehmen muss man die ganze veranstaltung, insbesondere angesichts einiger weniger wunderlich moderner anbiederungen, dennoch natürlich nicht zwangsläufig. aber das zugeständnis, dass hier jemand zu einem so späten zeitpunkt seiner karriere nochmal echte hits aus dem hut zaubert, gehört fairerweise dazu.
 

 Tracklist:
1. Nabataea
2. World Of War
3. Live Now!
4. Far From The Stars
5. Burning Sun
6. Waiting For The Thunder
7. Hold Me In Your Arms
8. Wanna Be God
9. Straight Out Of Hell
10. Asshole
11. Years
12. Make Fire Catch The Fly
13. Church Breaks Down


Helloween & Gamma Ray auf der "Hellish Rock Tour Part II" 

März 2013 
01 - Madrid, Spain - La Riviera 
02 - Bilbao, Spain - Santana 27 
04 - Pratteln, Switzerland - Z7
05 - Milan, Italy Alcatraz 
06 - Bologna, Italy - Estragon 
09 - Athens, Greece - t.b.a. 
10 - Thessaloniki, Greece - Principal 
12 - Istanbul, Turkey - Refresh the Venue 
15 - Sofia, Bulgaria - Arena Armeec 
16 - Bucharest, Romania - Arenele Romane 
18 - Ljubljana, Slovenia - Media Park Club 
19 - Budapest, Hungary - Pesca Music Hall 
21 - Bratislava, Slovakia - Sport Hall 
22 - Prague, Czech Republic - Tesla Aréna
23 - Zlín, Czech Republic - Hala Euronics 
24 - Brezno, Slovakia - Sport Hall 
26 - Krakow, Poland - Studio 
27 - Warsaw, Poland - Stodola 
29 - Helsinki, Finland - The Circus 
30 - Tampere, Finland - Pakkahuone 
31 - Oulu, Finland - Teatria 

April 2013
02 - Oslo, Norway - Rockefeller 
04 - Stockholm, Sweden - Arenan 
05 - Karlstad, Sweden - Nöjesfabriken 
06 - Gothenburg, Sweden - Lisebergshallen 
08 - Paris, France - Olympia 
09 - Saarbrücken, Germany - Garage 
10 - Langen, Germany - Neue Stadthalle 
12 - Kaufbeuren, Germany - Allgäu Event Center 
13 - Bochum, Germany - Ruhrcongress 
14 - Mons, Belgium - PPM-Fest 
16 - London, UK - HMV Forum 
18 - Hamburg, Germany - Docks 
19 - Geiselwind, Germany - Music Hall 
20 - Balingen, Germany - Volksbankmesse 
21 - Schwandorf, Germany - Oberpfalzhall