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Sonntag, 11. Oktober 2015

"planet home series". aktion flüchlingshilfe

die hamburger von arctic rodeo haben eine ebenso stilsichere wie sinnvolle aktion gestartet. hier die presseinfo des labels: "The feelings we have when seeing these pictures on TV, in the papers and on the internet are hard to put into words. Families who lost everything risk their lives for trying to make their hopes and dreams for a peaceful life come true. These families have been affected by war, terror, torture, violation. They leave everything behind that used to be their home. There is a lot of help and charity going on in our home country Germany and in other countries. But in fact, they way the governments worldwide deal with this tragedy leaves us speechless. It is the civilians and NGOs who organize the help and support these people. The governments of the most prosperous and wealthy countries in the world fail trying to figure out solutions for this refugee crisis that does not only affect us all. Most of the countries of the so called Western World even contributed. Everyone knows that our governments bear a lot of responsibilty for this messed up situation. Take a minute and think who it actually is that drops the bombs and interfered with or even started the conflicts.

Like in every conflict and in every war, the ones who suffer the most are the ones who are the least to blame: The children. We have been dealing with the idea of setting up a charity release for a while, but from the very first moment, we knew we wanted to set something up to help children who have been shocked and traumatized by the horror they had to go through, who have lost their families and all future perspectives.

We are very glad and thankful our friends are supporting our idea by contributing songs to make this beautiful charity release happen. It will include the first two new songs from Ian love (Rival Schools, Die 116, Burn, Cardia, States & Kingdoms) in almost 10 years, and they are absolutely incredible. It will include two cover songs performed by J Robbins (Jawbox, Government Issue, Burning Airlines, Channels, Office Of Future Plans), one from Leatherface and one from Cop Shoot Cop, two of our favorite bands. It will include the first two songs every released physically from the outstanding States & Kingdoms (feat. members of Thursday, Small Brown Bike, Able Baker Fox, Retisonic, Rival Schools), which is really special for us. It will include two brand new killer tracks from Matt Pryor (The Get Up Kids, The New Amsterdams), we are super proud of having him in as well.

Besides these artists involved, this project would not be possible without the support of several other people. Our pressing plant helps. Our paper supplier helps. Our art director and graphic desiger helps. Our friends who take care of the screenprint work help. The result of all this is the first part of what we decided to call the PLANET HOME SERIES: a 4x7" set with jackets designed and screenprinted by our friend Alex from Zum Heimathafen, all packed in an exclusive tote bag screenprinted by Holger at Shirtmanufaktur. We hope to be able to release this package in early 2016. The pre-order will be up in a few days.

We won’t accept retailers and stores striving for profit with this release, so this will only be available at our webstore and a few German mailorders who forego making profit with this project. All profit made with this charity compilation will be donated to terre des hommes.

Last but not least, we are hoping for your support as well. If you are interested this project, please help us and spread the word, tell your friends about the PLANET HOME SERIES, share the posts and let everyone know. Let’s do this. Thanks a lot."

Donnerstag, 11. November 2010

i hate our freedom. arctic rodeo news

das feine hamburger label arctic rodeo vermeldet folgende erfreuliche neuigkeiten: "Meine Güte, was für ein Brett. Ein Brett, gezimmert von guten Bekannten. I HATE OUR FREEDOM knallen uns mächtig einen vor die Birne. Bereits im Frühjahr 2009 hatten wir das Vergnügen, die Band live in Manhatten zu erleben. Große klasse war das – eben ein richtiges Brett. Nach Besetzungswechseln hat sich die Band nun gefestigt, und die Zeit ist endlich reif für eine Veröffentlichung. Ende des Jahres werden I HATE OUR FREEDOM über Arctic Rodeo mit einer ersten Vinyl 7" aufwarten, die auf 100 Exemplare limitiert ist. Anfang 2011 wird dann bei uns auch das Debütalbum der Band aus Brooklyn erscheinen – ausschließlich als Vinyl LP und imitiert auf 250 Stück. Und weil die Band sehr aktiv ist, ist sie aktuell schon wieder im Studio – im Godcity Studio, um genau zu sein. Genau, mit Kurt Ballou (CONVERGE).
Ach ja: I HATE OUR FREEDOM bestehen aus Joseph Grillo (GARRISON, GOD FIRES MAN) Justin Scurti (MILHOUSE), Scott Winegard (TEXAS IS THE REASON, HOUSE & PARISH) und Tucker Rule (THURSDAY). Zu hart für uns? Nö."

Sonntag, 9. Mai 2010

the fast and the furious. reviews

wer anhand der nur sieben tracks an eine ep denkt, liegt falsch: das debüt von Acid Tiger fällt mit 40 minuten länger aus als die meisten anderen deathwish releases. und auch komplexer. nicht nur der so betitelte "neue metal", eine progressive mischung aus schweinerock und frickeleien sowie einer rudimentären hardcore-basis, stand hier pate. es sind insbesondere klassiker wie drive like jehu, die im sound ihre spuren hinterlassen haben. und das obgleich man doch eigentlich vermuten darf, dass die musiker in ihren herkunftsbands (darunter converge, thursday und united nations) was experimente angeht nicht gerade an der kurzen leine gehalten werden. doch "Acid Tiger" (deathwish records) offeriert noch etwas anderes außergewöhnliches: die herren gehen nämlich mit jeder menge spaß zu werke; welcher hier ein um's andere mal faktoren wie wut, aggression oder verzweiflung überrundet. ein ungewöhnliches werk auf deathwish, welches nicht nur für deren anhänger einiger warmlaufzeit bedarf.
stück für stück arbeiten sich Manifestation voran; lineup- und labelwechseln zum trotz: eine sprichwörtliche working class-mentalität, die auf "Burden Of Mankind" (demons run amok) ihre konsequente fortsetzung findet. die saarländer sind mittlerweile bei dra entertainment gelandet - und passen dort mit ihrem arschtretenden mix aus agnostic front, terror und slapshot auch prima hin. vor allem die balance, harmonische gitarren und ein paar oi-elemente in den sound zu integrieren - ohne die hardcoreroots zu verwässern - gelingt überzeugend ("maintain course"). dem quintett gelang damit ein sympathisch rastloser, kurzweiliger glücksfall, angesichts dessen qualität man sich keine sorgen um szenenachwuchs aus deutschen landen zu machen braucht!
die französische drone/sludge/doom formation Year Of No Light kam nun bei conspiracy records unter. nicht die einzig erwähnenswerte veränderung: "Ausserwelt" (conspiracy records) präsentiert das neue material im vergleich zum vorgänger ohne vocals... nach dem abschied ihres sängers entschied man sich - wie übrigens schon in den anfangsmonaten der band - für ein rein instrumentales vorangehen. was in ihrem musikalischen kontext absolut sinn macht: denn die psychedelischen klanggebäude benötigen aufmerksamkeit, keine stimme. eine solche würde der behutsam arrangierten und erhabenen atmosphäre schlimmstenfalls ohnehin nur schwerlich gerecht werden. apropos: die vier tracks brauchten genau vier jahre vorlaufzeit und wurden in einem alten theater aufgenommen. year of no light zählen nicht nur deshalb definitiv zu den stilvollsten vertretern ihrer zunft.

Dienstag, 22. Dezember 2009

13 x 2009 = noch ein jahresrückblick

finde ich eigentlich. doch eigene erfahrungswerte sagen: es sind tatsächlich immer die jahresrückblicke, die eine seltsame faszination ausüben. was sich zum beispiel in erhöhten auflagen bzw. gestiegenen zugriffszahlen bemerkbar macht. und trotz meiner generellen abneigung gegen noch eine weitere liste, die nach haarsträubenden kriterien ausgewählt wurde, gehöre ich doch gleichermaßen zu den gestalten, die regelmäßig entsprechende aufzählungen in musikzeitschriften, blogs und fanzines durchforsten. um abzugleichen, zu ergänzen oder - vor allem - sich über mir unverständliche rangordnungen aufzuregen.

aufgrund der gar nicht so großen nachfrage hier also nun 13 mal mein völlig subjetiver senf zum thema 2009.

und jenes wird insgesamt vor allem durch das ende von sellfish.de geprägt. beziehungsweise der erkenntnis, dass ich die finger eben doch nicht vom mehr-oder-minder-kluges-zeug-über-musik-absondern lassen kann. was in dieser blogform zwar wenig schick, doch wunderbar effizient funktioniert. und nach einigem aufrappeln den noch schöneren beigeschmack brachte, dass das sellfish-imperium nicht nur (endlich) sein archiv wieder zugänglich machen konnte - sondern dank curt.de/sellfish, sellfish.de/lifesoundsreal sowie diversen myspace- bzw. facebook-seiten und natürlich den veranstaltungen in nürnberg quasi noch mächtiger geworden ist... einen ganz vernünftigen überblick über das ganze treiben gibt es übrigens nach wie vor hier: http://www.sellfish.de

13. Warteze
it

beginnen wir den rückblick doch naheliegenderweise mit der am längsten erwarteten platte: Savoy Grand ließen sich - natürlich - endlos zeit für "Accident Book". und gerade weil sich einmal mehr die geister an den slo-mo-hymnen scheiden werden: es war die beste glitterhouse-platte in einem für dieses label seltsam unspektakulären jahr.

12. Emo & Core

es müssen nicht immer die ganz großen highlights sein: im frühjahr warteten Alias Caylon aus dem hohen norden des landes mit einem ziemlich wunderbaren emorock-album auf. überraschend auch, wie gelungen Thrice mit "Beggars" eine fortsetzung für ihren "alchemy index"-monolithen erschufen.
vor allem aber The Casting Out konnten mit ihrem endlich bei uns erschienenen debüt "Go Crazy! Throw Fireworks!" begeisterungsstürme aulösen. dennoch war nathan auf bühne nochmal eine spur überzeugender... also entweder, die bekommen endlich mehr aufmerksamkeit, oder boysetsfire sollten doch eine reunion feiern!

11. HC

was extreme musik anging, gab es im vergangenen jahr einige highlights zu vermerken. Black Friday 29 lieferten mit "2009" mal eben das beste einheimische hardcorealbum des jahre ab; welches eigentlich ja nur eine ep war. ziemlich gut auch Grace.Will.Fall aus schweden mit ihrem mix aus frühen refused und jr. ewing anteilen... verheerend, dass die kaum jemand wahr genommen hat!
erwähnenswert fand ich zudem noch die gestörten franzosen von Kickback sowie The Setup - zwei weitere gelungene hc-veröffentlichungen auf gsr-records.
aus dem hause deathwish kam von pulling teeth bis rise & fall die erwartete vollbedienung. das highlight im nach wie vor enorm spannenden labelrepertoire bildeten allerdings die ultra-intensiven Lewd Acts "Black Eye Blues", welche gemeinsam mit dem zweiten regulären Ruiner longplayer die genrebestleistung vorlegten.

10. Elektronik

eines unserer seltenen interviews machten wir in diesem jahr mit Boozoo Bajou. deren album "Grains" einmal mehr den ruf der nürnberger untermauerte, elektronische musik mit einem ganz besonderen, wohl eher analogen songverständnis zu beleben.
das stimmungstechnische gegenstück dazu kam von Dizzee Rascal, welcher mit "Tongue 'N' Cheeck" das elektronische partyalbum des jahres ablieferte. und gleichzeitig die engen grenzes seiner grime-herkunft sprengte. das störte den einen oder anderen; mir macht die entwicklung des londoners einfach nur spaß!

9. HipHop

als südafrika-export begleitete mich Proverb's "Manuscript" noch eine ganze weile in dieses jahr hinein. der jüngst erschienene nachfolger "Write Of Passage" löste zwar nicht ganz so große euphoriestürme aus, unterstrich aber dennoch, wie dringend dieser künstler einen vertrieb bei uns nötig hat!
dem verstorbenen J Dilla wurde mit "Just Stay Paid" eine sehr würdige hommage bereitet. welche gleichzeitig als bestes posthumes album eines künstlers der letzten jahre eine besondere auszeichnung verdient. absolut essentiell! MF Doom lieferte mit "Born Like This" ebenfalls höchst unterhaltsamen hiphop neben der spur ab. beide platten glänzten übrigens mit raekwon-features...
auf den kommen wir aber noch weiter unten zu sprechen. sein größter konkurrent um den titel "album des jahres" war allerdings ganz klar Mos Def. "The Ecstatic" machte unmissverständlich klar, dass nach dem unausgegorenen vorgänger definitiv wieder mit dem rapper/schauspieler zu rechnen ist! ein tolles album, das mit "auditorium" den vielleicht besten track des jahres im repertoire wußte!
Speech Debelle sorgte mit "Speech Therapy" dafür, dass weibliche mc's endlich wieder mehr in den fokus rückten. die britin lieferte im fahrwasser von roots manuva ein ruhiges, persönliches und erst in zweiter instanz richtig fesselndes debüt ab.
apropos: auch Fleur Earth trug hierzulande ihr schärflein zu dem thema bei.
und wenn wir in dem fall von deutschem hiphop sprechen, sollte auch mein album des jahres in diesem metier genannt werden: Mädness, der mit "Zuckerbrot und Peitsche" nach ein paar lediglich guten veröffentlichungen eine grime-infizierte großtat vorlegte, die inhaltlich vor jahren auch deichkind gut zu gesicht gestanden hätte!

8. Indierock

eine okaye, wenngleich nicht brillante fortsetzung gab es von Dredg mit "The Pariah, The Parrot, The Delusion"... die damit zumindest den für mich arg lahmen vorgänger vergessen machte.
zwei ableger der schwedischen indierock-fraktion wurden in der presse hierzulande dagegen übrigens absolut zu unrecht weitgehend ignoriert: Division Of Laura Lee und Sounds Like Violence lieferten beide feurige, tanzbare und ehrliche alben mit elegantem postcore-drive ab, die auch nach dem großen skandinavien-boom noch aufmerksamkeit verdient haben. hinhören, bitte.

7. Pop

wenn es denn in diese kategorie passt: Karamel aus hamburg haben sich mit "Machinen" einen klugen nachfolger zum weisen album erdacht. und johann scheerer bleibt das unerkannte songwritergenie in dieser sonst von a&r's durchleuchteten stadt.
obligatorisch in derartigen aufzählungen: Tori Amos versüßte mir das jahr mit gleich zwei alben. auch wenn ersteres ein gutes stück hinter den erwartungen zurück blieb; die weihnachts-edition "Midwinter Graces" begleitet mich genau jetzt in unsere hütte in dänemark... und prompt bin ich wieder versöhnt.

6. Reinfälle

die enttäuschung des jahres stammen seltsamerweise alle von der insel: The View mit ihrem lauwarmen "Which Bitch?" und auch die Placebo-Trantüte "Battle For The Sun" konnten zu keiner sekunde an die nicht einmal unermesslich hohen erwartungen anknüpfen. und sogar die Arctic Monkeys landeten mit "Humbug" einen kleinen reinfall (unter angesichts der starken vorgänger allerdings zugegeben schwierigen bedingungen).
ach ja, einmal doch noch jenseits des großen teiches: Billy Talent haben sich mit "III" ebenfalls in die irrelevanz verabschiedet.
ursache in all diesen fällen witzigerweise: das feuer der eigenen vergangenheit scheint erloschen zu sein. irgendwie schade.

5. Hype

als der unsäglichste hype entpuppten sich La Roux, deren medienpräsenz ich mir aufgrund des egal-plastikpops zu keiner sekunde erklären konnte. und über die ich sicherheitshalber auch keine weiteren worte verlieren will. quatschkram, hinter dem nichtmal (nur) das intro steht...

4. Re-Releases

an der re-release-front packte mich vor allem die diskografie "Can't Kill What's Inside" von Mouthpiece. nicht nur, weil die in meiner eigenen hc-biographie sträflicherweise gar nicht vor kamen. sondern auch, weil hier musik und inhalt perfekt in szene gesetzt wurden, was das ganze projekt zu einer lohnenden straight-edge geschichtsstunde macht. schade eigentlich, dass die revelation records-veröffentlichungen hierzulande längst nicht mehr die verdiente aufmerksamkeit bekommen.
aber auch die nimmermüden herren um robert fripp versüßten mir das jahr mit wertigen wiederveröffentlichungen: so wurden die drei King Crimson klassiker in punkto artwork, sound und bonusmaterial prächtig aufbereitet... nicht nur porcupine tree- und tool-fans können hier spätestens jetzt nicht mehr wegsehen. history, baby.

3. Reunion

die reunion des jahres feiern ohne viel diskussion Alice In Chains mit "Black Gives Way To Blue". welche damit überraschend nicht nur eindrucksvoll Pearl Jam den rang abliefen, sondern mit ihrem neuen sänger william duvall behutsam das besondere charisma der vergangenheit ins hier und jetzt retteten.

2. Hits & Misses

tja, zu den folgenden platten gibt es auf diesen seiten dooferweise (noch) gar nix zu lesen: beinahe durch die lappen gegangen sind mir nämlich das aktuelle Thursday album sowie das zweitwerk von Jamie T. im falle ersterer weiß ich selbst nicht, warum ich erst monate nach veröffentlichung zuschlug - so intensiv wie auf "Common Existance" waren sie seit dem debüt nicht mehr! Jamie T dagegen ziehe ich quasi traditionell immer erst im zweiten anlauf aus irgendeiner grabbelkiste - was sich im falle "kings & queen" wieder mehr als gelohnt hat...

1. Album des Jahres

durchaus ungewöhnlich, dass ein hiphop-album meine veröffentlichung des jahres markiert. doch es hilft nichts, nicht einmal angesichts des potthässlichen coverartworks: "Only Built For Cuban Linx II" war schlichtweg die größte überraschung, die 2009 zu bieten hatte. nur über einen indie-vertrieb brachte Raekwon ein werk an den start, welches mit produktionen von dr. dre (!), pete rock (!!) oder j dilla (!!!) kaum verlieren konnte. weitere geniale kollaborationen sowie vor allem wieder eine in sich schlüssige atmosphäre ließen defintiv kein vorbeikommen mehr an den 24 tracks. da passt sogar die dekandenz, für das gerade mal eineinhalbminütige "pyrex vision" einen ganzen clip zu prduzieren. und noch dazu so einen:



besser war der chef jedenfalls seit seinem debüt nicht. aber auch der output des rest des clans verblasst angesichts dieser ausnahmeleistung... lässt im umkehrschluss jedoch u.a. angesichts dem bevorstehenden rae, ghostface und method man-gemeinschaftswerkes auf endlich wieder rosigere wu-tang-zeiten hoffen. 2010 darf gerne kommen!!!

Sonntag, 6. Dezember 2009

sounds like violence... with a burning heart.

irgendwie passen Sounds Like Violence momentan besser denn je auf ihr label burning heart records. weniger stilistisch, als in anbetracht ihrer veröffentlichungsstrategie: nach einer in kennerkreisen geschätzten frühphase folgte mit verspätung der große wurf... und dann ging es plötzlich auf tauchstation. da mag es bezeichnend sein, dass beide parteien ihre sehr überschaubare release-schedule für "The Devil On Noble Street" (burning heart/indigo) bündeln.

ein kluger entschluss, denn das potential dieses trios klingt explosiver denn je. fixstern der schweden bleibt zwar andreas söderlund, dessen gleichermaßen ekstatisch leidende wie melodische Stimme das zentrum eines jeden songs auf diesem album bestimmt. immer mehr jedoch drängen sich nun auch seine mit-musiker endlich in den mittelpunkt; was für einen schlüssigen, organischen sound sorgt und jegliche "one-man-show" gerüchte vom tisch fegt. zudem offenbart sich 2009 eine noch vielseitigere band: die single "emperor's new clothes" (siehe video hier unten) klingt mehr nach indiepop denn alles, was in der überschaubaren sounds like violence-biographie bislang platz fand.

entgegen des bandnamens klingt die musik heute übrigens weniger nach roher gewalt als vielmehr nach einer ansammlung emotionaler gefühlsausbrüche. wenn auch bestimmt nicht gerade positiven. schwere riffs, teils noisige gitarrenarbeit und eine straight nach vorne treibende rhythmussektion machen zwar öfter als in der vergangenheit platz für große hooklines ("get out of bead"), schieben dabei dennoch die zu keiner sekunde überfrachteten songs immer wieder voran.
dass sich hinter dem manchmal schroffen äußeren wirkliche hits, mittlerweile sogar regelrechtes mitsingpotential verbirgt, entdeckt man erst nach einiger zeit. tracks wie dem überraschend ruhigem "bankruptcy" beispielsweise kann man sich schier nicht entziehen - trotz "ba-ba-ba"-refrain (!). zudem liefert söderlund immer wieder steilvorlagen zur identifikation für alle verletzten, verzweifelten, gebrochenen herzen ab. gerne auch böse-augenzwinkernd. doch der frontmann klingt dabei so überzeugend, dass jegliche emo-klischees schon im keim erstickt werden.

"the devil on nobel street" weiß vielleicht noch nicht beim ersten hördurchgang zu gefallen - nach erstaunlich kurzer zeit haben mich sounds like violence jedoch wieder komplett im schwitzkasten.
und auch wenn thursday mit "common existance" für dieses jahr das nonplusultra bleiben: mit division of laura lee zusammen hat schweden zwei echte überraschungen zurück auf die musikalische landkarte gehievt.

Donnerstag, 24. September 2009

afi vs. thrice. emo(?)battle of the year

limitiert man diese begegnung auf das coverartwork, sieht es für AFI düster aus: "Crash Love" (interscope/universal) erfüllt in dieser hinsicht auch noch die übelsten emo-klischees. wenn es allerdings um die musikalischen inhalte geht, überzeugt der neue longplayer wesentlich nachhaltiger als sein direkter vorgänger "decemberunderground". mehr noch: ich kann hier beinahe die art konsolidierungsphase erkennen, welche ich auch bei dredg ausmachte. soll heißen: das quartett rückt wieder funktionierende songs in den mittelpunkt und scheut sich auch vor ein paar ecken nicht. klar: auf bombast muss hier niemand verzichten. wohl aber auf eine ärgerlich kalkulierte single wie "miss murder". ein zweites "sing the sorrow" gelang ihnen zwar dennoch nicht, der typische reiz ihrer melancholischen rocksongs jedoch begeistert mich nach wie vor. bleibt die optik außen haben wir es immerhin mit einem der gelungeneren alben ihrer immerhin 18jährigen bandgeschichte zu tun. dem - bei aller liebe - etwas mehr derbheit dennoch nicht geschadet hätte...
mit begriffen wie emo wird man Thrice hingegen schon im ansatz lange nicht mehr gerecht - wenn diese schublade denn überhaupt einmal angebracht gewesen sein sollte. nach ihrem vielgelobten "alchemy index" doppelschlag geht dir formation nun einmal wieder mit einem "normalen" album an den start. was in diesem fall immerhin bedeutet: atmosphärische rocksongs, die stilistisch näher an bands wie thursday oder gar den brillanten recover liegen, denn an irgendwelchen labelartgenossen. "Beggars" (vagrant/soulfood) verzeichnet mit dem famosen "doublespeak" zudem einen der gelungensten tracks ihrer karriere. thrice benötigen weder pathos noch aggression, um ihren songs tiefe zu verleihen. gleichzeitig stellen sie für ihre fans eine konsequente herausforderung dar. immerhin erfand man sich zeit des bestehens im kleinen rahmen immer wieder neu. was bei "beggars" besonders auswirkungen auf das bassspiel hat: die dynamik und der einfallsreichtum von ed breckenridge setzen nämlich immer wieder deutliche akzente. sehr empfehlenswert.