Sonntag, 17. September 2017

mari samuelsen: nordic noir. review

wenn eine dem klassischen metier entstammende künstlerin den isländischen songwriter, multiintrumentalisten und produzenten ólafur arnalds für eine interpretation in erwägung zieht, zeugt dies von einem blick ohne scheuklappen. und auf "Nordic Noir" (decca) tummeln sich elf weitere stücke, welche dem titel entsprechend die düstere seele der nordeuropäer vertonen. und dabei zunächst einmal genre-grenzen außer acht lassen. die 32-jährige protagonistin entschloss sich nämlich, nicht nur die werke zeitgenössischer komponisten (darunter Frans Bak, Uno Helmersson, Johan Söderqvist und Arvo Pärt) zu interpretieren, sondern auch neue klangwelten zu erforschen. dabei ist Mari Samuelsen in diesem gebiet keine unbekannte. die norwegische violinistin lotete im zusammenspiel mit max richter und dem "12 ensemble"  regelmäßig das weite spektrum der modernen klassikszene aus. unterstützt wird sie auf vorliegendem album von hakon samuelsen (cello) und den trondheim soloists. die ausführlichen, auch auf deutsch enthaltenen linernotes tun ihr übrigens, um den hörer in dieses album versinken zu lassen. klassik-experte muss man dafür übrigens nicht sein: wer freude an leicht morbider schönheit hat, dem sei "nordic noir" ans herz gelegt.

Mittwoch, 13. September 2017

alexander hirsch: lauf junge. video wednesday

"die zeit rennt"... wer hat sich noch nicht bei dieser aussage oder dem dazugehörigen gedankengang ertappt? mit Alexander Hirsch hat ein junger hamburger singer-songwriter nun eine art soundtrack zu diesem phänomen geschaffen. mit dem song "lauf junge" und dem untenstehenden, zugehörigen clip will hirsch kraft geben, nicht zuletzt sich selbst: "der song sollte mir mut machen, darauf zu vertrauen, dass ich keinen produzenten brauche, dass ich das kann, genau das rausbringen, was schon lange in mir gärt.“ das ergebnis erscheint am 7. november in form eines ganzen albums mit dem namen "hier draußen". das video zum song drehte hirsch gemeinsam mit einem der erfolgreichsten deutschen marathonläufer, philipp pflieger, auf lanzarote. film ab.

Mittwoch, 6. September 2017

polina vita: "tricks". video wednesday

Seit Polina Vita 17 ist, steht sie mit ihren selbstgeschriebenen Liedern auf der Bühne. Mit 18 begann sie, als Songschreiberin für die Hamburger Boogie Park Studios zu arbeiten und hat seitdem Songs für und mit so unterschiedlichen Künstlern wie R'n'B-Sängerin Truth Hurts aus den USA oder Joachim Pastor aus Paris geschrieben. Auch im Produktionsumfeld von Kontor Records werden ihre Stimme und ihr Schreibtalent geschätzt – und sogar im Ausland macht sie bereits von sich reden: MTV Portugal veröffentlichte im Mai 2017 einen Song von Polina und dem portugiesischem Star-DJ Pedro Cazanova. Zuletzt übernahm sie überdies Background- und Chor-Parts auf den neuen Alben der beiden größten deutschen Superstars, Helene Fischer und Udo Lindenberg.
"Tricks“ ist nun die offizielle Single der am 22.9. erscheinenden Debüt-EP und wartet mit einem hochkarätigen Feature auf: Dem Dancehall-Künstler Don Andre, gut bekannt im heimischen Jamaika und der Szene Londons. Bitteschön:

Sonntag, 3. September 2017

crooked colours "vera". album teaser & tour

auf reinem independet vertriebsweg schaffte es mit "Vera" (electric sparkles) am vergangenen freitag ein album in unsere playlists, welches all diejenigen in ihrer favoritenliste vermerken sollten, die ihren popsound mit etwas r'n'b und elektronik angereichert am liebsten mögen. das trio aus perth wurde in der vergangenheit nicht zu unrecht gerne mit glass animals verglichen, worauf sich die Crooked Colours jedoch nicht verlassen möchten. der untenstehende neue clip zu "i hope you get it right" zusammen mit ivan ooze war von daher nur ein weiterer schritt auf die eigenen qualitäten aufmerksam zu machen. in kürze wollen die Crooked Colours, gestärkt durch die support-rolle zu den crystal castles, "vera" zudem auch auf den bühnen hierzulande präsentieren: 02.10. Hamburg, Übel & Gefährlich
03.10. Köln, Gebäude 9
04.10. München, Ampere
05.10. Nürnberg, Club Stereo
06.10. Leipzig, Neues Schauspiel
07.10. Berlin, Ritter Butzke


Samstag, 2. September 2017

ea80: definitiv:ja! review

eine gelungene stilkorrektur, dazu songwriting gut gereift wie erlesener wein: mit einer energetischen mischung aus fetten gitarren-riffs und aggressiven raps etablieren sich EA80 im 38sten jahr ihres bestehen überraschend als die nu-metal-ikone deutschlands. die mönchenglattbacher filtern die essenz von limp bizkit mit der offensiven lyrik von kraftklub und werden somit auf "Definitiv: Ja!" (major label/ ) zu einer art einheimischer thronfolger von linkin park. crossover-hits für die indiedisko, quasi jeder der elf songs hat das zeug zur singleauskopplung. ein exklusiv-vertrag mit emp in sachen merchandise wird spätestens im herbst sicherstellen, dass man seine leidenschaft für diesen social-media-hype auch auf der straße zur schau stellen kann.
ernsthaft jetzt: endlich kommt man auch als normalsterblicher in den genuss der neuen lp, die im vorwege nur als testpressung bzw. in einer deluxe-variante auf ein paar konzerten zu haben war. in der fortsetzung ihres konzeptes bleiben EA80 ihrer linie wie zu erwarten in jeder hinsicht treu. das gilt neben dem charateristischen sound auch dem abermals famosen artwort. insofern darf man den mittelwitzigen einstieg in diese review auch als kleinen hilferuf werten, noch neue worte über dieses vorzügliche album zu finden. ich versuche es andersherum: "definitiv ja!" wird für mich gerade in der endlosschleife zum weiteren anlass die tatsache zu betrauern, dass ich das ea80-konzert im frühsommer hier in hamburg dämlicherweise verpasst habe.