schon mit seinem debüt zu einer legende des hiphop avanciert, versuchte nasir jones seitdem, an diesen klassiker anzuknüpfen. mit einmal mehr, einmal weniger erfolg. die musikalische intensität der anfangstage ging zunehmend verloren, wurde teilweise zugunsten massentauglicher beats und hooks eingetauscht. was kommerziell prima funktionierte, aber auch glaubwürdigkeit kostete. nun also der versuch, verlorenen boden wett zu machen. mit einem kollaborationspartner aus gänzlich anderen zusammenhängen. und selber mit gänzlich anderen problemen konfrontiert: der sproß von vater bob marley versucht seit zwei (immerhin hochgelobten) alben, aus dem übermächtigen schatten seines vaters zu treten. cleverer weise, indem er von anfang an mit künstlern abseits des reggae-genres zusammenarbeitete. so entstand vor ein paar jahren auch der erste gemeinsame track von Nas & Damian Marley: "road to zion" war sein titel. und dafür ausschlaggebend, dass sich die beiden künstler näher kamen. woraus jetzt ein vollwertiges album (plus tour!) resultiert. rap in seiner ursprünglichen, intensivsten form - nämlich als ungehobelte, authentische oneman show - findet sich hier kaum: "Distant Relatives" (universal) klingt nach teamwork. klassische rap-beats muss man ebenfalls suchen; reggae-tunes dominieren das werk. die hooks bleiben zudem überwiegend marley vorbehalten, der sich auch für einen guten teil der gelungenen produktionen verantwortlich zeichnet: ein abwechslungsreicher sound, gesponnen aus dub-, dancehall-, afrofolk- bis hin zu drum'n'bass-elementen. umso bemerkenswerter: "distant relatives" geriet zu einem album wie aus einem guss, bei dem das qualitätslevel fast durchgehend im obersten bereich rangiert. ob nas damit ein statement wie vor gut eine dekade gelang? eine frage, deren antwort wohl erst die zeit zeigen wird. fest steht dagegen, dass die allianz mit damian marley eine äußert fruchtbare ist. und der sommer, so er denn eines tages doch kommt, mit dieser platte sehr adäquat und inhaltlich durchaus anspruchsvoll beschallt werden kann.Freitag, 14. Mai 2010
nas & damian marley: distant relatives. review
schon mit seinem debüt zu einer legende des hiphop avanciert, versuchte nasir jones seitdem, an diesen klassiker anzuknüpfen. mit einmal mehr, einmal weniger erfolg. die musikalische intensität der anfangstage ging zunehmend verloren, wurde teilweise zugunsten massentauglicher beats und hooks eingetauscht. was kommerziell prima funktionierte, aber auch glaubwürdigkeit kostete. nun also der versuch, verlorenen boden wett zu machen. mit einem kollaborationspartner aus gänzlich anderen zusammenhängen. und selber mit gänzlich anderen problemen konfrontiert: der sproß von vater bob marley versucht seit zwei (immerhin hochgelobten) alben, aus dem übermächtigen schatten seines vaters zu treten. cleverer weise, indem er von anfang an mit künstlern abseits des reggae-genres zusammenarbeitete. so entstand vor ein paar jahren auch der erste gemeinsame track von Nas & Damian Marley: "road to zion" war sein titel. und dafür ausschlaggebend, dass sich die beiden künstler näher kamen. woraus jetzt ein vollwertiges album (plus tour!) resultiert. rap in seiner ursprünglichen, intensivsten form - nämlich als ungehobelte, authentische oneman show - findet sich hier kaum: "Distant Relatives" (universal) klingt nach teamwork. klassische rap-beats muss man ebenfalls suchen; reggae-tunes dominieren das werk. die hooks bleiben zudem überwiegend marley vorbehalten, der sich auch für einen guten teil der gelungenen produktionen verantwortlich zeichnet: ein abwechslungsreicher sound, gesponnen aus dub-, dancehall-, afrofolk- bis hin zu drum'n'bass-elementen. umso bemerkenswerter: "distant relatives" geriet zu einem album wie aus einem guss, bei dem das qualitätslevel fast durchgehend im obersten bereich rangiert. ob nas damit ein statement wie vor gut eine dekade gelang? eine frage, deren antwort wohl erst die zeit zeigen wird. fest steht dagegen, dass die allianz mit damian marley eine äußert fruchtbare ist. und der sommer, so er denn eines tages doch kommt, mit dieser platte sehr adäquat und inhaltlich durchaus anspruchsvoll beschallt werden kann.
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Mittwoch, 12. Mai 2010
bestandsaufnahme. 05/10
ein schwedischer singer-songwriter, dessen leidenschaft für die vereinigten staaten ihn bis nach tuscon, arizona treibt. okay, die geschichte wurde hier leicht beschönigt. Andrew Collberg folgte als kind vielmehr seinen eltern, die dort über den umweg neuseeland eine neue existenz aufbauten. doch ihr sohn spielte bereits mit 18 jahren ein charmantes debüt ein, welches seinerzeit allerdings ziemlich unter ging. ein schicksal, das diesem knappen dutzend songs erspart bleiben sollte. die authentizität eines nicolai dunger klingt hier zwar ebenso wenig durch wie das popverständnis eines jens lekman. und doch entpuppt sich "On The Wreath" (le pop music/groove attack) als wohltuender seelenbalsam. genau passend für das auf eine gewisse leichtigkeit (bzw. eigentlich überwiegend französische musik) abonnierte label le pop. denn deren liebäugeln mit easy listening und den schwelgerischen sounds der sechziger findet sich in dem von nick luna (u.a. iron & wine) wunderbar unaufdringlich produziertem material wieder. woraus ein vielleicht unscheinbares, jedoch im besten sinne "nettes" werk entsteht.das umtriebige drum & bass-label camino blue recordings aus paderborn veröffentlicht mit Camino Blue & Scientific present "Terra Mission" (camino blue/groove attack) eine weitere lohnende compilation. die doppel-cd kommt zum kleinen preis in die läden und bietet eine abwechslunsgreiche zusammenstellung mit schwerpunkt auf deeper und atmosphärischer musik. darauf lässt sich der internationale sound von unter anderem acts aus russland und finnland wohl am ehesten reduzieren; denn unnötiges technik-gefrickel bleibt zugunsten von harmonien außen vor. die erste der beiden randvollen cds offenbart die tracks von physics bis electrosoul system als lose sammlung, auf der zweiten findet sich dann ein lohnender livemix von p.b.k. featuring wiosna. schade nur, dass es wieder kein erwähnenswertes booklet gibt, weshalb auch die infos zu den einzelnen artists deutlich zu kurz kommen.
Godsmack, die abgehalfterten us-nu- bzw. "alternative"-rocker (in anführungszeichen, wohlgemerkt!), schieben mit "The Oracle" (universal) nach der vor gut zwei jahren erschienenen retrospektive einen neuen studiolongplayer in die läden. quasi als beweis für die deutschen anhänger, dass ihre geschichte noch nicht vorbei ist (in den staaten knackt man nach wie vor mühelos jede topten-liste). frontmann sully erna frönt auf den zehn insgesamt etwas härteren tracks dem altbekannten rifforientierten (stadion-)rock. dass der sound von godsmack stilistisch der von namensgeber alice in chains (inklusive einer obligatorischen akustik-ep aus der vergangenheit) gar nicht so unähnlich aussieht, lenkt aber doch nicht davon ab, dass vorliegendes material wieder einfach zu kalkuliert und wenig leidenschaftlich wirkt. der 2003er albumtitel "faceless" hat nichts von seiner bedenklichen bedeutung für die musik von godsmack verloren: handwerklich gut gemacht, jedoch ohne wirkliche relevanz. fazit: wohl nur für komplettisten eines redundanten genres.
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Montag, 10. Mai 2010
moby: wait for me. remixes!
wer sich schon immer einmal gefragt hat, wie sich die eher klassischen Moby -tracks seines letzten albums "wait for me" in der bearbeitung von derzeit angesagten clubproduzenten klingen mögen, dem wird die am kommenden freitag erscheinende veröffentlichung des new yorker knirpses - "Wait For Me. Remixes!" (little idiot/ministry of sound) - antworten liefern. sicher darf man darüber sinnieren, ob nach der deluxe-variante seines gelobten studiolongplayers nun auch noch eine derartige doppel(!)-cd notwendig ist. doch die vertretenen namen sprechen für sich; darunter: paul kalkbrenner, tiesto und carl cox. und wie das immer so ist: vieles funktioniert "in tanzbar" tatsächlich, einiges klingt sogar recht gut, ein guter teil bleibt jedoch verzichtbar. "one time we lived" beispielsweise gerät in der behandlung von laurent wolf zu einer art wolfsheim-elektropop revue.begleitet wird die veröffentlichung übrigens von den gewinnern des moby clip-wettbewerbes, die teils sehr sehenswerte ergebnisse hervorbrachten.
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Sonntag, 9. Mai 2010
the fast and the furious. reviews
wer anhand der nur sieben tracks an eine ep denkt, liegt falsch: das debüt von Acid Tiger fällt mit 40 minuten länger aus als die meisten anderen deathwish releases. und auch komplexer. nicht nur der so betitelte "neue metal", eine progressive mischung aus schweinerock und frickeleien sowie einer rudimentären hardcore-basis, stand hier pate. es sind insbesondere klassiker wie drive like jehu, die im sound ihre spuren hinterlassen haben. und das obgleich man doch eigentlich vermuten darf, dass die musiker in ihren herkunftsbands (darunter converge, thursday und united nations) was experimente angeht nicht gerade an der kurzen leine gehalten werden. doch "Acid Tiger" (deathwish records) offeriert noch etwas anderes außergewöhnliches: die herren gehen nämlich mit jeder menge spaß zu werke; welcher hier ein um's andere mal faktoren wie wut, aggression oder verzweiflung überrundet. ein ungewöhnliches werk auf deathwish, welches nicht nur für deren anhänger einiger warmlaufzeit bedarf.stück für stück arbeiten sich Manifestation voran; lineup- und labelwechseln zum trotz: eine sprichwörtliche working class-mentalität, die auf "Burden Of Mankind" (demons run amok) ihre konsequente fortsetzung findet. die saarländer sind mittlerweile bei dra entertainment gelandet - und passen dort mit ihrem arschtretenden mix aus agnostic front, terror und slapshot auch prima hin. vor allem die balance, harmonische gitarren und ein paar oi-elemente in den sound zu integrieren - ohne die hardcoreroots zu verwässern - gelingt überzeugend ("maintain course"). dem quintett gelang damit ein sympathisch rastloser, kurzweiliger glücksfall, angesichts dessen qualität man sich keine sorgen um szenenachwuchs aus deutschen landen zu machen braucht!
die französische drone/sludge/doom formation Year Of No Light kam nun bei conspiracy records unter. nicht die einzig erwähnenswerte veränderung: "Ausserwelt" (conspiracy records) präsentiert das neue material im vergleich zum vorgänger ohne vocals... nach dem abschied ihres sängers entschied man sich - wie übrigens schon in den anfangsmonaten der band - für ein rein instrumentales vorangehen. was in ihrem musikalischen kontext absolut sinn macht: denn die psychedelischen klanggebäude benötigen aufmerksamkeit, keine stimme. eine solche würde der behutsam arrangierten und erhabenen atmosphäre schlimmstenfalls ohnehin nur schwerlich gerecht werden. apropos: die vier tracks brauchten genau vier jahre vorlaufzeit und wurden in einem alten theater aufgenommen. year of no light zählen nicht nur deshalb definitiv zu den stilvollsten vertretern ihrer zunft.
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Mittwoch, 5. Mai 2010
ellie goulding: lights. review
das vereinte königreich plant seinen nächsten hype... und mit diversen vorschusslorbeeren - unter anderem von der bbc - wird das debüt von Ellie Goulding hoch gehandelt. zu recht. wenn die plattenfirma allerdings querverweise in richtung kate bush und björk konstatiert, schießt man zwar am ziel vorbei... derartiges niveau sucht man auf "Lights" (universal) nämlich vergebens. dennoch kann die federleichte, beschwingte musik auf diesem ziemlich kompakten album überzeugen. woran es bei la roux beispielsweise krankte, kann miss goulding punkten: ihre stimme verfügt zumindest über ein wenig substanz; das songwriting sowie die nüchterne produktion (beides von bzw. in zusammenarbeit mit dem jungen produzenten starsmith entstanden) überzeugt über weite teile sogar. das hier ist schillernder pop mit wurzeln in den achtzigern, der elektronische beats mit akustischen gitarren und einer unverschämten hittauglichkeit kombiniert. was nicht nur für die singles, sondern für beinahe sämtliche tracks hier gilt. und dies dürfte erst der anfang des hypes sein: die zehn songs sind wie geschaffen für allerlei remix-schandtaten (man munkelt, dass bereits das phänomen burial interesse angemeldet hat)... und werden uns definitiv nicht nur im radio- und musikfernsehen, sondern auch in so manchen clubs einholen. nun, zumindest zu diesem frühen zeitpunkt, darf ich sagen: es gibt schlimmeres!Dienstag, 4. Mai 2010
leatherface: the stormy petrel. review
es war in ihrer langen karriere sicherlich niemals eine besonders gute produktion oder gar das artwork, was die aufmerksamkeit auf Leatherface gelenkt hatte. welche nach 22 jahren chronischer erfolglosigkeit trotzdem noch (oder erst recht) zu den einflussreichsten britischen bands seines genres gehört. aber image war bei frankie stubbs und seiner mannschaft noch nie wichtig. konzentrieren wir uns also auf das, was das (jetzt wieder) quartett um die reibeisenstimme schon immer ausgemacht hat: melancholische melodien, texte mit herzblut ("my worlds end") und letztendlich ihr völlig eigenständiger sound. genau den gibt es auch auf "The Stormy Petrel" (lp: majorlabel/cd: big ugly fish/cargo) zu hören, weshalb gängige bewertungskriterien einmal mehr nicht funktionieren: leatherface sind leatherface und auch diesmal wird nur eine minderheit mitbekommen, dass genau hier die wurzeln für den sound von hot water music (mit denen man ja bereits eine split veröffentlichte), avail oder the gaslight anthem liegen. anders gesagt: von ähnlich vielen rückschlägen gezeichnet, spielen leatherface eigentlich in einer liga mit social distortion. wer's nicht glaubt, soll sich stücke wie "never say goodbye" oder "broken" anhören - und sich die band dieses frühjahr unbedingt live angucken.
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Montag, 3. Mai 2010
brotha lynch hung, murs & 9th wonder. reviews
wer in der vergangenheit songs mit "rest in piss" titulierte, darf natürlich auch im hier und jetzt kein braver junge werden... und darauf legt Brotha Lynch Hung - alias kevin mann - spürbar auch im 18. jahr (!) seiner karriere großen wert. und jene zahl klingt durchaus passend: man sollte schon volljährig sein, will man hinter die versponnenen horror-attitüden und lyrischen gewaltszenarien des neuerdings unter den fittichen des tech 9ne labels strange music agierenden mc's stoßen. jene waren schon immer prägend für seinen stil. "Dinner And A Movie" (strange music/soulfood) markiert für ihn dennoch eine art neuanfang: nachdem der mann aus sacramento zuletzt eher vom radar der hiphop-szene verschwand, holt er nun zum großen schlag aus. welcher ihm, bei allen vorbehalten, ziemlich gut gelingt. und das ist nicht nur bemerkenswert, weil der mann (sic!) schon schwer auf die vierzig zu geht. gerade angesichts des faktes, dass es sich hier um den start einer trilogie handelt, ein spannendes unterfangen: in dieser kondition schafft es mr. hung zurück an die spitze!das verbindende element zwischen diesen beiden sonst so unterschiedlichen releases könnte lediglich kurupt sein... der sowohl bei brotha lynch als auch bei diesen beiden hier als feature in erscheinung tritt. ansonsten folgt den düsteren fantasien ersteren hier der sonnig-soulige gegenentwurf. obwohl: so richtig überzeugen konnte produzent 9th wonder, sonst mit beinahe festem engagement via duckdown music, zuletzt eigentlich nicht: seine eigenen alben krankten am spannungsbogen und auch die kollaborationen wollten nicht mehr so wirklich zünden. murs dagegen wagte neben den living legends mit seinem projekt felt weitere schritte in richtung mainstreamferne zonen. nun fanden sich Murs & 9th Wonder bereits zum dritten mal zusammen, um ein album aufzunehmen. "Fornever" (smc/soulfood) besteht dabei lediglich aus zehn tracks und auch die bedienen eher konventionelle hörgewohntheiten. insofern fällt das fazit reichlich simpel aus: wem die bisherigen kollaborationen der beiden gefielen, darf auch hier zugreifen. entspannung und gute laune beinahe garantiert.
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