Freitag, 12. November 2010

alte schweden. indierock

die art und weise, wie sich The Bear Quartet in der späten phase ihrer karriere mit jedem werk neu erfinden, lässt sich eigentlich nur mit ihren (leider verblichenen) landsmännern von fireside vergleichen. war das letztjährige album "89" noch ein pures verweigerungsalbum, bringen die fünf (sic!) auf "Monty Python" (adrian recordings/alive) nun quasi neue und alte stilistische ausrichtung zusammen - und schaffen so doch etwas neues. das bear quartet gehört zu dem überraschend kleinen teil der schwedischen independent-szene, der es zwar in der heimat zu größeren erfolgen brachte, außerhalb skandinavischer gefilde aber noch nicht wirklich in erscheinung treten konnte. und das trotz einer bald 20-jährigen geschichte, in welcher man es zu einem sack voller eps und alben sowie vorbildcharakter für einige kommerziell deutlich erfolgreichere formationen schaffte. auch diesmal offenbart sich wieder eine tolle chance, indie- und krautrock auf unkonventionelle weise zu neu erfahren. fazit: nutzen!
während Last Days Of April in ihrem heimatland schweden seit jahren zu den topsellern im indiesektor gehören und stück für stück auch die usa erobern (man beachte die gäste diesmal: evan dando und tegan quin), fristet man hierzulande noch weitestgehend undergroundstatus. und ob sich dies mit dem neuen longplayer in zeiten magerer plattenverkaufszeiten ändert, darf trotz des verstärkten engagement ihres langjährigen labels bad taste records jedoch bezweifelt werden. das potential dazu jedenfalls ist auf dem siebten (!) album "Gooey" (bad taste records/soulfood) mehr denn je vorhanden. schon der wunderbare opener beispielsweise transportiert die mittlerweile sehr eigenständige, melancholische handschrift des trios; welches auch mit dem rest des albums beinahe ausschließlich ruhigere töne anschlägt. die gar nicht mehr so neue prämisse "quiet is the new loud" tut dem material wahrlich gut. so gehen die tracks noch etwas tiefer, als man es von den schweden gewohnt war. insgesamt gelingt es bandgründer karl larsson mehr denn je, sein songwriting-potential voll auszuschöpfen. dass die elf stücke - nicht zuletzt aufgrund larssons stimme - desöfteren in weinerliche gefilde abdriften, stört dabei überhaupt nicht: irgendwie wirken last days of april einfach authentischer als viele ihrer kollegen. dazu kommt, dass sie mit dem alter auch an kompositorischer substanz zuzulegen scheinen.

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